Shellshock 2 - Blood Trails
16:06 Uhr - Shellshock 2 dürfte eigentlich nur aus einem Grund interessant sein: Der Vorgänger wurde von Guerillia Games programmiert. Genau den Jungs, die sich für den „PlayStation 3“-Kracher Killzone 2 verantwortlich zeichnen. Shellshock 1 wurde aufgrund übertriebener Gewaltdarstellungen hierzulande indiziert. Dem zweiten Teil dürfte (hoffentlich) dasselbe passieren. Nicht weil es brutal, sondern unheimlich schlecht ist. Lest selbst, warum Shellshock 2 der Kehrwert von Killzone 2 ist.
Drei Zombies für Charlie
Die Genialität dieser Überschrift wird sich euch erst offenbaren, wenn ihr die Story von Shellshock 2 erfahren habt. Schauplatz des First-Person-Shooters ist Vietnam. Genau das Vietnam, das Robin Williams in „Good Morning Vietnam“ so freundlich begrüßte – nur dass es den Spieler alles andere als herzlich empfängt. In der Haut des Soldaten Nathaniel Walker müsst ihr feststellen, dass euer Bruder durch den Kontakt mit einer mysteriösen Substanz mit dem Namen „White Knight“ (Hey, vielleicht angeln wir auf diese Weise ein Paar Google-User, die nach dem „PlayStation 3“-Spiel gesucht haben.) zu einem Infizierten mutiert ist, der ...zzzz... Hunger... auf... zzz... Menschenfleisch hat. Ach ja, es geht doch nichts über eine gute Story. Während der stimmungsvollen Einleitungssequenz, die mit allerhand Gruseleffekten und gutem Sound aufwarten kann (auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn) kann der Bruder fliehen, so dass wir den klassischen Konflikt, unter Psychologen auch als „Bruder-Untoter-Syndrom“ bekannt, haben. Fortan gilt es, das verwandte Fleisch und Blut zu jagen und das eigene nicht allzu sehr fließen zu lassen?
Good Morning Vietnam
Doch bis es zum ersten Kontakt mit den Infizierten kommt, dürft ihr euch mit jeder Menge Vietnamesen beschäftigen. (Crysis lässt grüßen, erst Koreaner, dann Aliens.) Die scheinen nämlich immer noch ein Problem damit zu haben, dass sich Amerikaner in ihren Wäldern herumtreiben. Wären die Guerillakämpfer in Wirklichkeit so dämlich gewesen, wie in diesem Spiel, dann wäre der Vietnamkrieg sicherlich nicht als größte Niederlage der Vereinigten Staaten in die Geschichte eingegangen. Die „Charlies“ besitzen nicht einmal die Intelligenz, um einen Eimer Wasser umzukippen, geschweige denn, in Deckung zu gehen und sich damit den völlig überpowerten Waffen des Spielers zu entziehen. Bestenfalls als Kanonenfutter zu bezeichnen, bringen sie einen routinierten Shooterspieler nur mit glücklichen Granatenwürfen oder gut positionierten MG-Stellungen ins Schwitzen. Doch keine Angst, begebt ihr euch nach Beschuss fix in Deckung, ist Walker (Achtung, schlechter Wortwitz!) schnell wieder „am Laufen“. Die Infizierten stellen sich komischerweise klüger an, was vielleicht an den zahlreichen Skriptsequenzen liegt, die die stöhnenden Bestien gerne in den Rücken von Walker fallen lassen. Großartig erschrecken tut man sich dabei aber nicht. Zögerndes Spielen ist in Shellshock 2 nicht empfohlen, da sich die Entwickler dem Hass-Feature aus Call of Duty 3 bedienten: Respawnende Gegner. Ihr solltet also schleunigst von einem Chekpoint zum nächsten rasen, damit euch die unendliche Armee der Vietnamesen nicht durch Eintönigkeit in den Feuergefechten besiegt.
Die Qual der Wahl des Tötens
Wenn schon die Feuergefechte langweilig sind, dann lasst es doch wenigstens im Waffenarsenal richtig krachen, liebe Entwickler! Und das tun sie – nicht. Pistole, Schnellfeuergewehr, Granten und eine Machete. Das war es. Mit anderen Schießprügeln dürft ihr den Horden nicht zu Leibe rücken. Hey, aber ein wenig Abwechslung gibt es dann doch. Immerhin gibt es von jeder Sorte Schießgerät zwei Versionen. So könnt ihr entweder mit der Colt oder der AK47 bewaffnet durch die Gegend ballern, genauso könnt ihr die Machete durch ein Kampfmesser ersetzen. Toll. Große Unterschiede in Sachen Schaden oder Genauigkeit konnten wir leider nicht feststellen; höchstens die Visieransichten, in die man genretypisch zwecks präziserem Zielen wechseln kann, divergieren. Mir gefällt die Colt-Ansicht besser. Nochmal toll. Ab und zu kann ich auch Geschütze besetzen und auf die immer noch dämlichen Vietnamesen/Infizierten ballern und hoffen, dass nicht vorher die Munition ausgeht. Eine Anzeige dafür gibt es bei den montierten Geschützen nämlich nicht. Nicht so toll. Ach ja, dann gibt es noch Raketenwerfer. Aber irgendwie haben die in unserer Version nicht funktioniert. War auch kein Problem, da eh keine Fahrzeuge kamen, sondern nur Fußsoldaten. Wer sich die schwere Wumme für später aufheben will, wird enttäuscht, da man nur zwei Waffen gleichzeitig tragen kann – eine Handfeuerwaffe und ein Gewehr. Sollte einem aus unerfindlichen Gründen mal die Munition ausgehen, oder aber es stürzt sich plötzlich ein Gegner aus den zahlreichen dunklen Ecken auf euch, kann man sich immer noch auf den Nahkampf verlassen. Entweder man verpasst den Dummbratzen eine mit dem Gewehrkolben/Machete oder aber es startet ein Quicktime-Event. (Ihr dachtet wohl nicht im ernst, dass DIESES Spiel ohne Quicktime-Event daherkommt? Wuahaha!) Drückt einfach die auf dem Bildschirm aufleuchtenden Knöpfe und voila, ihr könnt dem Peiniger das Genick brechen oder ihm mit der Waffen den Kopf zu blutigem Klump verarbeiten – die Wahl liegt bei euch. Wirklich. Denn kurz vor der Tötung werdet ihr gefragt, wie ihr euren Gegner umbringen wollt.
Die unendlichen Soundfiles
Ok, wenn die Feuergefechte langweilig sind, die Story unterirdisch und die KI dämlich, dann muss doch wenigstens die Grafik wegrocken. (Böse Zungen würden jetzt sagen, dass man dann ja Crysis hätte...) Wir sagen es mal so: Die Grafik ist noch das beste im Spiel und das soll was heißen. Zum Glück ist es die meiste Zeit dunkel bzw. wandelt man durch Gebäude, so dass einem die schwache Darstellung nicht allzu sehr ins Auge springt. Matschige Bodentexturen, Clippingfehler und Schatten von Schattenwürfen (die Phrase sollte AreaGames patentieren lassen) gehören dabei zum guten Ton in Shellshock 2. Irgendwelche NextGen-Effekte wie HDR, Blur oder Unschärfe sucht man hier vergebens. Einzig die Taschenlampe (hat unendlich viel Energie und man kann gleichzeitig schießen – trotzdem solltet ihr besser Doom 3 spielen) und die Charaktermodelle sehen „nett“ aus. Auf den Konsolen kommt es trotz dieses augenscheinlichen Armutszeugnisses immer wieder zu Rucklern und Framerateeinbrüchen. Außerdem liegt die Qualität der Texturen gefühlte 50 Prozent unter der der PC-Version. Einzig aus diesem Grund und der besseren Steuerung schneidet die Heimcomputer-Variante mit einem Punkt besser ab. Das war es dann aber auch. Soundtechnisch präsentiert sich Shellshock nur in den ersten Minuten solide. Sterbende Soldaten stöhnen ziemlich echt und auch das Keuchen der Infizierten weiß ein wenig Gruselstimmung zu verbreiten. Highlight dürfte sicherlich der deutsche Sprecher von Walker sein. Vielleicht hätte der Kerl auch einfach die Waffeneffekte der Schießgeräte imitieren sollen, denn die klingen so harmlos, dass man glaubt, die Karnevalsknarre des Nachbarjungen sei gefährlicher als die „AK47“ in Shellshock 2. Ach ja, dann gibt es ja noch die „gruseligen Soundfiles“. So wird in einer Endlosschleife entweder ein schreiendes Baby, eine heulende Frau oder ein winselnder Köter eingespielt. Quellen dieser Geräusche begegnet man übrigens niemals im Spiel. Toll.
Pro und Contra
- + Lässt sich installieren
- + Lässt sich deinstallieren
- + Opfer für die BpjM
- + Taschenlampe
- - Schwache Grafik
- - Schwache KI
- - Schwache Story
- - Schwachsinnig
BpjM, bitte schreitet ein!
Shellshock 2 ist für mich wie X-Blades – nur aus der Ego-Perspektive. Langweilige, lineare Level mit Checkpoints, die aktiviert werden müssen, um unendlich respawnende Gegner zu stoppen, wechseln sich mit langweiligen, linearen Levels mit Checkpoints, die aktiviert werden müssen, um unendlich respawnende Gegner zu stoppen, ab. Ab und zu heult eine Frau, ein Baby oder ein Hund. Und dann gibt es Zombies. Und Vietnamesen. Und Waffen. Und ... vergesst dieses Spiel. Hofft, dass es indiziert wird. Mehr kann und will ich zu diesem Spiel nicht sagen.
Bewertung
Bewertung
Bewertung
Weitere News
Diese Artikel könnten dich auch interessieren:
Datenblatt - Spieletest - Trailer - Bilder - News ...
Bitte logge Dich ein, um Kommentare zu verfassen.
Coming Soon
Galerien
Risen 2: Dark Waters - Schatzinsel DLC
Die ersten Bilder von der SchatzinselThe Last of Us
Bilder von den Entwicklungsarbeiten an Sonys Exklusiv-Spiel.I Am Alive
Bilder zum Überlebenskampf.Die Neuesten User-Tests
Call of Duty: Modern Warfare 3 XBOX360
"Krieg ensteht aus Täuschung" - das sind die ersten Worte in MW3. Ist es Weisheit, Weitsicht oder Zufall das die gesamte Gaming-Welt sich auf MW ...
The Elder Scrolls V: Skyrim XBOX360
Nach, verhältnismäßig bescheidenen, 50 Stunden Spielzeit und nach Beendigung von Hauperquest nebst zweier Gilden wage ich mich an mein...























Kommentare (22)
GERHavoc
Übrigens schöne Pro-Liste :D
Steffen261279
Was soll das mit der Spritze eigentlich am Anfang?
EL POLLO DIABL0
+ lässt sich deinstallieren
+ made my day :D
paramedic1806
GERHavoc
metropolisstreetracer
Das klingt ja nach einem echten Must-Have!
Ich mach schon mal einen Platz frei in der Gurkenabteilung meiner Sammlung,
direkt neben Turning Point und Hour of Victory *loool*
Ewoy2000
Ok es kommt nicht an aktuelle top-Knaller a ran, aber ich finde es besonders dann gut wenn man mal schlecht gelaunt ist und man will sich abreagieren, wenn nicht gerade nen Boxsack in der Nähe ist.
hamlet
Die Gegner respawnen nicht unendlich. Kann ab und an vielleicht einem so vorkommen, ist aber definitiv nicht so. Mit dem Raketenwerfer zu schießen hat bei mir immer funktioniert.
Und die Gegner gehen auch in Deckung und sind nicht nur Kugelfänger.
Vielleicht solle man das Spiel einfach mal auf "schwer" spielen, dann ändert sich einiges.
Ewoy2000
GERHavoc