Midnight Club 3 - DUB Edition

16.01.2007 12:05
Midnight Club 3 - DUB Edition


Während passionierte Rennspiel-Fans vor einigen Jahren vordergründig bei Tag über virtuelle Strecken heizten, haben sich die Zeiten dank der Filmvorlage The Fast and the Furious drastisch geändert. Zwar achte Rockstar Games bereits vor einigen Jahren mit Midnight Club einen ersten Versuch seines Nachtflitzers auf den Markt, so richtig erfolgreich wurden die Genre-Ableger klassischer Racer jedoch erst durch EAs Need for Speed-Variante mit dem Untertitel Underground. Das noch vor diesem Titel veröffentlichte Midnight Club 2 hingegen fand zwar bei der Presse ein durchweg positives Echo, großartige Verkaufszahlen blieben dem Titel allerdings verwehrt. Angestachelt durch diese Tatsache und natürlich auch durch den Erfolg der Underground-Serie, ingt Rockstar Games nun Midnight Club 3 - DUB Edition. Unser Test ingt Licht ins Dunkel und klärt euch darüber auf, in welchen Flitzer bei Nacht ihr eure Kohle investieren solltet.

Die volle Packung Arcade

Recht unscheinbar mag das Hauptmenü von Midnight Club 3 zu Anfang wirken. Neben einem Arcade-Modus wird hier noch der Karriere-Modus des Spiels angepriesen sowie auf die Optionen und den Menüpunkt Netzwerk hingewiesen. Hinter letzterem verbergen sich sämtliche Mutliplayer-Varianten des Titels. Besonders auffällig ist dann noch der Renn-Editor. Dieser ist auf jeden Fall eine nette Zugabe für alle, denen die eh schon extreme Vielfalt des Titels stets zu wenig ist. Auf bequeme Art und Weise bastelt ihr euch hier eure eigenen Routen in den 3 gebotenen Städten des Spiels zurecht. Egal ob San Diego, Detroit oder aber auch Atlanta, mit Hilfe des Editors legt ihr in unheimlich kurzer Zeit euren persönlichen Fahrplan fest und ettert bereits wenige Sekunden später auf dieser Strecke umher. Zwar ist dies nicht mit einem klassischen Strecken-Editor zu vergleichen, doch Spaß macht die Erstellung eigener Rennabfolgen auch in der gebotenen Art.

Doch stürzen wir uns einfach auf das, was Rockstar Games dem Spieler von Haus aus anbietet. Der Genre-obligatorische Arcade-Modus mag als Oberbegriff etwas schwach auf der Brust wirken, wer sich jedoch ein wenig durch die gebotene Modi-Vielfalt innerhalb dieser Option klickt, wird sehr schnell feststellen, dass alleine hier Spielspaß für Wochen auf den Spieler wartet. Alle Renn-Möglichkeiten aufzuzählen würde hierbei jedoch schlichtweg den Rahmen unseres Reviews sprengen und somit gehen wir nur auf die wichtigsten Elemente ein. Doch egal für welche Variante ihr euch auch entscheiden mögt, bereits bei der Auswahl des Wagens fällt auf, dass Midnight Club 3 erstmals in der Geschichte der Serie mit lizensierten Karren daher kommt. Und es kommt noch besser: Im Gegensatz zum direkten Konkurrenten Need for Speed: Underground 2 hat MC3 sogar mehr als doppelt so viele Autos in der Garage versteckt. Genre-Kenner wissen, dass alleine das Freischalten all dieser Vehikel eine Menge Zeit beansprucht und somit für genügend Langzeitmotivation gesorgt ist.

Die im Arcade-Modus enthaltenen 9 Racing-Varianten sollten für den Geschmack eines jeden Zockers interessante Ansätze bieten, etwas deplatziert wirkt jedoch die Option der Power-Ups. Mit Hilfe dieser bunten Icons, die ihr während eurer Hetzjagd durch die Metropolen einsammelt, verschafft ihr euch einen klaren Vorteil. Doch Vorsicht, auch eure Gegner greifen auf diese Hilfen zurück und ingen euch im wahrsten Sinne des Wortes ins Schleudern. Insgesamt mag dies zwar eine nette Idee darstellen, wir erwarten ein solches Spielelement jedoch eher im Bereich der Fun-Racer, denn auch wenn Midnight Club 3 keine Simulation darstellen soll, so sollte der Realismus nicht völlig außen vor gelassen werden. Es gibt jedoch auch Modi, in denen ihr diese Power-Ups gar nicht erst aktivieren könnt. Da wären zum Beispiel die Track Rennen, in denen ihr einfach Runde um Runde neue Rekorde aufstellt, ohne das euch auch nur ein fremdes Auto in die Quere kommen würde. Überhaupt lassen sich sämtliche im Arcade-Modus gebotenen Varianten relativ gut konfigurieren und somit werden selbst etwas abgedrehte Möglichkeiten wie die Paint- oder Rocket-Rennen zum Fahrspaß für jedermann.

Laden bis der Arzt kommt

Bevor wir uns nach der ausführlichen Durchleuchtung des Arcade-Modus nun auf das Herzstück des Spiels werfen, sollte ein immenser Kritik-Punkt hervorgehoben werden. So ist es uns unverständlich, wie ein Spiel in der heutigen Zeit über derart viele und vor allem ausgiebige Ladezeiten verfügen kann. Zwischen allen relevanten Screens quält euch ein Ladebildschirm und auch beim Starten des Spiels bis zum Hauptmenü vergeht unerwartet viel Zeit. Frei befahrbare Städte mögen zwar ein positiver Teil der schönen neuen Videospiele-Welt sein, die daraus resultierenden Ladezeiten sind jedoch besonders im Falle von Midnight Club 3 einfach zu viel des Guten.

Im Bezug auf die Konkurrenz NFS:U2 musste Rockstar Games natürlich besonders den Karriere-Modus gehörig aufmotzen, da dieser auch beim EA-Produkt den eigentlichen Reiz des Spiels darstellte. Im Klartext heißt das: Straßen-Slang, Karre tunen und Nitro-Einsatz. Grundsätzlich baute Rockstar Games also alle beliebten Elemente der Underground-Serie bei Midnight Club 3 ein. Der Untertitel DUB-Edition kommt auch nicht von Ungefähr, denn das in Amerika beliebte Magazin ist quasi die Pflicht-Lektüre für all jene, die sich jede Folge von Pimp my Ride aufnehmen. Überhaupt wirken auch die in Spiele-Grafik gehaltenen Zwischensequenzen im Verlauf des Karriere-Modus wie eine virtuelle Umsetzung der berühmten MTV-Show. Dies zeigt sich bereits zu Anfang eurer Karriere, wenn ihr im Six One Nine Custom-Shop eure erste Karre mit einem läppischen Startkapital von 22.500 Kröten kauft. Schnell stellt ihr zudem fest, dass das Aufmotzen eures frisch erstandenen Vehikels noch einfacher und vor allem komplexer als bei der NFS-Konkurrenz von statten geht.

Auch der grundlegende Spielaufbau ähnelt sehr stark der Konkurrenz. Auf Knopfdruck blendet ihr eine Stadtkarte ein und habt somit schnell den Überblick über bevorstehende Events. Interessiert euch eine Herausforderung eurer Gegner, ettert ihr einfach zu Ort und Stelle und nehmt das Angebot an. Als Belohnung winkt virtuelle Kohle, die ihr wie gehabt in das Aufmotzen eurer Karre steckt. Egal ob rein optischer Natur oder doch eher Leistungsbezogen, die Zusammenarbeit mit dem DUB-Magazin hat sich scheinbar ausgezahlt, denn die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt. Wir gehen sogar soweit, dass ungeübte Zocker sich schlichtweg von den Options-Möglichkeiten der Tuning-Varianten erschlagen fühlen dürften. Von wegen Spaßracer, spätestens beim munteren Tuning eures Wagens verkommt das Spiel zu einer durchaus anspruchsvollen Angelegenheit.

Grundsätzlich würde sich jede weitere Umschreibung des Karriere-Modus als Unsinnig erweisen, denn im Endeffekt ist das Prinzip recht einfach. Rennen fahren, gewinnen, Geld einstreichen und Karre aufmotzen bzw. Fuhrpark erweitern. Um die Rennen zu gewinnen bedarf es im späteren Verlauf eurer Karriere einiges an Geschick, denn dumm sind die restlichen Jungs von der Straße keinesfalls. Eine fordernde KI sowie das Zusammenspiel interaktiver Hindernisse im Sinne einer umher düsenden Straßenbahn oder sonstigem Gegenverkehr versüßen den Spielspaß enorm. Anders als bei der Konkurrenz könnt ihr den sagenumwobenen Nitro bereits zu Anfang einsetzen, alles was ihr dafür benötigt ist ein wenig Windschatten. Wer sich also gekonnt hinter die Konkurrenz setzt, füllt seinen Nitro mit Leichtigkeit auf und düst optisch effektvoll in Szene gesetzt effizient auf und davon. Dumm nur, dass all jene, die bereits zu Anfang eines Rennens den Spitzenplatz inne haben, kaum vom Windschatten der Konkurrenz schöpfen können und somit eher eure Gegner mit ordentlich Schmackes an euch vorbei knallen. Vorteil hierbei ist jedoch, dass ihr nun widerrum in die Rolle des Herausforderers gelangt und spannende Positionskämpfe somit an der Tages bzw. Nachtordnung sind.

Entscheidend über Sieg oder Niederlage mag für den ein oder anderen von euch auch die Wahl der Kamera-Perspektive sein. Gleich 5 stehen hierbei zur Auswahl, wobei 2 der 4 Außenperspektiven auf Grund immenser Entfernung zum Wagen als wenig sinnvoll zu bezeichnen sind. In der Ego-Ansicht kommt wie gehabt das enorme Geschwindigkeitsgefühl des Titels hervorragend zur Geltung, dem ein oder anderen dürfte ob des gebotenen Tempos gar schwindelig werden. Schön ist auch, dass eure bevorzugte Perspektive in den Optionen des Spiels als Standard festgelegt werden kann. Ebenfalls konfigurieren dürft ihr die Steuerung des Spiels. Ob ihr nun eine der 4 gebotenen Varianten auswählt oder doch lieber eine eigene Variation erschafft, dass grundlegend hervorragende Handling des Racers wird davon nur wenig beeinflusst. Schade ist nur, dass sämtliche Außenperspektiven durch den linken Analogstick beeinträchtigt werden. Was es damit auf sich hat? Während ihr wie gewohnt mit Bewegungen in Richtung links bzw. rechts euren Boliden durch die City manövriert, verursacht eine Bewegung des Sticks nach vorne einen Kameraschwenk auf das Dach eures Autos. Dies ist nicht nur völlig unsinnig sondern vor allem nervig, zumal viele Spieler das Phänomen kennen düften, beim Fahren stets den linken Stick nach vorne zu drücken.

Multiplayer-Hit

Midnight Club 2 war seinerzeit einer der ersten Live-Titel überhaupt und gab Rennspiel-Fans auf der Xbox erstmals die Möglichkeit, Online ein paar schnelle Runden mit Live-Buddys zu drehen. Da ist es natürlich klar, dass auch der Nachfolger mit einem Online-Modus ausgestattet wurde. Der eher simple Live-Modus des Vorgängers wurde jedoch dank diverser Vorbilder wie PGR2 und RSC2 gehörig aufgestockt, um auch anspruchsvolle Live-Jünger entsprechend zufrieden zu stellen. Grundsätzlich spiegelt sich dies schon in der Anzahl der möglichen Teilnehmer eines Online-Rennens wieder. Mit bis zu 8 Mann gleichzeitig könnt ihr durch die dunklen Straßen der drei Städte flitzen und für Rekorde sorgen. Letztere sind dank umfangreicher Statistiken üigens jederzeit nachvollziehbar und für die Ewigkeit manifestiert.

Spielmodi-technisch erwarten euch zwar keine großartigen Änderungen im Gegensatz zum umfangreichen Arcade-Modus, doch die Modi-Vielfalt sollte für sich sprechen. Capture the Flag, Tag-Match sowie alle anderen Singleplayer-Modi sind auch Online spielbar und somit dürfte klar sein, dass Langeweile bei Midnight Club 3 ein Fremdwort darstellt. Trotz aller Modi-Vielfalt sollte natürlich auch technisch alles im grünen Bereich sein und es freut uns, dass die Entwickler durchaus saubere Arbeit abgeliefert haben. Der größte Teil aller Online-Rennen lief sauber ab, zu technischen Ungereimtheiten kam es nur ganz selten. Auffällig war im Üigen, dass der Titel in Deutschland scheinbar eher schlecht ankommt, denn während unserer Testrunden im Live-Netzwerk war der Großteil unserer Opfer aus dem amerikanischen Raum. Wer bedenken bezüglich der Verbindungsgeschwindigkeit hat, darf gleich zweifach aufatmen. Selbst mit Zockern jenseits unseres Kontinents lief das Geschehen größtenteils sauber ab. Lobenswert ist darüber hinaus das Feature, die Verbindungsqualität zum Host eines Spiels anzeigen zu lassen. Ein Feature, dass unserer Meinung nach in viel zu wenig Live-Kompatiblen Spielen angeboten wird.

Wer sich nun wundert, wie es denn sein kann, dass 8 schick designte Flitzer in einer groß angelegten Stadt mit viel Verkehr und Fußgängern keine technischen Probleme machen, sollte darüber aufgeklärt werden, dass Rockstar Games vermutlich gerade in Hinsicht auf die Qualität der Online-Matches auf sämtlichen Verkehr und umher schwirrende Passanten verzichtet hat. Dies mag für den ein oder anderen ärgerlich sein, wir hatten jedoch kein Problem mit dieser kleinen Modifizierung, denn auch ohne störenden Gegenverkehr machte uns das Spiel Online noch eine Menge Spaß.

Der Trend einiger Spiele der Vergangenheit wird auch in Midnight Club 3 - DUB Edition bestätigt. Die Rede ist vom Verzicht eines klassischen Splitscreen-Modus. Wer Mehrspieler-Rennen zocken möchte, muss also entweder über einen Live-Account verfügen, oder macht von der Option Geauch, ein privates Netzwerk aufzubauen. Wie fast alle Rennspiele der letzten Zeit, verfügt also auch MC3 über einen entsprechenden System Link-Modus. Doch keine Angst, Freunde des geteilten Bildschirms kommen bei MC3 mehr denn je auf ihre Kosten, da sämtliche im Arcade-Modus verfügbaren Renn-Modi zu zweit gezockt werden dürfen. Was den Mehrspieler-Part betrifft, hat man bei Rockstar Games also ganze Arbeit geleistet. Sauer aufgestoßen ist uns da nur, dass man während des Bestreitens der Karriere oder sonstiger Offline-Modi nicht durchweg Online sein kann, um eventuelle Einladungen von Freunden entgegen nehmen zu können. Das haben andere Spiele bereits viel besser gelöst.

Schneller Schönheitsfehler

Technisch hinterlässt Midnight Club 3 gemischte Gefühle. Positiv hervorzuheben ist in jedem Fall das irre Geschwindigkeitsgefühl. Spätestens bei aktiviertem Nitro knallt ihr derartig schnell durch die Häuserschluchten der einzelnen Städte, dass es euch fast schon schwindelig wird. Diesbezüglich kann MC3 es also durchaus mit Konsorten à la Need for Speed: Underground 2 oder aber auch Burnout 3 durchaus aufnehmen. Schade ist nur, dass bei all der gebotenen Geschwindigkeit die Framerate des öfteren leicht einicht. Zwar geschieht dies nicht derart heftig, dass es den Spielspaß schmälern könnte, ärgerlich ist es dennoch.

Die sonstige Optik geht durchaus in Ordnung, wirkt aber stellenweise ein wenig oberflächlich designt. Eure eigene Karre sieht zwar durchweg hübsch aus und auch die Autos eurer Kontrahenten werden ganz nett in Szene gesetzt, spätestens wenn euch jedoch ein paar Vehikel des städtischen Gegenverkehrs entgegen kommen, bemerkt ihr ganz schnell, dass die gebotene Freiheit innerhalb der Stadt ihren Preis hat. Grafisch sind die Karren des Zivilverkehrs nämlich deutlich unter Genre-Niveau und wirken irgendwie trostlos. Alles andere als trostlos ist hingegen das restliche Bild der Städte, auch wenn die ein oder andere Textur doch hätte schärfer ausfallen dürfen. Nicht ganz so prall ist das HUD. Quietschbunte Pfeile, noch viel buntere Symbole für Power Ups und sonstige Farb-Spielereien wirken etwas deplatziert. Wer sich daran nicht stört, kann mit der Optik an sich aber sicherlich sehr gut leben. Nicht unerwähnt bleiben sollte das Schadensmodell. Brettert ihr wie ein Asphalt-Teufel durch die Gegend und habt mehr Kontakt zu so mancher Wand als zu eurer Freundin, dann lässt euer Auto mächtig Federn und trägt Lackschäden sowie diverse Beulen davon. Wirklich krass sieht der Schaden jedoch zu keiner Zeit aus und somit notieren wir das gebotene Schadensmodell eher als kleines Gimmick, welches nicht mit Schadensmodellen der Marke Forza oder PGR2 zu vergleichen ist. Und da wir gerade so schön beim Kontakt mit der Umgebung sind, sei noch gesagt, dass wir die Kollisionsabfrage des Spiels durchaus merkwürdig finden. So ettert ihr fröhlich die ein oder andere Straßen-Laterne um, welche euch jedoch kaum Geschwindigkeitseinbußen abverlangt. Negativer Höhepunkt ist hier das durchettern von Bäumen, welche sich mit einem großen Knall in Luft auflösen, sobald euer Auto mit voller Wucht gegen die Geschöpfe von Mutter Natur fährt. Zwar verstehen wir die grundsätzliche Idee, denn schließlich wollte Rockstar nur verhindern, dass unerfahrene Spieler alle paar Meter in einen Baum knallen, die Bäume jedoch einfach in Luft aufgehen zu lassen halten wir aber für eine ziemlich schlechte Variante. Wer den Titel auf Grund seiner gewissen Ähnlichkeit zur GTA-Reihe gekauft hat, dürfte das Spiel üigens als Enttäuschung einstufen, denn sämtliche Passanten rennen gekonnt vor eurem Flitzer weg.

Beim Sound hat man bei Rockstar Games überdurchschnittliche Arbeit geleistet. Lizensierte Tracks mehr oder minder bekannter Acts aus dem Hip Hop sowie Rock-Bereich passen wie die Faust aufs Auge. Das auf der Verpackung angepriesene Custom Soundtrack-Feature haben wir leider nicht ausfindig machen können - ärgerlich. Was die Motorengeräusche betrifft, gibt es ebenfalls nichts zu meckern, auch wenn so manch seriöseres Rennspiel vermutlich bereits deutlich schönere Motoren-Sounds aus eurer Box gekitzelt hat. Soundeffekte sowie Musik hallen üigens in sattem Dolby 5.1 aus eurer Anlage, auch Akkustik-Veteranen werden also befriedigt ihre Runden durch Atlanta & Co ziehen.

„Rundum verbesserter Nachfolger“

(Meinung » René Held)

Als ich im Juli 2003 den zweiten Teil von Rockstars Mitternachts-Bleifuß Midnight Club vor mir liegen hatte, konnte sicher niemand ahnen, dass ein Spiel wie Need for Speed: Underground nur wenige Monate später mit einem recht ähnlichen Spiel-Konzept große Erfolge feiern würde. Midnight Club 2 hat mich zwar irgendwie angesprochen, der absolute Knaller war das Spiel aber unter Garantie nicht. Das ihr Titel längst nicht an das durchgestylte Produkt aus dem Hause Electronic Arts herankommt, wussten wohl auch die Jungs und Mädels von Rockstar Games und somit müssen die Entwickler des Teams beim Coden von Midnight Club 3 unheimlich unter Druck gestanden haben, galt es doch, den Millionen-Seller auf irgendeine Weise zu überbieten.

Meiner Meinung nach ist dies nicht ganz gelungen, auch wenn ich bereits vorgreifen und jedem NFS:U-Fan auch Midnight Club 3 ans Herz legen möchte, da es in gewisser Weise zumindest gleichwertig ist. Grundlegend in allen relevanten Bereichen verbessert, fehlt dem Titel jedoch stets das gewisse Etwas, dass absolute Top-Titel ausmacht. Wer das Pad einmal in die Hand genommen hat, wird schnell verstehen, was ich damit meine. Dabei hat man doch fast alles richtig gemacht, denn insbesondere bezüglich des Umfangs gibt es kaum etwas zu kritisieren. Doch wie sagt man doch gleich so schön? Das war etwas zu viel des Guten. Für die Zukunft kann ich den Produzenten bei Rockstar nur ans Herz legen, einige unsinnige und zugleich verwirrende Features aus dem Spiel zu nehmen und sich dafür aufs Wesentliche zu konzentrieren. Rein spielerisch hat der Titel nämlich durchaus einiges auf dem Kasten und es wäre schade, wenn diese Tatsache auf Grund einiger Ungereimtheiten beim Spielaufbau und der Technik in Vergessenheit geraten würde. Trotz aller Kritik: Auch mit Konkurrenz wie Need for Speed, Juiced und Street Racing Syndicate sollten alle Rennspiel-Fanatiker mit Hang zur dunklen Seite des Tages auf alle Fälle einen intensiven Blick risikieren.

Bewertung

Midnight Club 3 - DUB Editionxbox

0/10

Alexander Laschewski-Voigt

Der gelernte Industriekaufmann probierte sich im BWL-Studium aus, um dieses dann allerdings zugunsten einer Xbox-Website namens AreaXbox vorzeitig zu beenden. Seitdem steht er als Chefredakteur auf der Kommandobrücke der MS AreaGames. Der bekennende US-Serienfan legt am liebsten Renn- oder Rollenspiele in seine Xbox 360. Zu den Alltime-Hits seiner mit dem C64 begonnenen Spieleleidenschaft gehören Deus Ex, System Shock 2 und die Wing Commander-Reihe.