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Shaun White Skateboarding

Mittwoch, 17. November 2010
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Nach Tony Hawks "Shred" ist mit Shaun White Skateboarding ein weiterer Volltreffer ins Müll-Tor des Skateboard-Genres erzielt worden. Wer dachte, der große Bruder von Pumuckl Shaun White könne nur Snowboard fahren, der liegt mit dieser Annahme genauso falsch, wie mit dem Gedanken hierbei sei vielleicht ein gutes Spiel herausgekommen. Was dabei passiert, wenn versucht wird, Tony Hawk mit skate zu kombinieren, könnt ihr in unserem Test nachlesen.

Worum geht's?

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In der ehemaligen Skaterstadt New Harmony ist Trostlosigkeit ausgebrochen. Die Menschen leben nur noch so vor sich hin, all die Farbe des einstig glücklichen Örtchens ist verblasst. Der Grund dafür ist das Ministerium, das die Regierung übernommen hat: Skaten ist verboten worden, woraufhin folglich die Skater, die der Stadt die Freude gaben, verschwunden sind. Shaun White hat es sich nun zum Ziel gesetzt, New Harmony wieder seinen alten Glanz zu verleihen, indem er mit seinem Zauberskateboard Farbe, Glück und Zufriedenheit versprüht. Gleich zu Beginn des Spiels jedoch wird der rothaarige Lockenkopf festgenommen. Der eigene Boarder holt sich Shauns Zauberboard im Gefängnis ab und muss ebenfalls dessen ehrenwerte Mission, des Stadt-Wiederbelebens übernehmen. Das wars auch schon mit dem eigentlichen Titel-Helden, denn jetzt zählt nur noch der austauschbare neue Zauberboardbesitzer. Im Charaktereditor soll dem ohnehin unpersönlichen eigenen Skater ein Quäntchen Leben eingehaucht werden. Dieser ist kein Vergleich zu einem NBA 2K11-Menschen-Baukasten. Hierbei sind offensichtlich wohl alle Fortschritte in gestalterischer Hinsicht der letzten Jahre an den Entwicklern unbemerkt vorbeigezogen. Man kann zwar im Laufe des Spiels neue Kleidungsstücke, Decks und Achsen für das Skateboard freischalten, dennoch ist gerade die anfängliche Auswahl äußerst mager.


Kann das Zauberskateboard auch fliegen?

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Ja, fast, denn man kann auf vorgegebenen Rails durch die Lüfte grinden. Zuerst jedoch sollte angemerkt werden, dass sich mit dem bereits mehrfach erwähnten Zauberskateboard auch schon der gesamte Grundbaustein der Spielemechanik beschreiben lässt. Durch Tricks kann Farbe in die triste Umgebung gebracht werden. Dies wird natürlich auch optisch, mehr oder weniger ästhetisch mit einer Art Farb-Druckwelle dargestellt, die nach erfolgreichen Stunts ausgelöst wird. Letztendlich können durch dieses Spieleelement eigentlich jegliche der gestellten Aufgaben auch einfach via permanentem Gehüpfe gelöst werden. Logischerweise schraubt dies wiederum die Schwierigkeit des Skatespiels enorm herunter. Genannt wird das Ganze im übrigen „Flow“. Dessen Level kann durch erfolgreich ausgeführte Manöver erhöht werden, um besonders schwerwiegend ergraute Gegenden zu 'erbunten'. Der „Flow“ kann auch wieder sinken, was das Ganze nicht wirklich schwieriger macht. Somit nimmt einerseits die Punkteanzahl stetig ab, andererseits kann man auch durch Stürze die gesamte Power verlieren. Ein weiteres Feature des Zauberboards ist das „Formen“. Per Sprung auf vorgegebene bunt-markierte Rails, kann ein vorgegebener Weg gegrindet werden. Später kann man sogar ganze Wege selbst „formen“. Der Nutzen der aus diesem Effekt gezogen wird, ist einzig und alleine die Möglichkeit auf andere Ebenen, wie Häuserdächer zu kommen. Während man in weitaus besseren Genrevertretern noch spektakuläre Moves mit seinem Board veranstalten musste, bekommt man hier einfach eine bunte Stange vorgelegt, die den Spieler automatisch von A nach B führt.


Was muss man denn machen, um das Ministerium zu besiegen?

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Nachdem man die langen Ladezeiten hinter sich hat, lässt sich diese Frage in einem Satz beantworten: Sich immer und immer wiederholende Missionen abschließen. Meist beschränken sich diese nämlich lediglich darauf, einen Ort mit seinem alles erwärmenden Board von der vorherrschenden Kälte zu befreien. Die ein oder andere geringfügig spannendere Aufgabe gilt es ebenso zu bewältigen, aber die Abwechslung in diesen beschränkt sich auf ein Mindestmaß an Kreativität. Jene gibt es in dem Sinne nur dann, wenn ein Ort nur mit einem bestimmten Trick befreit werden kann. Den lernt man dann meistens direkt an dem verschleierten Platz, den es zu bemalen gilt. Anfangs hat man hierzu noch eine ziemlich überschaubare Liste an möglichen Skatetricks die man meistern kann. Erst im Laufe des Spiels kommen weitere hinzu. Bis man erst einmal etwas anspruchsvollere Boardkunstwerke absolvieren kann, vergeht etwas an Zeit, die man sich getrost sparen kann, denn mehr Spaß kommt bei der ganzen Sache trotzdem nicht auf.

Um das Ministerium vom Regierungssessel zu vertreiben, muss explizit gegen dieses vorgegangen werden: Manch ein Missionsziel verlangt alle Plakate der bösen Regierung zu zerstören, ebenfalls durch einen stets gerade erst gelernten Trick. Da das gesamte Städtchen, wie sooft, nicht gleich zu Beginn komplett befahrbar ist, schaltet man nach und nach neue Viertel frei. Wirklich gravierende optische Unterschiede gibt es aber trotzdem nicht. Es ist so als rolle die ganze Zeit ein Dejavu mit und wolle, mit einem fiesen lächeln auf den Lippen, demonstrieren wie schlecht Spiele heutzutage noch aussehen können.


Aber bestimmt ist die Physik und das Fahrgefühl realistisch?

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In der Einleitung erwähnte ich bereits, dass Shaun White Skateboarding eine Mischung aus den alten Tony Hawk-Teilen und den überragenden skate-Titeln sei. Gemeint ist damit, dass Ubisoft auf der einen Seite versucht hat die anspruchsvolle Steuerung von skate zu kopieren und gleichzeitig die realitätsentfernte Physik von Tony Hawk-Spielen in einem Spiel zu vermischen. Selbstverständlich ist das nicht einmal ansatzweise gelungen. Neben der unkoordinierbaren Steuerung, die ausgefeilt und einfach zugleich sein will, ist mit der überzogenen Fahr-Physik alles getan worden, um so wenig Atmosphäre wie möglich aufzubauen. Während man bei skate noch Mitleidsgefühle entwickelte, als der eigene Held mit seiner nackten Haut auf dem rauen Asphalt entlang schlitterte, zerplittert der Kollege hier einfach nur in viele kleine Teilchen. Und das auch noch ohne Blut! Den Comic-Stil-Bonus, dem man dem Spiel zugute kommen lassen könnte, gibt es hier nicht. Dafür ist zuviel von Nichts vorhanden. Auch die Grafik erinnert an späte Playstation 2-Zeiten. Keine Sorge, HD-Qualität ist bei heutigem Bildschirmgeflimmere unvermeidbar, aber die Umgebungsgrafik ist dermaßen leblos und steril, auch nachdem man 'gezaubert' hat. Immerhin hat man einen Fortschritt der Skateboard-Spiele übernommen: Es ist tatsächlich möglich vom Board abzusteigen! Hierdurch wird einem lediglich ermöglicht Treppen zu steigen, keinerlei Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung sind gegeben. Somit auch keine Board-zu-Fuß-Kombinationsmöglichkeiten. Sich in irgendeiner Weise mit dem Skateboardakrobaten verbunden zu fühlen und in seine Welt einzutauchen, ist unmöglich.


Skateboardspiel? Der Multiplayer ist doch bestimmt der Hammer... Oder?

Vier verschiedene Modi können hier gespielt werden, entweder Splitscreen oder Online. Neben dem sich selbst erklärenden „Freies Skaten“, gibt es noch das „Flow-Duell“, ein schlichter Punktekampf, bei dem jeder Spieler so viel „Flow“ wie möglich erzielen muss, um zu gewinnen. Ein weiterer Modus ist „Ministerium gegen Rising“ bei dem 'angeflowte' Objekte eingenommen, verteidigt und vom Gegenspieler geklaut werden müssen. Und zu guter Letzt gibt es noch das „Form-Battle“ in welchem einfach nur Rails und Brücken geformt werden müssen. Nicht einmal hier wird dem Spieler Spaß geboten. Selbst wenn man zu zweit vor dem Flimmerkasten sitzt, amüsiert man sich höchstens über Shaun Whites Aussehen.

Challenges-Trailer

Pro und Contra

  • + Farbeffekt bei absolvierten Tricks...
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  • - ... der nach kurzer Zeit langweilt
  • - Hakelige Steuerung
  • - Grafik auf PS2-Niveau
  • - Lange Ladezeiten
  • - deutsche Synchonisation peinlich

Lieber Shaun White, hör bitte auf damit!

In meiner Welt üben Skatespiele einen gewissen Zauber aus. Grundvorraussetzung für dieses Zauberwald-Feeling ist aber eben nicht die vollkommen flache Idee eines Zauberskateboards. Verschiedene Faktoren spielen hierbei eine Rolle. So möchte ich diese „Skater-sind-die-coolsten-Typen“-Atmosphäre, am besten in irgendeiner sonnigen Klischee-Ecke Amerikas. Aber trotzdem realitätsnah. Eben wie bei skate, bei dem ich eine anspruchsvolle Steuerung gepaart mit einer standhaften Fahr-Physik hingeklatscht bekomme. Am besten noch mit dem ein oder anderen lustigen Knochenbrechmodus und schon bin ich glücklich.

Bei Shaun White Skateboarding bekommt man garnichts davon. Sobald die Konsole es geschafft hat den ganzen Mist den es zu verarbeiten gilt, auf den TV-Bildschirm zu transferieren, ermutigt sich mein Zeigefinger einzig und alleine dazu den Ausschaltknopf zu betätigen. Da man aber auch mal über schlechte PS2-Grafik und lange Ladezeiten hinwegsehen sollte, überwindete ich mich dazu doch die ein oder andere Aufgabe zu lösen. Ich wollte ja nur dem exorbitant inattraktiven Shaun White helfen, die ergraute Stadt wieder mit Leben und Farbe zu füllen. Also folge ich den langweiligen und belanglosen Missionszielen, die ich bereits mit einfachen und undefinierbaren Ollie-Aneinanderreihungen gelöst habe, um letztendlich festzustellen, dass Spiele im mittlerweile veralteten Tony Hawk-Prinzip einfach keinen Spaß mehr machen. Da tröstet auch keine Farbdruckwelle, die weder schön inszeniert ist noch Motivation erzeugt, über diesen ganzen Schlamassel hinweg.

 

Wenn ich an die Anfänge des Genres zurückdenke, in denen ich mit meinem Bruderherz Nächtelang Tony Hawks Pro Skater gespielt habe, um ein wahrer Fingerathlet zu werden, muss ich heute fast weinen, wenn man mir einen solchen Rotz als neuartiges Spielprinzip zu verkaufen versucht. Hier wird man ja nicht einmal durch komplizierte Tastenkombinationen für die Skateboard-Tricks gefordert. Ist das nicht traurig?

zur Shaun White Skateboarding Bildergalerie »

Screenshots zeigen Ingame-Geschehen mehr...


Shaun White und das Skateboard

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Bei vielen ahnungslosen Leuten wird sich bei Ankündigung des Titels "Shaun White Skateboarding" ein knubbeldickes Fragezeichen über dem Kopf gebildet haben: Shaun White fährt Skateboard?

Ja, das fährt er in der Tat und dazu noch äußerst erfolgreich! Seit 2003 nutzt Shaun White nicht mehr nur die Weiße Pracht der Berge um sich fortzubewegen. Im Februar 2006 gewann er bei den olympischen Winterspielen eine Goldmedaille in der Halfpipe, ebenso auch 2010. In anderen Wettbewerben belegte er einmal den vierten Platz (2003, Slam City Jam) und den sechsten Platz (2003, X-Games).

Außerdem sind Tony Hawks und Shaun White gute Freunde, was wohl nicht gerade wenig dazu beitrug, dass Shaun in Tony's Birdhouse-Skateboarding-Team mitfahren darf. Shaun White kam am 3. September 1986 mit einem Herzfehler auf die Welt.


Bewertung

Shaun White Skateboarding ps3

4/10

Bewertung

Shaun White Skateboarding xbox360

4/10

 

Kommentare (15)

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17.11.2010 15:46 - Der große Kampf zwischen TonyHawk und SchaunWhite: Wer schafft es als erster und verkauft 12 Stück :p
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17.11.2010 15:59 - ob sie die bahnbrechenden 37.000 stück von arcania noch erreichen?:P
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17.11.2010 16:27 - Verstehe nicht warum man mit so schlechten Produkten wie dieses oder das neue Hawks überhaubt in den gedanken kommt spiele zu verkaufen... der momentane Spartenmarkt "Skaten" gehört doch "Skate".

Das Snowboard spiel von Shaun White war ja "meiner Ansicht nach" in ordnung, warum man dan aber ein schlechteres spiel macht bleibt mir unverständlich.
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17.11.2010 16:33 - Manchmal denke ich, dass die Produktionskosten solcher Spiele so gering sein müssen dass sie sich schon rentieren wenn sie 10000 Stück verkaufen.
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17.11.2010 16:44 - Und die Arbeitslosenquote steigt und steigt und steigt...
@Jace Unter "Produktionskosten" fällt mir nur schlechter Lohn ein...
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17.11.2010 17:11 - LAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAANGWEILIG
DANKE an Sassi das sie dem spiel eine schlechte wertung gegeben hat
WEITER SO
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17.11.2010 17:15 - Wieso eigentlich zweimal 4/10? Wäre 1/10(wegen dem "Farbwunder") nicht besser gewesen?
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17.11.2010 18:37 - und ich beklage mich über zu viele Musikspiele
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17.11.2010 18:53 - klingt ein bisschen nach "de blob" in schlecht...
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17.11.2010 19:30 - @Eisenfaust
De Blob war ein gutes Spiel, weiß gar nciht was du hast.

BTT:
Dass Shaun Whites Skateboarding kein Hit wird, war ja schon von vornherein klar, nach den laut Testergebnissen enttäuschenden Snowboardteilen, kann das Skateboardspiel nicht ohne vorheriges Umdenken besser werden...
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