Mass Effect
Mittwoch, 21. November 2007
16:16 Uhr - Von vielen Xbox 360 Besitzern sehnlichst erwartet, trifft Biowares SciFi-Epos Mass Effect auf eine enorme Erwartungshaltung. Ob sich das Spiel den Rollenspielthron im (Raum-)Flug erobern kann, lest ihr in unserem Testbericht.
Vor langer Zeit in einer Galaxis, weit, weit entfernt…
Die Menschen verfügen aber nur über einen recht überschaubaren Fanclub innerhalb der verschiedenen Rassen und müssen sich erstmal als würdige Mitglieder beweisen. Durch die rasche und ehrgeizige Expansion ihrer Kolonien haben sich die Terraner bei vielen Außerirdischen schnell unbeliebt gemacht, und es ist nicht zuletzt die Aufgabe des Spielers in der Figur von Commander Shepard das Image der Erdenbewohner wieder aufzupolieren. Commander Shepard spielt die Hauptrolle in Mass Effect und ist natürlich auch das Alter Ego des Spielers. Er kann nach den eigenen Vorlieben gestaltet werden, auch das Geschlecht kann frei gewählt werden. Nur der Nachname bleibt immer gleich, was natürlich den zahlreichen Dialogen des Spiels geschuldet ist. Wer keine Lust auf das Basteln eines eigenen Charakters hat, benutzt einfach den vorgefertigten Commander Shepard, der durch seine Ähnlichkeit mit der Figur des „Jack Shephard“ (Zufall?) aus Lost ohnehin eine ganz passable Wahl ist.
Ein Sprung ins kalte Cryo-Becken
In den Kämpfen zählt natürlich nicht nur der schnelle Abzug: Auch wenn alle Waffen über unendliche Munition verfügen, so spielt doch die Wärme-Entwicklung eine große Rolle. Hält man den Abzug zu lange gedrückt, überhitzt das Gewehr, und der Spieler kann für knapp 10 Sekunden nur auf seinen glühenden Schießprügel gucken, was im Eifer des Gefecht schnell tödlich enden kann. Natürlich besitzt jedes Teammitglied auch Spezialfähigkeiten, die mittels Selektionsrad angewählt werden. Solche Fähigkeiten sind z.B. Schildboost, die wie der Name fast vermuten lässt, die Kraft der Schilde für kurze Zeit erhöhen, andere Fähigkeiten erhöhen den Schaden oder die Zielsicherheit oder heilen gefallene Mitglieder. Zusätzlich zu diesen Spezialfähigkeiten steht auch die sogenannte Biotech zur Verfügung, die in ihrer Ausführung wieder einmal dezent an die Star Wars Vorgänger erinnert. Denn stehen euch zum Beispiel Kräfte zur Verfügung, mit denen ihre Gegner und Gegenstände durch die Luft schleudern könnt, der Force-Pull lässt schön grüßen. Grundsätzlich ist die KI der Mitspieler recht verhalten, was zwar nicht weiter schlimm ist, da sich die Gegner meist auch wie ein Haufen aufgeschreckter Hühner verhalten. Oft rennen in Kämpfen mit mehren Teilnehmern fast alle wie wild durcheinander. Der Ausgang solcher Gefechte wirkt deshalb auch von Zeit zu Zeit zufallsabhängig.Mixt man die recht schnellen und teils chaotischen Kämpfe noch mit dem sehr sparsamen Autosave, sind frustrierende Ereignisse vorprogrammiert. Das Spiel speichert in der Regel nur bei Betreten eines neuen Planeten und bietet nur ganz selten Checkpoints innerhalb von Missionen. Das kann dann dazu führen, das man sich friedlich eine Stunde mit diversen Bewohnern unterhält, dann plötzlich in einer Feuergefecht mit korrupten Sicherheitskräften landet, stirbt und mangels automatischen Speicherpunkt wieder nach der Landung auf dem Planeten weiterspielt, weil man vergessen hat, selbst per Hand zu speichern, was jederzeit möglich ist. So viel Spaß macht es dann nicht mehr, alle Unterhaltungen noch einmal zu führen.
Per Anhalter durch die Galaxis
Die Planeten werden vor allem mit dem Mako erforscht, einem sechsrädrigen Fahrzeug in dem alle Squadmitglieder Platz finden. Zum Glück ist das Mako mit Maschinengewehr und Geschütz bewaffnet, dass die meisten Feinde aus sicherer Entfernung erledigt werden können. Nur die Sandwurmartigen Kreaturen, die jeden zweiten Planeten bewohnen sind ausgesprochen schwer und frustig, weil sie auch gerne mal direkt unter dem Mako auftauchen, was zum sofortigen Ableben führt. Auch die Steuerung des Fahrzeugs ist gewöhnungsbedürftig: Zwar steuert sich das Mako nach der bewährten Halo-Methode (sprich es fährt in die Richtung, in die man sieht), da man aber auch das MG und das Geschütz mit der Sichtrichtung steuert, kann man nie bei seitlicher Fahrt auf etwas schießen, was ja gerade Sinn eines Geschützturms ist. Bedenkt man, dass man auch nicht die Neigung des Geschützes einstellen kann, sind Treffer mit den Bordkanonen oft eine ziemliche Fummelei. Die Planeten selbst sind meist bergige Eis, Lava- oder Wüstenlandschaften die stets drei bis vier interessante Punkte bieten, die man mit Hilfe der Karte abfährt. Das sind dann meist Mineralienvorkommen oder abgestürzte Schiffe.
Immer zu zweit sie sind: Hauptgeschichte und Nebenmissionen
Egal wie ähnlich sich jedoch einige Schauplätze sind, an den zahlreichen Dialogen kann man sich nie satt sehen. Dank des neuen Dialogsystems gestalten sich die Unterhaltungen ausgesprochen natürlich. Denn im Gegensatz zu KOTOR wählt man nicht nach einer Pause genau den Satz aus, den die Spielfigur dann auch sagt, sondern entscheidet sich nur für einen groben Überbegriff. Es macht immer Spaß, dabei zuzuhören, wie Commander Shepard aus einem Stichwort passende und treffende Sätze zaubert. Da man seine Auswahl auch schon treffen kann, bevor das gegenüber ausgesprochen hat, ergeben sich auch unterechungsfreie Dialoge. Dieses System gilt zu Recht als Highlight von Mass Effect und hilft Bioware, seine Stärke, das Erzählen einer spannenden Geschichte, weiter auszubauen.
Im Weltraum sieht dich keiner ruckeln
Die deutsche Sprachausgabe kann nur als gelungen bezeichnet werden. Die einzelnen Rassen sind klar ausgearbeitet und haben ihre eigenen Sprachstile, auch wenn sich die üblichen Wiederholungen nicht vermeiden lassen (Klang nicht der Barbesitzer vom letzten Planeten genau wie dieser Kopfgeldjäger?) Auch die Hauptfigur Commander Shepard hat eine überzeugende deutsche Stimme erhalten, sowohl in der männlichen als auch in der weiblichen Version. Der Soundtrack von Jack Wall kann ebenfalls zufrieden stellen und bietet bei einigen Landeanflügen ausgesprochen atmosphärische Begleitung.
Auch wenn die Spielwelt stimmig ist und die Dialogszenen ausgesprochen hübsch daherkommen, gibt es allerdings ein paar Spielspaßemsen, die Mass Effect deutlich die 90er Wertungsregion verschließen. Da sind zum einen die technischen Probleme. Ständig sichtbares Nachladen von Texturen ist ebenso ärgerlich wie die stockende Framerate bei größeren Gefechten. Auch der etwas sprunghafte Schwierigkeitsgrad führt gemixt mit der geizigen Savepoint-Funktion oft zu Frustmomenten. Dazu kommt das ausgesprochen wechselhafte Leveldesign. Orte wie die Weltraumstation Citadel können durch ihre Architektur begeistern, andere Weltraumbasen sehen dagegen häufig steril und detailarm aus. Je mehr Wert man also auf die Geschichte eines Spiels Wert legt, umso besser wird einem Mass Effect daher auch gefallen. Es bleibt spannend abzuwarten, ob Bioware bei diesem Spiel sein Versprechen einlöst und regelmäßig das Spieluniversum durch herunterladbaren Content erweitert. Immerhin wurde dies bereits für KOTOR versprochen und nie eingehalten.
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Mango am 24.05.2012: richard50 hat geschrieben:30 FPS müssen wir meiner Meinung nach schlucken, weil die Hersteller die Framerate auf Kosten von Bombastgrafik opfern. Man kann natürlich darüber Diskutieren, ob in dem F... lesen


























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