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"Killerspiele"-Jäger Pfeiffer setzt Kreuzzug fort

Montag, 07. Mai 2007
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10:54 Uhr - Prof. Dr. Christian Pfeiffer ist mittlerweile wohl fast jedem deutschen Zocker ein Begriff. Durch unzählige denkwürdige Medienauftritte zum Thema "Killerspiele" und das über Jahre hinweg betriebene Propagieren wissenschaftlich fragwürdiger Erkenntnisse zu deren vermeintlichen negativen Wirkungen etablierte er sich nach und nach als DER deutsche Chefankläger gewalthaltiger Computer- und Videospiele. In wenigen Tagen will er nun die Ergebnisse seiner neuesten Studie "Alterseinstufung von Computerspielen durch die USK" vorstellen. Bevor die üblichen Verdächtigen angesichts der vermeintlich "alarmierenden" Ergebnisse nun mit Sicherheit wieder zur großen Panikmache ansetzen werden, belegen wir schon vorab, warum jene "Ergebnisse" mit einiger Vorsicht zu genießen sind.

Trotz (oder gerade wegen?) seines inoffiziellen Titels als "Killerspiele"-Jäger Nr. 1 war Prof. Pfeiffer im letzten Jahr vom Niedersächsischen Innenministerium mit der Studie beauftragt worden, in der er die Einstufungspraxis der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) überprüfen sollte. Dabei ging der Kriminologe vor allem der Frage nach, ob gewalthaltige Spiele die "richtige" Altersfreigabe bekommen - Ein Vorhaben, das im Hinblick auf die zu erwartende Objektivität in etwa vergleichbar war mit dem von den USA geführten "Nachweis" des Vorhandenseins von Massenvernichtungswaffen im Irak.Denn das gewissermaßen vorweggenommene Ergebnis der Untersuchung formulierte Pfeiffers Auftraggeber, Niedersachsens CDU-Innenminister Uwe Schünemann, bereits lange vor Abschluss des Projekts: Am 20. Oktober 2006 hatte dieser in der ZDF-Sendung "aspekte" ganz offen zugegeben, dass man zusammen mit dem von Pfeiffer geleiteten Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen den Nachweis führen wolle, "dass die USK hier falsch gehandelt hat". Und ebenso unmissverständlich teilte er mit, wozu man das im Prinzip also schon vorab vorgegebene Fazit der Studie auchen würde: nämlich als Argumentationsgrundlage für ein angestrebtes Gesetz, das, so Schünemann, "ein Herstellungsverbot und ein Vereitungsverbot" gewalthaltiger Spiele festschreibt.Bei einer derart fragwürdigen Ausgangssituation (getreu dem Motto: "Wer was finden will, der findet auch was") konnte sich ja nun wirklich jeder an fünf Fingern abzählen, dass hier am Ende alles andere als ein objektives Ergebnis herauskommen würde. Wie Der Spiegel berichtet, bestätigt sich dies nun auch wenig überraschend in den vorab bekannt gewordenen Details des Studien-Fazits. Laut Pfeiffer komme es bei der Altersfreigabe durch die USK oft zu krassen Fehlern. So seien 40 Prozent der 72 nachgeprüften "Gewaltspiele" von der USK eindeutig zu niedrig eingestuft worden. Weitere 20 Prozent der Einstufungen halte er nur für bedingt vertretbar.Für die nun wohl wieder einmal unvermeidlichen "Killerspiel"-Diskussionen der kommenden Wochen geben wir euch schon einmal zwei wichtige Fakten an die Hand:
  • In den bisherigen 20 Jahren, in denen die Wirkung des Spielens gewalthaltiger Computer- und Videospiele erforscht wurde, konnte kein einziger langfristiger Negativ-Effekt dieser Spiele glaubhaft belegt werden.
  • Was das Thema Computer- und Videospiele angeht, hat Deutschland die schärfsten Jugendschutzbestimmungen aller europäischen Länder.
Wer sich daneben fragt, woher Herr Pfeiffer die Motivation für seinen unbeirrten Kreuzzug gegen "Killerspiele" und die USK nimmt, sollte sich einmal aufmerksam den Artikel Verbots-Debatte: Breitseite gegen Killerspiel-Jäger Pfeiffer durchlesen.
 

Kommentare (24)

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07.05.2007 12:16 - Da sag ich doch nur eines: Der Pfeiffer ist und bleibt ne PFEIFE!!!!! Killerspiele verbieten wollen aber bestimmt zuhause sich Abends irgendwelche Bondage-Filme reinziehen! Armes Deutschland
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07.05.2007 12:22 - und 100% des geldes für diese studie ist fürn arsch. gibt es nix besseres womit die sich beschäftigen müssen?? und woher wissen die das 40% zu niedrig eingeschätzt sind?? das mit den killerspielen ist ja purer propaganda.
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07.05.2007 12:57 - interessant wäre mal zu wissen, ob sich denn amokläufe etc. bei jugendlichen in den letzten jahren gehäuft haben und diese auch exzessiv sog. "killerspiele" gespielt haben. natürlich lässt sich auf sowas alleine noch lange keine these formulieren, da dies viel zu eindimensional wäre und man auch äussere faktoren mit einbeziehen muss, die oftmals nicht so leicht zu benennen sind wie etwa der gestiegene leistungsdruck in der gesellschaft, der zunehmende konformitätsanspruch unter jugendlichen, mobbing und was ich was alles - dinge, die halt in ner auf bild niveau geführten diskussion nicht schmissig genug rüberkommen. dennoch kann es durchaus sein, dass spiele wie counter strike oder soldier of fortune bei jungen menschen, die psychisch labil und sind unter massiven schulischen, sozialen und psychischen problemen leiden ein virtuelles exerzierfeld darstellen können oder als kompensation der eigenen verbitterung und wut dienen. jedoch ist das dann nicht die ursache des problems, sondern
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07.05.2007 12:58 - eher ein sympton das das tief liegendere probleme schliessen lässt. dass man jedoch wegen einer verschwindend geringen anzahl an jugendlichen, bei denen killerspiele möglicherweise die grenzen zwischen fiktion und realität verschwimmen lassen, millionen von menschen ihr hobby verbietet, ist dabei sicher nicht angebracht. jedoch sollte man auch als gamer eine gewisse toleranz gegenüber der meinung der anderen seite haben, schliesslich lässt sich nicht bestreiten, das der einfluss von killerspielen auf oben geschilderte jugendliche ein problem sein kann. die frage stellt sich vielmehr, ob es angebracht ist deshalb solche spiele komplett zu verbieten oder ob sich nicht einen etwas intelligenteren umgang mit dem problem gibt. wobei man natürlich sagen muss, dass auch bei einem verbot jeder der an die spiele rankommen will sie auch bekommt.
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07.05.2007 13:19 - Die Gamer müssen endlich mal aufwachen und sich selber kontrollieren, aber da gibt der volljährige Bruder scherzfrei Games und Filma an die miderjährigen Freunde ab etc. solange sich die Szene da nicht mal Stellung zu nimmt, wird ein Verbot immer wahrscheinlicher. Rummaulen und Beleidigen nützen da eher das Gegenteil. Wenn sich jemand diffamiert fühlt, dann kann er sich dagegen zur Wehr setzen, auf die Strasse gehen und demonstrieren und vor allen Dingen endlich mal anfangen beim Jugendschutz mit zu helfen.
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07.05.2007 13:35 - traurigerweise ist die mehrheit der gamer nicht weniger verbohrt und uneinsichtig wie der geschilderte killerspiele prophet. sich über anti-haltungen definieren und der gegenseit vorwzuwerfen keine ahnung zu haben ist halt auch einfacher als eine konstruktive diskussion zu führen, leider sind die leute der gegenseite aber am längeren hebel und von daher...
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07.05.2007 13:40 - @Tom Das hast Du absolut recht. Meiner Meinung gilt es einen unvoreingenommen Sender zu finden, der dann objektiv über die ganze Sache berichtet, denn wenn wir mal ehrlich sind gibt es eine Menge Freaks da draussen, die echte Probleme durchs gamen haben.
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07.05.2007 13:59 - Wieso geht jeder auf uns gamer los? Ich mein,wieviele Verbrechen passieren im Alkohol Rausch? Da müßtens ja den Alk auch verbieten.Das ist echt unpackbar.
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07.05.2007 14:05 - @paro Im gegensatz zu den Spielen achten da die Eltern scheinbar besser drauf. Im übrigen bin ich auch Gamer und sehe das was Tom oder ich geschrieben habe nicht als beleidigend an. Wo ich aber der festen Überzeugung bin ist die Sache, dass zuviel vor der Konsole sitzen definitiv nicht gut ist.
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07.05.2007 14:08 - II Peace Das is schon klar das man eventuell zuviel vorm PC/Konsole sitzt. Aber immernoch besser als sich mit irgendwelchen Leuten treffen,saufen und Blödsinn machen*g* Und wenns den Eltern zuviel wird,dann könnens immer noch das Stromkabel ziehen:)
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