Marvel Ultimate Alliance 2
10:00 Uhr - Spider-Man, Wolverine, Hulk, Iron Man, Deadpool - nur eine kleine Auswahl der spielbaren Helden in Marvel Ultimate Alliance 2. Denn jetzt dürfen wir uns ein weiteres Mal als Mitglied der ultimativen Allianz von Superhelden in den Kampf ums Marvel-Universum stürzen. Angelehnt an die "Civil War"-Serie folgt nun nämlich der Nachfolger zum 2006 erschienenen Original Marvel Ultimate Alliance. Welche Figur unsere Comic-Helden diesmal machen, erfahrt ihr im Test.
Kampf der Giganten
Marvel Ultimate Alliance 2 ist im Großen und Ganzen strukturiert wie sein Vorgänger: Vollgestopft mit Marvel-Helden gibt es wieder jede Menge actiongeladene Kämpfe kombiniert mit Rollenspielelementen. Als Spieler kontrolliert man dabei wieder einen von vier Helden, die sich jeweils durch spezifische Fähigkeiten auszeichnen. Die anderen drei übernimmt die KI oder bis zu drei weitere Spieler lokal oder online im Kooperationsmodus. Nennenswerte Änderungen gibt es zwar wenige, die stellen zum Teil aber eine deutliche Verbesserung dar. Darunter fällt zum Beispiel auch die epische Story, welche sich nun deutlich spannender gestaltet und in coolen Zwischensequenzen erzählt wird. Genau genommen basiert sie auf zwei unterschiedlichen Marvel-Stories: Secret War und Civil War. Während Secret War gewissermaßen die Einführung in das Spiel darstellt (hier werden nach und nach Tastenbelegung, Menüoptionen, Attacken und Kombos erklärt), beginnt nach etwa zwei Stunden mit Civil War die Hauptstory. Bei einer massiven, durch Superkraft verursachten Explosion inmitten einer Stadt kommen hunderte Menschen ums Leben. Der Kongress sieht sich daraufhin zum Handeln gezwungen und führt eine Superhelden-Meldepflicht ein, gemäß der alle Helden ihre geheime Identität preisgeben und sich legal registrieren müssen. Jeder der sich der Registrierung widersetzt, gilt von nun an als Krimineller. Dies führt dazu, dass die Superhelden sich in zwei Lager spalten: Während die einen bereit sind, sich der Regierung unterzuordenen, wehren sich die anderen vehement gegen den „Registration Act“ und schließen sich den Rebellen unter der Führung von Captain America an. Es kommt zum unvermeidlichen Kampf zwischen den Helden. Auch der Spieler selbst muss sich entscheiden, auf welcher Seite er kämpfen will. Die Folgen der Entscheidung sind dabei nicht zu unterschätzen, denn fortan sind natürlich nur die Helden der jeweiligen Seite spielbar. Um alle Helden und Storyteile zu spielen, muss das Spiel daher zwar auf beiden Seiten absolviert werden, auf der anderen Seite bietet es die Möglichkeit die gesamte Geschichte noch einmal aus anderer Perspektive zu erleben und somit einen hohen Wiederspielwert. Während der verheerende Krieg zwischen den Helden also andauert und immer größere Ausmaße annimmt, droht der Konflikt die Welt zu zerstören. Nun liegt es an den Helden ihre Meinungsverschiedenheiten zu überwinden, bevor es zu spät ist. Der gesamte Storyplot umfasst zehn bis fünfzehn Stunden, spielt man ihn auf beiden Seiten, verdoppelt sich die Spielzeit natürlich enstprechend.
Ultimate Fusion
Hinsichtlich des Gameplays ist man dem Prinzip des Vorgängers treu geblieben. Auch hier kloppt man sich wie wild gegen unzählige Gegnerhorden durch schlauchartige Levels, an deren Ende in der Regel ein Bosskampf wartet. Dabei sammelt man Erfahrungspunkte und Objekte, um die Helden aufzuleveln und zu verbessern. Insgesamt gibt es 24 auswählbare Charaktere, von denen jeder einzelne über Kräfte verfügt, die ihn als Marvel-Helden einzigartig machen. Per Richtungstasten auf dem Steuerkreuz ist schnelles hin- und herwecheln zwischen den Helden möglich. Auch die Mitglieder der aktuellen Crew lassen sich jederzeit unkompliziert gegen freigeschaltete Helden austauschen. Die jeweiligen Heldenfähigkeiten sind zwar sehr ausgeglichen, das ändert aber nichts daran, dass einige Helden langweiliger zu spielen sind als andere. Es ist nunmal wesentlich befriedigender sich mit Wolverines Adamantium-Klingen durch die Gegner zu schlitzen als mit den Schlabberarmen von Mr. Fantastic rumzufuchteln. Trotz der vielen Charaktere wird das Gameplay auf Dauer aber etwas repititiv, artet häufig sogar in unkontrolliertes Button-Mashing aus. Das liegt vor allem auch daran, dass gerade bei größeren Gegnermassen häufig die Übersicht verloren geht. Durch die Superkräfte und Spezialattacken wird der Bildschirm mit Effekten geradezu überschwemmt. Häufig verliert man dabei sogar die eigene Figur aus den Augen. Überhaupt nicht monoton ist dagegen die mit Abstand größte Neuerung in Ultimate Alliance 2: Die Fusionsattacken. Durch das Ausführen von Nahkampf- oder Kraftangriffen füllt sich nach und nach eine Fusionsanzeige. Hat man genügend Schaden ausgeteilt, erhält man einen Fusionsstern. Nun sind zwei Helden in der Lage ihre Kräfte zu einem mächtigen Komboangriff zu vereinen. Die Fusionsattacken sehen nicht nur unglaublich spektakulär aus, sie sind auch verdammt wirkungsvoll. Ein gewaltiges Effektgewitter wirbelt dabei alles durch die Gegend, was nicht niet und nagelfest ist und lässt meist keinen Gegner mehr auf dem Bildschirm. Je nach dem, mit welcher Art von Feind man es zu tun hat, empfehlen sich unterschiedliche Fusionen, die ihrerseits einen von drei taktischen Vorteilen mit sich bringen: Zielgerichtet (visiert einen Gegner direkt an), gelenkt (zielt in eine bestimmte Richtung) und räumend (erzeugt einen Schadensradius in alle Richtungen). Allerdings steht nicht jede Heldenkombination für eine individuelle Fusionsattacke. Kombiniert man beispielsweise Storm mit Ice-Man, ensteht ein Wirbelsturm, in den Ice-Man seine Eiskristalle feuert. Tauscht man Ice-Man durch die menschliche Fackel aus, ensteht der gleiche Wirbelsturm, nur das dieser nun seine Feuerbälle hineinwirft. Dieser Umstand mag zwar etwas enttäuschend sein, bei 24 Charakteren kommen aber dennoch die unterschiedlichsten Kombinationen zusammen, die auch nach längerer Spielzeit nicht langweilig werden. Wer eine Herausforderung sucht, wird in Marvel Ultimate Alliance 2 weniger fündig. Selbst auf dem höchsten anfangs wählbaren Schwierigkeitsgrad stellten die Gegnermassen kein wirkliches Problem dar.
Helden im Sammelfieber
Ein wichtiger Aspekt von Ultimate Alliance 2 ist nach wie vor der Rollenspielcharakter. Wie bereits weiter oben erwähnt sammelt man Erfahrungspunkte um im Level zu steigen. Nach dem Stufenanstieg können im Menü „Hero Details“ die Kräfte und Fähigkeiten eines Helden verbessert werden. Hier erhält man auch detaillierte Informationen über die Kräfte, Fähigkeiten, Kostüme und Statistiken der jeweiligen Helden. Wer sich lieber gleich wieder ins Getümmel stürzen will und keine Lust hat, die gewonnenen Fähigkeitenpunkte manuell zu verteilen, aktiviert einfach „Auto-Spending“, um sie automatisch verteilen zu lassen. Sehr praktisch ist auch das „Quick Upgrade“-System. Auf Knopfdruck lassen sich damit Kräfte und Fähigkeiten verbessern und Verstärker zuteilen, ohne ins Menü wechseln und dabei das aktive Spiel unterbrechen zu müssen. Verstärker (Boosts) sind Medaillen die einen positiven Effekt auf das ganze Team haben. Man kann sie auf vielerlei Weise, zum Beispiel als versteckte Pickups, Boss- oder Gesprächs-Belohnungen verdienen. Dem Team können immer bis zu drei Verstärker zugewiesen werden, welche Verbesserungen wie gesteigerter Schaden, beschleunigtes XP-Sammeln oder elementare Resistenz mit sich bringen. Man erhält sogar zusätzliche Teamboni durch bestimmte Heldenkombinationen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn man in den urpsrünglichen Teams des Marvel-Universums, wie den Fantastic 4, unterwegs ist. Auch gibt es wieder jede Menge Objekte, wie Audiologs, Konzeptgrafiken, Dossiers und Verbesserungen zu finden. Um fehlende Objekte einzusammeln, lassen sich absolvierte Abschnitte jederzeit vom Hauptquartier aus erneut spielen. Hier können auch sämtliche Info-Items abgerufen werden. Darüber hinaus warten hier Trainingsmissionen im Simulator sowie ein Marvel-Quiz als Minispiel, bei dem man sein Comic-Wissen zum Besten geben kann. Durch das Vollbringen von sogenannten Heldentaten erhält man besondere Belohnungen, wie zusätzliche Kostüme und Verstärker. Insgesamt sind die Rollenspielelemente im Vergleich zum Vorgänger allerdings gekürzt worden. So sind zum Beispiel die alternativen Kostüme nicht mehr mit bestimmten Boni verbunden und verlieren damit ihre taktische Relevanz. Bei den Dialogen mit NPCs gibt es drei grundsätzliche Antworttypen zur Auswahl: Aggressiv, passiv oder diplomatisch. Deren Auswirkungen auf die Story sind zwar nur geringfügig, durch eine konsistente Haltung kann man sich allerdings ebenfalls Belohnungen verdienen.
Leider leistet sich Ultimate Alliance 2 auch einige Schnitzer, die den Spielspaß etwas trüben. Und die sind in erster Linie technischer Natur. Gerade während heftigen Kämpfen treten hin und wieder kleine Bugs auf. So kann es schon mal vorkommen, dass die eigene Figur vorübergehend bewegungsunfähig ist oder an irgendwelchen Objekten hängen bleibt. Ausserdem kommt es desöfteren zu Kameraproblemen. Zusatzlich zur ohnehin schon anfälligen Übersicht, kann das manchmal ziemlich ärgerlich sein. Auch die KI verhält sich nicht immer besonders klug. Generell sei sowieso angeraten, das Spiel im Koop mit anderen zu spielen, denn so erhöht sich der Spielspaß um ein Vielfaches. Das Voice Acting schwankt von sehr gut bis nahezu peinlich. Während einige Charaktere sehr gut getroffen sind, werden andere ihrer Figur einfach nicht gerecht. Eine deutsche Sprachausgabe gibt es übrigens, wie im Vorgänger, auch diesmal nicht. Auf der anderen Seite gibt es auch Verbesserungen, wie das wesentlich übersichtlichere Interface und eine bessere Menüführung. Die Grafik wurde überarbeitet und ist schöner als beim Original. Insbesondere die Figuren werden detaillierter dargestellt und die Effekte schöner in Szene gesetzt.
Pro und Contra
- + coole Fusionsattacken
- + epische geteilte Story erhöht den Wiederspielwert
- + verbessertes Interface
- + viele freischaltbare Objekte
- + vorbildlicher Koopmodus
- - oft unübersichtlich
- - Rollenspielelemente gekürzt
- - kleinere technische Probleme
Marvel-Fans sind wunschlos glücklich
Marvel Ultimate Alliance 2 vollbringt zwar keine Wunder, setzt dafür aber auf alte Tugenden und führt gleichzeitig deutliche Verbesserungen durch. Marvel-Fans werden wunschlos glücklich sein. Schon allein der vielen spielbaren Charaktere wegen können sie bedenkenlos zugreifen. Für alle anderen bietet es gerade im Kooperationsmodus ein solides Actiongeplänkel, das durchaus Spaß macht. Wer allerdings nicht ganz so viel mit dem Marvel-Universum anfangen kann, sollte sich zumindest nach Alternativen umsehen, denn das Gesamtbild wird nicht nur durch einige technische Mängel getrübt. Hier wäre noch Einiges verbesserungswürdig gewesen.
Bewertung
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Kommentare (19)
LinkKun19
Staggattack
LinkKun19
KEKSi360
denke der hier wird nicht besser sein.
das gezeigte sieht auch fast aus wie teil 1.
Saibot
"Thorsten Staggenborg"
neuer Redakteur?
salasar
Aber egal. Ich bin absoluter marvel Fan. Von daher wird es durchgespielt. Auf beiden seiten :-)
Human Torch
Hier wird sicher auch viel DLC kommen, denn das Game hat am Anfang weniger Chars als Teil1 (ohne DLC).
Grimnirsson
Ja und in aller Regel ne saumiese. Vielen Dank, ich bevorzuge den Originalsound (auch wenns da manchmal ebenfalls schräge Sachen gibt)
Human Torch
hier wird gesagt das selbst auf dem härtesten Schwierigkeitsgrad (der schaltet sich nach 1 x durch zocken auf Heroic oder Super Heroic frei) alles recht einfach geht. Das stimmt so nicht ganz, beginnt man gleich auf Super Heroic machen die Gegner verdammt viel Schaden, werden die anderen 3 Helden von der CPU (kann man vergessen) gesteuert, ist es ein verdammt schweres unterfangen... da sich alle Gegner auf Spieler 1 konzentrieren.
Anders verhält es sich wenn man mit 2-3 Freunden zockt, da nun die Gegner nicht nur den ersten Spieler als Ziel wählen. Legendary ist im ersten Run auch nicht zu unterschätzen, 2-3 richtige Hits und das wars.
Also wie gesagt, gerade am Anfang und wenn man alleine beginnt ist es nicht so leicht wie es im Test klingt.
Auch das Speichersystem ist schlechter als vom 1. Teil. Denn leider rutscht immer das save game nach oben wo man zuletzt speichert, das wird zum Problem wenn man mehr als 3 Save Files angelegt hat. Denn so kann man unabsichtlich ein Spiel überschreiben.
Ansonsten macht es echt ne Menge Spaß, hoffentlich kommt nicht erst nach einem halben Jahr DLC, wie es bei Teil 1 war.
Staggattack