16.01.2007 15:16
Robots
Der junge Roboter Rodney Copperbottom macht sich im neusten Streifen der Ice Age-Macher auf den Weg nach Robot-City, um gegen den fiesen Tyrannen Ratchet anzugehen. Dieser hat sein Idol aus der Erfinder-Werkstatt, bei der er sich bewerben wollte, verbannt und macht nun die Mitarbeiter auf üble Weise fertig. Anstatt diese Geschichte nur im Kino mitzuverfolgen, gibt euch Vivendi Universal nun die Möglichkeit, Gerechtigkeit und Frieden selbst vor der heimischen Konsole wiederherzustellen. Ob dabei das Spiel qualitativ an die Filmvorlage herankommt, wird sich in diesem Testbericht zeigen.
Um sich in der Welt von Robots wehren zu können, aucht ihr Schrott. Dabei gibt es generell zwei Arten dieser Ersatzteile. Zum einen gibt es normalen Schrott, der euch in erster Linie entweder als Munition für eure Schrottkanone, als Zahlungsmittel für Waffenupgrades oder größere Taschen für die Müllaufnahme dient. Diese gibt es an reichlich verteilten Automaten zu erwerben, welche gleichzeitig als Speicherstation dienen. Zum anderen müsst ihr häufig Goldschrott einsammeln, mit dem ihr euch Fahrkarten oder Passkarten zulegt. Sowieso werdet ihr in zu vielen Missionen damit beauftragt, Goldschrott oder Baupläne zu suchen. Zwar bekommt ihr dadurch neue, meist nützliche Gegenstände (Am Anfang zum Beispiel einen kleinen Hilfsroboter, der stetig neben euch herfliegt und später zu weiteren Sprüngen verhilft oder neue Wege freisetzt, indem ihr ihn direkt steuert), jedoch wird das ständige Gesuche nach den Teilen ziemlich nervig. Hier hätten sich die Entwickler ruhig ein wenig mehr Ideen und Innovationen einfallen lassen können. Natürlich bekommt ihr es mit den Schergen von Ratchet zu tun. Gegen diese wehrt ihr euch mithilfe eures Schraubenschlüssels, mit welchem ihr üigens auch Schalter betätigt, mit dem schon genannten Schottwerfer oder den wirkungsvollen Granaten. Ihr seid sogar nicht nur zu Fuß unterwegs, sondern nehmt auch unter anderem in Transportkapseln Platz, um zu anderen Orten zu gelangen oder Rennen zu fahren.
Die Steuerung ist bei Robots leider nicht so gelungen, wie sie eigentlich sein sollte. Der Analogstick reagiert viel zu direkt, sodass ihr das ein oder andere Mal unfreiwillig im Ersatzteillager landet. Besonders bei kleineren, schwebenden Plattformen macht euch die Kontrolle öfters einen Strich durch die Rechnung. Was jedoch noch stärker ins negative Licht rückt ist die Kamera. Diese lässt sich zwar nachjustieren, bleibt aber häufig an Ecken und Kanten hängen und ist auch ein bisschen zu nah an Rodney dran. Die Grafik setzt zwar keine Maßstäbe, ist aber durchaus gelungen. Die bunte Welt von Robots wird stimmig wiedergegeben, Fans des Films erkennen einige Schauplätze problemlos wieder, auch die Charaktermodelle sind sehr detailliert. Neben den aus dem Film bekannten Protagonisten trefft ihr auch auf neue Figuren. Passanten legen manchmal witzige und flotte Sprüche an den Tag. Schwächen gibt es jedoch trotzdem: Manchmal werden Objekte erst bei Annäherung genauer dargestellt und trotz der mäßigen Grafik kommt es unverständlicher Weise öfters zu Rucklern. Über den Sound, welcher am besten durch eine Dolby Digital 5.1 Anlage schallt, gibt es nicht viel zu meckern. Denn neben den ordentlichen Synchronsprechern, die teilweise aus dem Film stammen, wird ein solider, fröhlicher Soundtrack geboten, der sich nach einiger Zeit jedoch leider totgespielt hat. Zwei bis drei Stücke mehr hätten dem Gesamteindruck um einiges besser getan.
„Knapp der Schrottpresse entflohen ..."
(Meinung » Robert Buch)
Robots ist zum Glück nicht zur totalen Lizenzgurke geworden. Jedoch spricht es deutlich Fans des Kinofilms und ausgehungerte Jump’n Run-Fanatiker an. Aufgrund völligen Verzichts von Gewaltdarstellungen ist es vor allem für jüngere Zocker geeignet, die zusätzlich wegen dem recht niedrig angesetzten Schwierigkeitsgrad keine großen Probleme haben werden, die Roboter-Welt wieder in Ordnung zu ingen. Die nette Grafik und der stimmige Soundtrack, sowie die anständige deutsche (und auch englisch enthaltene) Synchronisation retten das Spiel vor dem Rest der Masse an misslungenen Versoftungen. Noch ein Tipp: Wenn man die Xbox auf die englische Sprache umschaltet, bekommt man nicht nur die besseren Stimmen, sondern auch als Bonus Filmschnipsel, anstatt im deutschsprachigen Pendant, nur Bilder.
Erfahrene Zocker sehen sich aber am Besten nach Alternativen um, denn trotz des Low Budget- Preises gibt es deutlich empfehlenswertere Titel im Spieleregal.