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Okami

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14.02.2007 12:56
Mit Okami beschenkt Capcom alle westlichen Videospieler mit einem der schönsten und vielleicht auch einem der fernöstlichsten Spiele überhaupt. Warum das so ist, zeigt euch folgendes Review.


Okami basiert auf der japanischen Saga des Sonnengottes Amaterasu, über den ihr im Spiel in Gestalt eines weißen Wolfes die Kontrolle übernehmt. Ursache des Ganzen ist die Tatsache, dass ein Siegel geochen wurde, mit dem der achtköpfige Dämon Orochi im Bann gehalten wurde und somit die Menschheit vor seinem Grauen geschützt war. Kaum ausgeochen macht sich die Bestie daran das Land zu vergiften und überall wo es auftaucht für großes Unheil unter den Menschen zu Sorgen.

Vor 100 Jahren gelang es Amaterasu in Gestalt eines Wolfes schon einmal, mit seiner göttlichen Macht den Dämon Orochi zu besiegen. Doch leider war dies nur ein kurzer Erfolg und der Amaterasu war seitdem versteinert und verlor durch diese Niederlage all seine Kräfte. Nun aber wo Orochi erneut sein Unwesen treibt, befreit die Baumgöttin Sakuya den Wolf aus seiner Versteinerung, damit dieser den Kampf gegen den Dämon auf sich nehmen kann.

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Soviel zur Hintergrundgeschichte. Die ersten paar Spielminuten macht ihr euch erst einmal mit dem tierischen Protagonisten vertraut, durchstreift die Landschaften und redet mit den Menschen in eurer Umgebung. Dabei könnt ihr euch frei bewegen und seit ausschließlich durch eure mangelnden Fähigkeiten begrenzt. Da ihr im Laufe des Abenteuers aber stetig neue Fähigkeiten lernt, habt ihr schon bald die Möglichkeit neue Gebiete zu erschließen. Kommt ihr in ein neues Gebiet müsst ihr auch dort wieder eine Aufgabe erledigen um weiter zu kommen. Meistens findet ihr die neuen Landschaften unter einem Mantel von Fäulnis und Schatten vor und müsst diesen erst einmal beseitigen. Dazu müsst ihr den jeweiligen Lebensbaum finden und ihm wieder Leben einflössen. Erst danach bekommt ihr die wahre Schönheit des Landes zu Gesicht und mit der Rettung des Baumes kommt auch das Leben wieder zurück.


Begleitet werdet ihr im Spiel von Issun. Einem kleinen Wesen, welches euch ähnlich wie Midna in The Legend of Zelda: The Twilight Princess für Fragen und mehr zur Verfügung steht. Natürlich antwortet der kleine Homunculus nicht nur gewollt und wird sich immer mal wieder mit Kommentaren zu Wort melden. Neben der eigentlichen Geschichte von Amaterasu der Göttin, an die Menschheit in den letzten hundert Jahren immer mehr ihren Glauben verloren hat und dem Dämonen Orochi, warten allerlei Nebenquests auf euch. Diese erstrecken sich von „holt mir dies zurück“ bis hin zu „repariert jenes“ und nicht selten erhaltet bzw. bemerkt ihr erst viel später im Spiele die wahre Belohnung für eure Taten.

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Alles in allem ähnelt diese Spielführung verdächtig der von der "The Legend of Zelda" Serie. Auch wenn es in diesem Sinne nur selten abgeschlossene Dungeons gibt, so müsst ihr immer erst einen Spielabschnitt abschließen, damit ihr einen neuen betreten dürft. Durch das Vernichten der Dämonen und lösen von Rätseln ingt ihr nach und nach in immer mehr Landstrichen das Leben zurück. So erweckt ihr versteinerte Menschen und befreit die Natur von ihrem dämonischen Fluch. Drückt ihr im Spiel die R1-Taste so gerät die Spielwelt in den Hintergrund und ihr könnt per Analogstick mit einem Pinsel über die Spielwelt streichen. Je nach gemaltem Motiv sprengt ihr Felsen aus dem Weg, löscht Feuer, erweckt Tode oder teilt Gegner in zwei. Wer jetzt an eine komplizierte Pinselführung denkt, kann beruhigt werden. Die dreizehn Pinselstriche bzw. Motive gehen angenehm locker von der Hand und durch ein umfassendes Tutorial wird der Spieler auf deren Einsatz eingestimmt. Allerdings lernt ihr erst im Laufe des Spiels alle dreizehn. Je nach Einsatz des Pinsels leert sich bei Benutzung ein Tintenfass, welches sich nach und nach wieder auffüllt.


Damit ihr allerdings nicht ausschließlich den Pinsel schwingen müsst, könnt ihr den Gegner auch auf herkömmliche Art und Weise zu Leibe rücken.

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Um dabei aber nicht den Kürzeren zu ziehen, solltet ihr regelmäßig in einem der drei Dojos der Spielwelt neue Kampftechniken lernen. Denn viele der Gegner lassen sich nur durch den geschickten Einsatz von unterschiedlichen Techniken besiegen. Ihr beginnt einen Angriff mit einem erlernten Pinselstriche um dann abschließend mit einer Standartattacke Schaden zu verursachen. So schleudert ihr beispielsweise durch einen Pinselstrich Feuerbälle auf euren Gegner zurück um diesen dann wenn er torkelt eines mit dem Schwert überzuziehen. Mit dem Schwert? Ja richtig gelesen, oder kennt ihr einen Wolf der kein Schwert mit sich herumträgt. Naja, auch wenn ihr im Körper eines Wolfes unterwegs seid, so nutzt ihr doch allerlei Gegenstände aus der Menschenwelt. Das eben erwähnte Schwert geht allerdings mehr in Richtung göttliches Artefakt und ähnelt einem Schwert nur auf den ersten Blick.


Je nach dem wie oft ihr im Kampf von Feinden getroffen wurdet bzw. wie schnell ihr euch dem Gegner entledigt habt, winken am Ende der Auseinandersetzung mehr oder weniger Goldstücke. Und auch eine Art Finish Him haben sich die Entwickler ausgedacht. Dieser natürlich stillecht mit einem Pinselstrich ausgeführt. Kümmert ihr euch auf eurem Abenteuer um hilfsbedürftige Tiere, erhaltet ihr dafür Glückspunkte, die ihr dann zum Aufbau eurer Göttin verwenden. So steigert ihr Lebensenergie, die Größe eures Tintenfasses oder eure Ausdauer.Glück sammelt ihr zum Beispiel durch das helfen von Tieren in Not oder auch durch das suchen von Glücksymbolen.

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Grafisch lässt sich Okami Aufgrund seines Cell Shading Looks am ehesten mit Links Ausflug auf dem GameCube in The Legand of Zelda: A Wind Waker vergleichen. Allerdings wird der „harte“ Cell Shading Look mit einer Mischung aus aquarall Effekten vermischt und wirkt beinahe wie ein in sich geschlossenes Kunstwerk. Jede Szene wirkt durch die vielen Details, wie fließender Tag- und Nachtwechsel, die von den Bäumen zu Boden schwebenden Blätter oder das Wasser in den Flüssen, unglaublich lebendig. Aber nicht nur die Hintergründe sprühen vor Leben. Auch die Charaktere selbst. Sobald ihr in die Rolle von Amaterasu schlüpft, lasst beim wieder aufkommen nach einem Sprung Blumen unter euren Tatzen sprießen oder anstatt das besiegte Gegner lieblos zu Boden gehen verwandeln sie sich nach ihrem Ableben in Blütenblätter.


Damit gehört Okami zumindest auf der PlayStation 2 ganz klar in die Oberliga der Grafikreferenzen.

Wie schon die Grafik, zeigt sich auch die musikalische Untermalung von ihrer besten Seite. So wird das gesamte Spiel von traditionell japanischen Instrumentalklängen vermischt mit modernen Melodien begleitet. Und selbst beim Sound beweisen Clover ihren Hang zum Perfektionismus. So verzaubern euch von Anfang an märchenhafte Klänge, die euch durch das Abenteuer des Sonnengottes begleiten. Jedes Wolfsgeheule, jeder noch so kleine Windhauch lässt in euch das Gefühl einer lebendigen Spielwelt auf erleben.

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Ein ganz großes, wenn auch das einzige Manko ist allerdings die Sprachausgabe von Okami. Anstatt einer vernünftigen Vertonung entschied sich Capcom zu Gunsten eines undefinierbaren Kauderwelschs. Speziell zu Beginn während des Intros und auch immer mal wieder später in den längeren Sequenzen kann dies zu verstörten Blicken des Spielers führen. Schade das Capcom hier auf eine englische Synchronisation verzichtet hat. Oder selbst auf Japanisch würde die Sprachausgabe hierzulande besser in unseren Ohren klingen, als dieses wirre „Geabbel“.


Dafür wirken die ins deutsche übersetzten Texte zu jederzeit gelungen und fördern die Dichte und Glaubwürdigkeit der Story.

Gerade noch in Twilight Princess auf dem Wii auf vier Pfoten unterwegs gewesen, schon ereilt einem das gleiche Schicksal auf Sonys PlayStation 2. Aber an dem, was Okami an Atmosphäre und Präsentation bietet, kann sich selbst Nintendos Alltime Classic Serie The Legend of Zelda eine Scheibe abschneiden.

Clover Studios beschenkt die PlayStation 2 kurz vor dem Europarelease ihres Nachfolgers mit einem ihrer größten Hits! Okami zu spielen ist eine wahre Freude und das Spiel selber vielleicht das perfekte Action Adventure. Selten gab es so eine dichte und zugleich träumerische Atmosphäre, gemischt mit einer derart traditionellen und märchenhaften Spielwelt. Zum weiteren Spielgenuss tragen natürlich auch die einzigartige Tuschegrafik und die wunderschönen Musik bei. Einzig und alleine die Sprachausgabe wirkt gerade im Vergleich zum Rest des Titels mehr als verstörend.

Wer sich auf Okami einlässt wird für 30 Stunden in eine andere Welt abtauchen. Danke Clover, für diese einzigartige Spielerfahrung! Und danke Capcom das ihr den Titel in Europa veröffentlicht. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Spielerfahrung von den PlayStation 2 Besitzern genügend gewürdigt wird und es in Zukunft noch weiterer solcher Meilensteine zu bestaunen gibt. Evtl. wird es ja sogar eine Tages auf Nintendos Wii eine Okami Umsetzung erscheinen. Immerhin würde die Pinselmalerei so wunderbar ins Konzept der Konsole passen. Ein Meisterwerk von einem Spiel!

Clover Studios - Ein Epilog

Schade das mit Okami auch gleichzeitig das letzte Spiel aus dem Hause Clover erscheint. Da das Studio wohl für den Massenmarkt nicht erfolgreich genug schien, gab Capcom Ende 2006 bekannt, dass Studio im Frühjahr 2007 zu schließen.

Das am 1. Juli 2004 gegründete Studio überlebte nur drei Jahre in der Branche und wird nun Ende März 2007 die Pforten schließen. Ab dem Termin werden alle Cloverbeteiligten direkt in ein Arbeitsverhältnis mit Capcom übergehen. Somit hält sich zumindest Capcom die Chance offen, doch irgendwann ein Nachfolger von Okami zu entwickeln.

In den drei Jahren seit bestehen des Studios entwickelte Clover folgenden Titel:

Viewtiful Joe – PlayStation 2 (Portierung des GameCube Titels von Studio 4)

Viewtiful Joe 2 – GameCube

Viewtiful Joe 2 – PlayStation 2

Viewtiful Joe: Red Hot Rumble – GameCube

Viewtiful Joe: Double Trouble – Nintendo DS

Viewtiful Joe: Red Hot Rumble – PlayStation Portable

Okami – PlayStation 2

God Hand - PlayStation 2

Bewertung

Okamips2

9/10

Alexander Laschewski-Voigt

Der gelernte Industriekaufmann probierte sich im BWL-Studium aus, um dieses dann allerdings zugunsten einer Xbox-Website namens AreaXbox vorzeitig zu beenden. Seitdem steht er als Chefredakteur auf der Kommandobrücke der MS AreaGames. Der bekennende US-Serienfan legt am liebsten Renn- oder Rollenspiele in seine Xbox 360. Zu den Alltime-Hits seiner mit dem C64 begonnenen Spieleleidenschaft gehören Deus Ex, System Shock 2 und die Wing Commander-Reihe.

 

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Okami PS2

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