Nach "$300 Mio."-Deal: EA streicht Arbeitsplätze
15:37 Uhr - Welch Kontrast uns das Videospielegeschäft am heutigen Tage mal wieder vor Augen führt: Gerade vor ein paar Minuten berichteten wir noch über riesige Verkaufserfolge für Electronic Arts (alleine FIFA verkaufte sich innerhalb einer Woche ca. 4,5 Millionen mal), gestern vermeldeten wir EAs Übernahme eines "Social Games"-Studios für insgesamt satte $300 Millionen und jetzt... müssen wir über anstehende Kostenreduktionen und gestrichene Arbeitsplätze beim Großpublisher schreiben.
In einer Pressemitteilung bezüglich der verkaufstechnisch wie gesagt recht starken Q2-Ergebnisse gab Electronic Arts nämlich bekannt, dass kommende Umstrukturierungen im Unternehmmen die Streichung von rund 1 500 Arbeitsplätze vorsehen würden. Gleich mehrere Einrichtungen der Firma sollen komplett dichtgemacht werden, die Belegschaft zugunsten einer "größeren Konzentration auf Titel mit höheren Gewinnaussichten" verkleinert werden. Der Großteil dieser Maßnahmen soll bis zum 31. März 2010 durchgeführt worden sein. Als Ergebnis dessen erfhofft man sich im Management jährliche Einsparungen von mindestens $100 Millionen bei Umstrukturierungskosten von $130 bis $150 Millionen. Dabei gibt EA im gleichen Atemzug stolz an, mit einem Rekordgewinn von $1,147 Milliarden (auf "non-GAAP"-Basis) im Gegensatz zum gleichen Zeitraum im Vorjahr rund 2 Prozent besser abgeschnitten und gleichzeitig die allgemeinen Analystenerwartungen übertroffen zu haben.
Bereits länger bestehende Gerüchte spekulieren über bevorstehende Mitarbeiterstreichungen bei EA Tiburon, Black Box, Redwood Shores und Mythic. [Kotaku] [Noch mehr englische Details zum Plan bei GamesIndustry!]
Wir erinnern passend dazu einfach mal an unsere Meldungen vom Dezember 2008:
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Kommentare (10)
Lohnsklave
Wer unter die Räder kommt, hat eben verloren. Persönliches Pech nennt man so was. Zumindest als neoliberaler "Leistungsträger".
Mobbo
Aabb501
Ragism
Historiker wissen jedenfalls, daß maßlose Dekadenz beinahe jede Hochkultur der Erde ausgelöscht hat. Menschen, die sich mit Geld beschäftigen, wissen erwiesenermaßen fast nichts.
Sorry für diese kleine Abschweifung, aber wer da nicht wütend wird, muss unter Drogen stehen. Ich jedenfalls verabscheue EA schon lange, also können mich solche Nachrichten nicht weiter schockieren. Wer charakterstark genug ist, sollte so wenig Produkte von EA mehr kaufen, wie es ihm als Spieler überhaupt möglich ist...
Raidn
naund
Wenn EA weiter "gewinnmaximiert" arbeitet, kommen in Zukunft nur noch Sportspiele von EA - obwohl sie dort dank immer höherer Lizenzzahlungen und Werbekosten auch immer weniger Gewinn machen.
@ Ragism: Ich kenne kein einziges "Must-Have"-Spiel, dass EA in den letzten Jahren selbst programmiert hat (Crysis, L4D, etc. werden von EA ja nur herausgebracht)
Lohnsklave
Ich rege mich gerne über den Kapitalismus auf. Es ist nach meiner Ansicht zum kotzen, wenn wenige Menschen die Gewinne einfahren und der Hauptanteil der Bevölkerung mit immer mehr Einschnitten leben muss.
Und auf dem Namen "Lohnsklave" bin ich gekommen, nachdem ich 3 Jahre für ein Zeitarbeitsunternehmen tätig war. Aber das ist eine andere Geschichte.
Trigger01
Nein, offensichtlich nicht.
Und da spielt es keine Rolle ob die dann einen Euro oder 100 Millionen kosten.
Wenn es sich nicht rechnet, dann muss man es einsparen.
Macht jeder von euch (hoffentlich) im Privaten auch so und die Unternehmen erst Recht.
Also, wo ist das Problem?
Gruß,
Trigger
Nebelberge
Vom rein wirtschaftlichen Standpunkt hast Du natürlich Recht, soziale und menschliche Aspekte spielen bei solchen Umstrukturierungen eben keine Rolle.
Wenn Schwarz/Gelb z.B. den Billiglohnsektor weiter ausbaut, ist das für die Unternehmer/Arbeitgeber sicherlich von Vorteil. Fehlender Mindestlohn in Deutschland hat auch wirtschaftliche Vorteile für einen gewissen Teil der Bevölkerung. Dummerweise leben mittlerweile Millionen Menschen in Deutschland unter der Armutsgrenze wegen dieser Politik. Und es wird noch kälter werden in der BRD.
Das Problem ist einfach fehlende soziale Verantwortung bei den Unternehmern.
Ragism