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Pokémon Ranger - Finsternis über Almia

Freitag, 19. Dezember 2008
Pokemon Ranger - Finsternis über Almia.JPG

09:37 Uhr - Das 2007 erschienene Spin-Off der endlosen und endlos erfolgreichen Taschen-Monster-Jagd erhält einen Nachfolger, der ziemlich genauso viel neu macht wie alle Pokémon-Fortsetzungen vor ihm. Überflüssiges Update oder doch noch ein Weihnachts-Hit für alle Pokémon-Fans?

Eigentlich unnötig, auch nur ein Wort über die Pokémon-Spiele zu verlieren. Wer noch nie von der suchterregenden Rollenspielreihe um die japanischen Taschenmonster gehört hat, die Mitte der Neunziger dem Ur-GameBoy zu neuer Blüte verhalfen und eine schier unglaubliche Merchandise-Welle nach sich zogen, hat wahrscheinlich im letzten Jahrzehnt im Koma gelegen. Vor ca. anderthalb Jahren unternahm der Mario-Konzern mit Pokèmon Ranger den Versuch, das typische Sammelprinzip in eine etwas andere Form zu bringen. Offensichtlich mit ausreichendem Erfolg, denn pünktlich zum Weihnachtsfest bekommen wir jetzt ein Sequel nachgeschoben.

Ein paar Runden drehen

Pokemon Ranger - Finsternis über Almia 02.jpg
Sequel ist dabei allerdings recht wohlwollend ausgedrückt, denn geändert hat sich erstaunlich wenig. Als Ranger-Boy oder Ranger-Girl durchstreift ihr die Welt Almia und fangt ganz freundlich Pokémon, die in der Welt herumstreifen, um sie für eure Zwecke einzuspannen. Behalten könnt ihr immer nur drei. Fangt ihr mehr, müsst ihr eins freilassen. Die kleinen Mistviecher laufen dabei sichtbar in der Welt herum. Zufallsbegegnungen gibt es nicht, ebenso wenig wie Rollenspielkämpfe. Um ein Pokémon zu eurem Freund zu machen, müsst ihr mit dem Stylus Kreise um das Wesen ziehen. Anders als im Vorgänger ist es aber nicht mehr nötig, durchgehend Runden zu kritzeln, die nicht unterbrochen werden dürfen. Mit jedem Kreis füllt sich ein Balken ein Stückchen auf. Wenn er voll ist, habt ihr das Monster in der Tasche. Wartet ihr allerdings zu lange, leert sich die Anzeige wieder. Wird der Kreis durch eine Attacke getroffen, sinkt die Schadensanzeige eures FangKoms. Ist sie leer, heißt’s Game Over. Das neue System macht es teils einfacher, die Pokémon zu fangen, doch trotz immer kniffligerer Konfrontationen wird diese Methode auf Dauer etwas langweilig. Hier hätte man mit etwas Fantasie wesentlich mehr aus dem Gameplay rausholen können.

Aber jetzt zerschneid ich’s!

Pokemon Ranger - Finsternis über Almia 01.jpg
Hauptaufgabe der Monster ist es, mit ihren individuellen Fähigkeiten Hindernisse aus dem Weg zu räumen, zum Beispiel mit einer Schneidattacke Holzblöcke zu zersäbeln. Nach vollbrachter Tat macht sich das Tierchen von hinnen. Die so aufgebauten Rätsel sind nicht gerade schwer. Meist ist irgendwo in der Nähe das richtige Pokémon zu finden. An bestimmten Stellen gibt es noch die Möglichkeit, eines der Monster zu eurem dauerhaften Begleiter zu machen. Ansonsten stehen euch häufig menschliche Freunde zur Seite, die den Spielfluss leider oft mit sinnlosen Kommentaren unterbrechen.
Neben der recht linearen und hanebüchenen Hauptstory um ein feindliches Team, das sich Mithilfe von überall in der Welt verteilten Hypnose-Maschinen, die ihr natürlich zerstören müsst, sämtliche Pokémon untertan machen will, gibt es neuerdings auch freiwillige Missionen von Almia-Bewohnern zu erfüllen. Zur Belohnung gibt’s Verbesserungen für euer FangKom sowie eine erweiterte Energieleiste.

Im Großen und Ganzen ist auch das neue Pokémon Ranger ein nettes Adventure geworden. Vor allem die wirklich liebevoll und charmant gezeichnete Optik hat es mir angetan und gefällt mir von allen Handheld-Episoden am besten. Spielerisch ist das Abenteuer aber immer noch etwas zu dünn. Das Geschehen zieht sich teils wie Kaugummi. Allein die Einleitung dauert über eine Stunde, bis es dann in die Welt hinaus geht. Pokémon mit dem Stylus einzukreisen, ist anfangs noch ganz witzig, wird aber spätestens nach dem fünfzigsten Mal ein bisschen ermüdend und hätte insgesamt vielseitiger ausfallen können. Story- und Nebenquests sind ebenfalls recht flach, erfüllen aber ihren Zweck. Für Serien-Fans ist es sicherlich am wichtigsten, dass es im Vergleich zum Vorgänger jede Menge neuer Monster zu fangen gibt, zum Teil aus Pokémon Diamant und Perl. Die über 200 putzigen Viecher zu finden, entbehrt auch nach wie vor nicht eines gewissen Reizes. Außerdem mag ich die freundliche Atmosphäre des Spiels. Aufgrund der leicht zu erlernenden Spielmechanik und des kindgerechten Designs ist Pokémon Ranger – Finsternis über Almia aber wohl nur für jüngere Gamer wirklich geeignet, die den Vorgänger am besten noch nicht gespielt haben. Kurz gesagt, das Spiel macht Spaß, ohne größere Aufregung zu erzeugen.

Bewertung

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--/10

 

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