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Spyro - A Hero`s Tail

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16.01.2007 13:28
Spyro - A Hero`s Tail


Die Abenteuer des kleinen Drachen Spyro gibt es nun schon seit gut einem Jahrzent in verschiedenen Spielen auf ebenso verschiedenen Plattformen. Mit dem neuesten Abenteuer "A Hero's Tail" hat es die Jump 'n Run-Reihe nun endlich auch auf die Xbox geschafft. Wer den ziemlich enttäuschenden letzten Teil "Enter The Dragonfly" kennt, wird es freuen zu hören, dass die Abteilung Qualitätssicherung beim Entwickler Eurocom nun wieder bessere Arbeit geleistet hat.

Rette die Welt vor dem Bösen

Echte Jump 'n Run-Spiele konnten in ihrer Geschichte bislang nur in wenigen Ausnahmen mit einer besonders packenden Story aufwarten. Meist geht es darum, den Protagonisten springend und hüpfend durch große Areale zu verschiedenen Zwischengegnern zu ingen um anschließend den Oberbösewicht in einem Endkampf zu stellen und damit entweder die holde Prinzessin oder gar die ganze Welt zu befreien. Ähnlich unspektakulär kann man die Geschichte in "A Hero's Tail" auf den Punkt ingen: Der aus den Vorgängern bekannte böse Drache Rot (rechts im Bild) hat die Welt mit zahlreichen Dunkelsteinen durchsetzt, um ihr so die Lebenskraft zu entziehen und sie zu unterjochen. Wer hätte es gedacht: Spyro muss eben das nun verhindern, alle Dunkelsteine zerstören und schließlich Rot selbst gegenübertreten.

Dabei bleibt Spyro's neuestes Abenteuer der Linie seiner Vorgänger treu und präsentiert sich als waschechtes Jump 'n Run in einer kunterbunten 3D-Fantasiewelt. Die Hauptaufgabe in den einzelnen Levels besteht also darin, die verteilten Dunkelsteine zu zerstören und nebenbei noch zum Fortschreiten benötigte Lichtkristalle und Dracheneier einzusammeln, um schließlich den Weg zum jeweiligen Endgegner freizumachen. Um sich das Leben als Drachen etwas zu erleichtern, hat man auch die Möglichkeit, beim Händler Geldsack seine zahlreichen eingesammelten Edelsteine, die in Mario-Münzen-Manier überall zu Hauf herumliegen, für Bomben, Teleportationsskripten oder auch Dietriche zum Öffnen von Türen und Truhen auszugeben. So wie man mit diesen Dietrichen Türen zu verschlossenen Bereichen öffnen kann, öffnet auch jeweils das Zerstören eines Dunkelsteines den Weg zu einem neuen Levelabschnitt. Das vorher verdorrte und vergiftete Land wird wieder befreit und zerstörte Brücken oder Statuen, die den Weg blockieren, werden wieder aufgerichtet und machen so nach dem Raiffeisenbankenprinzip den "Weg frei".

Wo sind die verflixten Steine?

Leider veringt man einen Großteil des Spiels aber damit, neben den Dunkelsteinen vor allem Lichtedelsteine und Dracheneier zu suchen. Diese werden dringend benötigt, um an bestimmten Stellen weiter im Spiel voranzukommen. Da diese auf der im Pausenmenü verfügbaren Karte nicht verzeichnet sind, könnte sich der Drache auch als "Hans im Glück" ins Abenteuer stürzen - jede Ecke eines jeden Levels muss man nämlich nach den benötigten Edelsteinen absuchen. Allerdings wäre es trotzdem nicht sehr hilfreich, wenn deren Standorte auf der erwähnten (Un-)Übersichtskarte verzeichnet wäre. Diese gibt nämlich leider nur einen sehr groben Umriß über das gesamte Gebiet. Es sind nur die äußeren Ränder eingezeichnet und leider keineswegs die einzelnen Abschnitte oder verschiedenen Passagen. So kann man sich mit der Karte zwar vage orientieren (nett: bereits besuchte Gegenden werden farblich markiert), wirklich weiter hilft sie aber während der Sprungeinlagen nicht.

Die Umsetzung der Steuerung ist den Entwicklern hingegen recht ordentlich gelungen. Neben dem obligatorischen (Doppel-)Sprung verfügt Spyro noch über die Möglichkeit, einen sogenannten "Sprungstampfer" hinzulegen und damit Kisten zu öffnen und Gegner plattzumachen. Alternativ kann Spyro auch per Tastendruck auf "B" rennen und so auch wiederum Gegnern Schaden zufügen, Kisten öffnen oder Schalter aktivieren. Wer Sypro von früheren Teilen her kennt, weiß natürlich, dass zum Rundum-Sorglos-Paket noch der Feueratem des kleinen Drachen gehört. Mit diesem kann man Kisten mit wichtigen Diamanten zerstören und Gegnern spielend einfach den Hintern rösten. Im weiteren Spielverlauf bekommt unser Held dann obendrein noch zwei Atem-Upgrades spendiert. Neben dem aus den Vorgängerspielen bekannten Blitzatem steht ihm dann noch der neue Wasseratem zur Verfügung. Je nach Situation muss man die passende Art des Atems via Digitalkreuz bestimmen, um so beispielsweise alte Geräte mittels Elektroatem zu aktivieren oder Raketen mit dem Feueratem zu zünden.

Fünf Freunde sollt ihr sein

Für gehörig Abwechslung sorgen im Laufe des Spieles die immer wieder auftretenden Mini-Spielchen - die jeweils in zwei Stufen absolviert werden können bzw. müssen. Als Belohnung winken dabei dann bei erfolgreichem Abschluß jeweils ein Drachenei und im schwierigeren Durchgang einen Lichtkristall. Diese Mini-Aufgaben spielt man aber größtenteils nicht in der Rolle Spyros, sondern als einer seiner vier Freunde. Diese unterschieden sich sowohl in ihrem Aussehen als auch von ihrer Steuerung und ihren Einsatzmöglichkeiten her stark vom Hauptdarsteller. Sergeant Bird, der Pinguin fliegt mit seinem Raketenantrieb durch die Mini-Spielchen; Sparx, die Libelle schlängelt sich durch unterirdische Gewölbe, die Blink der Maulwurf wiederum grabend und mit Mini-Laser schießend durchforstet. Jäger, der Gepard schließlich kann mit Pfeil und Bogen den Gegnern den Garaus machen. Diese Mini-Aufgaben sind eine sehr nette Dreingabe und ingen etwas Abwechlsung ins Spielgeschehen.

LSD und Kristalle

Gleich beim ersten Spielstart fällt schnell auf: wenn die Erfindung des Farbfernsehens irgendwo zu Buche schlägt, dann in diesem Spiel. Die Charaktere sowie die Umgebung selbst erstrahlen in comichaften Farben, die den kindlichen Aspekt der gesamten Geschichte gut unterstreichen. Im Gegensatz zum schlampigen Vorgänger "Enter The Dragonfly" haben die Entwickler auch bei den Animationen und der technischen Umsetzung deutlich zugelegt. Die zufriedenstellende Kameraführung und die Bewegungen der Charaktere sind butterweich und völlig ohne Ruckler - dies mag natürlich auch daran liegen, dass Spyro's neuestes Abenteuer technisch gesehen in dieser Form gut und gerne bereits auf dem Nintendo64 seinen Erscheinungstermin gefeiert haben könnte.

Zumindest beim Sound hat man aber die Fähigkeiten der Xbox berücksichtigt. Das Spiel nutzt eine vorhandene Surroundanlage im Gegensatz zu so manch anderen surroundfähigen Spielen sehr gut aus. Die einzelnen Geräusche aus verschiedenen Richtungen sind sehr gut ortbar und kristallklar im Klang. Im Hintergrund dudelt fröhliche Musik vor sich hin, die in ihrem Gesamtbild sehr gut zum Spiel passt. Die deutsche Synchronisation ist ebenfalls recht ordentlich gelungen und reiht sich in den positiven Gesamteindruck der Soundkulisse ein.

Im Großen und Ganzen kann man sich bei Spyro auf ein passables aber durchschnittliches Jump'n Run-Abenteuer ohne bahnechende Spielerlebnisse freuen, das durch die einfache Geschichte, die Charaktere und den meist niedrig angesetzten Schwierigkeitsgrad allerdings mehr die jüngere Spielergeneration ansprechen wird.

„Familientaugliches Jump 'n Run“

(Eigene Meinung » Simon Sattes)

Vielleicht mache ich den Fehler, das mich immer noch begeisternde und damals bahnechende Mario 64 auf dem Nintendo64 als Vorlage für Jump 'n Run-Spiele im Hinterkopf zu behalten. Im Zuge dessen ist Spyro sicherlich eine nette Springeinlage, aber mehr auch nicht - obwohl die Minispielchen, die man in der Rolle seiner Freunde meistern muss, doch etwas Abwechslung in das Spiel ingen. Nervig ist aber im Laufe der Zeit vor allem das Suchen nach fehlenden Lichtedelsteinen und Dracheneiern, die man zum Weiterkommen unbedingt benötigt. Die fast nutzlose Karte tut dann ihr Üiges dazu.

Technisch gesehen ist vor allem die Surround-Unterstützung sehr gut gelungen. Auf der optischen Seite glänzt Spyro zwar mit samtweichen Animationen, aber die Grafik ist einfach nicht mehr zeitgemäß - sowas hätte man mal abgesehen vom Feueratem auch auf dem Nintendo64 hinbekommen.

Jump 'n Run-Freaks und Hardcore-Zocker werden von Spyro sicherlich eher gelangtweilt sein. Die Story ist in einem Satz erzählt, die Charaktere könnten auch in einer SuperRTL-Serie zu finden sein und der Schwierigkeitsgrad ingt keine besonderen Herausforderungen mit sich. Doch gerade aus den letzten drei Gründen dürfte Spyro gerade für die jüngeren Spieler besonders motivierend und spaßingend sein und eignet sich deshalb prima als (Weihnachts-)Geschenk für Söhne, Neffen und Enkel (und natürlich Töchter, Nichten und Enkelinnen).

Bewertung

Spyro - A Hero's Tailxbox

0/10

Alexander Laschewski-Voigt

Der gelernte Industriekaufmann probierte sich im BWL-Studium aus, um dieses dann allerdings zugunsten einer Xbox-Website namens AreaXbox vorzeitig zu beenden. Seitdem steht er als Chefredakteur auf der Kommandobrücke der MS AreaGames. Der bekennende US-Serienfan legt am liebsten Renn- oder Rollenspiele in seine Xbox 360. Zu den Alltime-Hits seiner mit dem C64 begonnenen Spieleleidenschaft gehören Deus Ex, System Shock 2 und die Wing Commander-Reihe.

 

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