Lost Planet und Dead Rising wären fast an Capcoms "Sequels-only"-Strategie gescheitert
Keiji Inafune, der kürzlich die japanische Spiele-Industrie für tot erklärte, für eine Weile seinen Job als Gamedesigner hasste, der Spielentwicklung den Rücken kehrte und letztendlich doch wieder mit einem eigenen Studio zurückkam, hat etwas Neues für uns: Klatsch und Tratsch aus dem Hause Capcom! Nach welchen Prinzipien beim großen japanischen Publisher gearbeitet wird und wie Keiji Inafune dort trotzdem seine Spiele-Ideen durchbringen konnte, lest ihr hier!
Der "Mega Man"-Erfinder Keiji Inafune gab ein paar Geheimnisse über Capcom preis, die er japanischen Studenten in einem Seminar an der Kyoto Ritsumeikan University offenbarte. Dort erklärte er, dass seine Pläne für Lost Planet und Dead Rising eigentlich vom Management verworfen wurden, denn Capcom folgt laut Inafune der "Sequels-only"-Regel.
Da das Management Angst vor Risiken hatte, gab es eine Regel: Eine Veröffentlichungsstrategie mit 70-80% Sequels und 20% neuen Titeln. Aber in der Realität sah das natürlich anders aus und so wurden die 20% Neuvorschläge meist abgelehnt. Als Keiji Inafune Lost Planet und Dead Rising entwickelte, rechnete er fest mit einer Ablehnung, die dann auch nach einer Präsentation der Prototypen vor dem Management tatsächlich folgte. Er entschied sich dazu, die Ablehnung zu ignorieren und entwickelte die beiden Spiele einfach weiter. Lost Planet übertraf sein Prototypen-Budget um über 400%, was das Management dazu zwang die Weiterentwicklung des Titel doch noch zu gestatten. Inafune bereitete sich vor "für ein Kriegsverbrechen gefeuert zu werden", sollten sich seine Spiele nicht verkaufen. Schlussendlich gingen beide Titel weltweilt millionenfach über den Ladentisch und bescherten Capcom frische Geldmittel für... genau, unter anderem Dead Rising 2 und Lost Planet 2!
Den Abgesang des Keiji Inafune und seine Wiederauferstehung könnt ihr hier noch einmal nachlesen:
- Keiji Inafune ist zurück!
- Wie er Capcom verließ.
- Wie sehr er seinen Job hasste.
- Wie schrecklich er die Spiele auf der Tokyo Game Show 2010 fand.
[CVG]
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Kommentare (6)
Jack Scallion
Wer weiß was uns dadurch alles schon potentiell geniales entgangen ist?
IM Carlos
MetalMelon
Das gebe ich dir vollkommen recht
Aber deswegen Spiele ich auch umso lieber "kleinere" Spiele von kleineren Studios. Müssen ja nicht immer AAA Titel sein. Allerdings muss ich wiederrum sagen das Sequels nicht schlecht sind, wieso ein Prinzip ändern was funktioniert? Allerdings wenn ich von einem Spiel zuviele Sequels bekomme die sich zu wenig unterscheiden dann hört der Spaß auch irgentwan auf.
Ich will jetzt auch nicht auf "call of duty" anspielen, aber das Spiel bzw die ganze Serie ist so OVERHYPED. Das Spiel ist auch nicht grandios oder was weiß ich. Es wird einfach nur ne riesen PR darum gemacht. Ich glaube ohne die 60 FPS, wäre das Spiel nur halb so gut.
kleiner Schelm
So gehört sich das, wenn der Boss nein sagt wird einfach weitergearbeitet^^. Wundert mich nur das Capcom ihn nicht gefeuert hat, wenn das seine gängige Praxis war.
Jack Scallion
Ich empfinde es gar nicht als overhyped. Es wird nur viel von der Community darüber gesprochen.
Die Einen regen sich die ganze Zeit darüber auf obwohl sie es ja nicht kaufen müssen, oder es sogar per Nichtkauf strafen können und die Anderen freuen sich halt auf den neuen Teil, analysieren erste Details und haben einfach Vorfreude.
Ich versteh auch den ganzen Zirkus darum nicht, es wollen genug Leute zocken, also hat es seine Daseinsberechtigung.
MetalMelon
verstehe mich nicht falsch, ich mag "call of duty" allerdings kann ich es nicht ab wenn Leute behaupten es sei das beste Spiel das es gibt. Sowelche Aussagen halte ich für völligen Schwachsinn. Und Leider gibt es viele die das denken.