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Port Royale 2

Freitag, 24. August 2007
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11:33 Uhr - Port Royale 2 eröffnet dir eine Welt voller Abenteuer und Herausforderungen. Erforsche 60 Städte, segle 12 verschiedene Schiffe und handle mit 8 Waren, um deine Reichtümer zu vermehren. Die unbegrenzte Spielzeit eröffnet dir komplexe Handelszyklen, sowie einen spannenden rundenbasierten Kampfmodus. Erfülle Missionen anderer Parteien oder gehe deinen eigenen Weg, indem du Betriebe gründest, Handel betreibst, dich gegen Piraten zur Wehr setzt und so den den Aufstieg vom Schiffsjungen zum "Herrscher der Meere" schaffst.

Verfluchte Karibik !

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Im 16.Jahrhundert war der von den Europäern gerade frisch entdeckte Kontinent "Amerika" und die Gebiete um den Golf von Mexiko ein beliebtes aber außerordentlich gefährliches Ziel für Handlungsreisenden, die auf dem völlig freien Markt ihre Waren in den verschiedenen Seehäfen feilbieten konnten. Seeräuber und Konkurrenten machten die Gewässer für manchen Händler zur tödlichen Gefahr - Basis für etliche Piraten-Schinken des frühen Hollywood und aktuelle Blockbuster inklusive Paraderolle für Jonny Depp aka Jack Sparrow und Russell Crowe mit Fortsetzungsgarantie.

In Form eines nicht näher benannten Händlers segelt man bei Port Royale 2 durch den Golf von Mexiko, das Ziel des Spiels war bei unserer Vorab-Version bis auf die Anhäufung von Reichtümern aber nicht ganz deutlich zu erkennen. Auf der Reise entdeckt man dutzende neue Hafenstädte und kann in jeder Stadt Waren aufnehmen oder von seinem Schiff verkaufen - die Preise sind, wie es sich für reine Marktwirtschaft gehört, völlig flexibel, so dass gutes Erinnerungsvermögen für das Aufstocken des Händlerkontos sehr hilfreich ist. Dieses Hanse-Prinzip wäre alleine wahrscheinlich relativ langweilig und so integrierte man noch viele andere Spielmodi: Hat man das nötige Kleingeld zur Hand, kann man Grundstücke einer Stadt kaufen und sie beackern. Jedes weitere Landgut, das man an einer Stadt baut, ist in bestimmten Zeiträumen mit Kosten verbunden, die dem Konto in regelmäßigen Abständen abgezogen werden.dealerweise baut man in einer Stadt den Rohstoff an, der sich auch zu guten Preisen direkt vor Ort verkaufen lässt: damit man nicht ständig zwischen den Häfen hin- und herpendeln und seine Waren dort verkaufen muss, kann man einen Statthalter anweisen, einen bestimmten Prozentsatz des produzierten Gutes ohne Zutun des Spielers zu verkaufen.

Master and Commander

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Um von Hafen zu Hafen zu kommen, bietet sich dem Spieler eine Kartensicht, in der alle bereits bereisten Häfen durch Punkte symbolisiert werden. Mit einem Fadenkreuz sucht man sein nächstes Ziel aus oder fährt einfach "ins Blaue", um nach neuen Städten zu suchen. Unterwegs trifft man ziemlich häufig auf unangenehme Zeitgenossen, die hinter der Fracht des Spielers hinterher sind. Sobald man auf ein feindliches Schiff stößt, wird man per Dialogfeld informiert und die Ansicht wechselt in den ausgesprochen gut gelungenen Kampfmodus.

Anders als bei Anno 1503 kämpft man bei Port Royale rundenbasiert. Das ist gut für den Blutdruck des Spielers, aber nur für Taktiker wirklich fesselnd. Je nach Schiffstyp verfügt man über eine gewisse Anzahl von Kanonen und Mannschaft sowie über eine maximale Geschwindigkeit und Wendigkeit. Mit etwas Glück kann man dem Feind mit hoher Geschwindigkeit entkommen, wenn dieser erst einmal wenden muss, in den meisten Fällen kommt es aber zum offenen Gefecht. Hier kann man zwischen verschiedenen Angriffs- und Munitionsarten wählen, die abhängig vom Abstand der beiden Schiffe zur Verfügung stehen: massive Stahlgeschosse richten besonders auf kurze Distanz erhebliche Schäden am Rumpf des Gegners an, den es primär zu zerstören gilt. Kettengeschosse zerreißen die Segel, so dass der Gegner langsamer und unbeweglicher wird und damit auch seine Fluchtmöglichkeiten schwinden und Splatter-Geschosse haben verheerenden Einfluss auf die Mannschaftsstärke.Die Mischung machts: ist der Gegner ersteinmal kampfunfähig geschossen, bzw. deutlich schwächer als das eigene Gefährt, kann man ihn rammen, um ihm den Todesstoß zu versetzen oder ihn entern. Das Gefecht entscheidet sich dann nach der Mannschaftsstärke. Der Sieger eines Gefechts erhält alle Waren des Besiegten und kann sich im Anschluss dafür entscheiden, komplett auf dessen Schiff umzusteigen.Wurde ein Schiff im Kampf beschädigt, kann man es im nächsten Hafen gegen unterschiedliche Preise wieder reparieren lassen. Zu lange sollte man mit der Instandsetzung allerdings nicht warten: der nächste Gegner lauert schon auf dem Meer. Wenn man genügend Geld auf der Bank hat, kann man sich auch kurzerhand ein neues Schiff kaufen; die Auswahl ist riesig und reicht von einfachen Pinnassen mit 8 Kanonen und maximal 50 Stück Warenzuladung für 10000 Goldstücke bis zu einer militärischen Fregatte mit 40 Kanonen und 120 Mann Besatzung für 120.000 Goldstücke - ein stolzes Gefährt für wohlhabene Seemänner.Ist man in der traurigen Situation, Schiff, Waren und Mannschaft im Kampf verloren zu haben, ist das Spiel aber noch nicht zwangsweise beendet: reicht der Kontostand zumindest für ein Schiff der billigsten Klasse, kann das Leben weitergehen - auf die Besitzungen des Spielers hat eine Notwasserung keinen Einfluss. Es macht also Sinn, eine gewisse Summe immer auf der hohen Kante zu behalten.

Fall und Aufstieg

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Bis jetzt ist Port Royale 2 bereits wegen seiner Komplexität und dem abwechslungsreichen Spielprinzip preisverdächtig, aber elkware geht noch einige Schritte weiter: neben Seeschlachten und freiem Handel lässt sich auch gutes Geld mit kleineren Gefallen verdienen. Die Aufträge besorgt man sich in schmierigen Spelunken, die man in jeder Stadt findet und in denen sich immer die gleiche Gesellschaft aufhält. In unserer Testversion war dieses interessante Feature leider nicht funktionsfähig: die beiden einzigem Missionen, die man annehmen konnte, waren die Lieferung eines Pakets nach Port Royale oder das Aufreiben des berüchtigten Piraten Mullett was zwar den Kontostand um lachhafte $50 verbesserte, aber nicht weiter zum Erfolg des Spielers beitrug.

Ebenfalls bei uns nicht wirklich funktional, aber vermutlich die entscheidendste Stelle des Games: das Rathaus jeder Stadt. Hier kann man sich seine Taten vergolden lassen und gegen gewisse Beträge und vollachten Missionen im Rang aufsteigen. Welchen Nutzen man aus den verbesserten Schulterklappen ziehen kann, konnten wir leider nicht testen.Die Steuerung von Port Royale 2 ist zwar etwas behäbig, dafür durchdacht und in jedem Spielmodus intuitiv zu verstehen. Dennoch gibt elkware dem Spieler anfangs einen virtuellen Suffleur namens Josua mit an die Seite, der das Grundprinzip des Spiels mit trockenen Kommentaren erläutert. Die Optik des Games ist zwar sehr gut gelungen und gerade im taktisch ansprechenden Kampfmodus ausgesprochen zweckmäßig, aber nicht sehr abwechslungsreich: alle Städte sehen identisch aus, überall sind selbstgebaute Gebäude gleichsam übers Land verteilt.Die Sounduntermalung ist hingegen ziemlich trefflich, auch wenn keinerlei Effekte das Spielgeschehen untermalen: recht stimmungsvolle, bisweilen aber aufdringliche Musik tönt abhängig von der Spielsituation aus den Lautsprechern. Wen das Gedudel aufgrund der kurzen Wiederholungszyklen irgendwann nervt, kann den Sound im Optionen-Menü komplett abschalten.

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Wer Anno1503 mochte, wird Port Royale 2 lieben - sofern er nicht ausschließlich von den dynamischen Kampfsequenzen begeistert war. Unzählige Städte, die gleichzeitig das Erdkundewissen etwas aufbessern, authentischer Hintergrund und die abwechslungsreichen Möglichkeiten an Geld zu gelangen, machen Port Royale 2 zum heißesten Handy-Game-Tip des Herbstes, nicht nur für Liebhaber des Genres. Der kurzweilige Handel mit Waren wie Holz, Baumwolle, Fleisch oder Rum lässt einen im Kopf Pläne schmieden, wie die kommende Reiseroute auszusehen hat, und man kriegt tatsächlich nach einiger Zeit Heimweh nach seinen Ländereien, die fleißig Waren produzieren und verkaufen. Die wenig abwechslungsreiche Grafik, die etwas unpräzise Steuerung und die teilweise nervige und andernorts nicht vorhandene Akustik des Games sind die Schattenseiten - am Spielspaß rütteln sie aber kaum. Dabei ist auch anzumerken, dass es sich bei unserer Version um eine Vorab-Variante des Games vom Juni 2004 handelte; die Finalversion dürfte noch Detailverbesserungen und vor allem funktionierende Features mitingen.

Bewertung

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0/10

 

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