PC-Testrunde: Serious Sam, Greed, RACE On
14:19 Uhr - Und schon drehen wir eine weitere Testrunde - zum ersten Mal widmen wir uns dabei dem PC: Serious Sam HD, die Neuauflage des ballerlastigen Ballerspiels mit zusätzlichem Ballergehalt, wird von SimBins Rückkehr auf den PC, RACE On, sowie Greed, dem wohl oder übel geistigen Nachfolger zu Space Siege, begleitet. Zu viele Spielenamen auf einmal? Unser Roundup gibt garantiert die nötige Übersicht!
Serious Sam HD: The First Encounter
Sam is back! Nein, nicht Mr. Fisher aus Splinter Cell oder der detektivische Spürhund, sondern Serious Sam. Etwa acht Jahre nach Release darf man den First Encounter nun zum zweiten Mal angehen. Was sich seitdem geändert hat? Das dürfe der Namenszusatz „HD“ bereits vorweggenommen haben: Der engagierte Ballermann sowie jeder der gefühlten 5.987.145.892 Widersacher haben ein Facelifting bekommen. Eines, das vielleicht nicht den gewünschten Effekt hervorgerufen hat. So wie bei zahlreichen Hollywood-Damen eben. Klar, Serious Sam HD: The First Encounter ist der Urfassung technisch deutlich überlegen. Allerdings möchte ich einige Phrasen der Packungsrückseite rezitieren: „Mit der neuen Serious Engine 3 wird kein Detail übersehen, kein Partikel vergessen und kein Polygon im Stich gelassen“, „Gerendert mit der Technologie der Zukunft für den Spaß in der Gegenwart“, „Das Bild ist so hell und klar, dass du am liebsten die Sonnencreme auspacken würdest“. Zugegeben, letztere Aussage trifft zu, wenn ich an einer grün blühenden Oase mitten in der ägyptischen Wüste verweilen kann. Das passiert in Sams verrückter Welt übrigens relativ selten. Jedenfalls ist die Serious Engine 3 keinesfalls derart vorangeschritten, um der Konkurrenz in irgendeiner Weise davonlaufen zu können. Manchmal rutscht sie sogar während des Rennens aus und landet auf dem harten Boden der Tatsachen: Triste Umgebungen, unscharfe Texturen in einigen Ecken, Klongegner von der Stange und abgehackte Animationen. Man sieht dem Titel sein eigentliches Alter eben doch an. Dafür läuft, die nötige Hardware vorausgesetzt, alles absolut flüssig. Wie damals eben.
Am Gameplay hat sich hingegen rein gar nichts geändert: Noch immer wird geballert bis der Arzt kommt (um euren vom ständigen Mausklicken abgefallenen Finger wieder anzunähen). Schließlich reist ihr extra zurück in die Zeit, um im alten Ägypten mit einer Reihe von nützlichen Waffen (Schrotflinten, Maschinengewehre, Raketenwerfer, …) ganze Horden von fiesen Monstern um die Ecke zu bringen und somit die Welt zu retten. Fragt bitte nicht nach einer annähernd funktionierenden Rahmenstory. Dafür aber eure Kumpels, ob sie nicht zu einer LAN-Session vorbeikommen oder über das Internet mit euch zocken wollen. Dann, und nur dann, entfaltet Serious Sam HD meiner Meinung nach sein volles Potential. Wer hilfeschreiend in das Headset brüllt, weil er gerade vor 30 bombentragenden, kopflosen und trotzdem „WaaaAAaaaahHHHhhhHHhhhH!!!“-schreienden Widersachern gejagt wird, hat eben mehr Spaß, als alleine die Herstellungsqualität seiner Maus auszutesten. Mit einem Kaufpreis von rund 20€ ist der Titel unserer Meinung nach aber noch etwas zu teuer.
Achtung: Bei der Installation des Spiels ist eine Registrierung über Valves Steam nötig – auch im Falle der Retail-Verkaufsfassung. Dazu ist ein Steam-Account erforderlich, außerdem muss am Rechner eine Verbindung zum Internet bestehen.
Wertung: 6 von 10
Greed: Black Border
Von dem Moment an, an dem Greed: Black Border auf meinem Schreibtisch lag bis zur Entstehung dieser Zeilen wollte ein Vergleichsgedanke nie aus meinem Kopf: Es sieht aus und spielt sich wie Space Siege, ist aber noch ein Stückchen schlechter als das Werk von Chris Taylor. Und das soll was heißen.
Grundproblem von Greed ist folgendes: Es macht das, was es sein will - nämlich ein Action-Rollenspiel - bereits in den innersten Kernpunkten nicht richtig. Das fängt bei der missratenen Steuerung an. So ist es etwa nicht möglich, gleichzeitig zu laufen und dabei mit Maschinengewehr, Flammenwerfer & Co. ein paar Widersacher über den Weltraum-Jordan zu schicken. Wer schießen will, muss also stehen bleiben. Das kommt besonders einer der insgesamt drei spielbaren Klassen, der Ingenieurin, nicht zugute: Auf Fernkampf spezialisiert und mit nur wenig Rüstung versehen hat sie anfangs definitiv das Nachsehen. Außerdem klappt die Wegfindung nur bedingt, zu oft bleiben die Protagonisten an Kisten und Ecken hängen. Dann muss die Laufroute manuell-akribisch mit der Maus vorgeklickt werden. Viel gravierender ist aber Greeds großes Motivationsproblem. Ob nun ein Diablo, Torchlight oder eben Space Siege, sie alle halten ihre Fans vorrangig durch ein funktionierendes Loot-System am Monitor fest. Nicht so im neusten Werk von Headup Games: Ein Inventar, das viel zu klein ist, trifft auf einen Haufen von Items, für die das derzeitige Level der Spielfigur in aller Regel nicht genügt. Eine Option, Items in einem größeren Lager zu verstauen, gibt es nicht. Somit bleibt euch meist nur übrig, lediglich die wertvollsten Dinge mitzunehmen, um sie später anzulegen. Der Rest muss entweder verkauft oder weggeschmissen werden, nahezu nie besitzt man eine der derzeitigen Stufe angemessene Rüstung.
Glücklicherweise macht Greed einige Dinge dann doch noch einigermaßen richtig: Das Setting wurde schon länger nicht mehr behandelt und findet, anders als in Space Siege, nicht nur in einem Schiff, sondern auch auf Planetenoberflächen statt. Die oft tristen Umgebungen werden hierbei höchsten durch die tollen Lichteffekte kompensiert. Zwar kann auch die Geschichte rund um die von mehreren Allianzen umkämpften Rohstoffe niemanden vom Hocker reißen, dafür hat man einige wirklich talentierte Sprecher gefunden, um die Figuren zu vertonen. Und bei einigen spielerischen Aspekten, etwa den drei erfreulich abwechslungsreichen Talentbäumen von Ingenieurin, Pyro-Kämpfer und Marine, kann das insgesamt unterdurchschnittliche Weltraumabenteuer zusätzlich einige Punkte einfahren. Warum man im Online-Koop allerdings keinen Ingame-Sprachchat erlaubt und Freunde nur via mühseliger IP-Eingabe finden kann, ist mir ein Rätsel. Eines, das ich aus eigenem Interesse heraus aber wohl nicht mehr lösen werde.
Wertung: 4 von 10
RACE On
Nach Race Pro auf Microsofts Xbox 360 kehren SimBin endlich wieder zu ihren Wurzeln zurück und bringen mit RACE On einen – trotz sehr ähnlichem Namen – wesentlich besseren Genrevetreter über die Zielgerade. Am Genrethron wird trotzdem nicht gekratzt, woran vor allen Dingen das veraltete Technikgerüst Schuld trägt. Schließlich basiert RACE On noch immer auf der altbackenen Engine von GTR 2, an der die Zeit, trotz all ihrer damaligen Herrlichkeit, nicht unbemerkt vorbeigezogen ist. Zwar wurde hier und da etwas Feintuning betrieben, an eine auch nur annähernde (grafische!) Vergleichbarkeit zu Race Driver: GRID, NFS: Shift oder gar DiRT 2 ist jedoch keinesfalls zu denken. Grobe Streckendetails, mangelhafte Beleuchtung, verschwommene Texturen – vielleicht Dinge, an denen sich Hardcore-Simulationsfans gar nicht stören? Sollten sie, trotz Alternativenmangels, aber auf jeden Fall tun, denn so wirkt der Titel eher wie ein müdes Update. Dabei hat sich inhaltlich einiges getan: Insgesamt zwölf neue Strecken werden von einigen frischen Wagenmodellen, allen voran Muscle Cars und der STCC-Tourenwagen-Serie, begleitet. Wie immer ungeschlagen ist die Fahrphysik, die in Verbindung mit einem ordentlichen Peripherie-Setup vor dem heimischen PC für ein unverwechselbares Realitätsgefühl sorgt. Zeitstrafen, Boxenstopps und äußerst tiefgründige Tuning-Optionen tun ihr Übriges, um Simulationsfans für RACE On zu gewinnen. Aber auch innerhalb des Karrieremodus zeigen sich wieder einmal präsentationstechnische Schwächen. So wird ein Rennen lieblos nach dem anderen abgespult, Boxenstopps per Tabelle dargestellt und stylische Intros zum Rennbeginn fehlen genauso wie animierte Siegerehrungen.
Aus alldem ergibt sich ein kleines Kaufempfehlungs-Debakel: Simulationsfans sind mit Race 07 & Co. genauso gut bedient und sollten wirklich nur dann zuschlagen, wenn sie unbedingt neue Wagen und Strecken benötigen. Anfänger sehen in RACE On erst gar kein Land, schließlich wird die Lernkurve durch das Fehlen von Ideallinien und großzügigen Fahrhilfen ins Unermessliche gestreckt. An sich ist und bleibt der Titel aber im oberen Qualitätssegment. Wer auf eine zeitgemäße Präsentation weitestgehend verzichten kann, rechnet noch einen Punkt auf die Wertung drauf!
Wertung: 7 von 10
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Kommentare (7)
Capt Alu
Ob Greed das is kann ich nich beurteilen. Nie gespielt.
Aber Serious Sam is irgendwie sehr verlockend, hat damals einen Heidenspaß gemacht. AAAAARGH Yourself :D
Robert Buch
Lord_Arschbacke
Für 20 euro kann man da wirklich nicht meckern, da es definitiv ein Spiel ist, dass man öfter durchspielen wird. Ausserdem: Solch spaßige Coop Spiele sind heutzutage selten.
Jace
naund
Robert Buch
Jace