One Piece Unlimited Cruise 2 – Das Erwachen eines Helden
12:37 Uhr - Aus eins mach’ zwei! Nachdem die Crew der Thousand Sunny vor wenigen Monaten zur ersten Etappe ihrer unendlichen Seereise aufgebrochen ist, geht’s im zweiten Teil zu neuen alten Ufern. Und das meinen wir in jeder Hinsicht wörtlich.
Ich bin ja immer wieder bestrebt den kürzesten Test der Welt zu schreiben. Aber gegen Printmagazine hab’ ich da wohl keine Chance. Für bestimmte Titel bleibt da nur jeweils eine halbe Seite Platz, womit ich mein Kontingent an möglichen Wörtern an dieser Stelle wohl schon fast aufgebraucht hätte. Das wäre dann doch etwas spärlich. One Piece Unlimited Cruise 2 – Das Erwachen eines Helden, gibt mir allerdings die denkbar besten Voraussetzungen, diesen Negativrekord noch weit zu unterbieten. Genauso gut hätte ich nämlich einfach nur einen Link einfügen können, der auf den Test des ersten Teil verweißt und wäre dem Nachfolger dabei trotzdem gerecht geworden. Eigentlich gar nicht dumm, dass Bandai Namco uns prinzipiell ein einziges großes Spiel über einen kleinen Zeitraum, als zusammenhängenden Zweiteiler verkauft und damit praktisch dem Vorwurf der uninspirierten Fortsetzung entgeht. Denn die neue Episode gleicht dem „Schatz unter den Wellen“ spielerisch, wie eine Kokosnuss der anderen.
Zurückgespult
Zu Beginn wird das Finale des Vorgängers resümiert und die Handlung knüpft nahtlos an. Die Crew muss – aus einem Grund, den ich hier natürlich kaum verraten kann – auf die selben vier Inseln zurück und noch einmal alle Aufgaben erfüllen. Das klingt allerdings lächerlicher, als es ist, denn auf unerklärliche Weise haben die Eiländer ihr Aussehen geändert, sodass ihr komplett neue Gebiete erforscht. Wer sich durch das erste Abenteuer gearbeitet hat, darf seinen Spielstand übertragen. Neueinsteiger erhalten aber auch wieder hilfreiche Erklärungen zu Steuerung und Spielprinzip. Nach wie vor durchstreift ihr mit dem achtköpfigen Chaotenteam die exotischen Inselwelten, sammelt allerhand Schätze, Pflanzen und Materialien, um daraus Mahlzeiten und Tränke zu kochen oder nützliche Gegenstände zu basteln, die euch bei der weiteren Erkundung und der Lösung kleinerer Rätsel helfen. Nebenbei bestreitet ihr zahllose, zeitweise etwas ermüdende Kämpfe, per einfach zu begreifendem, aber durchaus gewitzten Kampfsystem und lasst eure Glücksjäger dabei nach und nach neue Techniken erlernen. Zwischendurch stehen Genre-typische Bosskämpfe auf der To-do-Liste. Es gibt zahlreiche neue Items und Fähigkeiten und wieder haufenweise lustige Dialoge zwischen den Mitgliedern der Crew. Der Schwierigkeitsgrad hat etwas angezogen. Audiovisuell übernimmt „Das Erwachen eines Helden“ unverändert sämtliche Stärken und Schwächen und zeigt detaillierte, gut animierte Charaktermodelle, mit hohem Wiedererkennungswert, in weniger detaillierten Landschaften, die stellenweise von Kantenflimmern und Rucklern geplagt werden, dafür aber mit lebendiger japanischer Synchro in den Cutscenes und durchgehend ansprechenden Melodien aufwarten.
Pro und Contra
- + sympathische Heldentruppe
- + simpelmotivierendes Kampfsystem
- + großer Umfang
- + reizvolles Gerätebasteln
- - fast nichts Neues
- - grafisch nach wie vor mittelmäßig
- - teils unnötig gestreckt
Dank liebenswerter Figuren, die zweite Runde wert.
Ein bisschen unverschämt ist es ja schon, dass Bandai Namco hier noch mal ca. 50 Tacken für beinahe das selbe Spiel haben wollen. Doch ich kann nicht behaupten das Unlimited Cruise 2 lieblos gemacht wäre. Klar, ein Großteil der noch einmal ca. 30 Stunden langen Geschichte wird durch viele, nicht immer spannende Kämpfe und elendig lange Laufwege gewonnen. Doch obwohl spielerisch nichts nennenswert Neues geboten wird, hing ich schnell wieder fest. Das liegt vor allem an der höchst sympathischen Heldentruppe. Da man immer mit allen acht Charakteren unterwegs ist, die regelmäßig auch kleinere Ereignisse kommentieren, bekommt das Spiel selbst in langwierigen Passagen eine gewisse Lebendigkeit. Zudem motivieren wieder das Charakteraufwerten durch den richtigen Einsatz der Kampffertigkeiten, was die Kloppereien interessant bleiben lässt und das Basteln neuer Gegenstände. Die Handlung leidet zwar etwas unter dem schleppenden Spielfortschritt, hält aber trotzdem bei Laune. One Piece-Fans bekommen hier wieder gelungenes Videospiel-Futter, welches die Vorlage passend umsetzt, müssen aber wieder – genau genommen sogar mehr als vorher – einige Längen überstehen. Doch wer nach dem Ende des ersten Teils, wissen will, wie es weitergeht, muss wohl zugreifen. Alle anderen drehen den Cent lieber zweimal um, denn die Unterschiede halten sich spektakulär in Grenzen.
Bewertung
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Kommentare (6)
paulfect
Mediamarkt100
DIABLO X
MaxSchmerz
Wakko_Yakko
Haltet doch einfach den Sabbel wenn euch ein Spiel nicht gefällt oder eure Vorurteile euch daran hindern selbiges auszuprobieren.
Das hier ist ein Testbericht und keine Spielwiese für geltungsbedürftige Pfosten.
@Johannes
Super Testbericht, ich kann mich Max nur anschließen.
Kurz und Knapp-->Aussagekräftig!
Wer solche Titel vorurteilsfrei testen und bewerten kann verdient echten Respekt, gerade mit solchen Fähigkeiten entdeckt man immer mal wieder überraschend gute Titel.
Thaddäus Tentakel