Patapon
11:58 Uhr - Wenn die Jungs von Interlink ein Spiel für die PlayStation Portable programmieren, dann darf man sich auf etwas gefasst machen. Immerhin sorgte das Team bereits mit Loco Roco für Aufsehen im ansonsten doch sehr klassischen Videospielgeschäft. Der schräge Grafikstil kombiniert mit einer ausgefallenen Steuerung gilt vor allem aus künstlerischer Hinsicht als ein Must Have Titel. Das neuste Werk für Sonys Kleinsten will seinem Vorgänger in nichts nachstehen. Man tausche die indirekte Steuerung durch Gravitation mit vier Trommeln aus und ersetze quitschbunte Säcke durch schwarzweiße Augen auf Beinen. Fertig ist Patapon. Wie das Rhythmusspiel bei uns abschneidet, erfahrt ihr im Test.
Pon, Pata, Chaka und Don
Doch warum sollen die Patapons überhaupt kämpfen? Wie gesagt, ihr wollt dieses kleine musikalische Volk zu altem Ruhm führen und müsst dazu viele Gebiete erobern, die ihr auf einer Weltkarte, nennen wir sie eher Weltrolle, auswählen könnt. Ihr bewegt eure Armee mit Hilfe des oben beschriebenen Befehls nach vorne und begegnet eurem ersten Gegner. Was tun? Pon-Pon-Pata-Pon ist hier des Rätsels Lösung. Nein, der Verfasser dieses Tests ist nicht etwa balla balla, sondern das ist tatsächlich der Befehl für eure Einheiten den Feind in nächster Nähe anzugreifen. Ob sich ein Opfer in der Reichweite eurer Waffen befindet, erkennt ihr an den Augen eurer Krieger, die bei einem bösen Blick nach vorne signalisieren, dass Frischfleisch in der Nähe ist. Die Yaripon sind natürlich nicht die einzige Art von Kriegern in eurer Armee. Im späteren Verlauf bekommt ihr z.B. die Axt schwingenden Tatepon, oder die Kibapon, die auf ihren Pferden eure Kavallerie darstellen. Um diese mächtigen Einheiten zu rufen, müsst ihr am sogenannten Lebensbaum Rohstoffe und Ka-Ching opfern. Beides findet ihr, wenn ihr Gegner oder Jagdbeute erlegt habt. Womit wir auch schon beim nächsten Punkt angelangt wären: den Missionen.
Ich geh jagen, ich geh kämpfen und du gehst Bossen
In den Kampfmissionen, die auf der Karte mit einem Säbel gekennzeichnet sind, finden meistens die Story vorantreibenden Geschehnisse statt, denn hier bekämpft ihr die fiesen Zigoton. Die warten mit denselben Truppentypen wie ihr auf, so dass ihr die Stärken und Schwächen der Patapons kennen und vor allem ausnutzen solltet. So sind Bogenschützen vor allem gegen Feuer anfällig und die Kibapon, wenn sich nicht gerade im Fever-Modus befinden, nahezu unauchbar. Meist wartet am Ende dieser Kämpfe ein böser General auf euch, der mit Spezialattacken das Leben eurer Kämpfer verkürzen möchte. Besiegt ihr diesen, könnt ihr euch natürlich über eine Menge Ka-Ching und natürlich Ausrüstungsgegenstände freuen. Besiegte Gegner lassen nämlich allerhand Unrat fallen, die ihr auf eure Truppen verteilt, um sie zu optimieren. Dabei lässt sich festhalten, dass es unzählige Gegenstandstypen zu finden gibt: Äxte, Bögen, Helme und sogar ganze Pferde, gibt es in allen möglichen Ausführungen mit unterschiedlichen Eigenschaften. So gibt es Eisschilde, die gegen die gehassten Feuerangriffe schützen oder Windhelme, die die Angriffsgeschwindigkeit euer Kämpfer erhöhen.Die Bossmissionen stellen die knackigsten aller Aufgaben dar, denn hier begegnet ihr riesigen Monstern, die eure Patapons ohne mit der Wimper zu zucken in ihre Mützen verwandeln, oder sogar endgültig auffressen. Hier ist wirklich Taktik gefragt, denn jedes Monster hat seine Stärken und Schwächen. Doch wenn ihr die Viehcher genau beobachtet werdet ihr schnell ein System entwicklen um ihnen beizukommen. Holt der FEUER speiende Drache z.B. tief Luft, wisst ihr, dass ihr eure Patapons schleunigst aus seiner Reichweite ingen solltet, es sei denn ihr wart weise genug, eure Kämpfe vor der Mission mit Eisschilden auszustatten. Wichtig bei diesen Kämpfen ist, dass ihr im Fever-Modus bleibt, denn nur so habt ihr eine realistische Chance. Besiegt Bosse hinterlassen üigens besonders nette Rohstoffe, die die mächtigsten aller Patapons zur Beschwörung voraussetzen. Benötigt ihr weitere dieser Materialien, oder wollt ihr eure Kampfkunst perfektionieren, könnt ihr den jeweiligen Boss später immer wieder herausfordern.
Wunder ohne Uri Geller
Damit ihr nicht den Überblick über den gefundenen Unrat verliert, wird alles in Patapon, der Stadt der musikalischen Zyklopen gelagert. Sie stellt die Basis von euch dar, in der die verschiedensten Präparationen zur Bewältigung der nächsten Mission erledigt werden. Am Lebensbaum werden gefallene Krieger wiederbelebt bzw. neue Truppen ausgehoben. Auf dem Festplatz wird die letzte Jagd oder eine gewonnen Schlacht besungen und im Schrein könnt ihr euch eure gesammelten Rohstoffe und Waffen betrachten. Wandert ihr zum Obelisken könnt ihr euch auf der Landkarte aussuchen, ob ihr ein bereits besuchtes Areal zwecks Rohstoff-Sammlung noch einmal durchkämmen wollt, oder eure Kampftechniken gegen immer stärkere Endbosse verfeinern wollt. Oder ihr startet die nächste Mission.
Das Spielprinzip in vier Phasen
Phase 1: Mission (meist eine Kampfmission) wird gespielt, das nächste Level steht zur VerfügungPhase 2: Das nächste Level ist mit eurer momentanen Armee nicht zu bewältigen, also geht ihr auf einem bereits bekannten Gebiet auf die Jagd nach Fleisch und RohstoffenPhase 3: In eurer Basis bewältigt ihr die Mini-Spiele, um die gewünschten Rohstoffe zu erhalten, beschwört mächtigere Einheiten und tretet zur Probe gegen einen bereits besiegten Endgegner (der immer stärker wird) anPhase 4: Eure Armee ist jetzt stark genug, Mission (meist eine Kampfmission) wird gespielt, das nächste Level steht zur Verfügung… (Gehe zu Phase 1, gehe nicht über LOS)
Willkommen in der Wüste...schon wieder
Graphisch betrachtet ist Patapon auf der PlayStation Portable ein künstlerische Meisterwerk. Eure stilisiert Kämpfer heben sich kristallklar von den wunderschönen Hintergründen ab. Die einzelnen Waffen lassen sich wunderbar an eure Kämpfer erkennen. Wettereffekte sind schön dargestellt und lenken trotzdem nicht vom Geschehen ab, es sei denn, ein Blitz zuckt in eure Armee und setzt ein paar Patapons in Brand. Verstörtes Vieh, das von der ersten Pfeilsalve getroffen nach vorne stürmt, oder der glubschäugige Steinriese, der mit seinen Laserstrahlen Opfer rösten möchte laden zu vielen Schmunzlern ein, genauso wie eure Kämpfer die zwar nicht größer sind, als ein Floh, sich aber todesmutig einem allesfressenden Wurm entgegenstellen.Highlight ist und bleibt der Sound. Selten gab es ein Spiel, das Musik und Rhythmus bis zur Vervollkommnung in sich vereinigte. Gerade der Fever-Modus lädt zum Mitsummen und Kopfnicken (hilft üigens um den Takt zu halten) ein, denn hier entfaltet jedes Level seine individuelle musikalische Note. Das frenetische Mitsingen eurer Patapons, die sich bis zur Ekstase der Musik hingeben lässt es euch vergessen, dass IHR es seid, die den Takt angeben. Es tut dann fast schon weh, wenn man mal daneben drückt, und das Ganze Spektakel aupt unterochen wird und die Patapons ganz kleinlaut ihr Liedchen anstimmen. Doch ihr wisst, ein paarmal den richtigen Rhythmus getroffen und der Fever-Modus ist zum greifen nah…
Bewertung
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Kommentare (3)
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Maz