L.A. Noire: Team Bondi-Chef über die miesen Arbeitsverhältnisse
Letzte Woche berichteten wir, dass über 130 Mitarbeiter nicht in den Credits von L.A. Noire genannt wurden, da sie wegen der schlechten Arbeitsbedingungen vor Abschluss des Spiels kündigten. Team Bondi-Chef Brendan McNamara äußerte sich nun zu den Vorwürfen der miesen Verhältnisse die im australischen Entwicklerstudio herrschen sollen und sorgt damit nicht wirklich für Beruhigung.
Brendan McNamara gegenüber IGN:
- „Ich bin in keiner Weise erschüttert oder enttäuscht von dem was ich gemacht und erreicht habe.“
- „Ich bin davon auch nicht im entferntesten abgeneigt. Wenn Leute das machen wollen, was ich gemacht habe – dann kommt her und macht es – dann viel Glück dabei.“
- „Wenn Leute die das Unternehmen verlassen haben, rausgehen und ein bisschen Erfolg haben wollen, dann wünsche ich viel Glück dabei. Wenn sie das auch nicht mit mir zusammen erleben wollen ist das ebenfalls schön für sie.“
- „Es ist ähnlich wie bei einer musikalische Differenz in einer Rock'n'Roll-Band, richtig? Manche Leute sagen, dass sie es machen wollen; manche nicht.“
- „Die Erwartungen sind etwas merkwürdig hierbei, dass du dieses Zeug machen kannst ohne dich dabei selbst umzubringen.“
- „Nun, du kannst es einfach nicht, ob es in London oder New York oder wo auch immer ist; du kämpfst mit dem was du machst gegen die besten Leute der Welt an. Du musst einfach nur darauf vorbereitet sein, zu tun was du tun musst, um gegen diese Leute ankommen zu können.“
Über die langen Arbeitszeiten und unzähligen Überstunden meint McNamara:
- „Wir arbeiten alle dieselbe Stundenzahl.“
- „Die Leute arbeiten nicht länger, als ich es mache. Ich komme nicht erst um 9 Uhr morgens, gehe um 17 Uhr abends und lege mich danach an den Strand. Ich bin genau solange hier wie jeder andere auch.“
- „Wir machen etwas, das noch nie zuvor gemacht wurde. Wir machen eine Art von Spiel, dass so noch nie zuvor gemacht wurde. Wir machen es mit neuen Leuten und einer neuen Technologie. Leute sind dazu verpflichtet soviele Stunden da rein zu stecken, wie es eben braucht.“
- „Wenn du einen Von-Neun-bis-Fünf-Job willst, solltest du deinen Job wechseln.“
Ehemalige Team Bondi-Angestellte werfen dem exzentrischen Herren außerdem vor, sich extrem aggressiv gegenüber dem Personal verhalten zu haben. McNamare dazu:
- „Bin ich davon besessen das Spiel zu machen? Auf jeden Fall. Glaubst du, dass ich meine Meinung äußere? Auf jeden Fall. Aber ich glaube nicht, dass es sich dabei um Beschimpfungen handelt.“
Intern bekamen die Team Bondi-Mitarbeiter die Gelegenheit ihre Meinung über Brendan McNamara zu äußern. Er selbst kann sich daran nicht mehr wirklich erinnern:
- „Manche sagten gute Dinge und ander sagten schlechte Dinge.“
Hat er es sich zu Herzen genommen?
- „Keine Ahnung mehr, das war 2007.“
McNamara behauptet, es hätte einen Bonus gegeben, wenn man Überstunden gemacht hatte. Ein ehemaliger Mitarbeiter sagt allerdings, es hätte niemals irgendwelche Zusatz-Zahlungen gegeben. Brendan McNamara betont, dass Team Bondi dazu auch nicht verpflichtet sei:
- „Ich habe 20 Jahre an solchen Sachen gearbeitet ohne bezahlt zu werden.“
- „Ich missgönne es nicht. Ich bekomme die Gelegenheit solche Dinge zu machen.“
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Kommentare (8)
Creed Diskens
„Bin ich davon besessen das Spiel zu machen? Auf jeden Fall. Glaubst du, dass ich meine Meinung äußere? Auf jeden Fall. Aber ich glaube nicht, dass es sich dabei um Beschimpfungen handelt.“
macht ihn sympathisch er soll ruhig besessen sein.
--das mit den überstunden ist in der werbebranche auch normal da wird bei den großen agenturen auch nicht zusätzlich gezahlt dass ist alltag heutzutage und wer um 5 nach hause will sucht sich halt nen neuen job. was ich daran scheisse finde ist dass die leute dabei ziemlich verheizt werden und das burn out lässt dann nicht lange auf sich warten - aber hey dann werden sie gegen neue einfach eingetauscht die noch frisch sind.
zaziki78
In Betrieben, die mit Deadlines (festes Release) oder in solchen, die zumindest ungefähre Vorgaben haben, muss man immer mit Überstunden rechnen. Manche Jobs bieten eben gewisse Nachteile, die man allerdings vorher wissen sollte.
Kritiker
Letztlich zählt am Ende was im Vertrag steht. Jeder Angestellte würde auf die Barrikaden gehen wenn im Vertrag 40 Stunden stehen - regelmäßig aber jede Woche über 70 Stunden geleistet werden müssen und die dann nichtmal entsprechend bezahlt werden.
Wenn ich seine Antworten lese und mir die Mimik und Artikulation vorstelle komme ich nur zu einem Ergebnis: Der Typ ist ein Arschloch!
Hadez
Manchmal sollte man so etwas einfach nicht übersetzten. Bei nahezu jedem Satz bzw jeder Antwort klang das für mich wie das "Tue es, tue es" auf dem Film Starsky & Hutch. Verstanden habe ich fast nix, bis ich mir den Original-Text durchgelesen habe.
camora
Also ich finde sowas nicht in Ordnung. Sicherlich sollte sich jeder Mitarbeiter voll reinhängen und wenn nötig auch Überstunden machen. Das sollte aber nicht zur Gewohnheit werden. Zudem finde ich es frech mehr Arbeitsstunden zu Verlangen als es vertraglich Festgelegt ist. Ist ja ähnlich in der Gastronomie, wenn ich schon höre "Sowas ist normal, das sollte jedem vorher klar sein" krieg ich das kotzen.
Zudem ist er der Chef. Wenn er mehr arbeitet ist das normal, er ist auch der Chef und um mal ehrlich zu sein, eine gute Stimmung auf Arbeit bringt shcnellere Ergebnisse als eine schlechte, wo man dann länger arbeitet.
salasar
@kritiker
100%agree! Solche Arschlöcher kenn ich auch! Sich "aufopfernd " der Firma verschreiben und das dann ebenfalls von allen anderen mitarbeitern erwarten. Das mann als Manager mal eben locker das zwei bis dreifache Gehalt bekommt , was Otto normal kriegt, wird dann natürlich verschwiegen. Und dieser Mc Nazi kann mir nicht erzählen das er seine überstunden NICHT bezahlt bekommen hat. Das hat er! Jede Wette!. Moderne Menschenhändler. Oder besser; egoistisch erzogene Ego-fucker Hurensöhne!
ColdFish
In dem IGN-Artikel steht, dass er ebenfalls für "Getaway" verantwortlich war und was daraus geworden ist, hat man ja in den Regalen sehen können: nämlich NIX.
Der McNamara is defacto einer der unfähigsten und unprofessionellsten Manager überhaupt. Alleine die hohe Fluktuation an Mitarbeitern sollte einem fähigen Manager zu denken geben, denn das Einarbeiten von neuem Personal kostet normalerweise richtig Geld. Statt dessen handelt er nach der Devise, dass die Mitarbeiter einfach nicht fähig bzw. willens genug sind, den Anforderungen gerecht zu werden. Dadurch dass die Überstunden ja nicht bezahlt wurden, war er ja auch auf der sicheren Seite. Wenn ich sein Vorgesetzter wäre, wüsste ich, dass der nie weider ein Projekt übernehmen dürfte. Aber meistens sind die in der Hackordnung über so einem "Arschloch" auch nicht besser ...
camora
@coldfish
naja die über ihm sind nur am Profit interessiert. denen ist es egal wie er mit seinen Mitarbeitern umgeht. Hauptsache am Ende bleibt ne dicke schwarze zahl stehen.