Portal 2
Narbacular Drop ist ein kostenloses 3D-Puzzlespiel, das 2005 für den PC erschien. Als Prinzessin "No-Knees" (die Dame kann nicht springen...) muss man sich darin aus den Fängen eines Dämons befreien, indem man magische Pforten erzeugt und damit Hindernisse überwindet. Diese Idee war so cool und originell, dass Valve einen Großteil des dafür verantwortlichen Indie-Teams übernahm, den bösen Dämon durch eine süffisant-teuflisch-höflich-grausame Computer-K.I. ersetzte und aus dem Dungeon eine wissenschaftliche Testeinrichtung machte. "Portal" war geboren, wurde gefeiert und wird nun passend zu Ostern im Sequel neu geboren, um noch viel mehr gefeiert zu werden!
Still Alive...
GLaDOS ist besiegt? Weit gefehlt, wie ihr seit Release eines legendären Updates für den Vorgänger mit Sicherheit schon wisst. Die nachträglich eingefügte Endsequenz zeigte aber auch, dass Spielercharakter Chell ebenfalls die Zerstörung des Aperture Science Labors überstanden hat, in welchem eigentlich ein sagenumwobener Kuchen am Ende eines schweißtreibenden Überlebens-Knobel-Parkours hätte warten sollen. Chell wurde von irgendjemandem oder irgendetwas weggetragen, daraufhin für viele Jahre in den Kälteschlaf geschickt. Schließlich wieder aufgeweckt, macht Chell Bekanntschaft mit der freundlichen Roboterkugel Wheatley. Den alten, von wilder Natur durchwucherten und von Menschenhand unberührten "Aperture Science"-Ruinen droht mehr und mehr der totale Zerfall. Bei einer Rückkehr zu GLaDOS' Grab entpuppt sich die teuflische K.I. zudem als quicklebendiger, für seine Geduld belohnter Rache-Engel. GLaDOS schreitet sogleich zur Tat und stellt das vergammelte Testlabor in fortentwickelter Form wieder her, um Chell zum wiederholten Male auf die Prüfung zu stellen bzw. unter dem Vorwand der Wissenschaft zu quälen.
"I think we can put our differences behind us. For science. You monster." - GLaDOS
... aber nicht mehr der alleinige Star!
Portal 1 hat so gut funktioniert und war so beliebt, Valve hätten es sich einfach machen und komplett am bisherigen Konzept festhalten können. Der Spieler wird von GLaDOS durch eine Testkammer nach der anderen gejagt, kriegt dabei immer wieder sarkastische Sprüche zugerufen und am Ende gibt es keinen Kuchen. Diese Zwangsjacke wollte sich die kreative Truppe allerdings gar nicht erst anziehen. Portal 2 bricht von Anfang an genau so aus den weitesgehend festen Bahnen seines Vorgängers aus, wie man das am Ende des ersten Teils auch schon ansatzweise erleben durfte... weil die Aperture Laboratories zusammenbrechen. Die Tutorial-Phase hetzt uns durch einen instabilen Trümmerhaufen, der teils schon von Pflanzen durchwuchert wurde, es folgt eine traditionelle GLaDOS-Testreihe, dann aber... passieren ein paar Dinge, die einfach zu toll erzählt werden, als dass ich sie hier auch nur im Ansatz spoilern könnte. Wirklich, ich KANN es nicht. Irgendein Naturgesetz hält mich davon ab, weil die Entwicklung der Solokampagne von Portal 2 schlichtweg zu brilliant ist, um von einem Menschen vorweg ausgeplaudert werden zu können. Die Widersacher wechseln dabei genau so oft wie die direkten Verbündeten, man erfährt in bester BioShock-Manier vieles über die Vergangenheit von Aperture Science und merkt dabei immer mehr, was alle Persönlichkeiten des "Black Mesa"-Konkurrenten - egal ob K.I. oder Mensch - miteinander gemeinsam haben: Sie sind urkomisch und bringen einen selbst dann zum Lachen, wenn sie einen gerade umbringen wollen.
Ob man nun die sehr gute deutsche oder die natürlich noch viel, viel bessere englische Synchonisation (mit Stephen Merchant und J.K. Simmons) im Spielmenü wählt, eine dazwischenplappernde Hauptfigur habe ich in Portal 2 keine Sekunde lang verpasst. Chell bleibt stumm und GLaDOS bekommt Verstärkung auf Augenhöhe - besser hätte es kaum weitergehen, erst recht aber nicht enden können. Trotz ständig wechselnder Schauplätze in und um die Aperture-Laboratorien, teils irrwitzig verrückter Story-Entwicklungen und stetig neu eingeführter Gameplay-Elemente behält es sich Portal 2 tatsächlich bis ganz zum Schluss vor, für einen ganz großen WTF-Moment zu sorgen, den ich für meinen Teil auf jeden Fall als ganz großes Videospiele-Erlebnis für immer in meinem Herzen tragen werde.
Seite 2 erzählt von Gleitcreme und anderen Sauereien!
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Kommentare (52)
Skyhawk75
Ein Geniestreich der seinesgleichen sucht.
farrellybrother
Das Game ist spitze, der Test ist es auch und die Sonne lacht. Ein Hoch auf das beste Hobby der Welt :-)
samurai
Ich persönlich hätte mir gewünscht dass ein paar Rätsel auf Niveau von Portal Prelude dazukommen, so ist es für Kenner des ersten Teils einfach viel zu leicht gewesen. Selten musste man mal länger als ein paar Blicke auf die Umgebung werfen zu sehen was zu tun ist...
Zort85
Clubfighter17
Rush
6-8 Stunden ist die Spieldauer für Leute die die Rätsel alle auswendig kennen und sich im KoOp von ganz alleine blind verstehen. Wer den Singleplayer das erste Mal spielt wird alleine dafür schon seine 5-6 Stunden benötigen.......davon abgesehen kenne ich genug Leute die so ehrlich sind und auch mal 8 Stunden benötigt haben.
Hinzu kommt dann noch ein KoOp Modus der ebenfalls nochmals 5-6 Stunden benötigt, da gerade das blinde Zusammenspiel nicht immer auf Anhieb klappt und man alleine deswegen öfters lachen muss. Die Leute von Valve waren sich dem auch bewußt und haben sogar das ein oder andere Achievement dafür mit eingebaut.
Schokotier
samurai
Wo man sonst in Titeln mit ähnlich kurzer Kampagne noch verschiedene Schwierigkeitsgrade, Highscorejagd oder Timeattack Modi hat, gibts hier halt gar nichts in der Richtung. Mirrors Edge hat zB mit seinen Time Attack Modi mir noch recht lange Spaß gemacht, bis man überall die fixesten Wege raus hatte.
I.C. Wiener
MyNameIsDotty
Als ich eher zufällig mit Portal anfing habe ich unterhaltsame Rätsel erwartet aber keine so geniale Atmosphäre.
Auch die PR-Aktionen von Valve die Monate vor Ankündigung von Portal 2 gestartet haben waren einfach genial, da hat man erstmal gemerkt was für kreative Köpfe in der Fangemeinde schlummern ;).
Edit: Wow, endlich eine Edit-Funktion :D