Okamiden
"Okami" konnte zuletzt vor drei Jahren als Wii-Remake, nachdem es auf der PlayStation 2 gnadenlos gefloppt ist, auf sich aufmerksam machen. Leider vergebens, denn die verkorkste Wii-Gemeinschaft schenkte dem malerischen Abenteuer rund um die weiße Hunde-Gottheit keinerlei Beachtung. Völlig zu Unrecht, wie ich finde. Umso mehr freute ich mich über die Ankündigung des Nachfolgers, der nun für den DS erscheint. Ob "Okamiden" wohl seinem Vorgänger in allen Belangen gerecht werden oder ihn sogar übertrumpfen kann?
Warum der Protagonist ein Baby-Wolf ist
Auch wenn "Okami" kein allzu großer Erfolg für Capcom war, entschied sich der Publisher dafür, einen Nachfolger des bei Kritikern beliebten Spiels entwickeln zu lassen. Sehr zur Freude der Fan-Gemeinde, auch wenn die erste Ernüchterung bereits mit der Offenbarung der geplanten Plattform eintrat. Denn leider schafft es die Geschichte des Baby-Wolfs "nur" auf Nintendos Handheld und bietet demnach nur eine kleines Abenteuer in diesem schicken japanischen Universum. Trotz des ausgetauschten Entwicklerstudios lässt "Okamiden" den gewohnten Okami-Flair bei Kennern aufkommen. Der Studio-Austausch ließ sich auch nicht vermeiden, denn bereits kurz nach dem Release von "Okami" auf der PlayStation 2 mussten die ursprünglichen Entwickler 'Clover Studio' die Pforten ihres Studios schließen. Übrigens arbeiten viele der ehemaligen Angestellten aktuell bei 'Platinum Games' ("Bayonetta", "Mad World"). Damit der Zauber des Vorgängers ohne Abstriche fortgeführt oder schlicht wiederverwertet werden kann, ähneln sich selbst die Storys beider Spiele sehr stark. Zwar beginnt die Geschichte neun Monate nach den Ereignissen in "Okami", greift allerdings genau dieselbe Thematik auf. Protagonist ist nun der Sohn der Sonnengöttin Amaterasu, mit welcher ich die Welt im ersten Teil vor dem dämonischen Niedergang bewahren konnte. Wieder einmal zieht ein schwarzer Schatten über Nippon, den ich in der Rolle von Wolfswelpe Chibiterasu abwenden muss. Die Story ist somit kaum verändert worden und bietet folglich wenig Kreativität. Leute die die damalige Geschichte nicht kennen, müssen natürlich keinen Nachteil für sich verzeichnen. Zu Beginn des Spiels werden altbekannte Charaktere des Spiels ausführlich thematisiert, wodurch auch Neueinsteiger einen kleinen Einblick in die neun Monate zurückliegenden Ereignisse bekommen. Nach den ersten Einführungen in die Steuerung muss ein Begleiter für unseren kleinen Chibterasu gefunden werden, da der altbekannte Mitstreiter aus dem Vorgänger, Issun (ein kleiner, grüner, springender Mensch), keine Zeit und Lust für ein weiteres Abenteuer aufbringen will oder kann. Demnach muss nun leider auch auf Issun's Tittenwitze verzichtet werden. Die kindlichen Begleiter sind die große und einzige Neuerung in "Okamiden", die ähnlich wie bei "Zelda: Spirit Tracks", die Kombinationsgabe fördern sollen.
Hübsche japanische Tusche-Malerei
Schaut man sich erst einmal genauer um, erblickt man sofort wieder den ausgezeichneten japanischen Zeichenstil, der sich mit seinen dicken Pinselstrichen an der japanischen Tusche-Malerei orientiert. Der eigentlich schöne Cel-Shading-Look muss mangels technischer Fähigkeiten des DS, leider in einer beschränkten Variante dargestellt werden. Neben groben Pixeln, vielen Ecken und Kanten, tauchen auch direkt vor Wöflchens Schnauze Bäume und Menschen plötzlich auf. Dadurch geht einiges an der Glaubwürdigkeit der Spielewelt verloren. Rennt Chibi durch die verschiedenen Örtlichkeiten, kommt es zusätzlich noch zu gelegentlichen Slowdowns. Das fordert nicht gerade das, wegen der grafischen Mängel, sowieso schon krampfhaft versuchte eintauchen in das Okamiden-Universum. Leider tapselt der niedliche weiß-rote Geselle durch äußerst leblose Umgebungen und versucht vergeblich mit seinem hinterhergezogenen blumigen Schweif wenigstens ein bisschen Lebhaftigkeit zu zaubern. Diese will sich mangels Büschen, Blumen und Pflanzen doch nicht so recht zeigen. Dennoch hüpfe ich weiter und erlerne die Grundmechaniken der Pinselmalerei und die Vorteile einer menschlichen Begleitung im ersten bestreitbaren Dungeon. Kinu, so heißt der erste Begleiter, kann absteigen und für mich unerreichbare Schalter betätigen und somit die leicht durchschaubaren Aufgaben lösen. Im späteren Spielverlauf kommen noch einige Begleiter hinzu, die allesamt unterschiedliche Fähigkeiten mit sich bringen und so für Abwechslung im Spielgeschehen sorgen sollen. Außerdem lernt Chibi nach und nach immer mehr Pinseltechniken kennen, mit denen unter anderem Kirsch-Bomben gelegt, Dämonen, Steine und Bäume zerteilt oder einfach nur zerstörte Brücken wieder hergestellt werden können. Die gesamten Zeichen-Tricks helfen beim lösen der diversen Neben- und Hauptaufgaben. Logisch geschlussfolgert (immerhin ist er der Sohn einer Sonnengöttin) ist Chibis erste Fähigkeit, die Sonne jederzeit zum erstrahlen zu bringen. So kann nasse Wäsche getrocknet werden oder Menschen mit frischen Sonnenschein erfreut werden. Die Eingabe der gelernten Zeichnungen, wird durch das Ziehen relativ einfacher Striche auf dem Touchscreen vorausgesetzt, um letztendlich die gewünschten Effekte zu erzielen. Eher selten wird das eigene Gekritzel nicht erkannt, sodass Frust-Momente Großteils vermieden werden.
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Kommentare (12)
HamHamLunchbox
und issun ist kein pilz, sondern ein mensch XD
http://en.wikipedia.org/wiki/Issun-bōshi
Claudandus
Der Vorgänger ist mein liebstes Game ever. Bis heute hab ich es bestimmt 10-12 mal durchgespielt. Doch der neue Teil versteht es in vielen Punkten einfach zu enttäuschen.
1. Am meisten stört natürlich die SEHR starke Verkindlichung der ganzen Story, umgebung und Charaktere.
2. Es ist wirklich noch leichter als der Vorgänger.....um Längen sogar, was es mir ermöglichte, ohne groß anzuecken, es beim ersten mal ohne zu sterben durchzukommen.
3. Das nur die alten Gegenden verwendet werden ist auch mehr als beschissen. Auch wen der Vorgänger Göttlich war, so macht es für mich keinen Sinn jetzt alles wieder auf dem Gleichen Grundstücken zu zocken. Hätten Capcom lieber Okami, für den DS3 Umsätzen solen.
4. Schön das die „Geliebt“e Cam wieder hinter den Wolf schwebt. Bringt in den Fall nur nichts da es ein Rüde ist....noch dazu ein Welpe.
Aber natürlich gibt es nicht nur Wölfich zu heulen, den in vielen Punkten greift der Kleine Wolf in die Pfoten seiner (SEHR attraktiven) Mutter.
Süchtig machendes spielprinzip, die Witze am Rande immer wieder und das Sammeln.
Dennoch muss ich schweren Herzens den Game ne 7/10 geben, da es gerade für die Fans des Spiel ein kräftiger tritt in die Peltziegen Eier ist.
Für alle Fans kann ich nur empfehlen, den Japanischen Capcom onlineshop zu besuchen!!!
Hab mir selber gerade die Geile Limit Edition von Okamiden bestellt.
http://www.e-capcom.com/ec/srDispProductListProductLink/doProductLink/1/1/A10002502/10/10/srDisp ProductList/
Das Okmai Kissen (man beachte die Rückansicht =^.^= ): http://www.e-capcom.com/ec/srDispProductListProductLink/doProductLink/1/1/A10002527/11/10/srDispProd uctList/
Die Okami DS Hülle: http://www.e-capcom.com/ec/srDispProductListProductLink/doProductLink/1/1/A10002635/10/10/srDispProd uctList/
und die coolen Tassen: http://www.e-capcom.com/ec/srDispProductListProductLink/doProductLink/1/1/A10002448/10/10/srDispProd uctList/
Saskia Thudium
Ich habe auch mit mir selbst gerrungen, ob es nun eine 7/10 oder eine 8/10 wird. Erstere kann vermutlich für Fans zutreffen, da wegen des ÜBER-grandiosen Vorgängers sehr viel erwartet wurde. Betrachtet man das Spiel jedoch von einem anderen Standpunkt, sprich aus der Sicht des gewöhnlich DS-Zockers oder Action-Adventure-Fans, ist Okamiden einfach ein echt gutes Spiel und erhält die 8/10 TROTZ der vielen technischen Mängel. Hätte es diese nicht gegeben, wäre vielleicht eine 9/10 rausgesprungen. Außerdem muss dieses Franchise doch weiterleben, oder? ;) Hoffentlich erwartet uns dann ein 'echter' Nachfolger für Xbox 360 oder PlayStation 3!
Saskia Thudium
Claudandus
Auch noch gerade dazu nachbestellt.......gut 350€ für alles zusammen....mit Versand, Verpackung und Zoll.....was solls, Okami ist es wert :)
retroman
Zocker 3000
CallMeCayhan
bleach
Hatte ja schon bei der Okami auf der Wii immer dieses "Ach, wie geil wäre das jetzt in HD..."-Gefühl - schade eigentlich, dass Capcom hier jetzt vorerst auf den DS gesetzt hat. Aber die Hoffnung auf einen Nachfolger für die großen Konsolen bleibt auch bei mir.
PS: In Sachen Merchandising ist natürlich immer noch das Three Wolf God Sun-T-Shirt ungeschlagen: http://www.capcom-unity.com/vabor/blog/2010/07/14/sdcc_update:_triple_function_design