Renegade Ops
Unter den Fittichen von Sega hat das Team der Avalanche Studios den Twinstick-Shooter „Renegade Ops“ entwickelt. Dass die Entwickler wissen, wie man unterhaltsam Waffen mit Fahrzeugaction kombiniert, haben sie schon mit ihrem Actionfranchise Just Cause eindrucksvoll bewiesen. Warum auch Verweigerer der Twin-Stick-Steuerung einen genaueren Blick auf den Download-Titel Renegade Ops werfen sollten, soll dieser Test klären.
Wenn ein wahnsinniger Superschurke mit Superwaffen die gesamte Welt erpresst und ein Bürohengst den Forderungen auch noch nachkommen will, kann einem hochdekorierten General schon einmal die Hutschnur platzen und er gründet sofort mit vier Soldatenfreunden eine Spezialeinheit, die den Irren und seine Terrororganisation aufhalten will. Diese herrlich kitschige 80er Jahre-Action-Story vom Kampf zwischen General Bryant und Inferno wird in Form von Comics und Funksprüchen, innerhalb der insgesamt neun langen Missionen, erzählt.
Vor jeder Mission wählt man einen der vier Mitstreiter Bryants aus und bestimmt damit gleich die Spezialfähigkeit (EMP, Luftschlag, schwere Kanone oder ein unzerstörbarer Panzerschild) des gepanzerten Einsatzfahrzeugs. Primärbewaffnung ist dabei immer das um 360 Grad drehbare Maschinengewehr. Zerstörte Feinde lassen neben Medipacks ab und an auch Upgrades fallen, sodass ihr auf der höchsten Upgradestufe gleich aus drei Rohren auf die Soldaten, Jeeps, Panzer, Helikopter und Raketenlaffetten des Feines den Tod niederregnen lasst. Manche Gegner hinterlassen auch Raketenwerfer, Flammenwerfer oder eine Railgun, die nach dem Aufsammeln dann als Sekundärwaffe zur Verfügung steht. Im Gegensatz zum Bord-MG verfügen die Sekundärwaffen nicht über unendlich Munition.
Das Missionsdesign haben die Schweden von Avalanche sehr abwechslungsreich gestaltet. Neben den üblichen Suchen & Zerstören-Aufgaben muss man Zivilisten befreien und eskortieren, ein Gebiet gegen anrückende schwere Panzer verteidigen oder einen Agenten verfolgen. Die Missionen spielen in unterschiedlichen Regionen dieser Erde, mal im gemäßigten Klima Europas, dann auf einer tropischen Insel, in der staubigen Savanne Afrikas aber auch in riesigen unterirdischen Anlagen. Die Einsatzgebiete wurden von den Entwicklern wirklich sehr, sehr großzügig dimensioniert und mit zahlreichen Primär- und Sekundärzielen benötigt man für eine Mission schon eine gute halbe Stunde. Auch wenn diese Einsatzgebiete so hübsch und detailreich sind, dass sie zum Erkunden einladen, haben die Entwickler dafür gesorgt, dass man sich nicht all zu lang von den Missionszielen abwendet. Ein sehr faires Zeitlimit nötigt einen zum Weitermachen, lässt man es verstreichen, bedeutet das Game Over.
Renegade Ops verfügt über drei Schwierigkeitsgrade, aber wirklich Spaß macht das Spiel erst ab dem Schwierigkeitsgrad "Normal", denn auf "Leicht" besitzt man zwar unendlich Versuche, aber man erhält weder Erfahrungspunkte noch Punkte für die Highscoreliste. Hat man auf "Normal" seine fünf Leben verbraucht, gilt die Mission als gescheitert und man muss die Mission komplett von vorn anfangen. Damit das aber nicht zu frustrierend wird, bleiben auch bei einer verlorenen Mission die erreichten Erfahrungspunkte erhalten. Mit jedem erreichten Level erhält man Ausrüstungspunkte, die man zum Freischalten von jeweils 18 Perks pro Fahrzeug aufwenden kann. Zu Anfang kann man nur eines der zuvor freigeschalteten Perks für die Mission auswählen, nach ein paar Levelaufstiegen dann allerdings ganze vier Stück. Die Perks erweitern die vorhandenen Spezialfähigkeiten oder gewähren andere Boni, die die Missionen erleichtern, wie zum Beispiel eine Regeneration der Fahrzeugenergie oder der Munition für die Sekundärwaffe oder der unzerstörbare Panzerschild reflektiert feindlichen Beschuss oder oder oder...
Zusätzlich zu dem motivierenden Level-Perk-System setzen die Entwickler auch auf eine Highsoreliste für den Wettbewerbsgedanken zwischen Freunden. Wirklich Beachtung dürften die meisten Spieler dieser Highscoreliste aber höchstens im Koop-Modus schenken. Renegade Ops bietet dem sozialen Spieler die Möglichkeit die Missionen zu zweit im Splitscreen oder auch online zu viert zu meistern. Generell stimmt die Technik bei diesem Twin-Stick-Shooter, die Steuerung ist angenehm intuitiv und minimalistisch, die Fahrzeugphysik passt und auch die Soundkulisse ist stimmig. Vor allem beim Waffenupgrade des MGs, man sieht nicht nur zwei (oder drei) Salven gleichzeitig, man hört auch das da plötzlich viel mächtigere Maschinengewehre losballern. Die deutsche Lokalisation ist recht stimmungsvoll und passt genau zu der kitschigen Hintergrundgeschichte und ihren Stereotypen. Aus der Reihe tanzte da nur die Übersetzung von "Railgun" mit "Schienengewehr". Auch Grafisch spielt Renegade Ops für einen Download-Titel ganz vorn mit. Während man durch die detailreichen Landschaften fährt, sieht man hübsch animiertes Wasser, Vögel ziehen ihre Bahnen durch den Dschungel und beim Fahren zieht man eine Staubfahne hinter sich her. Aber das Highlight sind die Beleuchtungseffekte und besonders die Explosionen. Es rummst und kracht auf dem Bildschirm, dass es die reinste Freude ist.
Ich hatte immer ein zwiespältiges Verhältnis zu solchen Twin-Stick-Shootern, aber seit Renegade Ops weiß ich auch warum: Ich habe einfach nur zu viele schlechte Vertreter dieser Art gespielt. Technisch gibt sich Avalanche mit diesem spaßigen Shooter keine Blöße. Das Perk und Levelsystem ist motivierend und sorgt dafür, dass man gar nicht erst "Leicht" als Schwierigkeitsgrad auswählt, sondern sich auch mal wieder einer Herausforderung stellt und sich nicht im Easy-Mode auf einer Sänfte durchs Spiel tragen lässt. Im Koop-Modus macht Renegade Ops mit den abwechlungsreichen Aufgaben und weitläufigen Missionsgebieten natürlich noch mehr Spaß. Allerdings hätte ich mir schon ein paar Missionen mehr gewünscht und die vier Fahrzeuge dürften sich ruhig unterschiedlicher spielen, hier haben die Entwickler eindeutig Potenzial verschenkt. Ein guter Ansatz war der Wechsel vom Bodenfahrzeug zum Helikopter in einigen Missionsabschnitten. Alles in allem liefern die "Just Cause"-Macher mit Renegade Ops aber gute und durchgehend unterhaltsame Action ab. Mehr davon bitte!
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Kommentare (10)
BigSM
Als Deal der Woche dann irgendwann mal, kommen einfach zu viele Spiele momentan raus
The Ice Truck Killer
Weiß nicht, also das Spiel ist echt nicht schlecht gemacht. Aber es war mir irgentwie zu simpel, zu kurz und ein wenig mehr spielerische Abwechslung wären fein gewesen. Für unter 800 Points kann man es aber ohne zu überlegen kaufen. Hirn aus und BBBBOOOOMMMM
Picknicker
ich hatte es mir auch geholt. spiele immer wieder ab und an ne mission. leider konnte ich noch nciht im koop zocken. 1. kenne ich niemandne der es hat und 2. finde ich online keien "fremden" zum zocken oder ich habe shclechte uhrzeiten ausgewählt.
wie gesagt, ab und an zocke ich mal ne schnelle runde. grafisch echt nicht schlecht gemacht.
2happy
Jägerfisch
Ich habs gestern mit meiner Verlobten gespielt, war ziemlich geil, auch wenn es echt knackig war
Nils Lendeckel
@2happy:
Vielleicht ist dir Dual-Stick-Shooter geläufiger?
Das sind Spiele, die meist in der Vogelperspektive mit beiden Analog-Sticks gesteuert werden. Mit dem linken Stick steuert man die Bewegung und mit dem rechten Stick schiesst man in die entsprechende Richtung. Berühmtes Beispiel ist Geometry Wars.
LookMyBullet
Und jetzt bitte an Just Cause 3 meine Herren(Und Damen)!
2happy
Gonga
war das nicht das Spiel das mal in der Highscoreausgabe war und angeblich richtige Scheisse ist?
oder siehts einfach nur verdammt ähnlich aus?? ^^
Johannes Krohn
Das verwechselst du mit dem ähnlich anmutenden "Red Faction"-Downloadspiel.