Riccitiello: Digitaler Markt gewinnt 2010 Überhand
13:50 Uhr - Electronic Arts CEO John Riccitiello bleibt ein Mann vieler Worte und offen herausposaunter Zukunftsvisionen, was man aber selbstverständlich auch über so gut wie jeden anderen CEO der Videospielebranche sagen könnte. Heute bereichert er unser Newsangebot um die persönliche Prognose, dass digitale Distribution und Onlineservices wie "Social Network"-Games im Videospielebereich schon kommendes Jahr die Überhand gegenüber traditionellem Einzelhandel sowie normalen Spielkonsolen gewonnen haben werden.
GamesIndustry zitieren Riccitiello laut Reuters:
- "Es ist etwas neues, auf diesem Sektor in Konkurrenz zu treten. Wenn Leute an Spiele denken, dann normalerweise an Xbox, PlayStation und Wii. Sie vergessen all die Onlinespieleservices, die es da draußen gibt - Anmeldung, Mikrotransaktionen, Spiele auf Facebook oder unserem Webportal Pogo."
- "Zählt man all diese Sachen zusammen, machen sie bereits die Hälfte der Industrie aus. Es sind in etwa 40-45%. Nächstes Jahr stellen sie wahrscheinlich einen größeren Anteil der Industrie dar und sie werden dabei größer als alle Konsolenspiele zusammen sein."
- "Vor ein paar Jahren hat EA mit einem Plan begonnen, sich wirklich in diesem neuen Sektor aufzustellen. Alleine im letzten Quartal haben wir damit $138 Millionen Umsatz gemacht und wäre EAs digitales Geschäft eine eigenständige Firma, würde es der Liebling der Wall Street sein."
- "Momentan ist es Teil einer größeren Firma, doch wir bauen es sehr schnell weiter auf und unser Ziel bei Electronic Arts ist es, mit der Zeit ein digitales Geschäft von ähnlicher Größe zu besitzen."
- "Wir suchen nach neuen Geschäftsmodellen, welche uns dabei helfen werden, den Rest unserer Firma zu stärken und es uns erlauben, unsere Marken auch dort erfolgreich sein zu lassen."
- "Das haben wir nun mit Playfish gefunden. Es erreicht 60 Millionen Menschen im Monat. Obwohl sie bis jetzt noch gar nicht solch starke IPs wie wir hatten, wenn man mal Die Sims, FIFA,... betrachtet, die auch auf solch einer Plattform Erfolg haben können. Wir betrachten diese Kombination und sehen viele Synergien."
- "Aus Electronic Arts' Sichtweise richtet sich die Betrachtung bei Übernahmen und Fusionen nach drei Dingen: Wir versuchen fortwährend neue Territorien auf digitaler Seite zu erschließen. Fragt man also nach Verträgen, schauen wir uns meist die digitale Seite an, betrachten geeignete Organisationen in Hinblick auf die Perspektive ihrer Geschäftskultur und versuchen vor allem, bei der Preisgestaltung Einigung zu erzielen. Dies sind drei Hürden, welche oft schwierig zu nehmen sind."
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Kommentare (7)
ToXsic WaRgoD
Es wird aber erst dann einen Wandel geben wenn die gesamte Industrie mitzieht! Ubisoft, Acti/Blizz, Take2 uws. haben ja auch noch ein Wörtchen mitzureden.
Nebelberge
ToXsic WaRgoD
rüüüüüüüüüschtüüüüsch ^^
ericflash
Und das Problem ist, dass der Konsument leider immer mehr auch in diese Richtung tendiert, wie die Umsatzzahlen beweisen. Manchmal glaube ich, dass ich einer der wenigen bin, die sich noch nichts im PSN oder bei Steam gekauft haben.
alp biker
Und solange solche Modelle funktionieren, solange wird das auch gemacht. Leider!
Superfly71
Wie die beiden über mir aber schon richtig erläutert haben, wird es irgendwann dazu kommen. Gerade die "Casualkunden", ich nenn sie einfach mal Gelegenheitsspieler (und die sind nunmal die Mehrzahl an Spielern), werden es wohl gut finden, sich in Zukunft eine Konsole ins Wohnzimmer zu stellen, aber keinen weiteren Platz mehr für die Spiele vergeuden zu müssen. Dazu kommt dann noch der Bequemlichkeitsfaktor.
Das sind halt leider auch die Spieler, die sich nicht/selten über die Spiele informieren und denen es auch egal ist, ob sie nun eine geschnittene oder ungeschnittene Version spielen oder ob man das Spiel nach etwas Recherchieren im Netz anstatt für 60€ vielleicht für 40€ (ggf. auch gebraucht) bekommen könnte (da sie eben nur gelegentlich mal zu einem Spiel greifen).
Für mich ist diese Zukunftsvision, die ja schon fast keine Vision mehr ist, einfach der Horror!
Nebelberge
Kleine Ballerspielchen habe ich mir auch schon geholt. Blast Factor und Super Stardust HD. Bei einem Preis von 5-7 Euro halte ich das noch für akzeptabel. Was mich stört sind solche Sachen wie der Versus Modus von Resident Evil 5. Ist schon auf der Scheibe enthalten, nur der Freischaltcode wird runtergeladen.
Von Steam möchte ich erst gar nicht anfangen, solchen "Service" als alleinige Spielequelle und ich werde zum Retrofan.