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Split Second

Freitag, 21. Mai 2010
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12:11 Uhr - Mann kennt das aus dem Kino: Der Trailer zum neusten Sommerblockbuster haut einem gigantische Explosionen um die Ohren, im Sekundentakt fliegen die Highlights des Film an der Netzhaut vorbei. Guckt man sich den Film dann an, hat man das ungute Gefühl, die besten Szenen bereits alle schon zu kennen. Auch das neueste Werk von PURE-Entwickler Black Rock kann mit bombastischen Videos locken. Doch wie viel Substanz steckt wirklich in Split / Second?

Worum geht’s eigentlich?

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Auch wenn man sofort kichern möchte, wenn jemand nach der Story eines Action-Rennspiels fragt, im Falle von Split / Second istdas ganze Renngeschehen in einer Art TV-Show eingebettet. Sonderlich neu ist die Idee natürlich nicht gerade, wenn man an Filme wie Death Race oder selbst Uralt-Spiele wie Megarace denkt. Allerdings arbeitet Black Rock den TV-Show Aspekt auch nicht weiter aus. Wer also einen Moderator befürchtet, kann beruhigt weiterspielen. Bis auf kurze Einspieler vor einer neuen Rennwoche, die hier als TV-Serien gerecht „Folge“ genant wird, gibt es im Spiel wenig Momente, bei denen der Show-Aspekt in Erinnerung gerufen wird. Im Grunde dient der TV-Hintergrund nur der Erklärung, warum man eigentlich auf den Kursen so viel in die Luft jagen kann und wieso die Ingame-Menus so stylisch aussehen (man kann sie sogar mit dem rechten Stick leicht drehen, sehr schick). Ansonsten klemmt sich der Spieler hinter das Lenkrad von Fantasie-Autos mit Fantasie-Namen, die irgendwie immer an bekannte Modelle erinnern. Wer sich mit jemand anderem über die Autos des Spiels unterhält, wird immer auf Gesprächsfetzen wie „dieser Lamborghini-Verschnitt?“, „nein, die Aston Martin-Kopie“ stoßen. Allerdings ist der Verzicht auf lizenzierte Serienkarossen auch nicht weiter verwunderlich, können die Fahrzeuge doch wie bei Burnout immer in eindrucksvollen Explosionen zerfetzt werden.

Ihr merkt es schon, auf den Pisten von Split Second geht es rau zu. Schuld an allem ist die Powerplay-Spielmechanik. Für gekonntes Driften, Sprünge oder das Fahren im Windschatten bekommt ihr Powerplay-Energie, die in drei Stufen gesammelt wird. Habt ihr davon etwas gesammelt, könnt ihr Explosionen oder andere Ärgernisse auf der Strecke auslösen, um damit Gegner auszuschalten. So könnt ihr zum Beispiel in einer engen Gasse ein Müllfahrzeug aktivieren, das via Rückwärtsfahrt die halbe Strecke blockiert (nett), oder (weitaus spektakulärerer) ein ganzes Hochhaus mittels Sprengung zum Einsturz bringen, das die vor euch fahrenden Autos unter sich begräbt. Allerdings solltet ihr bei all diesen explosiven Hindernissen auch darauf achten, selbst diesen Asphalt-Katastrophen zu entweichen. Natürlich nutzen auch die Gegner diese Power-Play Funktionen, wenn auch nicht so oft wie der Spieler. Da man die meisten dieser Explosiv-Hindernisse allerdings nur einmal auslösen kann, lohnt sich eine taktische Überlegung, wann es besser ist, die Powerplay-Energie zu sparen. Wer alle drei Felder voll mit Energie hat, kann sogar eine Streckenverformung auslösen. Hier bricht dann gerne mal ein Teilstück der Strecke in sich zusammen und bildet aus den Trümmern einen neuen Pfad. Unangenehm für die Fahrer, die sich gerade auf diesem Teilstück befinden und deren Autos nun Star in jedem Limbo-Wettbewerb wären. Sicherlich hätten sich auch diese Fahrer einen Turbo-Boost gewünscht, den es in Split / Second erstaunlicherweise allerdings nicht gibt.


Erster werden ist nicht schwer, erster bleiben dagegen sehr

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Der Singleplayer-Modus besteht aus 12 Folgen der, nun sagen wir aufgesetzten, TV-Show, die jeweils aus knapp 6-7 Rennen bestehen. Neben normalen Rennen gegen acht KI-Fahrer, gibt es noch einige andere Rennveranstaltungen, wie den Eliminator-Modus, bei dem in bestimmten Zeitintervallen der letzte Fahrer des Feldes ausscheiden muss. Besonders witzig sind die Rennen gegen die Uhr, die hier Detonator-Rennen heißen. Denn hier seid ihr alleine auf der Strecke und alle Powerplays und Streckenveränderungen werden automatisch ausgelöst. Das actiongeladene „Auf der Flucht vor dicken Explosionen“ Gefühl wird hier am eindrucksvollsten vermittelt, da man sich ganz auf das Fahren konzentrieren kann. Konzentration ist ohnehin angesagt in Split/Second, denn die Gegner hängen dank ausgeprägten Gummibandeffekt immer an der Stoßstange. Einmal falsch gedriftet und schon haben euch vier Gegner überholt. Einen Vorsprung herauszufahren ist nahezu unmöglich. Obwohl ihr den Powerplays der Gegner meist noch ausweichen könnt, stellt sich beim Spielen schnell eine einfache, aber notwendig Gewinntaktik heraus: In den ersten zwei Runden eines Rennen möglichst im Mittelfeld bleiben, die Powerplay-Energie sparen und erst in der letzten Runde unter Einsatz möglichst starker Zerstörungskraft auf Platz 1 schnellen. Wer zu früh in Führung geht, hat bei Split/Second leider meist das Nachsehen und wird mit Powerplays von allen Seiten zugeballert.


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Aufgelockert werden die Events durch hektische Action-Rennen, bei denen man entweder den Raketen eines Hubschraubers ausweichen muss, oder brennende und hochexplosive Fässer, die aus einem fahrenden LKW geschmissen werden, vermeiden sollte. Beide Spielmodi bieten soviel Originalität und Langzeitspaß wie das Zerkloppen von Mittelklasse-Fahrzeugen zwischen den Kämpfen in Street Fighter. Meinetwegen hätten diese beiden Modi auch draußen bleiben können. Stattdessen hätte Black Rock noch etwas am Multiplayer arbeiten können: Hier sind nur rudimentäre Grundfunktionen enthalten. Nach dem Matchmaking findet man sich in einer Lobby mit anderen Spielern wieder, bei dem der Host lediglich die Strecke auswählen kann. Andere Optionen fehlen, was besonders ärgerlich ist: Eine Klassenbeschränkung fehlt. Die Autos von Split / Second unterscheiden sich deutlich in Leistung und Handling. Autos, die man im späteren Spielverlauf freischaltet sind schneller und driften besser. Wer also noch nicht so viele Fahrzeuge freigeschaltet hat, wird in Multiplayer-Rennen oft gegen andere Spieler antreten, die schon in den Topkarren sitzen und damit natürlich einen leichten Vorteil besitzen. Wer seinen Gegner lieber auf der Couch neben sich zu sitzen hat, wählt den Splitscreen-Modus, den es in horizontaler und vertikaler Variante gibt, der aber in beiden Versionen deutlich zum Ruckeln neigt.


Pro und Contra

  • + Crash
  • + Boom
  • + Bang
  • + Einfallsreiche Action auf der Strecke
  • + TV-Show Präsentation schafft es, nicht nervig zu sein.
  • - Nur 11 Strecken
  • - Dienst nach Vorschrift im Multiplayer
  • - Unfairer Gummiband-Effekt
  •  
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Action-Feuerwerk mit kleinen Schwächen

Keine Frage, Split / Second macht einen frischen und spektakulären Eindruck, auch noch in der dritten Spielstunde. Trotzdem merkt man dem Spiel an, dass es beim Zusammenfügen der vielen neuen Spielelemente nicht immer eine glückliche Hand hatte. Die scheinbar endlos existierende Burnout-Reihe hat ihr Spielprinzip mittlerweile fast schon zur Langeweile perfektioniert und bietet vor allem im Handling der Fahrzeuge das bessere Spiel. An das gefühlvolle Verteilen von Takedowns kommt auch Split Second nicht heran, bietet dafür aber spektakuläre und spannendere Settings, die an Call of Duty mit Rennautos erinnern. Leider bremsen die recht langweiligen Nebenaufgaben, wie dem Ausweichen von Raketen und brennenden Fässern, etwas den Spielspaß aus. Hinzu kommt der starke Gummibandeffekt, der gekoppelt mit einer aggressiven KI gerade im späteren Spielverlauf für einige frustige Momente sorgt und den Rennverlauf zu oft vom Glück abhängig macht. Mir haben daher die reinen Zeitrennen am besten gefallen, bei denen alle Explosionen und Streckenverformungen automatisch ausgelöst werden und man alleine auf der Strecke war. Leider bekommen auch Multiplayer-Fans kein Rundumsorglos-Paket geliefert, sondern müssen mit wenigen Modi ohne viel Gestaltungsspielraum auskommen. Das alles verwehrt dem Spiel eindeutig den Zutritt in der 9er Olymp. Das größte Manko des Spiels ist allerdings auch als Kompliment zu verstehen: Die 11 Strecken sind einfach zu wenig. Bitte schnell Nachschub liefern, denn was Black Rock hier an Einfallsreichtum in Sachen mobiler Zerstörung bietet, sucht seinesgleichen. Und ich hab den ganzen Test über nicht einmal Michael Bay erwähnt. Prima.

 

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Bewertung

Split Second xbox360

8/10

Bewertung

Split Second ps3

8/10

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Kommentare (30)

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21.05.2010 13:22 - Ach das Spiel werd ich mir später kaufen wenn es billiger geworden ist. Durch die Split Second Demo und den überlegungen was mir in dem Spiel so alles fehlt (Shunts, Takedowns usw.) bin ich wieder auf dem Burnout: Revenge Trip! ;)
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21.05.2010 13:25 - Gummiband Effekt, agressive/unfaire KI, 11 Strecken. Das sind für einen Racer schon eine Menge entscheidender Spielspaß trübender Nachteile, da liest sich die 8 recht gnädig?
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21.05.2010 13:30 - Ja, das stimmt. Anderseits hat man bei Split Second auch wieder das erfrischende Gefühl, etwas "neues" zu spielen. Und ein Spiel, bei dem fast alle 2 Sekunden etwas explodiert, naja, das bekommt meinen subjektiven & primitiven Wertungsbonus.
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21.05.2010 13:44 - Sobald ich Gummiband-KI lese ist für mich JEDES Rennspiel unten durch.
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21.05.2010 13:47 - PS: Hört auf so´n Müll zu testen, ich bin auf´s RDR Review gespannt ;)
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21.05.2010 13:54 - Bis zum Wort "Gummibandeffekt" hab' ich den Test echt genossen...nun werd' ich wohl doch eher nochmal Burnout Revenge rauskramen... (greetz @ cHaOs667) ;o)
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21.05.2010 14:02 - Interessanter Test, bestätigt meinen Ersteindruck ausser dem Teil mit der Gummiband KI, da zumindest in der Demo ich mit leichtigkeit erster bleiben konnte, aber ich glaube ich kaufe mir Mario Kart Wii und lasse Blur und Split/Second links liegen, vorerst zumindest.
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21.05.2010 14:02 - Bei diesem Spielprinzip machts aber halt echt Sinn, wenn die Gegner bei dir dranbleiben.
Wer als einziges Ziel hat, als erster ins Ziel zu kommen kauft sich Forza.
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21.05.2010 14:13 - Auch Fun-Racer haben eine Gummiband-KI nicht nötig. Mir fehlt da komplett die Spannung. Weiß nicht wer den Müll erfunden hat... aber ich denke mal EA. Wäre ja typisch. Casualisierung um jeden Preis.
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21.05.2010 14:14 - Alex: Das mit den Explosionen hat mich überzeugt. Spiele für Männer zu entwickeln ist wirklich erschreckend einfach. :D
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