PSP-Testrunde: Little Big Planet, Cars und Star Wars
14:07 Uhr - Auch für Sonys Taschenschmeichler wird es Zeit, unserer Quickcheck-Rubrik einen Besuch abzustatten. Für unsere erste PSP-Testrunde haben wir LittleBigPlanet, Cars-Race-O-Rama und Star Wars Battlefront: Renegade Squadron unter die Lupe genommen.
Little Big Planet
Es sollte das Zugpferd im Weihnachtsgeschäft 2008 werden: Little Big Planet für die PS3. Aber leider schien man im Fahrwasser von diversen Action-Spielen wie Gears of War 2 oder Resistence 2 etwas untergegangen sein, und die Zahl der Käufer, die sich für eine kreative Jump`n`Run Erfahrung begeistern konnte, schien nicht ganz den Wunschvorstellungen von Sony zu entsprechen. Trotzem war schon zu diesem Zeitpunkt klar, das die kleinen Sackboys auch auf die PSP portiert werden sollten. Und so bekommen Besitzer der Unterwegs-Playstation zu diesem Weihnachtsfest ihr eigenes kleines Little Big Planet.
Dabei ist die PSP-Version nicht nur ein simpler Port des PS3-Spiels, sondern eine stark angepasste Version des Little Big Planet Spielprinzips mit einigen Beschränkungen, aber auch einigen Vorteilen gegenüber des großen Heimkonsolen-Bruders. Entfernt wurde der Multiplayer, auf der PSP lässt sich LBP nur alleine spielen. Dafür sind die 30 Level, die die Story-Kampagne ausmachen komplett neu erstelle Hinderniskurse, die angenehm abwechslungsreich sind und viele Verrückte Design-Ideen einbringen. Glücklicherweise hat man bei dieser Gelegenheit auch die drei Tiefenebenen der PS3-Version auf zwei reduziert. Das Spiel ist damit weitaus einfacher zu steuern und nähert sich vom Feeling jetzt eher an ein 2D-Jump`n`Run an. Der Frustfaktor der PS3-Version wurde ebenfalls entschärft: Statt einer begrenzten Anzahl von Leben je Level werden nun schlichtweg Punkte nach dem Ableben abgezogen, was auch dazu führt, dass man recht schnell durch die einzelnen Abschnitte eilt. Gebremst wird man höchstens durch die langen Ladezeiten, die sowohl auf der UMD-Version, als auch auf der Downloadvariante anfallen. Wenn man nach knapp 5-6 Stunden die Storymissionen dann erfolgreich abgeschlossen hat, wird es Zeit sich um den Editor des Spiels zu kümmern. Hier stehen einem fast alle Möglichkeiten der PS3-Version zur Verfügung auch wenn die Bedienung des Editors etwas umständlicher geworden ist, was schlichtweg auch daran liegt, dass der PSP ein zweiter Analogstick fehlt. Trotzdem können die eigenen Level natürlich ins Internet hochgeladen werden und dann von anderen gespielt werden, was vor allem für faule Zocker bedeutet, dass auch in Zukunft eine Menge kostenloser Kartennachschub ansteht.
Wie schon auf der Heimkonsole kann die Optik auch auf der Portable durchweg überzeugen. Der Grafik-Stil, der allen Leveln diesen „selbgebastelten“ Look verleiht, wurde perfekt auf Sonys Handheld übertragen und macht damit aus Little Big Planet eines der bestaussehendsten PSP-Spiele. Wer also Lust auf ein kreatives Jump`N`Run mit Bastelecke hat, kann mit diesem Spiel nichts verkehrt machen.
Wertung: 8/10
Star Wars Battlefront: Elite Squadron
Im Gegensatz zum Nintendo DS, haben PSP-Besitzer bereits zum dritten Mal die Gelegenheit im neuesten Battlefront-Spiel Elite Squadron, schweißtreibende Gefechte mit Star Wars-Bonus zu bestreiten. Und das in zweierlei Hinsicht. Denn einerseits ist die Action temporeich und intensiv, andererseits habt ihr gleichzeitig ständig mit der sperrigen Steuerung und Orientierungslosigkeit zu kämpfen.Dank der Power der PSP erlebt ihr abermals einen vollwertigen Third-Person-Shooter, statt der simpel gestrickten Iso-Ballerei der DS-Version. Im Hauptspiel begleitet ihr aber auch hier die spannende Story der beiden Klonkrieger X1 und X2, die im Laufe der weitreichenden Handlung, welche euch durch viele Schlüsselpunkte der Star Wars-Saga führt, zu erbitterten Konkurrenten werden. In der Playstation Portable-Erzählung gibt es einige Änderungen und insgesamt ist die Story wesentlich attraktiver präsentiert, dank durchgehender deutscher Sprachausgabe und Originalfilmsequenzen. Auch ansonsten bieten die ordentliche Grafik, die aber von schwachen Texturen dominiert wird und die gewohnte Soundkulisse, genau das, was das Fanherz frohlocken lässt, ohne mit Überraschungen aufzuwarten.
Wie gehabt rennt ihr zu Fuß über die Schlachtfelder und macht – je nach dem auf welcher Seite ihr steht – Droiden, Stormtroopern oder Rebellen, mit Blaster, Raketenwerfer, Thermaldetonator, Schlagstock usw. den Garaus oder klemmt euch hinter das Steuer der zahlreichen Vehikel, wie Kampfläufer, S-Wing oder Panzer. Die Auswahl ist wirklich beachtlich und deckt die ganze Bandbreite aus beiden Film-Trilogien ab. Eure Handwaffen sind meist an eure jeweilige Klasse gebunden, die ihr an bestimmten Stationen wechseln dürft. So können etwa nur Piloten, dank Schweißgerät, kaputte Maschinen reparieren. Neben der Solo-Kampagne stehen auch noch Soforteinsätze oder ein Strategie-Modus zur Auswahl, die ihr sowohl gegen den Computer, als auch gegen menschliche Gegner spielen dürft. Bei den Soforteinsätzen könnt ihr Kampfplatz, Parteien und Modi, wie Capture the Flag oder Eroberung selbst einstellen und dann gleich loslegen. Im Strategie-Part gilt es auf einer Weltraumkarte rundenbasiert Truppen zu verschieben und neue Technologien oder Boni zu kaufen und in selbstgespielten oder ausgewürfelten Konfrontation mit dem Gegner, nach und nach sämtliche Planeten zu erobern. Hier gibt’s zwar wenig taktische Finesse, eine nette Abwechslung ist der Modus aber allemal.Wie bereits erwähnt, ist die Bedienung die große Schwachstelle von Elite Squadron. Das liegt vor allem an dem unzuverlässigen Lock-on-Zielsystem und dem Zwang zur Lenkung mit dem schwerfälligen und unpräzisen Analogstick. Die unbeholfene Kamera und mangelndes Feedback was wie nun wann zu tun ist, leisten ihr Übriges, um das Spielgeschehen zeitweise zu einem wahren Krampf zu machen. Schnelle und sauber kontrollierte Manöver sind fast nicht möglich.
Für ein Actionspiel, das obendrein besonderen Wert auf den, ansonsten einwandfreien Multiplayer legt, der Genickbruch. Wer genug Geduld und belastbare Sehnen mitbringt, um sich mit der steifen Steuerung einzufriemeln oder Interesse an der Geschichte hat, wird aus Battlefront: Elite Squadron aber seinen Spaß ziehen können.
Wertung: 6/10
Cars – Race-O-Rama
Film-Lizenzen sind teuer und wollen dementsprechend ausgereizt werden. Somit erscheint Cars – Race-O-Rama, von der Playstation 2, bis zur Wii und Xbox 360, für alle gängigen Systeme. Nur der PC schien offensichtlich nicht zielgruppengeeignet. Die Multiplattformveröffentlichung ist aber in diesem Fall kein Akt des Terrors, sondern durchaus ein feiner Zug, denn, wie schon über die DS-Version berichtet, ist das neueste Spiel zum drei Jahre alten Animationsfilm, ein ansprechender Racer geworden.Auf der PSP bekommt ihr, auf den Punkt gebracht, das gleiche Spiel in hübscher. Mit Lightning McQueen stellt ihr euch im Story-Modus, auf toll designten Rundkursen, der PS-starken Konkurrenz und sucht nebenbei die Strecken nach Schraubenschlüsseln und Foto-Situationen ab. Mit ersteren könnt ihr neue Ausrüstungsteile kaufen, die euch während der Rennen, neue Abschnitte zugänglich machen, etwa ein lautstarke Hupe, mit der ihr Traktoren aus dem Weg räumt. Schafft ihr es, an bestimmten Stellen das, meist knifflig versteckte Kamera-Symbol zu erwischen, werden damit die sogenannten Postkarten-Events für diese Strecke zugänglich.
Dann könnt ihr dort, unabhängig von der Handlung, zum Beispiel in Einzel-, Zeit- oder Drift-Rennen antreten und weitere Autos freischalten. Cars – Race-O-Rama spielt sich auf der Playstation Portable genau so zugänglich wie auf dem DS ist sehr motivierend. In Vergleich zu Nintendos Handheld punktet das Rennspiel hier aber mit der weitaus ansprechenderen Verpackung. Die Grafik ist klarer, bietet mehr Details und Animationen und die schöneren Farben. Statt Standbildern und Texttafeln, gibt es außerdem richtige Renderfilme, mit durchgängig deutscher Vertonung zu sehen. Hier zeigt die Hosentaschen-PS2 mal wieder, wo ihre Vorteile liegen. Zwar ist unverständlicherweise das hilfreiche Tutorial entfallen, aber das lässt sich verkraften. Wer die Wahl hat, greift zur PSP-Version.
Wertung: 7/10
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Kommentare (3)
Zocker 3000
Sonst guter Test.
Johannes Krohn
Maz