Kirby Superstar Ultra
12:12 Uhr - Kirby ist wieder da! Aber eigentlich ist er wieder wieder da. Denn Kirby Superstar Ultra ist eigentlich nur eine leicht veränderte Umsetzung von Kirby’s Fun Pak für das Super NES. Und eigentlich war er auch nie weg. Dafür reinigt er jetzt noch gründlicher. Schließlich ist er „ultra“!
„Reinigen“ ist dabei gar nicht mal soweit hergeholt, wenn man bedenkt wie viel vom Gegner-Gesocks noch übrigbleibt, wenn der kleine ... rosa ... Hefekloß ... Staubsauger ... Gesicht ... Was-auch-immer-er-ist, mal tief einatmet. Tja, „ultra“ ist daran aber jetzt nicht so viel, denn von der gewohnten Formel weicht das dritte DS-Spiel mit der nimmersatten Kugel, im Gegensatz zum tollen Kirby Power Paintbrush, nicht ab. Das ist aber natürlich nichts schlimmes und alles wo „ultra“ drauf steht klingt nun mal besser. Johannes Ultra Krohn ... Ultra Jo ... JayUltraKay ... Hm, hat alles was für sich, ist aber überflüssig, denn es gibt keine Steigerung von Superlativen. Weiter im Text.
Ultra-Combo
Was Kirby Superstar Ultra von anderen Kirby-Titeln unterscheidet, ist seine Gliederung in mehrere kleine Spiel-Modi, die sich zwar in ihrer Struktur oder den Vorgaben etwas unterscheiden, aber letztlich alle das gewohnte Hüpf-Renn-Spezialfähigkeiten-vom-Gegner-klauen-und-dann-damit-schwer-wüten-Gameplay bieten. So ist das erste Spiel „Frische Brise“ ein linearer Plattformer, wie er schon seit seligen GameBoy-Tagen immer wieder zu erleben war und erscheint über weite Strecken tatsächlich wie ein Remake von Kirby’s Dreamland. In „Dyna Blade“ wandert ihr hingegen über eine Mario-typische Weltkarte und könnt Abzweigungen zu geheimen Abschnitten entdecken. Bei den anderen Modi geht es etwa darum durch mehrere Level Fressrennen gegen Erzfeind König Dedede zu gewinnen oder in einem vertrackten Höhlensystem 60 Schätze finden, wobei ihr nur an bestimmten Punkten speichern könnt. Letzteres wirkt auch durch den notwendigerweise überlegten Einsatz der Verwandlungen sogar ein bisschen wie ein Action-Adventure Marke Metroid. Für Zerstreuung vom vermeintlich harten Abenteuer-Alltag sorgen drei Minispiele, die dann auch ausnahmslos auf Touchscreen-Bedienung setzen und mit nur einer DS-Karte den Wettkampf gegen bis zu drei weitere Spieler ermöglicht. So müsst ihr Schießbudenfiguren wegholzen, Hindernisse von Förderbändern beseitigen, die pausenlos Essen in die Mäuler der Kirbys rollen oder am schnellsten eine Karte berühren, die der auf dem oberen Bildschirm angezeigten gleicht. Alles nicht sonderlich originell oder tiefgehend, aber dennoch kurzweilig. Mangelnde Abwechslung kann man Kirby Superstar Ultra gewiss nicht vorwerfen. Eine kurze Spielzeit allerdings schon. Keiner der Modi – auch nicht die Hauptspiele – dürfte geübte Zocker viel länger als eine halbe bis zwei Stunden beschäftigen. Der traditionell niedrige Schwierigkeitsgrad tut sein übriges dazu.
Ultralight
Aus den von Feinden absorbierten (ziemlich coolen) Fähigkeiten, wie Schwertkampf, Düsenhelm oder Flammenwerfer, könnt ihr auf Knopfdruck einen Begleiter entstehen lassen, der dann mit eben jenen Vorzügen an eurer Seite kämpft und wahlweise vom Computer oder einem zweiten Mitspieler übernommen wird. Dies geht ebenfalls mit nur einem Spiel, wobei der Mitstreiter dann zwar mit seinem DS steuern kann, das Geschehen aber auf dem Bildschirm von Spieler eins verfolgen muss. Mit einem zweiten Modul kann er die Augen natürlich wieder auf sein System richten. Die manchmal etwas unübersichtliche, kooperative Action macht zwar Laune, aber leider das Spiel auch noch einfacher. Der Computer kämpft beispielsweise so gut, dass ihr beinahe stehen bleiben könntet, um ihm zuzugucken, wie er alle im Alleingang erledigt. Stetig respawnende Feinde halten euch aber dennoch auf Trab. Zumal der Helfer ja optional ist. Die Bosskämpfe sind allerdings eine herbe Enttäuschung beziehungsweise geradezu lachhaft. Fast immer führt bloßes draufhalten zum Sieg. Meist hält eure Energieleiste mehr aus als ihre! ... Ähem, das könnte jetzt im schnellen Lesen untergegangen sein: Eure Energieleiste verträgt mehr Treffer als die eines Endgegners!!! Ich sollte prüfen, ob es so etwas in der Geschichte der Videospiele schon einmal gegeben hat. Aber dann fällt mir spontan der Goldfisch in Earthworm Jim ein. Huch, ich hab’ sein Glas umgeschubst. Hähä ...
Aber apropos „Energieleiste“: Allen die irgendwie schon geahnt haben das die Kirby-Reihe mit ihren Regenbogenfarben und quietschvergnügten Ohrwürmern die Vorzeigespiele der Schwulenbewegung sind, gibt Kirby Superstar Ultra neues Futter. Denn wenn Kirby oder sein Kamerad Energieauffrischer einsammeln und deren Wirkung teilen wollen, berühren sie sich kurz. So steht’s Züchtigerweise in der Anleitung, die Geste ist aber ganz klar als Küssen zu erkennen und wo die beiden dabei ihre Hände haben, lässt sich auch nicht genau ausmachen. Sie könnten damit praktisch gerade ALLES anstellen!
Pro und Contra
- + fetzige Fähigkeiten(-übernahme)
- + sehr abwechslungsreich
- + Musik geht nicht mehr aus dem Kopf!
- + gelungenes Helfer-Feature ...
- + eine weitere Portierung eines guten SNES-Spiels
- + stimmige Präsentation
- + nette Multiplayer-Unterstützung
- - nicht ernst gemeint sein könnende Bossfights
- - allgemein etwas kurz und leicht
- - Musik geht nicht mehr aus dem Kopf!
- - ... das sein Potential kaum entfaltet
- - eine weitere Portierung eines SNES-Spiels
- - wenig neues
Eine Fußnote der SNES-Portierungswelle
Nun, die Frage die sich stellt ist: 40 Euro für das SNES-Original ausgeben (ebay-Preis) oder 40 Euro für das DS-Remake ? Oder keins von beiden und lieber noch mal Castlevania – Order of Ecclesia kaufen? Spaß beiseite, Kirby Supergay Ult ... Ich meine Gayby Super ... Ähm, Kirby Superstar is ultragay! Nee, auch nicht. Kirby Superstar Ultra (Er kann es! Er kann es!) führt die auf dem GBA eingeführte Tradition der fachgerechten Umsetzung altgedienter SNES-Perlen, nach Chrono Trigger DS, gelungen fort. Diesen 16bit-Auftritt dürften sogar die wenigsten kennen, war er doch einer der letzten First-Party-Titel der klassischen 2D-Ära und stand somit bereits im Schatten der damals neuen 3D-Konsolen. Leider sind inzwischen eine ganze Menge weiterer Kirby-Spiele ähnlicher Bauart erschienen, sodass der Hauptkritikpunkt von KSU – neben dem geringen Umfang und dem seichten Grad an Herausforderung – nunmehr seine mangelnde Originalität ist. Abgesehen davon, ist die Qualität des Titels aber nach wie vor erstklassig. Die kreischend bunte Grafik und die gutgelaunte Musik liefern stimmiges Kirby-Feeling, jenseits der empfohlenen Tagesdosis an Zucker und erfahren durch witzige und gut gemachte CGI-Zwischensequenzen eine passende Modernisierung. Die Steuerung ist tadellos, wenngleich mir sowohl im Spiel, als auch in der Anleitung Hinweise zu den Spezialattacken und Team-Moves fehlen. Das Leveldesign kommt angenehm variantenreich daher und Abwechslung wird überhaupt sehr groß geschrieben – was mir persönlich bei Videospielen grundsätzlich besonders wichtig ist. Kirby Superstar Ultra ist zwar nicht sehr lang, aber auch in keiner Sekunde langweilig und die Strukturierung in einzelne kleinere Abschnitte macht es ideal für Außerhausausflüge mit dem Handheld. Womit wir die Eingangsfrage des Fazits auch geklärt hätten.
Bewertung
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Kommentare (3)
MaxSchmerz
Nein, heute mal im Ernst. Ich fand damals Kirby's FunPack Bombe und hab es sehr gerne gespielt.
Gibt es als einzige Neuerung nur die CGI-Sequenzen und die Minispiele?
paulfect
Johannes Krohn
@ Max Schmerz: Danke für das Lob! Geht jedes Mal runter wie Öl. Aber wie, "heute mal ernst"? Versteh' ich nicht. ;) Zur Frage: Soweit ich weiß sind das die einzigen Neuerungen, abgesehen davon, dass sämtliche Bildschirmanzeigen jetzt auf dem unteren Screen zu finden sind. Das schien mir aber nicht so wichtig zu erwähnen, weil beinahe selbstverständlich zu sein. Die Grafik wirkt auch leicht anders, vielleicht etwas plastischer. Der Eindruck kann aber auch täuschen.