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Midnight Club: Los Angeles

Freitag, 24. Oktober 2008
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13:46 Uhr - Mit bis zu 44 Autos im Fuhrpark machen wir Los Angeles unsicher. Dabei bremst uns allerdings der extreme Schwierigkeitsgrad etwas aus. Aber zum Glück gibt es da ja noch den Multiplayer, dessen Umfang für Wochen Spaß bietet.

Los Angeles sehen und rasen

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Rockstar macht es schon wieder: Nachdem sie ihren Riesentanker GTA bereits im Frühjahr auf HD-Kurs getrimmt haben, wird nun ein weiteres langjähriges Franchise auf Xbox 360 und PS3 losgelassen. Mit Midnight Club: Los Angeles lädt bereits der vierte Teil der Serie zu gepflegten Straßenrennen ein. Schauplatz ist, wie der Spieltitel bereits nahe legt, die Nachbildung von Los Angeles, die sich allerdings einige Freiheiten erlaubt. Die Mannen von Rockstar haben nur bekannte Attraktionen der Stadt nach gebaut. Ihr findet so den verzweigten Mulholand Drive, den legendären Sunset Boulevard, sowie das House of Blues samt allen Details, sowie grober Verteiler innerhalb der Stadt. Beim restlichen Layout hatte man jedoch eher einen spaßigen Streckenverlauf im Hinterkopf anstatt sich akribisch an vorgegebene Routen zu halten. Eure Spielfigur ist der typische, coole Homie-Ghetto Streetracer, mit jeder Menge Street Creditbility und Attidude, der seine ersten Rennen allerdings in einem VW Golf I oder ähnlich veralteten Hobeln bestreitet. Wer die Zwischensequenzen von GTA San Andreas kennt, kann sich ungefähr vorstellen, wie die spärlichen Storysequenzen von Midnight Club LA aufgebaut sind.

Google Earth lässt grüßen: LA aus dem Weltraum

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Nun ist Los Angeles nicht gerade eine amerikanische Kleinstadt, bei der alle Wege zu Wal-Mart führen. Auf Knopfdruck zoomt daher die Kamera aus dem Cockpit eures Fahrzeugs heraus und zeigt die gesamte Stadt aus der Vogelperspektive – samt aller offenen Missionen, sowie markanter Hotspots. Dies ist nicht nur ungemein praktisch, sondern sieht auch noch verdammt cool aus. Die Missionen, die ihr im Rahmen der Haupthandlung, absolviert, sind dabei nicht fest vorgegeben. Ihr fahrt vielmehr frei durch die Stadt (was dank Burnout, Test Drive Unlimited und Need for Speed der Standard geworden ist) und startet die unterschiedlichen Rennen, indem ihr eure Gegner abpasst und sie via Knopfdruck bzw. Lichthupe herausfordert. Midnight Club 4 bietet unter anderem die gewohnte Mischung aus klassischen Rundkursen innerhalb der Stadt, Checkpoint-Rennen, bei denen ihr eine Reihe von Markierungen vor der Konkurrenz durchfahren sollt, und offene Rennen, wo es abseits von jeglichen Streckenrestriktionen möglichst schnell von Punkt A nach Punkt B innerhalb der Stadt geht. Anhand der Farbe des Renn-Icons bekommt ihr auch eine grobe Einstufung des Schwierigkeitsgrads des Rennens angezeigt. Diese ist allerdings nur bedingt hilfreich und führt direkt zu einem der größten Schwachpunkte des Spiels: Des unausgegorenen Anspruchslevels.

Neuer Trend: Lenkrad mit Zahnabdrücken

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Eher ungewöhnlich ist der Umstand, dass ihr gar nicht mehr gewinnen müsst, um in der rudimentären Handlung voranzuschreiten. Nach jedem Rennen gibt es Geld und Respekt-Punkte. Die Menge hängt von eurem Abschneiden im Rennen ab. Verliert ihr nun dauernd, erhaltet ihr einfach nur weniger Respekt-Punkte. Sprich: Wer schlecht fährt, erhält mit etwas mehr Ausdauer ebenfalls die Möglichkeit den Abspann zu sehen. Kling theoretisch ganz gut, sorgt im Spiel aber für Frust. So werden Leistungsupgrades und neue Fahrzeuge erst auch nach dem entsprechenden Respektzuwachs freigeschaltet. Es kann dem Spieler also durchaus passieren, dass er zwar ein prall gefülltes Bankkonto besitzt, sich davon mangels Respektpunkten aber nichts kaufen kann. Es könnte man denken, der Tester soll mal nicht so weinerlich sein und einfach mehr Rennen gewinnen. Aber genau das ist oft schwieriger als gewohnt. Zum einen ist die KI verdammt gut, bisweilen sogar unfair. Sie kollidiert fast nie mit dem entgegenkommenden Verkehr und wählt fast immer die Idealroute. Sollte man also auch nur an einer Kreuzung falsch abbiegen und einen Kontrollpunkt verpassen, kann man das Rennen getrost neu starten. Und selbst das könnte man ja auch positiv als „knackig“ bezeichnen, wenn nicht sogar manche Elemente des Spiels gegen einen arbeiten würden. So sind vor allem die Missionen, in denen man ohne Checkpunkte frei von A nach B fahren soll, eine Qual, da man andauernd zur Kartenansicht wechseln muss, die entweder zuweit gezoomt ist, oder zu nah. Eine richtige Orientierungshilfe sieht anders aus. Eine gewisse Frusttoleranz und Leidensfähigkeit sollte der Mitternachtsclub-Fahrer daher schon mitbringen.

Der Fuhrpark passt in 22 Doppel-Carports

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Wie in den Vorgängern dürft ihr auch in Los Angeles wahlweise mit Autos oder Motorrädern die Stadt erkunden. Benzinjunkies freuen sich dabei auch allerlei bekannte Lizenzen. Neben typischen Tuning-Karossen wie dem Mitsubishi 3000 GT, erwarten euch (auch teils ältere) Fahrzeuge aus dem VW-Konzern, von Mercedes Benz, amerikanische Muscle Cars der Marke Mustang und natürlich Edelflitzer wie der Aston Martion DB9 oder der Lamborghini Gallardo. Allen Wagen gemein ist ein spürbar unterschiedliches Fahrverhalten und reichhalte Tuning-Optionen. Die Boliden steuern sich dabei serientypisch leichtgängig. Gas, Bremsen und Lachgas-Einspritzung reichen, um schon nach kurzer Zeit optisch ansprechend um Kurven zu driften oder sich durch den Gegenverkehr des Highways zu schlängeln. Natürlich dürfen auch die Tuningoptionen nicht fehlen: Auch hier erwartet euch ein Arcade-Racer – sprich: ihr werdet nicht Stunden an der richtigen Aufhängung oder dem perfekten Winkel des Kotflügels feilen – dafür könnt ihr optisch so ziemlich alles an eurem Fahrzeug ändern, was ihr euch nur wünschen könnt. Dies fängt schon bei so simplen Sachen wie der Fahrzeuglackierung an. Hier wählt ihr nicht einfach die Farbe. Hier dürft ihr wählen, ob ihr Metallic-Farben bevorzugt, eher matte Töne wollt, Sonderlackierungen aus mehreren Farbtönen, gesprenkelt, gestreift mit Farbübergang oder vielleicht doch mit einem Vinyl hier und da. Selbige lassen sich entweder aus einem ganzen Satz vorgefertigter Modelle raussuchen oder ihr erstellt über geometrische Grundformen im recht umfangreich anmutenden Editor selbst kleine Kunstwerke.

Pimp my Lack

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Wo andere Spiele jedoch beim Lackieren schon aufhören, fängt Midnight Club jedoch erst an. Ob Kotflügel, Auspuffrohr, Reifen, Felgen, die Muttern der Felgen (!), Fensterscheiben, Motorhaube oder Kofferraum – alles lässt sich nach Herzenslust austauschen, verändern oder umfärben. Und der Spaß geht sogar bis ins Innenleben. Wer will, darf auch gerne das Interieur des Autos neu gestalten. Hier wählt ihr aus unterschiedlichen Armaturen, Lenkräder oder sogar Pedalen. Vorausgesetzt natürlich eure Barschaft lässt dies zu. Diese wird dabei nicht nur durch kosmetische Veränderungen am Fahrzeug strapaziert, natürlich könnt ihr auch die Leistungsmerkmale aufwerten. Dies geschieht jedoch mit einem deutlich simpleren System. Jedes Leistungsmerkmal eures Fahrzeugs lässt sich in zwei Stufen aufwerten. Wer sich nicht entscheiden kann oder einfach keine Lust hat, dauernd nach dem schnelleren Motor oder den besseren Bremsen Ausschau zu halten, kann auch die CPU das Tuning übernehmen lassen. Diese sucht dann stets die besten Teile für den derzeitigen Geldbeutel aus.

Benzin im Tank – RAGE unter der Haube

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Angetrieben wird die Raserei, wie auch schon Grand Theft Auto IV, von Rockstars eigener RAGE-Engine. Selbige wurde natürlich für das Rennspiel modifiziert, so dass ihr nun zwar keine so umfangreiche Physikspielereien erwarten dürft wir noch im Verbrecher-Epos, dafür aber mit einer konstanten Bildwiederholungsrate und deutlich stabileren Bildaufbau belohnt werden. Die Framerate bleibt stets bei felsenfesten 30 Bildern in der Sekunde. Das virtuelle Los Angeles ist angenehm detailliert, die Weitsicht sucht Ihresgleichen und dank dichten (Gegen-)Verkehr, sowie den Passanten auf der Straße wirkt die Spielwelt deutlich lebendiger als bei der Konkurrenz. Ansonsten begeistern schöne Lichteffekte, ein fließender Tag- Nacht-Wechsel, sowie nette Kamera-Effekte.

Viel hilft viel: 16 Fahrer und noch mehr Spiel-Modi

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Der Multiplayer-Part ist aus zwei Gründen besonders reizvoll. Die etwas unfair agierende KI gibt es hier nicht, und dafür stimmt der Umfang der angebotenen Mehrspielermodi: So finden sich in der Menüauswahl mehrere Variationen von Capture the Flag wieder, welche wohl eher der hiesigen Shooter-Fraktion bekannt sein dürften. Egal, ob jeder auf sich alleine gestellt ist oder im Team gekämpft wird, das Ziel bleibt immer dasselbe: In dem fiktiven Los Angeles verteilte Flaggen müssen aufgesammelt und zu einem bestimmten Zielpunkt gebracht werden. Natürlich könnt ihr euren Gegnern die begehrten Fahnen auch stehlen, sobald selbiger in deren Besitz sind. Dafür rempelt ihr die feindlichen Vehikel einfach ordentlich an. Besonders viel Spaß macht die Capture the Flag-Variante „Basewar“ bereitet, in dem Teams jeweils im Besitz einer eigenen „Basis“ sind. Um zu gewinnen, müsst ihr in das Lager eurer Kontrahenten rasen und die Flagge in euer eigenes befördern. Während in den anderen Modi meist wildes Getümmel herrscht, kann man hier sogar ein wenig Taktik mit einbringen, in dem z.B. ein Teil der Gruppe die eigene Basis bewacht. Die Benutzung der Voice Chat-Funktion ist hier allerdings Pflicht. Ziemlich ähnlich sind auch die so genannten Stockpile-Kämpfe. Statt sich nur auf eine Flagge zu konzentrieren, finden sich gleich ganze Gruppierungen der begehrten Objekte wieder. Ziel ist es (wer hätte das Gedacht), die zum Sieg benötige Menge einzuheimsen bzw. bis zum Ablauf der Zeit im Besitz der meisten Flaggen zu sein. Auch hier gibt es wieder eine teambasierte Variante mit mehreren Basen. Eine wahre Hetzjagd und womöglich unser absoluter Favorit unter den Modi ist „Keep Away“. Es muss, Überraschung, erneut eine Flagge erobert werden. Derjenige, der gerade in deren Besitz ist, bekommt Zeit zugesprochen, bis einer der Spieler das Sieg-Limit erreicht hat. Selbstverständlich jagen alle anderen Teilnehmer den momentanen Besitzer der Fahne, wodurch wilde Verfolgungen zustande kommen.

Verdammt, er hat den roten Schildkrötenpanzer!

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Wer kennt das nicht: Das Rennen läuft prima, und kurz vor dem Ziel bekommt ihr einen blauen Kröten-Panzer aufs Dach. So zumindest bei Mario Kart. Aber auch Midnight Club hat ähnliches zu bieten: Um als erster im Ziel anzukommen, müsst ihr euch nämlich nicht nur auf eure Rennkunst verlassen, sondern greift auch, sofern es der Host eingestellt hat, auf allerlei Power-Ups zurück. Dabei gibt es grundlegend zwei verschiedene Arten: Items, die euren anvisierten Gegner schwächen und solche, die euch selbst weiterhelfen. In erster Kategorie findet sich z.B. der Störer wieder, der die Sicht eures Kontrahenten schwächt, oder das Eis-Power-Up zum Entziehen der punktgenauen Kontrolle über den Wagen. Für noch mehr Chaos sorgen Impulse, welche das Ziel in die Luft schleudern sowie Items, die kurzzeitig für eine entgegengesetzte Steuerung sorgen. Alle Power-Ups werden in Symbolform, wie auch in Nintendos Funracer, direkt auf der Strecke aufgesammelt. Wie bereits erwähnt sind auch Items vorhanden, die positive Effekte auf eure eigene Karosse haben. So schützen Schilde sowohl vor gegnerischen Angriffen, als auch vor dem Raub der Flagge, während andere Goodies zusätzliches Nitro bereitstellen oder für kurze Unsichtbarkeit sorgen.

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In gewisser Weise hat sich Rockstar bei seinem Midnightclub Franchise für eine behutsame Weiterentwicklung entschieden, und damit keine Neuausrichtung gewagt, für die man bei GTA noch genug Mut hatte. Daher hängt der Spielspaß auch davon ab, wie viele ähnliche Rennspiele man bereits gespielt hat. Zumindest bei mir stellte sich eine gewisse Ermüdungserscheinung ein. Nach Spielen wie Burnout Paradise, Test Drive Unlimited, Midnight Club 3 und diversen Need for Speeds, kostete es etwas Überwindung, erneut eine frei befahrbare Stadt unsicher zu machen. Der unausgegorene Schwierigkeitsgrad half da auch nicht, den Spielspaß anzufeuern. Hier bot dann eher der sehr gelungene Mehrspielermodus den nötigen Brennstoff für das Racingherz. Wer nicht über ähnliche Ermüdungserscheinungen verfügt, kann daher gerne noch einen Zähler auf die Wertung aufrechnen.

Bewertung

Midnight Club: Los Angeles xbox360

7/10

 

Kommentare (7)

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24.10.2008 14:04 - leider kommt das spiel zur falschen zeit raus. es gibt einfach zu viele spiele im moment die bei mir den vorzug erhalten.
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24.10.2008 14:08 - Wird also nichts für mich sein. Ich hasse Rennspiele mit "unfair" guten Gegner.
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24.10.2008 14:41 - Wie sieht das eigentlich mit dem Schadensmodell aus bei Midnight Club L.A.? Meines wissens hat dieses doch keines oder?

Wäre dankbar für eine kleine info :)

Gruäss
Coke
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24.10.2008 14:47 - Schadensmodell ist vorhanden, man kann aber nach jedem Rennen den Wagen kostenfrei und sofort reparieren, ohne die Werkstatt aufsuchen zu müssen.

Letztere muss man nur aufsuchen wenn man beim freien befahren der Stadt schon zuviel Unfälle hatte, denn wenn man ein Event beginnt, startet der Wagen so wie er ist ins Rennen.

Hoffe ich konnte helfen. Mir macht das Spiel spass, ich hab diese Ermüdungserscheinungen "noch" nicht und würde dem Spiel eine 8.4 geben :)
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24.10.2008 15:32 - Das Spiel ist aber echt Schwer und besonders die Polizei. Man mss schon viel tun um sie abzuschütteln.

Schade das es so schwer ausgefallen ist.
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24.10.2008 18:06 - Also ich finde es nicht übertrieben schwer. Habe nun einige Stunden gespielt und finde es eigentlich recht gut und fordernd. Man muss hat immer Geld in sein Auto stecken und das benütigte Tuning einbauen und dann geht das schon.

Das grosse Plus ist aber eben der MP, den ich in der MC Spielserie einfach spassig gemacht finde. Welches andere Rennspiel bietet denn sonst ein Capture the Flag oder die Mariokart artigen Goodies? Mit Kollegen macht das Game einfach riesigen Spass.
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 Kommentarklicker 50 Liebling der Massen 50
20.11.2008 16:31 - ist auf jeden fall zu schwer für ein arcade racer
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