Obsidian möchte dem Gebrauchtmarkt einen Dolchstoß ins Herz verpassen
Der Handel mit gebrauchten Videospielen ist einigen Entwicklern scheinbar ein noch größerer Dorn im Auge als Software-Piraterie. Chris Avellone, Chief Creative Officer des Entwicklerstudios Obsidian Entertainment, äußerte sich zunächst nur über die Vorzüge des digitalen Vertriebs und endete mit einer drastischen Ansage gegen den Gebrauchtmarkt.
In einem Interview mit Industrygamers teilte Chris Avellone seine Meinung über digitale Distribution und den Gebrauchtmarkt mit:
- "Unsere Hoffnung ist es, dass wir genug Ressourcen freimachen können, um unsere eigenen Titel digital veröffentlichen zu können. Kleinere Spiele können sehr zufriedenstellende Projekte sein, und es wäre wirklich großartig, diese Möglichkeit zu haben. Aber es wird für uns noch einige Zeit brauchen, um dorthin zu kommen. Wir wollen sicher gehen, dass wir es richtig machen."
- "Eine der größten Vorteile der digitalen Distribution wäre natürlich, dass wir damit den Gebrauchtmarkt verkleinern könnten. Ich hoffe, dass die digitale Distribution dem Gebrauchtmarkt einen Dolchstoß ins Herz verpasst."
Obsidian Entertainment arbeitet derzeit an dem Rollenspiel South Park: The Game.
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Kommentare (16)
Ragism
Solche Aussagen zeigen die intellektuelle und menschliche Basis, auf der auch gegen Raubkopierer argumentiert wird: Die des Geldes. Besonders klug und menschlich ist sie nicht, nur unermesslich gierig.
Justin Zane
Da überlegt man sich doch glatt aus Protest South Park RPG gebraucht zu kaufen wenn man sowas lesen muss :)
Human Torch
Oder man lässt Games solcher Firmen wirklich einfach mal links liegen, auch wenns vielleicht mal schwer fallen sollte. Es gibt wahrlich genug zu daddeln.
Ich ramme denen auch nen Dolch ins Dollar Herz (im übertragenen Sinn), wenn dann plötzlich kaum einer deren Spiel kauft tut das denen mehr weh als irgendwelche Gebrauchtkäufe.
Solche Firmen sind doch auch selber schuld und teilweise an Dummheit nicht zu überbieten. Die einfachste Lösung wäre A: die Games von Haus aus billiger zu machen so das ein Gebrauchtkauf nicht lohnt oder B: selbst einzusteigen und Games gebraucht zu verkaufen... oder C: man ändert die Online Pass Funktion etwas ab, so eine Art Aktivierungsschlüssel fürs Game der dann Profil/Konsolen gebunden ist. (wobei ich das weniger toll aber noch ok finden würde) Wenn die dann bei jedem Gebrauchtkauf 5 Euro mit verdienen wärs ja noch ok.
Hersteller könnten ihre Games selbst zurück kaufen (übern nen eigenes Portal ihrer websites) und sie dann ein zweites mal für weniger (aber immer noch mehr als der rückkaufswert) als den Neuwert verkaufen.
Man muss halt auch mal das Hirn einschalten und sich was einfallen lassen anstatt immer nur zu motzen wie schlecht die Gebrauchtkäufer sind.
Dr4g0nfir3
"...ist einigen Entwicklern scheinbar ein noch größerer Dorn im Auge als Software-Piraterie."
Ist klar! Von Software-Piraten bekommen die kein Geld, können ihn aber illegaler Aktivitäten anschuldigen, seinen Account/Konsole sperren oder ihn im Worst Case auf Schadensersatz verklagen. Von einem Gebrauchtkäufer bekommen sie genauso wenig Geld, dieser handelt aber 100% legal und ist damit unantastbar.
Da "helfen" dann leider nur noch Onlinepässe, DLCs oder komplettes Digital Distribution... Und irgendwann Cloudgaming. Da hat dann niemand mehr irgendwas in der Hand oder auf der Festplatte....
nufuk
Wenn dann das Spiel nurnoch 20-30 € kostet, dann habe ich auch kein Problem damit es nicht weiterverkaufen zu können.
Wenn die aber so hohe Preise zum launch verlangen und dann auchnoch den weiterverkauf behindern, sind die behindert.
Man schaue sich doch einfach mal die Automobil Industrie an, dort ist ein Auto Wertlos wenn es keinen Wiederverkaufswert hat, sollen sich die Spieleschmieden eben was einfallen lassen und den Gebrauchtmarkt selbst in die Hand nehmen und weniger rumheulen, ist wie mit der Film Industrie die sich über Raubkopierer aufregen aber es nicht auf die Reihe bringen ihre Filme online anzubieten.
ps3hero
niemand wird gezwungen die games zu kaufen, wartet halt bis sie billiger werden.
Tomek
Also solange es die Games nicht über die komplette Laufzeit einer Konsolengeneration gibt wird es einen Gebrauchtmarkt geben.
Ich habe mir zum beispiel erst vor kurzem Batman: Arkham Asylum für die 360 gebraucht gekauft da ich nicht eingesehen habe dafür noch 60 Euro im Laden oder 30 Euro für die digitale Version vom Marktplatz zu bezahlen wenn es der Publisher nicht für nötig hält es selbst weiterhin fürs kleine Geld anzubieten und deswegen habe ich jetzt mit Versand circa 15 Euro für eine gebrauchte Version bezahlt die aussieht wie neu. Für die Playstation 3 gibt es das Spiel in der Software Pyramide für 20 Euro und das hätte ich gerne bezahlt aber leider gibt es das nicht für die Xbox.
Ansonsten warte ich mittlerweile bei Spielen die nicht unbedingt zu meinen Must Haves gehören immer bis sie günstiger sind denn direkt spielen klappt bei mir sowieso nicht mehr und mehr Geld ausgeben damit ich es länger im Schrank liegen habe möchte ich auch nicht.
HamHamLunchbox
ihr habt ja ganz viele tolle ideen,aber spiele billiger zu machen wäre einfach keine lösung.
1: publisher/developer würden dann zu wenig verdienen um weitere spiele zu produzieren
2: spätestens die nächste generation von spielern würde sich wieder beschweren das spiele zu teuer sind(wenn ich daran denke das snes spiele früher bis zu umgerechnet fast 100 euro gekostet haben,bin ich mit 64,99 euro für ein ps3 spiel eig ganz zufrieden)
3: wenn spiele billiger werden, werden sie im 2nd hand laden eben auch billiger
4: warum kauft ihr nicht einfach bei amazon,zavvi,the hut oä ein,da bekommt ihr spiele teilweise bereits beim release für lau.
ich zb hab für ac:r(collectors edition),crysis 2,space marine(first edition) und die mgs hd collection knapp 150 euro bezahlt und hatte alle bis auf crysis direkt beim release
und vergleicht den gebrauchtmarkt von games nicht immer mit dem autogebrauchtmarkt
Ragism
1. Publisher beweisen sich regelmäßig als sehr inkompetent, was die Vermarktung von Spielen angeht. Ebenso in Sachen Entwicklung, Kommunikation mit Entwicklern, Finanzierung und der Erschaffung von langfristig eigenständigen Marken. Würden sie nicht regelmäßig so dermaßen viel Geld in den Sand setzen, wäre es absolut kein Problem, die Spiele entsprechend günstiger zu machen.
2. Nun, ab einem gewissen Preis und einem gewissen Umfang wird sicherlich kaum jemand mehr Einwände haben. Kaum jemand würde sich darüber beklagen, wenn er 30-40€ ausgeben muss für ein Spiel. Das wäre ungefähr das dreifache eines Spielfilms auf DVD. Da die Produktionskosten von Spielen und Filmen ungefähr gleich sind, wäre das nur fair.
3. Und wo ist das Problem?
4. Klar, klug kaufen sollte sowieso jeder.
Der Vergleich mit Autos ist aber absolut angebracht, HamHamLunchbox. Ebenso könnte man auch Fernseher, MP3-Player oder jeden sonstigen Artikel nehmen, der nicht lebensnotwendig ist. Es bleibt immer falsch, wenn der Produzent dem Käufer vorschreibt, was er mit dem rechtmäßig erworbenen Produkt anstellt.
Dave Holden
kenn mich mit Piratenbeute zwar nicht so aus, aber denke das eine Unterbindung des Gebrauchtmarkts eher die Softwareräuber noch mehr anspornt, bzw mehr Leute versuchen Games umsonst zu bekommen..