Metroid: Other M
In 2D zur Perfektion gebracht. In 3D zur Perfektion gebracht. Die Metroid-Serie hat eigentlich alles erreicht, was ein Videospiel nur erreichen kann. Was soll da noch kommen? Was ist der nächste Schritt? Wie bekommt man das Spielerlebnis wieder frisch? Hm, vielleicht in dem man einfach 2D- und 3D-Gameplay vermischt und nebenbei endlich der Persönlichkeit der Heldin auf den Grund geht, unter Zuhilfenahme eines externen Entwicklers, der hauptsächlich für ultra-coole Martial-Arts-Spektakel bekannt ist und der Reihe einen neuen Drive geben kann. Nintendo hat vielversprechende Vorraussetzungen geschaffen, um eines ihrer wichtigsten Franchises nicht im Stillstand verenden zu lassen. Ob Other M wirklich anders genug ist, um erneut zu verlocken, aber gleichzeitig die alten Stärken erbt, erfahrt ihr im Test.
Worum geht’s?
Darum, einer Videospiel-Legende endlich eine Stimme und ein Profil zu geben und sich dafür zeitgemäße Methoden des Geschichtenerzählens anzueignen, gleichzeitig aber Gefahr zu laufen die Vorstellungen der Fans, mit der nun vorgenommenen Charakterisierung ihrer Heldin zu enttäuschen. Soviel zu Nintendos Aufgabe, die sie im neuesten Teil der Sci-Fi-Action-Adventure-Reihe in Zusammenarbeit mit den Ninja Gaiden- und Dead or Alive-Schöpfern von Team Ninja, unter Führung des Super Metroid-Schöpfers Yoshio Sakamoto angegangen sind. Ähnlich Fantasy-Kollege Link blieb Metroid-Ikone Samus Aran – bis auf Texterzählungen in Metroid Fusion – nämlich in jedem Teil stumm, die Spiele in Sachen Story weittestgehend minimalistisch und die übergeordnete Handlung, inklusive Samus tragischer Vergangenheit nur für diejenigen zugänglich, die sich abseits der Spiele (also in der Anleitung) noch über das Universum belesen haben. Genau hier soll Other M Lücken füllen. Die nähere Beleuchtung ihres Werdegangs und ihrer Persönlichkeit sind Hauptaugenmerk und Werbeschild der aktuellen Wii-Episode. Leider ist beides, wie befürchtet, nur bedingt gelungen. Chronologisch direkt nach dem Ende von Super Metroid, aber noch vor Fusion angesiedelt, hat Samus die Weltraumpiraten und sämtliche Metroids inzwischen restlos ausgelöscht. Auf einem ihrer üblichen Flüge durch's endlose All empfängt sie (mal wieder) einen Notruf. Die interstellare Kopfgeldjägerin verfolgt das Signal und landet auf dem scheinbar verlassenen Bottle Ship, einer gewaltigen Raumstation, wo sie nach ein paar Schritten auch prompt auf ein Soldaten-Team der Galaktischen Föderation trifft, der sie früher selbst einmal angehört hat, samt alter Bekannter, wie ihren einfach nur verdammt schwarzen Kumpel Anthony und ihren Vaterersatz und Führer der Gruppe General Adam Malkovich. Samus schließt sich der Truppe an, um den mysteriösen Umständen auf dem Bottle Ship nachzugehen. Im Laufe des Spiels entspinnt sich so eine leidlich originelle, aber spannende Geschichte irgendwo zwischen Aliens und Resident Evil, mit einigen unerwarteten Wendungen und haufenweise Logikfehlern, in der vor allem die Beziehung zwischen Samus und Adam Gewichtung findet. Am wichtigsten ist aber sicher die Darstellung von Samus selbst. Leider hat es Nintendo nicht ganz geschafft dem hohen Stellenwert der Figur gerecht zu werden. In Rückblenden wird sie als noch unerfahrene, leicht rebellische Militär-Maus gezeichnet. Von mir aus. In der Gegenwart ist sie eine resolute, feminine und besonnene Kämpferin. Das passt natürlich ebenfalls. Auch das Samus in einigen Momenten ihre verletzliche Seite zeigt gefällt mir lieber, als ein knochenharter Weltraum-Rambo mit Brüsten, den man aus ihr womöglich auch hätte machen können. Allerdings fehlen einfach ein paar Eigenheiten, die aus ihr wirklich eine einzigartige Persönlichkeit machen, wie man sie später nur mit den Metroid-Spielen verbinden könnte. Äußerlich bleibt sie unverkennbar. Die Person hinter der Varia Suit ist zwar ansprechend, aber nicht übermäßig interessant.
Größtes Problem der Erzählung: Samus bisherige Erfahrungen als Kopfgeldjägerin und ihr legendärer Ruf werden fast vollständig außer Acht gelassen. Other M steht chronologisch an siebenter Stelle. Bis dahin hat Samus bereits über vier Planeten (!) befreit und die gefährlichste Rasse des Universums im Alleingang vernichtet. Sie ist die scheiß Retterin der Galaxis! Auf einmal muss sie sich aber von einem läppischen General sagen lassen wann sie Teile ihrer Ausrüstung einsetzen darf. Als wenn sie das nicht selbst beurteilen könnte. Dies ist ein Zug der Entwickler, um Samus nicht schon wieder zu Beginn ihre gesamte Ausrüstung verlieren zu lassen, sie aber dennoch erst nach und nach verfügbar zu machen, was die ganze Sache aber nicht weniger hohl erscheinen lässt. Was beim Einsatz von Power Bomben und Super Missiles noch halbwegs Sinn macht, da sie ja das Schiff beschädigen könnten, wird bei Gravity Suit oder Grapple Beam aber völlig absurd, da der gute Adam stets sehen kann wie sich seine Freundin in erbarmunslosen Kämpfen gegen groteske Aliens abquält, obwohl sie sie mit der Ausrüstung, welche sie bereits zur Verfügung hat fast im Vorbeigehen erledigen könnte. Naja, da der Absatz aber ohnehin schon viel zu lang ist, sei nochmal zusammengefasst: Trotz aller Logikfehler und (noch) nicht ausgeschöpfter Potentiale, habe ich mich gefreut das meine Lieblingsheldin endlich sprechen kann und nun eine Geschichte bekommen hat, die durchaus vorzeigbar ist. Der Metroid-Mythos wurde damit jedenfalls nicht zerstört.
Ist Samus neugierig geblieben?
Bislang sind Samus Aran's Einsätze ohne große Handlung ausgekommen. Sie lebten vom Gefühl der Isolierung und Bedrohung in einer fremden Welt und dem Erforschen immer entlegenerer Winkel, sowie dem Überwinden widriger Umstände, auf der Suche nach Items und dem Weg zum einzigen Endziel. Wieviel ist davon noch übriggeblieben zwischen Sprücheklopfenden Marines und filmreifer Herzschmerz-Dramatik? Auch wenn man durch Team Ninjas Mitwirken eine deutliche Action-Ausrichtung befürchten konnte, bleibt Other M dem Serien-Spielprinzip treu. Trotz der zahlreichen Nebenfiguren seid ihr die meiste Zeit allein unterwegs durch das vertrackte Bottle Ship. Wie immer werden euch bestimmte Bereiche des Labyrinths erst durch die entsprechende Ausrüstung zugänglich. Zwar fehlt diesmal ein wenig das reizvolle Gefühl völlig auf sich allein gestellt eine unwirtliche Welt zu erkunden und Other M ist auch etwas linearer als seine Vorgänger, indem zum Beispiel zurückgelegte Wege zeitweise gesperrt werden, was wohl dem Vorantreiben der Geschichte geschuldet ist. Dennoch macht das Untersuchen der abwechslungsreichen Abschnitte wieder enorm viel Spaß. Vor allem die Item-Suche ist motivierend wie nie. Auf der Übersichtskarte wird euch nun nämlich angezeigt wo genau sich Missile Container (Wobei einer den Raketenvorrat nun auch nur um ein Geschoss erweitert.), Tankbauteile (Von denen Samus jetzt, wie bei der Herzteilsuche in Zelda, vier finden muss, um einen zusätzlichen Energietank zu erhalten.) oder Schnelllader (Verkürzen die Aufladezeit des Charge Beams.) befinden. Mitunter aber erst nachdem ihr bestimmte Voraussetzungen erfüllt habt, etwa alle Gegner in der Nähe zu töten. Wer jetzt aber denkt, die Gegenstände wären leicht zu finden, irrt gewaltig. Viele der zahloosen Verstecke lassen sich nur mit genauer Beobachtung der Umgebung, dem richtigen Einsatz der Ausrüstung und Geschick erreichen.
Darf sie trotzdem noch Alien-Hintern zerblastern?
Natürlich ist Metroid nicht nur Osternestersuche, sondern immer auch nervenaufreibende Ballerei. Hier durften die Ninjas ihr Können voll ausspielen. Die Action ist schneller und cooler denn je. Um genau zu sein, wie seit 2D-Tagen nicht mehr, denn Other M fühlt sich in Sachen Tempo und Spielfluss genau an wie Super Metroid ... in 3D und mit der Extraportion Geschmeidigkeit. Zumeist seht ihr Samus aus der Third-Person-Perspektive. Gegner nimmt sie automatisch ins Visier, wenn ihr in deren ungefähre Richtung guckt, sodass ihr euch auf eure Bewegungen konzentrieren könnt. Weicht ihr Attacken im letzten Moment aus, macht die Jägerin eine stylischen Ausweichrolle in Zeitlupe, während der sich der Charge Beam ratzfatz aufladen lässt. Größere, geschwächte Gegner dürft ihr mit äußerst rabiaten Finishing Moves in ihre Zellmasse zerlegen. Härtere Brocken müsst ihr auch schon mal mit der Frostknarre fixieren und anschließend in die Ego-Ansicht wechseln, um ihnen ein paar Missiles in den hässlichen Schlund zu schicken. Letztlich seid ihr aber meist mit pausenlosem Ausweichen, Dauerfeuer und exzessivem Charge Beam-Einsatz gut beraten, was die Kämpfe mitunter etwas gleichförmig macht. Dafür sind die Bosskämpfe in bester Videospieltradition bombastisch und fordernd. Dabei gelang die Balance des Spiels absolut mustergültig. Ihr werdet auch mit zunehmenden Können und besseren Fähigkeiten noch ordentlich auf Trab gehalten, sodass die Spannung nicht nachlässt, doch der Schwierigkeitsgrad artet nie aus. Die Motivation bleibt durchgängig an der Spitze.
Wieviel „Shakin'“ wird gefordert?
Erfreulicherweise gar keines. Na gut, bis auf eine Stelle, wo man durch Schwingen der Wiimote den Angriffen eines Monsters ausweichen muss. Die Steuerung war neben der Story mein großes Sorgenkind, durch die scheinbar unabrückbare Entscheidung das Spiel auf den ausschließlichen Gebrauch der Wiimote auszulegen. Samus wird nämlich mit der waagerecht gehaltenen Fernbedienung über das Steuerkreuz gelenkt. Um in die Egoansicht zu wechseln, richtet ihr selbige auf den Bildschirm. Dieses Konzept ist deshalb unverständlich, weil dessen zwei einzigen Schwachpunkte durch den zusätzlichen Einsatz des Nunchuks restlos ausgemerzt worden wären. In dem Fall würde die Wiimote nämlich ohnehin auf den Fernseher zeigen und das umständliche Umgreifen würde entfallen. Zweitens ist ein Analogstick für die Bewegung in dreidimensionalen Räumen nunmal weitaus besser geeignet, als das Digikreuz. Erinnere ich mich falsch oder wurde er nicht genau dafür erfunden? Letztlich muss ich aber auch eingestehen das die Steuerung ansonsten so präzise und griffig ist wie man es sich nur vorstellen kann und der Wechsel zwischen den Perspektiven irgendwann so in Fleisch und Blut übergeht, dass man keinen Gedanken mehr daran verschwendet. Apropos Perspektiven: Metroid Other M greift auf eine cineastische Kamera zurück, die doch tatsächlich, wirklich und ernsthaft zu jeder Zeit einen perfekten Überblick gewährt. Wir sprechen hier immerhin von einem Spiel der Ninja Gaiden-Schöpfer. Der Preis dafür sind beinahe mehr transparente Wände und Gebäude, als es texturierte Flächen im Spiel gibt (Gelogen!), was auf seine Weise mitunter zu Verwirrung führen kann. Speichern läuft wie gewohnt über großzügig verteilte Terminals, an denen auch eure Energieleiste aufgeladen wird. Health Packs oder Munition findet ihr nun nicht mehr bei erledigten Gegnern. Stattdessen habt ihr die Möglichkeit einen Teil eures Schildes und den Raketenvorrat selbst aufzufüllen, indem ihr bei senkrecht gehaltener Wiimote den A-Knopf gedrückt haltet, was für dramatische Momente in den teilweise langen und erbarmungsloen Fights sorgen kann.
Es ist ein Wii-Spiel. Muss ich bei der Grafik weinen?
Höchstens vor Freude oder zumindest Anerkennung. Auch wenn Metroid Other M selbstredend kein Next-Gen-Niveau erreicht, hat es Nintendo einmal mehr verstanden ein Wii-Spiel optisch so perfekt auf die Plattform auszurichten, dass es nie unzeitgemäß wirkt. Stilistisch orientiert sich dieser Teil deutlich an Super Metroid und Metroid Fusion, was besonders beim Gegnerdesign deutlich wird, das Fans zahlreiche auch eher überraschende Wiedersehen mit alten Bekannten bescherrt. Dabei setzt Other M auf eine Mischung aus comichafter Exotik und Sci-Fiction-Standards. Flora und Fauna sollen nicht realistisch, sondern möglichst fremdartig wirken, während das Technikdesign aktuellen Vorstellungen folgt. So schafft das Spiel eine farbenfrohe, herrlich naiv-nostalgische Science-Fiction-Abenteuer-Stimmung, in der Außerirdische noch Tentakel haben und Laserstrahlen im vollen Lichtspektrum leuchten, die sich tadellos mit dem modernen Hochglanz-Look a là Mass Effect verbindet. Geschickt platzierte Objekte und Texturen und knallbunte Effekte tun ihr übriges, damit man sich die Grafik kaum hübscher zu wünschen braucht. Other M reizt vor allem durch den stetigen Perspektivwechsel und seine teils äußerst faszinierenden Kulissen. Inmitten einer metallenen Raumstation plötzlich durch eine Schneelandschaft zu stapfen und in der nebligen Ferne eine Art künstlicher Sonne zu sehen und im nächsten Moment an der Außenwand des Schiffs entlangzurollen, und das endlose Allpanorama zu genießen, vergisst man nicht so schnell. Auch die verschiedenen Kamerawinkel und -fahrten wissen das Flair bestens zu transportieren. Mal seht ihr einen Gang aus der klassichen Seitenansicht, dann wieder folgt euch die Linse in die Tiefen des Raums. Zudem seid ihr zu jeder Zeit in der Lage, die Umgebung aus der Ego-Ansicht, in der ihr euch übrigens nicht von der Stelle bewegen könnt, nochmal auf ganz andere Weise wahrzunehmen. Letztere wird mitunter vom Spiel erzwungen, wobei ihr die unmittelbare Gegend so lange absuchen müsst, bis ihr einen Hinweis gefunden habt und es weitergeht. Die Sequenzen sind glücklicherweise selten. In einigen Fällen hab' ich mir nämlich echt 'n Wolf gesucht. Anfangs dachte ich sogar mal, das Spiel hätte sich aufgehangen. Qualität und Detailgrad der Grafik kommen nochmal besonders in den Ingame-Cutscenes zur Geltung, die einen beinahe unmerklichen Übergang zu den seltenen, aber enorm hochwertigen CGI-Sequenzen vollziehen.
Im Weltall hört niemand den satten Sound?
Nun, das wäre schade. Aber zum Glück pfeifen Science-Fiction-Geschichten in der Regel auf derlei Realismus, sonst müssten wir auf eine der besten Soundbearbeitungen auf der Wii verzichten. Die Hintergrundmusik hält sich die meiste Zeit über recht bedeckt und unterstützt die Atmosphäre mit überwiegend dezenten Ambientstücken, teilweise auf Melodien älterer Teile basierend, immer gelungen, aber nicht so erinerungswürdig wie der Soundtrack aus den Überspielen Super Metroid und Metroid Prime. Erst in den Bosskämpfen und bei Skript- oder Zwischensequenzen fährt das Orchester zu treibenden bis episch-melancholischen Klängen auf. Die Soundeffekte sind eine wahre Wucht und schmettern mit reichlich Schmackes aus den Boxen. Es kracht und scheppert in den Kämpfen, dass es eine Freude ist. Der Preis für die Neuentdeckung des Jahres geht allerdings an die Sprachausgabe in einem Nintendo-Spiel. Denn, man mag es kaum glauben, sämtliche Dialoge und Cutscenes wurden durchgehend mit englischer Synchronisation versehen. Mir gefallen die Stimmen sehr gut und auch Samus Sprecherin trifft den richtigen Ton. Obwohl es wohl auch einige Leute geben soll, die meinen das ihre Stimme zu weich wäre. Aber ich hatte mich ja bereits zu Rambos mit Brüsten geäußert.
Steht „M“ für „Message in a Bottle Ship“?
Ja, die große Frage: Wofür steht das „M“ in Other M? Ich würde es euch nicht mal sagen, wenn ich es wüsste. Und ich glaube, die Entwickler halten es ganz ähnlich. Die Handlung des Spiels und auch das Spiel an sich lassen mehrere Interpretationen offen und so ist es wohl auch gedacht. Aus Spoiler-Gründen werde ich sie auch nicht aufzählen. Es gibt durchaus einige, gerade für Fans interessante Wendungen, die mit dem Titel in Zusammenhang stehen könnten. Macht euch selbst ein Bild!
Team Ninja ... Titten???
Nope! Eine attraktive, weibliche Haupfigur bietet sich natürlich an für zahlreiche Regel Nr.2-Spielereien, wie sie Team Ninja stets weiter zu kultivieren versucht, aber hier hatte sicher auch Nintendo ein wachsames Auge darauf geworfen, dass ihre Heldin nicht zum Pin-Up verkommt. Freut euch zumindest darauf Samus so wohlgeformt und häufig wie noch nie, aus Phantasie-beflügelnden Perspektiven in ihrer hautengen Zero Suit zu erleben. Hm, gab's nicht mal die Möglichkeit ältere Titel der Reihe so schnell durchzuspielen, bis das Weltall-Schnuckelchen nur noch im Bikini vor einem stand? Team Ninja müsste sich ja schon selbst verraten, wenn sie das nicht eingebaut hätten. Wer weiß? Wer weiß?
Metroid: Other M Gameplay Trailer
Pro und Contra
- + spannende Grundhandlung mit überraschenden Plot-Twists, ...
- + Samus Vergangenheit wird beleuchtet ...
- + vormals eher undefinierte Heldin ansprechend charakterisiert ...
- + Steuerungskonzept funktioniert nahe an der Perfektion ...
- + enorm hohes Spieltempo ...
- + Grafik ist so hübsch wie sie bunt ist
- + Bombast-Sound aus dem Lehrbuch für Sci-Fi-Action
- + apropos Action: Dauer-Gespratze mit Coolness-Bonus made by Team Ninja
- + unvermittelte Kulissen- und Perspektivwechsel schaffen unwirkliche Atmo
- + Bossfights at its finest
- + Item-Suche zum Kopf drüber zerbrechen
- + aufwendige Cutscenes
- - ... breiten Logiklöchern und wenigen neuen Ideen
- - ... allerdings nicht gerade der interessanteste Abschnitt daraus
- - ... ohne ihrem Status als intergalaktische Heldin gerecht zu werden
- - ... und könnte perfekt sein, wenn es ein anderes Konzept wäre
- - .. das durch (selten) durch Hinweissuche ausgebremst wird
- - keine wirklich neuen Fähigkeiten
- - etwas linearer als die Vorgänger
Kein Prime, aber trotzdem super!
Wie ich erwartet habe ist Metroid Other M ein tolles Actionspiel geworden. Sogar weitaus besser als erwartet. Aber ist es auch ein tolles Metroid? Ja und nein. Nein, weil es nicht die alles überragende Qualität wie seine legendären Vorläufer Super Metroid und Metroid Prime zu ihrer Zeit erreicht. Gerade die epische Tiefe, Komplexität und das atmosphärische Gemisch aus Mystik und Hightech von Prime sind noch immer ungemessen. Super Metroid bot bereits vor 16 Jahren zum Beispiel unterschiedliche Methoden um Endgegner zu besiegen und hat Gameplay-Elemente so perfekt eingefügt, dass sie auch heute noch unverändert Verwendung finden. Solch ein Maß an Innovation und stilistischer Klasse erreicht Other M nicht. Doch es ist das erste Metroid, das versucht eine cineastische Geschichte zu erzählen und das Universum um Samus Aran weiterzuspinnen. Dass dabei nicht alle Fans befriedigt werden, ist klar. Dennoch hätte die Story origineller und logischer und die Dialoge weniger hanbüchen daherkommen müssen. Ich hätte mir auch gewünscht das einige der wirklich grundlegenden Fragen über Samus Vergangenheit geklärt werden. Wie war das genau, als Ridley ihre Eltern getötet hat? Wie und warum hat sie ihren Anzug von den Chozo bekommen? Wie verläuft ihr Leben als Kopfgeldjägerin? Wer bezahlt sie überhaupt, vor allem dafür das sie bereits zahlreiche Planeten gerettet hat? Ist sie reich? Hat sie auch Freunde, die sie nicht schon hundert Jahre nicht mehr gesehen hat? Naja, es gibt zahlreiche Möglichkeiten von einem Menschen zu erzählen. Nintendo hat nicht unbedingt die Beste gewählt. Doch die Story ist spannend und mehr über Samus zu erfahren so oder so reizvoll. Es gibt ohnehin nicht viel Videospielkonkurrenz, die sich durch eine gute Geschichte hervortun kann.
Was Other M aber hervorragend schafft, ist, das Spielgefühl der alten 2D-Episoden in ein Third-Person-Spiel zu packen und wirkt damit sogar noch mehr wie ein traditionelles Metroid als die Prime-Teile, ohne dabei altbacken rüberzukommen. Ganz im Gegenteil, der Wechsel zwischen dynamischer Außenansicht und Ego-Umblick, in Verbindung mit den coolen Ballereien sorgt für ein erstaunlich frisches Spielerlebnis. Auch wenn Other M genau genommen kaum etwas wirklich neu macht, sondern eben „nur“ anders. Soetwas haben sich Fans wohl unter einem 3D-Metroid vorgestellt, bovor Metroid Prime angekündigt wurde und ich kann mir kaum vorstellen, wie man das Spielprinzip besser umsetzen könnte. Hochachtung an Nintendo und Team Ninja, die hier geschafft haben was sie selbst oder andere Entwickler bei Serien wie Zelda, Castlevania oder God of War einfach nicht hinkriegen: Eine rundum gelungene Neugestaltung der Reihe, ohne deren Kern zu zerstören. Jenseits aller Fanboy-Diskussionen fährt Other M aber in allen Disziplinen auf der Gewinnerspur. Der Production Value ist für für ein Wii-Spiel herausragend, die Action mitreißend, die Spielbarkeit tadellos, die Stimmung berauschend, der Umfang ordentlich, die Szenarien abwechslungsreich, und der Motivationsfaktor enorm. Zehn bis zwölf Stunden allerfeinste Science-Fiction-Unterhaltung sind mir dann auch die 9 von 10 wert. Other M hat noch Potential nach oben, doch die Entwickler sind auf dem richtigen Weg. Ich kann es jedenfalls kaum erwaten bis ich einen Nachfolger in diesem Stil bekomme, der eben dieses Potential ausnutzt. Bis dahin ist der Trip in Samus Vergangenheit aber ein grandioser Zeitvertreib.
Bewertung
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Kommentare (32)
AssassinsWeed
Gonga
ich hab leider noch nie metroid (es heistt metroid und nicht miitroid wie alex immer im podcast sagt) gespielt und auch keine wii. vllt hol ich mir aber die teile fürn gba. sollen ja auch richtig gut sein
Aerendil
verdammt dasselbe wollte ich gerade eintippen, nach dem letzten Podcast musste das ja zwnagsläufig passieren :-)
Alexander Laschewski-Voigt
agaso
Cuberde
Wohl wieder mal ein Titel woran sich die Geister dran scheiden.
Kann's leider erst Spielen, wenn die Konsole im Fernsehschrank wieder Dual-Layer-Discs lesen kann. *grummel*
Jack Scallion
Metroid braucht mMn nach keine ausschweifenden Cutscenes. Wenns mysteriös und geheimnisvoll ist, spielt sich sowieso alles im Kopf ab.
Der erste Teil der Serie, der mich gar nicht interessiert. Schade.
pb2007
Neilz
Alexander Laschewski-Voigt