Silent Hill: Origins

Mittwoch, 28. November 2007

16:05 Uhr - Ghost Rider, Herbie Rescue Rally und die PC-Umsetzung von Viva Pinata – die letzten Arbeiten der Entwicklerschmieder Climax stehen nicht gerade für hohe Qualitätsansprüche. Wäre da nicht der Dauerbrenner Moto GP müsste man sich wirklich Gedanken darüber machen, was Konami geritten hat die Entwicklung von Silent Hill Origins ausgerechnet in die Hände von Climax zu legen.

Immerhin bürgt die Horrorserie seit Jahren für gehobene Gruselkost. Das in England ansässige Studio versucht mit Origins aber glücklicherweise nicht das Rad neu zu erfinden, sondern verdammt den Spieler erneut ins verschlafene Städtchen Silent Hill.Oder besser gesagt den Trucker Travis Grady, dessen Route ihn an den verschlafenen Ort führt. Aufkommender Nebel und eine plötzlich auf die Straße preschende Person zwingen Travis zu einer Vollemsung. Aus Sorge um das leichtsinnige Individuum erforscht er ein wenig die nähere Umgebung und stellt fest, das ein Haus in Flammen steht. Hilferufe verleiten den mutigen LKW-Fahrer zu einem Rettungsversuch in deren weiterem Verlauf das Unheil seinen Lauf nimmt und den Spieler gebannt vor den kleinen Bildschirm der PSP fesselt.Kenner des Original werden sich in Silent Hill gleich wohlfühlen. Das nebelige kleine Städtchen lädt erneut zu ausgedehnten Erkundungstouren ein, wobei die nächsten Ziele auf einer Karte markiert sind, und die verzweigten Gassen durch geschickt platzierte Wegsperren und Hindernisse grundsätzlich zum nächsten Gebäude führt das erkundet werden will. Hört sich langweilig an? Ist es aber nicht, da sich auf den Straßen unheimliche Kreaturen tummeln denen ihr nach Möglichkeit ausweicht. So bieten sich die wenigen begehbaren Bauwerke als Versteck vor den Monstern geradezu an.

Der gläserne Schraubenschlüssel

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Schade das die Gegnerflut dort nicht abnimmt. Um die Geschichte voranzutreiben seit ihr natürlich gezwungen alle Räume und Gänge genau zu untersuchen und erkunden. Neben einigen Power Ups und nützlichen Gegenständen seit ihr vor allen Dingen auf der Suche nach Waffen die ihr im Kampf gegen dämonische Kreaturen auch dringend benötigt, denn komischerweise gehen mit der Zeit alle Gegenstände mit denen ihr den Untoten an die Wäsche wollt grundsätzlich zu Bruch. Das macht bei Fernsehern, Flaschen und alten Holzlatten Sinn, warum aber selbst Schraubenschlüssel. Infusionsständer oder Moniereisen am harten Schädel eines Zombies zerbersten bleibt auf ewig ein Geheimnis der Entwickler.

Wer sich lieber auf ein Arsenal von Schusswaffen verlässt, bekommt in Silent Hill Origins einige Schießprügel in die Hände. Von einfachen Pistolen über Schrottflinten bis hin zu Maschinengewehren ist für jeden Geschmack etwas dabei. Seit ihr einmal nicht dabei Monstern das Fell über die Ohren zu ziehen, reist ihr zwischen Dimensionen hin und her. Schaut ihr in einen Spiegel könnt ihr von der realen Welt in eine düstere Gegenwelt vordringen. Hier ist der Levelaufbau zwar der selbe, meist sind einige Abschnitte eines Levels aber nur durch den Wechsel der Dimensionen zu erreichen. Türen sind in der realen Welt verschlossen, lassen sich in der dunklen Welt aber öffnen.So löst ihr mit der Zeit ein paar Rätsel, erkundet Gebäude und erledigt in einigen Bosskämpfen besonders hässliche Vertreter der Gattung Monster. Durch eingestreute Zwischensequenzen und Papierfetzen treibt ihr die Story voran und kommt langsam aber sich hinter das Geheimnis von Silent Hill. Die Rätsel sind dabei relativ handzahm und beschränken sich in der Regel auf simple Schalterrätsel und das einsetzen von gefundenen Gegenständen. Zur Hand haben solltet ihr immer ein Blatt Papier um euch Hinweise aufzuschreiben, diese können im weiteren Verlauf des Spiels für die Lösung eines Problems sehr wichtig sein.

Grieseln als Stilmittel

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Technisch gibt sich der Handheld Ableger von Silent Hill keine Blöße und gefällt mit einer hübschen, detailreichen Optik, netten Monsterkreationen und einigen wirklich abstoßenden Zwischensequenzen. Wenn man schon nach zehn Minuten mit einem verkohlten Menschen auf seinen Armen durch ein Gebäude irrt, weiß man schon recht schnell was einen erwartet. Höhepunkt sind wieder einmal die beklemmende Atmosphäre des Spiels, die durch den häufigen Einsatz von Nebel und netten Lichteffekten mit der Taschenlampe noch mal deutlich an Intensität erfährt. Der markante Soundtrack tut sein üiges, so das sich auch auf dem kleinen Bildschirm der PSP schnell eine stimmige Gruselatmosphäre einstellen will.

Das mehrmalige Durchspielen des Titels ist wieder Pflicht da sich neben mehreren Endsequenzen auch einige Gimmicks freischalten lassen. Knapp zehn Stunden werden Spieler auchen um Travis durch die Albträume von Silent Hill zu führen, eine Spielzeit mit der man Leben kann. Positiv zu erwähnen sind noch die schnellen Ladezeiten, dafür hätten es gerne einige Speicherpunkte mehr sein können, was sich bei der Stand-by Funktion der PSP aber verschmerzen lässt.Wieviel Spaß macht ein Grusler auf einem Winzschirm mit kleinen Boxen und wenigen Buttons? Nun, Climax versucht alles, um den Spieler bei der Stange zu halten. Die Atmosphäre von Silent Hill Origins kommt sehr gut rüber, der Soundtrack lässt euch gebannt die Geschehnisse verfolgen. Die Steuerung klappt ausgesprochen gut, selbst die Kamera macht kaum Probleme. Trotzdem solltet ihr den Titel nicht unbedingt in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit zocken, da dann doch einiges an Spielspaß flöten geht. Besser ist es ein Zimmer zu verdunkeln und mit Kopfhörern im Ohr in die Welt von Silent Hill zu versinken.Spielerisch erfindet das Entwicklerteam das Rad nicht neu, sondern verlässt sich auf die gewohnten Qualitäten der Serie, die aus einer guten Mischung von Gruseleffekten und dem Erkunden dunkler Gemäuer besteht. Die Rätsel hätten ein wenig schwerer ausfallen können, ansonsten kann man dem Titel keine großen Vorwürfe machen. Das Spielerlebnis wurde sehr gut auf die PSP portiert, gefällt mit einer netten Optik und schnellen Ladezeiten. Fans der Serie können bedenkenlos zuschlagen.

Bewertung

Silent Hill: Origins psp

0/10