Monday Night Combat
Es war Mitte der 90er als die WWF (World Wrestling Federation) plötzlich Konkurrenz durch die WCW-Liga bekam. Zwei Shows zeitgleich an einem Abend: Damit waren in den USA die "Monday Night Wars" geboren, die angeblich keinesfalls nach Drehbuch gespielt waren. Beide Parteien versuchten mit PR-Stunts in den befeindeten Shows live auf ihre eigene Sendung aufmerksam zu machen. Teils zappten die Zuschauer wild zwischen beiden Veranstaltungen hin und her, um auch ja nichts vom amüsanten Krieg zu verpassen... bis die WCW schließlich pleite ging und vom Konkurrenten aufgekauft wurde.
Team Tower Defense Fortress
Erinnerungen an dieses Highlight der U.S.-Fernsehgeschichte werden wach, denn seit vergangenem Mittwoch gibt es auf dem Xbox LIVE Marktplatz das klassenbasierte Team-Actionspiel Monday Night Combat. Selbst wenn der Montag beim nordamerikanischen Sportpublikum auch abseits vom Wrestling eine spezielle Bedeutung als Event-Tag hat. Man denke alleine an Monday Night Football, Monday Night Baseball, Monday Night Golf, Monday Night Soccer... und in der Videospielewelt jetzt eben auch Monday Night Combat, welches uns den Unterhaltungssport der Zukunft präsentiert. Zwei Teams bestehend aus geklonten Gladiatoren bekämpfen sich mit verschiedenen Waffen und unter Mithilfe von Robotern sowie Geschütztürmen, während sie auf "Team Fortress"-eske Weise jeweils ihre Basis verteidigen und die des Gegners erobern müssen. Ziel des Begehrs ist der "Moneyball" des Feindes, eine schwebende Kugel in der Mitte des Camps. Wird sie für eine Weile angegriffen, fällt sie zu Boden und verliert ihre Schutzschilde, woraufhin man sie komplett deaktivieren und damit das Match für sich entscheiden kann. Gut, das alleine wäre zu einfach und unoriginell. Deswegen kann man den Moneyball auch nicht mit eigenen Händen zu Fall bringen, sondern muss das erst mal von seiner persönlichen Roboter-Armee erledigen lassen, die automatisch gen Feind wandert/fährt/krabbelt und bis zu ihrem Ziel beschützt werden sollte. Selbst wenn sich die von bulligen Rammbestien bis hin zu humanoid aussehenden Terminators und mechanischen Spinnen reichenden Maschinen selbstverständlich auch selber zur Wehr setzen können. Umgekehrt muss man selber wie in einem "Tower Defense"-Game seine Verteidigung mit unterschiedlichen Arten von automatischen Geschütztürmen aufbauen, außerdem im Multiplayer im Team möglichst aufeinander abgestimmte Charakterklassen (vom Rambo bis zum Sniper bis zum Mechaniker) wählen. Geld für all die Gerätschaften und auch die Verbesserung jeweils vierer Spezialfähigkeiten pro Figurentyp (Jetpack, ferngezündete Bomben, Unsichtbarkeit...) verdient man sich naturgemäß durch Abschüsse und den Beschuss des "Monday Night Combat"-Maskottchens, das ab und zu mal lebensmüde übers Spielfeld tanzt.
Wem der Hauptmodus "Crossfire" zu kompliziert und anstregend ist, der kann alternativ auch mit ein paar Kollegen oder alleine im "Blitz"-Mode antreten. Dabei handelt es sich praktisch um eine Survival/Horde/Firefight-Variante, in welcher man in einer Kampfarena gegen immer stärker werdende Feindeswellen kämpft. Wer möchte, spielt das sogar mit einem Freund bzw. einer Freundin im Splitscreen an einem Bildschirm.
Schön (&) flüssig
Startet man Monday Night Combat zum ersten Mal, wird man von einem euphorisierenden Intro im Sport-Event-Übertragungsstil empfangen, welches fließend ins gelungene Ingametutorial übergeht. Man wird von Anfang an ohne Menü-Unterbrechung in die motivierende Atmosphäre eines Wettkampfes gesogen, der vor einem großen, begeisterten Publikum stattfindet. Grafisch präsentiert sich das Spiel dabei hell, bunt, sauber, erfreulich butterweich flüssig und... für einen "Xbox LIVE Arcade"-Shooter tatsächlich wirklich hübsch. Battlefield 1943 hatte es zum ersten Mal ohne Abstriche bewiesen, Blacklight: Tango Down vollmundig angekündigt und nicht gehalten, Monday Night Combat sieht nun aber tatsächlich wieder nach viel mehr aus als der Verkaufspreis von 1200 MS Points zum Release erahnen lassen würde. Und das nicht, weil es versucht, den üblichen AAA-"Unreal Engine"-Titeln nachzueifern. Stattdessen setzt es auf den charmanten Comic-3D-Look eines Team Fortress 2s, mit einigen feinen Grafikeffekten und stilecht animationsfilmartigen Gesichtern versehen. Der Look ist stimmig und gefällt. Da fällt es dann auch gar nicht negativ ins Gewicht, dass die Kampfarenen von Monday Night Combat eher zweckmäßig und detailarm gestaltet wurden. Das passt hier zum Kontext, darum vermisst man da auch nichts und gleichzeitig konnten die Entwickler von Uber Entertainment mit diesem Konzept bei den Kulissen jede Menge Hardwarepower sparen, die offensichtlich in Monday Night Combats herrlich flüssigen Spielablauf und die feinen Comic-Charaktere gesteckt wurden.
Pro und Contra
- + Euphorische Monday-Night-Event-Atmosphäre
- + Taktisch und doch flott & einfach
- + Tower Defense mal anders - originell
- + Survivalmode als Zugabe
- + Läuft schön flüssig
- + Toll animierte Cartoon-Charaktere
- + Splitscreenmodus für zwei Spieler
- + Langzeitspaß im Team-Multiplayer
- - Für reine Solospieler etwas mau
- - Umgebungsgrafik eher zweckmäßig
- - Hat noch Balance-Bedarf
- - Kaum Abwechslung der Levelsettings
Und Montage können doch Spaß machen!
Vergesst alle Behauptungen über verschlafene Montage, an denen man nach dem Wochenende nicht so richtig in Tritt kommen will. Ja, macht viel mehr gleich jeden Tag zum Montag! Monday Night Combat ist ein herrliches Beispiel dafür, wie man mit einem gelungenen Genremix, sympathischer Optik und vor allem einer schön flüssigen Spielgeschwindigkeit für einen originellen Multiplayermodus sorgen kann, der Shooterfreunden gewiss für eine Weile Suchterscheinungen zufügen kann. Es gelingt dem Spiel wie schon lange keinem anderen Titel mehr, tolle taktische Möglichkeiten mit hoher Zugänglichkeit und flottem Ballergameplay zu verbinden. Für eine 9ner-Wertung müsste mir die Balance zwischen all den Maschinchen und Charakterklassen noch besser abgestimmt sein und beim längeren Spielen fehlt mir doch ein wenig mehr Abwechslung (nicht unbedingt Spektakel, aber andere Settings) bei den Kampfarenen. Gut, das wäre ja alles nur das i-Tüpfelchen auf einem Überraschungsknaller des Summer of Arcade, der für mich eine weitere tolle Multiplayershooter-Abwechslung neben Battlefield 1943 darstellt, welche ich jetzt immer und überall zum Schnellstarten auf der 360-Festplatte parat habe. Sowohl technisch als auch vom Motivations- und Dauerspaßfaktor her kann ich außerdem ohne Zweifel sagen: 1200 MS Points sind hier für Ballerfreunde mt Hang zu unkompliziertem und doch taktischem Teamspiel hervorragend angelegt!
Bewertung
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Kommentare (18)
find ich auch
find ich auch
die testversion werd ich mir auf jeden fall runterladen, aber ich denke das das eher was fuer multiplayer gamer ist.
Leif Ericsson
Trotzdem ganz spaßig, aber nicht wirklich 15 Euro wert.
kampfkeks56
GT-Fan
Maz
find ich auch
so wie ich es verstanden hab kommts gar nicht wieder :(
hat aber spas gemacht mit freunden abends wenn man nix bessres zu tun hat
zaziki78
Btw, kann man seine Figuren noch im Aussehen etc verändern?
KillPaddy
1 gegen 100 kommt nicht mehr, MS war wohl nicht zufrieden mit den Ergebnissen der 1 Staffel.
Man kann in der Vollversionen wohl eigene Klassen bei Monday erschaffen und hat sogar eine Umkleide. Denke Figuren bau wird dann wohl drin seien.
Noch eine Frage wenn man sich alle Testversionen runterlädt im Summer of Arcade gab es da nicht auch irgend ein kleines Geschenk? So Richtung Avater Gegenstand?
Brick
Nein. Man kann die Figuren vom Aussehen her nicht verändern. Man kann sich im laufe des Spiels (wenn man Kohle anhäuft) sich eigene Klassen freischalten, die dann nach eigenem Geschmack verändert werden können. Aber nicht das Aussehen. Man kann dann z.B. den Panzer wählen und hat nun die Möglichkeit auf drei Slots zuerst 3 Punkte zu verteilen (z.B. Feuerrate, Heilung, Panzerung, Munition, Geschwindigkeit), dann auf den 2. Slot 2 Punkte und auf den 3. Slot einen Punkt. Die Punkte repräsentieren wie stark sich die gewählte Fähigkeit auswirkt.
Ich hab schon ettliche Stunden gespielt und vorallem den 4er coop find ich klasse. Das Spiel ist natürlich nicht perfekt, aber für 1200 MP kann man in diesem Fall definitiv nicht meckern! (Man erinnere sich: bei andren Games bekommt man dafür 5 Maps...).