NBA Live 06
09:57 Uhr - Betrachtet man das komplette Line-Up des alljährlichen EA Sports-Portfolios, dürfte in den letzten Jahren ganz klar deutlich geworden sein, dass insbesondere eine Spiele-Reihe so ihre Probleme hat, den Qualitätsstandard von Spielen wie Madden NFL oder aber auch der NHL-Serie zu erreichen. Die Rede ist natürlich von NBA Live, welches in den letzten Jahren zwar stets nette Ansätze zeigte, praktisch gesehen jedoch immer wieder durch unsinnige Features sowie Unzulänglichkeiten bezüglich der Spielbarkeit für relativ schwache Auftritte sorgte. NBA Live 2005 im vergangenen Jahr machte zwar schon einiges besser, rein spielerisch gesehen hat man hier jedoch noch einiges aufzuholen. Ob NBA Live 06 der lang ersehnte Gameplay-Überflieger wird und somit zur NBA2K-Serie aufschließen kann, verraten wir euch in unserem kritischen Test.
Lizenz-Kracher
Im Grunde genommen wird der Großteil der Käufer wohl jedoch nur mit den aktuellen Teams ins Getümmel stürzen. Hierzu habt ihr wie immer jede Menge Möglichkeiten, welche im Vergleich zum Vorjahr erneut ein wenig aufgestockt wurden. Wie bei allen diesjährigen Titeln der kanadischen Sport-Spezialisten gilt jedoch die Regel, dass bahnechende Neuerungen bezüglich Spielbarkeit sowie Umfang schon fast mit der Lupe gesucht werden müssen. Doch gehen wir ein wenig ins Detail. Wie so üblich, habt ihr auch bei NBA Live 06 die Möglichkeit, ein kurzweiliges Freundschaftsspiel zu starten, welches sich natürlich wieder einmal hervorragend dazu eignet, ein geeignetes Team zu finden, mit dem man bei gesammelter Erfahrung in eine komplette Saison stürzen könnte. Grundsätzlich ist dieser Modus jedoch auch prädestiniert für eine gewisse Einarbeitung mit dem Gameplay des Spiels. Ebenfalls erwähnt werden sollte diesbezüglich der erneut vorhandene Trainings-Modus, bei dem ihr in aller Ruhe Steuerung sowie Spielbarkeit verinnerlichen könnt. Zwar versucht man seit Jahren, den Simulations-Standard der NBA2K-Serie zu bieten, die erneut recht wackelige Angelegenheit aus Realismus und Arcade-Spielfreude sorgt jedoch dafür, dass auch Anfänger bereits nach kurzer Zeit alle relevanten Tricks auf Lager haben.Lob gibt es in dieser Hinsicht auch für die Steuerungs-Varianten. Wer nicht gerade beide Hände geochen hat, sollte bereits nach wenigen Minuten mit Shaq & Co. die feinsten Dunks aus dem Hut zaubern. Alle Befehle wurden sinnvoll auf dem Pad platziert und ermöglichen eine recht intuitive Steuerung. Wirklich viel getan hat sich hier jedoch auch nicht. Beschweren wollen wir uns jedoch nicht, in den letzten Jahren war die NBA Live-Serie bekannterweise oftmals ein Garant für Verschlimmbesserungen in diesem Bereich.
Arcade-Simulation
So hat man hat nie das Gefühl, wirklich ein Teil des Spiels zu sein, sondern hat vielmehr durchweg den Eindruck, virtuelle Spielgenossen über ein ebenso digitalisiertes Feld zu jagen. Letztendlich ist dies zwar auch die Wahrheit, wirklich perfekte Spiele schaffen es jedoch, dem Spieler ein gewisses Mittendrin-Gefühl zu vermitteln. Hier scheitert NBA Live leider ein wenig, auch wenn nochmals betont werden sollte, dass spielerisch soweit alles in Ordnung geht und so ziemlich jeder Fan mit dem Gameplay leben können wird. Zum, im wahrsten Sinne des Wortes, ganz großen Wurf reicht es jedoch auch dieses Jahr nicht so wirklich. Zumindest was die Spielmodi angeht, ist NBA Live 06 jedoch ungeschlagen gut. Neben der bereits angerissenen Möglichkeit von Freundschaftsspiel und Training, geht es wahlweise in eine komplette NBA-Saison oder aber auch direkt in die Play Offs. Die richtigen Modi für all jene, die zwar gerne ein wenig mehr Zeit in das Spiel investieren möchten, jedoch nicht gänzlich auf soziale Kontakte mit der Außenwelt verzichten möchten.Anders sieht es da schon im erneut vertretenen Dynasty-Modus aus. Vergleichbar mit jedem x-beliebigen Franchise-Modus sämtlicher Sportspiele geht es auch dieses Jahr äußerst zeitaufwändig zur Sache. Jahrelang begleitet ihr ein Team eurer Wahl sowohl in spielerischer als auch finanzieller Form. Nun gut, ganz so extrem ist der Dynasty-Modus dann doch nicht ausgefallen, jedoch ist nur schwer zu übersehen, dass EA Sports auch bei NBA Live versucht, ein gewisses Manager-Flair zu impfen. Wie so oft gilt jedoch, dass die Idee an sich zwar löblich ist, die Umsetzung hingegen recht oberflächlich ausfällt. Früher oder später klickt man sich also notgedrungen durch nervige Angelegenheiten des Coachings und freut sich auf jede Sekunde, die man auf dem Spielfeld veringen kann. Davon gibt es im Üigen reichlich, verantwortlich hierfür ist jedoch nicht nur die Tatsache, dass ihr über Jahre hinweg den Erfolgen hinterher rennt, sondern der bekannte Spielmodus NBA All-Star Weekend auch im Dynasty-Modus enthalten ist. Nach wie vor auch separat spielbar, sorgt dieses Feature für eine zusätzliche Dehnung der Spielzeit. Bezüglich der Dauermotivation gibt es also nur wenig zu meckern.Locker flockig und weit entfernt vom Ernst des NBA-Lebens ist die Freestyle-Challenge. Hier wartet kurzweiliger Spielspaß in Form von diversen Abwandlungen auf den Spieler, etwa im auf Dauer zu simpel gestrickten 1 versus 1-Match oder aber auch beim 3 Punkte-Werfen. Letzteres eignet sich natürlich auch prima zum üben dieser Diszplin für den tatsächlichen Liga-Alltag.Mehrspieler-Anhänger von NBA Live 06 können ihre Kumpels zu sich einladen und entsprechende Matches mit bis zu 4 Spielern gleichzeitig absolvieren. Sicher, so ein Feature ist schlichtweg Standard in jedem Sportspiel, dennoch wird so auch schnell deutlich, dass das Spiel mit menschlichen Gegnern doch noch erheblich mehr Spaß macht und somit durch den fehlenden Online-Modus einiges an Potenzial verschenkt wurde.
Schönheit kommt von Innen
Ein Basketball-Spiel lebt auch von der Euphorie auf den Rängen. Glücklicherweise war man sich dieser Tatsache scheinbar auch bei EA Sports durchaus bewusst und hat ganze Arbeit geleistet. Auch weniger Basketball-verrückte Käufer dürften ob der entstehenden Atmosphäre während eines Spiels durchaus begeistert sein. Während hier bei der Optik durchaus noch einiges zu machen ist, haben die Sound-Coder sich etwas mehr ins Zeug gelegt. Das Anpeitschen der Heim-Mannschaft oder aber auch das lautstarke Bejubeln von erfolgreichen Angriffen ist hier an der Tagesordnung. Wer ein Problem mit der englischen Sprache hat, dürfte die ebenfalls durchaus gelungenen Kommentatoren schnell auf Default setzen, denn die werten Herren sprechen wieder einmal kein Deutsch. Schon komisch, dass ein solches Feature vor einigen Jahren bei allen EA Sports-Spielen möglich war. Wer im Menü auf die Musik achtet und rein zufällig auf Hip Hop-Musik und nahe gelegene Abwandlungen dieses Genres steht, wird mit NBA Live 06 so richtig glücklich, denn genau diesen Stil bietet euch der Soundtrack des Spiels.Unsere im Vergleich zum Prequel höher ausgefallene Wertung verrät es bereits, NBA Live 06 ist in der Tat einen Tick besser ausgefallen als sein direkter Vorgänger. Problematik ist jedoch wie eh und je, dass es für Käufer der ein Jahr alten Version kaum Sinn macht, in den neuesten Teil zu investieren - ausgenommen sind an dieser Stelle natürlich absolute NBA- bzw. Basketball-Fanatiker. Die Frage ist nun, warum es dem Spiel wieder einmal nicht gelingt, in die Wertungsregionen der anderen EA Sports-Produkte vorzustoßen. Unter anderem ist hierfür natürlich der nicht ganz so tiefgreifende Dynasty Modus verantwortlich, hier haben Titel wie Madden und NHL bezüglich der Langzeitmotivation und dem Mittendrin-Gefühl einfach mehr zu bieten. Davon abgesehen stimmt der Umfang an sich natürlich durchaus, hierfür sorgt letztenendes wie immer auch die gut eingearbeitete Lizenz.Was gibt es positives zu vermelden? Nun, auch wenn System-Vergleiche in einer Zeit, in der der Release der neuen Xbox kurz bevor steht kaum noch jemanden hinter dem Offen bzw. der Konsole hervor locken dürften, hat es mich persönlich gefreut, dass die Xbox-Version von NBA Live 06 nicht wie eine gefilterte Kopie der PS2-Version aussieht, sondern in der Tat deutlich hübscher ausfällt. Das Zauberwort lautet detaillierte Texturen, ein Begriff der dank begrenztem Speicher auf der PlayStation 2 ja leider zu einem Fremdwort verkommt. Auch ist es immer wieder erstaunlich, wie EA Sports das Flair eines Sports auf eine Scheibe presst und glaubhaft inszeniert. NBA Live 06 wirkt stellenweise wie die Übertragung einer Basketball-Partie im Fernsehen, unter anderem auch dank der überzeugenden Kommentatoren, welche im Üigen wie immer nur in Englisch verfügbar sind.
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