Star Ocean: Second Evolution
12:25 Uhr - Wie oft kann man den Seriennamen Star Ocean in einem einzigen Absatz unterbringen? Exakt sechs mal. Mit Star Ocean: Second Evolution veröffentlicht Square Enix innerhalb weniger Monate ein Remake der beliebten Rollenspielreihe für Sonys PSP. Knapp vier Monate nach der Publikation von Star Ocean: First Departure kämpft ihr euch erneut durch den Sternenhimmel. Während Star Ocean: First Departure ein Remake des SNES-Erstlings war, handelt es sich bei Star Ocean: Second Evolution um eine Umsetzung von Star Ocean: The Second Story, welches anno dazumal auf der PSOne Verkaufserfolge verbuchen konnte.
Den Rest des Review könnte ich getrost komplett von unserem Testbericht zur ersten Umsetzung vor einigen Monaten übernehmen, denn sowohl spielerisch als auch technisch hat sich nichts verändert. Wieder setzen die Entwickler auf eine grafische Neugestaltung des Spiels. Und wieder scheitern sie grandios bei dem Versuch, dem Titel neuen Glanz zu verleihen. Eckige Polygonbauten und unscharfe Charaktersprites sorgen für Tristesse - Clippingfehler lassen ganze Kontinentalmassen verschwinden, was aufgrund der undetaillierten Landschaften dann aber keinen großen Verlust darstellt. Ganz nett ist dagegen die allgegenwärtige Sprachausgabe ausgefallen. Gut akzentuiert erzählen motivierte Sprecher die Geschehnisse auf dem kleinen Bildschirm nach. Fast jede längere Textsequenz wird akustisch untermalt.
Bla Bla Bla
Und somit ähnelt der Titel fast einem Hörbuch, denn Textpassagen gibt es am laufenden Band. Immer wieder klickt ihr euch durch ellenlange Erzählungen und folgt den mehr oder minder interessanten Geschichten der Dorfbewohner. So vergeht fast eine Stunde, bis ihr im Spiel das erste Mal etwas unternehmen dürft. Vorher bekommt ihr eine verdammt lahme Einführung in die Geschehnisse von Second Evolution. Wieder einmal steht die Welt vor dem Abgrund. Nur ein echter Held aus einer alten Weissagung kann den Planeten noch retten. Und wie sollte es anders sein ... ihr spielt diesen Helden. Dieser weiß von seiner Wichtigkeit anfangs natürlich noch nichts und kann erst nach und nach hinter das große Ganze blicken. Das findet ihr langweilig? Das habt ihr schon x-mal nachgespielt? Ja, das habt ihr, aber so ist das nun mal mit Remakes. Da spielt man alte Geschichten nach, die seit der Erstveröffentlichung mehr als einmal kopiert wurden.Vom Weltraum seht ihr im übrigen auch nicht sonderlich viel. Raumschiffe, riesige Raumstationen und laserbestückte Superkanonen bekommt ihr nicht zu Gesicht. Trotz des futuristischen Namens kämpft ihr euch durch ein allseits bekanntes Fantasysetting mit Ogern, Gnomen, Hexen und anderen Gegnerformationen. Statt auf hochzivilisierte Geschosse und Panzerungen greift ihr auf Schwert und Bogen zurück, steigert durch das Anlegen von Ritterrüstungen und Strumpfhosen eure Defensive und malträtiert eure Gegenüber mit Feuer- und Eiszauber. Gekämpft wird dabei in Echtzeit, was anfangs in wildes Tastenhämmern ausartet. Steigt mit weiterem Spielverlauf der Schwierigkeitsgrad, wird das ganze dann wie immer ein wenig wuselig und unübersichtlich. Ihr befehligt nur den Haupthelden, alle anderen Partiemitglieder werden mehr oder weniger geschickt von der CPU übernommen. Ihr könnt nur noch rudimentäre Taktiken vorgeben. Diese funktionieren aber recht gut. Befehligt ihr beispielsweise eine defensive Grundausrichtung, hält sich der Rest der Truppe auch angenehm zurück, greift im Notfall aber doch an.
Wie immer halt
Für jeden erledigten Gegner in den zufällig generierten Kämpfen erhaltet ihr natürlich Erfahrungspunkte. Neben dem branchenüblichen Levelaufstieg könnt ihr zusätzlich Punkte in ein Skillsystem verteilen, das die Werte eurer einzelnen Mitstreiter gehörig verbessert. Alle Mitglieder lassen sich somit spezialisieren. Der Schwertkämpfer erlernt neue Kampftaktiken, eure Heilmagierin kocht und erforscht nebenbei neue Heilmethoden. Der Schwarzmagier dagegen erlernt mächtige Zaubersprüche, verbessert seine Werte im Kampf oder widmet sich nebenbei anderen Fertigkeiten. Zudem müsst ihr eure Helden in manchen Bereichen des Skillsystems verbessert haben um mächtige Spezialangriffe vom Stapel zu lassen, in die ihr auch alle weiteren Mitglieder eurer Partie einbauen könnt um starke Comboangriffe zu starten.Spielerisch und technisch unterscheidet sich das zweite Remake kaum vom ersten Versuch, ein paar Verbesserungen konnten wir dann aber doch ausmachen. Das Spiel wirkt aufgrund seiner Missionsstruktur einfach flotter, ihr erlebt mehr, es gibt mehr zu tun. Die Dungeons sind angenehm kurz, die Kämpfe meist schnell erledigt. Alles spielt sich wie aus einem Guss, wenn man einmal von den langen Textpassagen absieht, die manchmal wirklich nerven können. Erwartet allerdings keine Wunderdinge im Level- und Missionsdesign. Meist müsst ihr irgendwen retten oder einen Gegenstand finden, diese Quest lässt sich auf wundersame Weise immer in der dunklen Hölle/Wald/Sumpf/Schloss nebenan erledigen. Aber genau das, macht den Spielspaß aus. Auch nach einer längeren Spielpause findet man sich meist recht schnell wieder zurecht, das Abenteuer bleibt stets linear und kurzweilig.
Da fällt es dann auch kaum auf, das die Speicherpunkte manchmal merkwürdig verteilt sind, der Schwierigkeitsgrad anfangs im Grunde nicht vorhanden ist und auch die ersten Bosskämpfe keine große Herausforderung sind. Wer neues Rollenspielfutter für seine PSP sucht, wird mit diesem Remake ordentlich unterhalten, wenn er denn über ein paar ärgerliche Macken hinwegsehen kann. Die Grafik wirkt trotz Frischzellenkur dröge, die Hintergrundgeschichte gibt sich extrem traditionell und die Echtzeitkämpfe werden schon mal ein wenig unübersichtlich, wenn ihr auf größere Gegnermassen trefft. Für das Spiel sprechen dagegen der kurzweilige Spielverlauf, das vielseitige Skillsystem, die vertonten Textpassagen und die gelegentlich eingestreuten, hübschen Animesequenzen.
Bewertung
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Kommentare (1)
Bass
?? :(