Star Wars: The Force Unleashed
15:10 Uhr - Star Wars: The Force Unleashed bietet eine faszinierende Geschichte, die als Brücke zwischen Episode III und IV dient, leidet aber unter der Bürde der überambitionierten neuen technischen Spielereien und Gameplayschwächen, die den Spielfluss unnötig abbremsen. Für Star Wars Fans trotzdem unverzichtbar.
Als Machtvertrauter rennt ihr natürlich nicht mit einem Blaster bewaffnet in die Kampfgebiete. Denn das wäre ja reichlich unzivilisiert, schäm dich also, Kyle Katarn. Zum Kampf stehen euch zwei grundlegende Möglichkeiten zur Auswahl: Entweder ihr tötet eure Widersacher mithilfe des Laserschwertes, was in jeder Version des Spiels unblutiger abläuft als man das noch aus der Bar in Mos Eisley in Erinnerung hat und wehrt damit auch gleichzeitig Schüsse ab oder aber nutzt die dunkle Seite der Macht. Letztere unterteilt sich in die vier Bereiche Griff, Machtstoß, Blitzschlag und Rundumstoß. Zwar sind alle vier Ausprägungen relativ selbsterklärend, sie dienen aber wunderbar zur Veranschaulichung der vielfältigen Lösungswege. „Stoß“ und „Rundumschlag“ sind dabei vornehmlich im Kampf einzusetzen, denn sie fegen entweder alles weg, was euch den Weg nach vorne blockiert (=Stoß), oder eben alles im Sinne von ALLES (Rundumschlag). Blitzschläge werden einerseits eingesetzt, um Rivalen in einen Schockzustand zu versetzen, andererseits dienen sie zur Lösung diverser Rätsel. So setzt ihr zum Beispiel defekte Turbinen wieder mit eurer Blitzenergie in Gang. Der „Griff“ ist eher telekinetischer Natur, lässt er euch doch Gegner und Objekte aufheben und in der Luft herumwirbeln. Und natürlich ist diese Funktion auch der heimliche Star des ganzen Spiels.
Doch auch wenn die Steuerung der Machtkräfte nicht ideal gelöst ist, so macht das ganze doch eine Menge Spaß. Fast immer liegt etwas in der Nähe, was man werfen kann und mit zunehmender Kraft läuft man in der Tat wie eine Zerstörungsmaschine durch die Level. Denn natürlich bleibt es nicht bei den Fähigkeiten, die man zu Beginn des Spiels hat. Im Laufe des Spiels kann man Punkte in drei verschiedenen Kategorien verteilen und so die Spielfigur an den eigen Stil anpassen. Wer mehr mit dem Schwert kämpft, kann diesen Bereich entsprechen ausbauen, und verschiedene Kombos lernen. Allerdings sollten die zahlreichen Kombos nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kämpfe in The Force Unleashed meistens nur aus wilden Knöpfchendrücken bestehen. Anspruch ist selten gefragt, und so ganz wollten sich die Entwickler wohl auch nicht auf die KI der Gegner verlassen, da im späteren Verlauf der Schwierigkeitsgrad vor allem dadurch angehoben wird, das ihr immer mehr Gegnern gegenübersteht, die euch dann auch noch von allen Seiten angreifen. Natürlich dürfen auch Bossgegner nicht fehlen, die euch am Ende eines Levels gegenüberstehen. Denn hier haben sie auch wieder ihren Auftritt: Quick Time Events - Die Geißel der Post-God-of-War Zeit. Danke Kratos, ein Wunder, wie wir früher Türen in Doom öffnen konnten, ohne dabei XYBBBBB zu drücken. Wie so oft fallen die QTEs auch in TFU nicht sehr knifflig aus, zumal ihr immer die Chance zu einem zweiten Versuch habt. Gerade bei den mittleren Gegnern wie einem AT-ST sieht das Ergebnis der Knöpfchendrückerei auch recht spektakulär aus, beim wiederholten Betrachten nutzt sich das natürlich etwas ab.
Neben der tollen Story ist man bei Lucasarts vor allem stolz auf die Technik des Spiels. Kein Wunder, denn Star Wars: The Force Unleashed vereint ganze vier Engines. Da wäre zum Beispiel die hauseigene Ronin-Engine, die sozusagen das gesamte Grafikgerüst bereitstellt. Unterstützung erhält sie von Pixelux Entertainments DMM (Digital Molecular Matter)-Technik, die für das realistische Verhalten aller Objekte sorgt, so dass diese artgerecht zerstört werden können. Im Spiel macht sich das vor allem bei Holz- und Glasflächen bemerkbar. Dank Havok-Engine purzeln auch Kisten und Container in der bekannten Weise durch die Level. Zuletzt sei noch die Euphoria-Engine erwähnt, die bereits in GTA IV zum Einsatz kam, und dort für das realistische Animations-Verhalten von Passanten und der eigenen Spielfigur sorgte.
Auch wenn das Spiel dank der hakeligen Steuerung der Machtkräfte, den technischen Fehlern und dem etwas abwechslungsarmen Gameplay sicherlich nicht perfekt geworden ist, so stellt es für Star Wars Fans doch wieder einen absoluten Pflichtkauf da, die vor allem wegen der Story unbedingt zugreifen sollten. In unser Definition für einen 7/10 Titel steht: „Prinzipiell sind auch Spiele dieser Kategorie noch gut bis sehr gut. Der Titel schafft es aber auf Dauer nicht das hohe Niveau seiner besseren Minuten zu halten, oder es gibt viele kleine Designschnitzer die den Gesamteindruck etwas trüben.“ Besser kann man auch Star Wars – The Force Unleashed nicht zusammen fassen.
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Kommentare (11)
Werner Stelzenpop
So gesehen warte ich lieber, bis es das Spiel in einiger Zeit günstiger zu haben ist, da der Test den kurzen Eindruck, den ich in der Demo hatte leider nur bestärkt.
Ich hoffe mal, dass die in den nächsten Wochen noch kommenden potentiellen Hitkandidaten wirklich halten, was sie versprechen und durchgehend dieselbe Qualität wahren.
FinalAuthority Pinta
Ich weiß der ganze Bericht soll einer sein, nur ich wills kurz und knapp und denke das ich damit nicht alleine bin.
Alexander Laschewski-Voigt
DER PATE
Alles in allem macht es Spaß, aber eine Überflieger ist es sicher nicht, und zum 2. mal zocken animiert es mich nun gar nicht.... Wenn man das Ende kennt, was genial ist, zockt man es sicher nicht weiter zumindest ich habe hier keine anreiz mehr.
Hijacker
ToXsic WaRgoD
Scrub
blueeye
Der Eindruck der Demo spiegelt sich im Test wieder. Irgendwie fehlt dem Titel das gewisse Etwas, eine Besonderheit.
Werde mir den Titel irgendwann mal gönnen, nicht zuletzt deswegen weil ihr mich so neugierig auf die Story gemacht habet.
xangor
Eraser74
Auch die Grafik ist wirklich absolut beeindruckend!