Metal Arms: Glitch in the System
12:14 Uhr - Das Weltall. Unendliche Weiten. Und irgendwo im Raum-Zeit-Kontinuum des dritten Stern links der Milchstraße kreist einsam der Planet Eisenstern seine Bahnen. Im Gegensatz zu anderen Himmelskörpern ist Eisenstern in Wahrheit aber ein riesiges Raumschiff. Erbaut wurde dieser gigantische künstliche Planet von einer Roboter-Zivilisation - den Droids. Und wie so oft in Videospielen, wird dieses an für sich friedliche Volk von einem gemeinen Tyrannen unterjocht. General Rostfluch, so der Name des Despoten, zwingt die friedliebenden Droids mit Hilfe seiner Armee von MILs in die Sklavenarbeit. Nach Jahren der Unterdrückung bildet sich langsam aber sicher eine Widerstandsbewegung unter den Untertanen, angeführt von Oberst Schmelztiegel.
Das Waffenarsenal des Roboters fällt durchweg abwechslungsreich aus und orientiert sich dabei an Waffengattungen der Gegenwart in Form von Maschinenpistolen, Bolzenschussgeräten, Granat- und Raketenwerfern. Natürlich dürfen auch Laser nicht fehlen. Dazu gesellen sich neuartige Waffen wie der Zerschneider, mit dem rasiermesserscharfe Klingen abgefeuert werden. Diese leisten vorzügliche Arbeit bei großen Stahlseilen oder Lastenträgern. Alle Waffen lassen sich mit Hilfe von Upgrade Kits aufwerten und ausbauen. Als Zweitwaffe fungieren in der Regel Handgranaten in verschiedenen Ausführungen, die gleich ganze Gegnerscharen auf einmal auslöschen.Hauptattraktion im Waffendepot von Glitch ist allerdings der Kontrollknüppel, mit dem es dem Spieler ermöglicht wird, andere Bots zu kontrollieren. Die Kontrolle ist dabei allerdings auf einen bestimmten Radius begrenzt. Entfernt sich der Bot zu weit von Glitch, icht die Verbindung ab. Durch das Übernehmen feindlicher Roboter lassen sich ganze Areale säubern, ohne dass der Hauptheld in Gefahr gerät. Besonders spaßig gestaltet sich die Zerstörungsorgie natürlich, wenn Glitch es gelingt, besonders große und waffenstarrende Mechs in seine Gewalt zu ingen. Damit der Spieler weiß, wann er von diesem nützlichen Gimmick Geauch machen sollte, lassen sich nur bestimmte Gegner unter Kontrolle ingen.
Technisch schaut Metal Arms für eine Multiplattformentwicklung erstaunlich gut aus. Es gibt hübsche, detaillierte Locations, klasse designte Charaktermodelle und jede Menge Eyecandies in Form von Glanz-, Licht- und Partikeleffekten kombiniert mit einer exzellenten Weitsicht. Auch das Schadensmodell ist eine Erwähnung wert, immerhin lassen sich gezielt einzelne Körperpartien der gegnerischen Mechs abtrennen, so dass diese Arme oder Beine verlieren. Zahlreiche gescriptete Ereignisse sorgen für eine schöne Grundatmosphäre. Leider wird die Pracht fürs Auge durch ein immerwährendes Tearing getrübt, was den sehr guten Gesamteindruck dann doch wieder dämpft. Wenn der ganze Bildschirm mit Gegnern, Explosionen, zerberstenden Roboterteilen und Munitionsrückständen in den achialen Schießeinlagen voll gepumpt wird, kommt es das ein oder andere Mal zu Einüchen der Frame-Rate, was zu teilweise heftigen Ruckeleinlagen führt, obwohl das Spiel den 60 Hertz-Modus unterstützt.
Sehr gut gelungen ist auch die Gegner KI, die ständig ihre Angriffsbemühungen ändert, in Deckung geht und versucht, Glitch einzukreisen. Somit sieht sich der Spieler immer wieder einer neuen Herausforderung gegenübergestellt, da jeder Gegnertypus eine andere Schwachstelle vorweist und somit anders bekämpft werden muss. Das gilt im üigen auch für die nett inszenierten Bosskämpfe, in denen der jeweilige Obermotz nur mit einer bestimmten Taktik und nach ausführlichem Studieren der Angriffsmuster geknackt werden kann.Gut gelungen präsentiert sich auch der Multiplayermodus, der mit bis zu vier Spielern im Splitscreen bestritten werden kann. Auf Bot-Unterstützung muss verzichtet werden. Insgesamt stehen sieben verschiedene Spielmodi zur Verfügung, wer mag darf sich auch noch eigene Spielarten mit festgelegten Regeln zusammenbasteln. Die „Bot Klopperei“ ist eine Abart des Egoshooter-typischen Deathmatchmodus, der in zwei Abwandlungen verfügbar ist. Einmal lässt sich auf Treffer spielen, wer mag, setzt auf den Faktor Zeit. In der „Besitz-Prügelei“ geht es darum, andere Bots unter seine Kontrolle zu ingen. In der „König des Hügels“ muss ein bestimmtes Areal unter die eigene Kontrolle geacht und verteidigt werden, hinter dem Modus „Wanderhügel“ wechselt dieses Areal mit der Zeit. Zum Schluss gibt es noch eine nette Abwandlung des Klassikers „Fangen“, in dem die Gegner möglichst oft „abgeklatscht“ werden müssen.Die Entwickler Swingin'Ape Studios haben mit Metal Arms: Glitch in the System einen spaßigen Titel entwickelt, der zu den Überraschungen des letzten Weihnachts-Line-Up's zu zählen ist. Das Missionsdesign der knapp 40 Aufträge präsentiert sich als sehr abwechslungsreich. So darf man neben viel Bildschirm-Action auch Platz in einem mächtigen Panzer nehmen und die Gegnerschar vertreiben, oder in einer Rennsequenz versuchen, gegnerischen Jägern zu entkommen.Optisch präsentiert sich Metal Arms solide, wobei einige technische Mängel leider nicht ausgemerzt werden konnten. Denn so kommt es während der Baller-Orgien das ein oder andere mal dazu, dass das Spiel relativ heftig ins Ruckeln kommt. Somit wurde bei der Portierung etwas geschlampt. Trotzdem macht Metal Arms eine Menge Spaß und sollte bei Freunden guter Action-Unterhaltung eine Alternative auf dem Sektor sein, welcher ja nicht gerade mit vielen Top-Titeln auf dem GameCube bespickt ist.
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