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Stranglehold

Montag, 17. September 2007
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12:24 Uhr - Im Jahre 1999 erschien ein Film namens „Matrix“ und überzeugte die Kinogänger mit bis dahin ungeahnten Zeitlupenaufnahmen und brillanten Schusswechseln. Allerdings bot ein chinesischer Regisseur bereits etliche Jahre früher ähnliche und nach Meinungen vieler Fans bessere Szenen. Keine Frage, John Woo ist eine Legende, daran ändern auch seine Hollywoodausflüge nichts, die nicht immer den hohen Woo Standart halten konnten. Nicht sein tiefsinnigster, aber einer seiner beliebtesten Filme ist „Hard Boiled“ mit Chow Yun Fat und Tony Leung Chiu-Wai (wenn im Folgenden von „dem Film“ die Rede ist „Hard Boiled“ gemeint). Trotz der Beliebtheit blieb der Film ohne Nachfolger (der Film „Hard Boiled II“ hat nichts mit dem Original zu tun). Bis jetzt…

10-Minuten Cop

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„Stranglehold“ ist der offizielle Nachfolger zu „Hard Boiled“. John Woo hat direkt an der Produktion des Titels mitgearbeitet, Chow Yun Fat persönlich schlüpft erneut in die Rolle des Cops mit der Lizenz ganze Provinzen zu entvölkern und leiht dem Spiel sein Aussehen wie seine Stimme. Eines schönen Abends erreicht die Polizeistation Hong Kongs ein Telefonanruf, dem zufolge ein Polizist entführt worden ist. Ein Mann soll sich alleine zum Treffpunkt begeben. Polizeichef Lee will ein Swat-Team schicken, aber Tequilla Yuen (Chow Yun Fat) überstimmt das gesamte Revier und begibt sich allein in die Höhle des Löwen. Allein? Nein, er ingt seine beiden Freunde mit. Ein Polizist, zwei Handfeuerwaffen und 1000 lebensmüde Gangster sorgen im Folgenden für ein Actionfeuerwerk sondersgleichen.

John Woo präsentiert…

Ja, was heißt das nun? Hat er das ganze Projekt geleitet oder nur seinen Namen drüber gesetzt? In jedem Fall finden sich viele Elemente Woos in „Stranglehold“ wieder. Weiße Tauben lassen sich vielerorts erblicken, die berühmten Begegnungen zweier Widersacher mit gezückten Waffen ist drin und natürlich wird beidhändig geschossen. Dennoch ist die in verschiedenen Cutszenes erzählte Story vielleicht der enttäuschendste Part des Spiels. Nicht, dass sie wirklich schlecht wäre. Ein gewisser roter Faden ist da, zwei relativ charismatische Oberbosse und eine (überraschende?) Wendung bieten eigentlich genug Material, um zu unterhalten. Nur ist die Story einfach nicht richtig Woo. Wo ist der persönliche Konflikt des Helden, wo die auf die Prüfung gestellte Freundschaft zweier Männer aus verschiedenen Lagern? Natürlich ist „Hard Boiled“ nicht so tief wie „A better Tomorrow“ oder auch „The Killer“, aber auch dort gibt es diese Elemente. Um einen echten Woo zu erzählen reicht es dann eben doch nicht, hier und da eine Taube durch das Bild fliegen zu lassen. Letztlich aber bleibt die Story gut genug um Inspector Yuens Amoklauf durch Hong Kong und Chicago zu begleiten und an dieser Stelle kommt der Spieler zum Zug.

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Aus der dritten Person bewegt ihr Yuen mit dem linken Stick und zielt mit dem rechten, während der rechte Trigger feuert. Der linke Trigger wird euer bester Freund, mit ihm könnt ihr hechten oder mit der Umwelt interagieren. Railings und Treppengeländer lassen sich hoch laufen bzw. runter rutschen, Yuen kann sich von Wänden abstoßen oder an Lampen hin- und herschwingen. Wenn ihr während einer dieser Aktionen auf einen Gegner zielt, schaltet das Game automatisch in die aus „Max Payne“ bekannte BulletTime, in der das Geschehen in Zeitlupe läuft, sofern ihr die automatische BulletTime nicht abgestellt habt. Davon ist im Üigen abzuraten, denn gegen die Vielzahl von Feinden lässt sich ohne BulletTime kaum ankommen. Zwar lässt sie sich mit dem rechten Bumper manuell aktivieren, das führt aber auf Dauer zur absoluten Abnutzung dieser Taste. Die BulletTime ist durch eine Leiste begrenzt, diese aber lädt sich so schnell wieder auf wie sie abnimmt, sodass man getrost von unbegrenzter Zeitlupe sprechen kann. Im Gegensatz zu Max Payne kann sich Yuen auch hinter Wänden verschanzen und die aus „Gears of War“ bekannte Ducken-und-Schießen Methode anwenden. Zusätzlich verfügt Yuen über vier Spezialmanöver, die durch besonders gute und stylische Schusswechsel aufgeladen und mit dem Digikreuz ausgelöst werden. Die erste füllt lediglich Yuens Energieleiste wieder auf. Unspektakulär aber hilfreich. Als zweite Fähigkeit erlernt Yuen den Präzisionsschuss, mit dem er auf große Distanzen hinweg einzelne Körperregionen seiner Gegner treffen kann. Dieser Move ist gegen Bossgegner oder Scharfschützen hilfreich, außerdem sieht er extrem cool aus. Die Kamera folgt der Kugel bis zum Eintritt und der Gegner reagiert, je nachdem ob ihr ihm in die Hand, das Knie, den Fuß oder gleich in die Familienplanung geschossen habt. Der einzige Nachteil ist, dass er trotz allem nur einen einzigen Gegner erwischt, während ein Dutzend Kollegen noch um euch rum stehen. Nummer drei im Bunde nennt sich Trommelfeuer. Yuen lädt einmal gut durch und kann dann gute 20 Sekunden lang unverwundbar seine Gegner mit Dauerfeuer beackern. Zum Schluss gibt es noch die Drehattacke. Hier dreht sich Yuen wie in Trance und tötet somit alle Gegner in seiner näheren Umgebung. Extrem hilfreich, leider etwas zu wenig interaktiv. Es ist mehr eine selbstlaufende Sequenz, die den Spieler zum Zusehen verdammt. Apropros selbstlaufende Sequenz: In bestimmten Situationen tragt ihr ein so genanntes StandOff aus, in dem ihr einer Gruppe Gegner gegenübersteht. Ihr könnt nur Yuens Oberkörper bewegen und mit euren Pistolen zielen. Dabei habt ihr pro Gegner ein paar Sekunden Zeit, um auszuweichen und gleichzeitig selber einen tödlichen Treffer zu landen. Diese Szenen sind ganz nett, werfen aber etliche Logikfragen auf. Warum bleibt Yuen stehen und weicht nicht mit dem ganzen Körper aus? Warum zielen seine Gegner nicht auf die Beine, denn die bewegt er ja nicht? Und warum schießt immer nur der, den Yuen ansieht?

Mit all diesen Fähigkeiten ausgestattet arbeitet sich Yuen so durch sieben Level, in denen er jeweils von Anfang zum Ausgang rennt und unterwegs die Straßen Hong Kongs bzw. Chicagos etwas lichtet. Die Örtlichkeiten sind dabei schön unterschiedlich gehalten, Außen- und Innenlevel halten sich die Waage. Vom HongKong Marktplatz geht es in die Slums von Kowloon, in ein Chicagoer Museum, eine Tiefgarage und ein pompöses Anwesen. Dabei ist allerdings festzuhalten, dass die Level durchaus von sehr unterschiedlicher Länge sind. Während das Museum sehr kurz ist, scheint das Drogenversteck niemals zu enden. Eure Bewegungsfreiheit in den Leveln ist recht beschränkt. Meist steckt ihr an einer Stelle fest bis alle Gegner ins Gras gebissen haben. Danach erst öffnet sich der weitere Weg. Damit ist das Gameplay schon relativ altmodisch, aber es erfüllt seinen Zweck. Freiheit aber wird in „Stranglehold“ eher klein geschrieben. An Waffen stehen Yuen neben den beiden Berettas mehrere vollautomatische Gewehre, Pumpguns sowie ein Granatwerfer zur Verfügung. Zwar kann er nur zwei Waffen gleichzeitig tragen, aber die Wahl hat schlussendlich nur einen geringen Einfluss. Die Pumpgun hat eine erstaunliche Reichweite, die Maschinengewehre sind auch bei Dauerfeuer noch akkurat und selbst mit den Berettas lassen sich die Gegner bei gezielten Kopfschüssen mit wenigen Treffern erledigen. Erst spät im Spiel wirken sich die stärkeren Waffen aus. Nachgeladen wird üigens nicht. Eine Beretta hat locker 60 Schuss in einem Magazin. Wer allerdings den Film gesehen hat weiß, dass die Waffen dort eine ähnliche Kapazität gehabt haben müssen. Die Gegner üigens müssen nachladen, was Yuen einen immensen Vorteil ingt.Zu Beginn des Spiels gibt es besondere Aufgaben. So muss Yuen bestimmte Ziele finden und zerstören oder er muss sich die Umgebung zu Nutze machen, um weiter zu kommen. Das findet aber hauptsächlich im zweiten Level statt. Danach heißt es fast ausschließlich: „Schieße alles weg, was größer ist als ein Brotkasten!“ Gut so, denn die Pausen tun dem Spiel alles andere als gut. Das haben die Entwickler wohl erkannt und auf weitere Mätzchen verzichtet.

Abrisskommando Yuen

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Zwei Dinge machen „Stranglehold“ aus. Zum einen der Bodycount, der wohl zu den höchsten überhaupt zählt. Zumindest, was den Bodycount pro Minute angeht. Beim ersten Durchspielen hat der Tester sagenhafte 1337 (kein Witz) Tote erreicht, beim zweiten waren es schon 1366. Der Film hatte gerade mal lächerliche 307. Ein Spiel, dass das menschliche Leben so achtet, ist in Deutschland natürlich immer gern gesehen und so ist die deutsche Version trotz 18er Freigabe nur in geschnittener Fassung erhältlich. Das Zweite wären die Umgebungen, die nahezu vollständig zerstörbar sind. Egal, was ihr trefft, es zeigt Auswirkungen. Der Putz fliegt von den Wänden, Beton zeröckelt von Pfeilern, ganze Schiffe gehen in Flammen auf und das Chicago Museum ist nach Yuens Besuch auch um einige Attraktionen ärmer. Einzig und allein „Black“ konnte bereits eine ähnliche Zerstörungsorgie präsentieren, dafür war das Spiel wiederum völlig blutleer. Allerdings fällt schnell auf, dass die Schäden allesamt vorberechnet sind. Ein Tisch zerfällt immer auf die exakt selbe Weise. Das Gleiche gilt für die gesamte Umgebung. Mag sein, dass eine vollständige Zerstörung anders auch auf der Xbox360/PS3 nicht realisierbar ist, aber man ist sofort wieder ein klein wenig weniger beeindruckt.

„Stranglehold“ leidet leider trotz der langen Entwicklungszeit an etlichen kleineren Problemen, die irgendwie den Eindruck erwecken, dass das Game noch den einen oder anderen Feinschliff vertragen hätte können. Zum einen wäre da das Spielprinzip, dass Gegner permanent durch Türen aus allen Himmelsrichtungen neu erscheinen lässt. So habt ihr immer Gegner im Rücken, die vor zwei Sekunden noch nicht da waren. Bis ihr euch umgedreht habt, habt ihr ein, zwei Treffer kassiert, ohne dass ihr eine reelle Chance zur Abwehr gehabt hättet. Die Kamera hilft in diesen Situationen auch nicht immer. Oftmals ist der Winkel schlecht, irgendwas blockiert eure Sicht oder ihr seht nur noch Yuens Rücken. Die Spezialmanöver hätten noch etwas sinnvoller integriert werden können. Wie wäre es mit gepanzerten Gegner gewesen, die nur mit dem Präzisionsschuss getötet werden können? Gerade bei Bossgegnern hätte man so erklären können, warum diese drei bis vier Kopftreffer aushalten. Zudem ist der linke Trigger klar überbelegt. Oft genug macht Yuen etwas ganz anderes als er machen sollte. Ihr wollt einen Hechtsprung einlegen, aber Yuen rennt die Treppe hoch. Ihr wollt auf den Rollwagen, aber Yuen hechtet drüber. In engen Räumen bleibt das Drücken des Triggers sogar teilweise ohne jede Reaktion. Auch die automatische BulletTime schaltet sich manchmal nicht ein, obwohl sie es sollte. Das kann auf den höheren Schwierigkeitsgraden sogar zum Tod führen.

Massenselbstmord

Die Künstliche Intelligenz weist erheblichen Lemmingcharakter aus. Es ist eindeutig eher die Anzahl eurer Feinde, die Probleme ingen könnte, keineswegs deren Intelligenz. Wenn sich Yuen an der richtigen Stelle verschanzt, laufen ihm gut und gern zwei Dutzend Gegner ins Fadenkreuz. Da kommt keiner auf die Idee, mal einen anderen Weg zu wählen. Wie beispielsweise den, der zum Ausgang führt, denn wenn ein durchgedrehter chinesischer Cop 200 meiner Kollegen ins Jenseits befördert hat, dann will ich doch noch Nr. 201 sein. Bei den Gangstern in „Stranglehold“ schaltet sich an diesem Punkt aber scheinbar eine „Jetzt-Erst-Recht"-Mentalität ein.

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Die Grafik ist eine zweischneidige Beretta (?). Die erste Mission (die ausgerechnet für die Demo herhalten musste) sieht mit Abstand am schlechtesten aus. Eintönig und farbarm präsentiert sich der Marktplatz. Spätere Level können viel besser gefallen. Der hohe Grad an Interaktivität der Umgebung erklärt, warum „Stranglehold“ nicht mit den besten der Konsolen mithalten kann. „The Darkness“, „Bioshock“ und „Gears of War“ bieten bei weitem nicht diese Interaktionsmöglichkeiten. Die Animationen sind gerade mal gut genug, um den Spielspaß nicht zu mindern, sind aber bei weitem kein neuer Standard. Selbiges gilt für die Charaktermodelle, die in den Cutszenes zwar ganz nett aussehen, aber ein bisschen Detail noch vermissen lassen. Dafür aber gefallen die Gesichtsanimationen Yuens. Wenn er Deckung sucht, verzieht er schön das Gesicht, schließt die Augen und dreht sich zur Seite, wenn Kugeln neben ihm einschlagen. Negativ fallen Ruckler auf, teilweise stockt das ganze Game für mehr als eine Sekunde. Dies mag mit Streaming zu tun haben, da der Fehler reproduzierbar ist, technisch schlecht umgesetzt ist es trotzdem. Clippingfehler lassen sich ebenfalls an vielen Orten feststellen. Und warum der Bildschirm beim Einsatz der Zeitlupe in Rot eingefärbt werden muss bedarf wohl auch noch einer Erklärung. Vielleicht soll dadurch auch der Letzte merken: Achtung, jetzt wird’s langsam. Aber der Übersicht hilft es nicht. In Anbetracht der Action auf dem Schirm kann man das eine oder andere verzeihen, trotzdem wird „Stranglehold“ nicht als neue Grafikreferenz geführt werden.

Auch der Sound hat Positives und Negatives zu bieten. Das Spiel ist im Original in englisch gehalten. Eine gute Entscheidung, wenn man bedenkt, dass es auch außerhalb Chinas erscheinen soll, aber andererseits ist es schon seltsam, dass Chinesen in Hong Kong allesamt englisch untereinander sprechen. Außerdem ist Chow Yun Fat der einzige im ganzen Spiel, der mit Akzent spricht. Während alle anderen Chinesen perfektes Englisch sprechen klingt Inspector Yuen im Vergleich wie ein Vollidiot, der als einziger nicht vernünftig reden kann. Wie viel sinnvoller wäre es gewesen, die Chinesen chinesisch reden zu lassen und mit Untertiteln zu versehen und statt dessen das Game länger in Amerika spielen zu lassen, um eine Ausrede dafür zu finden, dass englisch gesprochen wird. Oder wenigstens alle Chinesen mit Akzent reden zu lassen. Das Problem lässt sich mit der optionalen deutschen Synchronisation beheben. Dafür hat man dann ein anderes, nämlich einige mäßig gelungene Übersetzungen, die teilweise etwas unpräzise, teilweise schlicht falsch übersetzt wurden. Außerdem merkt man hier stärker, dass die Sprecher offenbar ihre Dialoge nicht gemeinsam im Studio aufgenommen haben. Da passt die Betonung zwar, wenn man den Satz für sich allein nähme, nicht jedoch im Kontext. Die Waffeneffekte sind teils in Ordnung, teils könnten sie durchaus härter klingen. Vor allem die Standard Berettas sind etwas zu oft gehalten. Kurios: Das Spiel bietet unter den Extras ein Video einer frühen Version, die die PsiOps Engine verwendet. Hier klingen die Waffen viel besser und härter. Dafür stimmt aber die musikalische Untermalung, die den Stil des Films einfängt.

Kein Überlängenzuschlag

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Größtes Problem des Games: Wieder einmal der Umfang. Auf dem leichten und mittleren Schwierigkeitsgrad lässt sich das Spiel problemlos an einem Nachmittag durchspielen. Sieben Missionen ist alles andere als viel. Ein zweiter Durchgang macht zwar auch noch Spaß, aber wirklich viel neues gibt es in „Stranglehold“ nicht zu entdecken. Zum Dampf ablassen ist es daher das perfekte Spiel, aber ein bisschen mehr hätte es schon vertragen können. Eine andere Frage ist die der Abwechslung, die vielerorts gestellt wurde. Hierzu muss Stellung bezogen werden wie folgt: Was habt ihr denn erwartet? Allein an der Beschreibung des Spiels musste doch klar sein, was hier kommt. Nach der ersten Ankündigung, noch vor Veröffentlichung eines ersten Screenshots musste doch jeder wissen, was man hier bekommen würde. Non-stop-Action. Schusswechsel in Zeitlupe. Und dazu muss man sagen, dass das Game mit all seinen Möglichkeiten, den Treppen, Rollwagen, dem Deckungsfeature, den Spezialmavövern, einem Ausflug in einem Helikopter und dem StandOff Minigame so viel mehr Abwechslung ingt als man erwarten dufte. Im Gegenteil, wenn man ehrlich ist, bietet „Stranglehold“ bei weitem mehr Abwechslung als ein „Gears of War“. Dies gesagt ohne letzteres schlecht reden zu wollen, doch „Stranglehold“ bietet soviel Abwechslung wie es in diesem Genre überhaupt nur möglich ist. Während des Spiels sammelt ihr Stylepunkte, die ihr im Extrasmenü bei keinem anderen als John Woo persönlich gegen allerlei… Extras… eintauschen könnt. So ganz nebenbei, die gesamten Extras werfen immer wieder die Frage auf, wieso das fertige Spiel nicht so aussieht, wieso diese und jene Aktion nicht möglich ist, warum die vorgestellten Orte nicht den Weg ins Spiel gefunden haben und dergleichen. Mag auch sein, dass das einfach der Effekt ist, immer das zu begehren, was man nicht hat. Aber die StandOff Promo treibt einem schon Tränen in die Augen. Neben Artwork und Videoclips gibt es auch noch verschiedene Skins für den Onlinemodus zu kaufen.

Onlinemodus?

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Ja, „Stranglehold“ bietet einen Multiplayermodus, was angesichts der Natur des Games schon an sich verwundert. Kann das System funktionieren? Wie soll die Zeitlupe online aussehen? Wie die Spezialmanöver? Kann das überhaupt gehen? Die Antwort ist, nein, das kann es nicht. Zwar ist alles vorhanden, was das Spiel im Singleplayer ausmacht, das große Problem aber ist, dass nicht ein Spieler in Zeitlupe sein kann während der Rest in Echtzeit unterwegs ist. Aktiviert also ein Spieler die BulletTime, so verlangsamt sich das Geschehen für alle Spieler. Wo aber ist dann der Vorteil geblieben? Das Gleiche gilt für die Spezialmanöver. Der Präzisionsschuss ist nahe an der Unauchbarkeit, weil die Gegner sich nach wie vor in Echtzeit bewegen. Die Drehattacke dagegen tötet auch hier jeden Gegner im Umfeld. Das hat nichts mehr mit Fähigkeiten zu tun, sondern ist nur noch billig. So kann ein Spieler ein Match gewinnen, indem er die Taste nach unten auf dem Digikreuz drückt. Wenigstens lief das Spiel absolut fehlerfrei und ohne Lags oder Abüche. Unter dem Strich aber muss man festhalten: „Stranglehold“ ist ein Singlerplayer Spiel wie „The Darkness“ und „Bioshock“. Wer ein gutes Multiplayerspiel sucht, ist hier sicherlich falsch.

Über Logik aucht man sich bei solchen Spielen sicher nicht zu streiten, aber eines muss man doch mal ansprechen. Im Verlauf des Spiels verliert Yuen seine Marke und schießt sich danach als Privatmann durch die Unterwelt. Also treibt er haargenau das Spielchen weiter, dass ihn seine Dienstmarke überhaupt erst gekostet hat. Und als Belohnung dafür, dass er im Alleingang loszieht und alles in Schutt und Asche legt ohne sich um Gesetze und Dienstvorschriften zu kümmern, noch dazu in Amerika, wo die Hong Kong Polizei vermutlich eh keine Befugnisse hat, erhält er am Ende die Marke zurück. Das ist leider ein klares Anzeichen von HollyWOOd.

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„Stranglehold“ hat Makel, die selbst dem größten Fanboy (also mir) nicht verborgen bleiben können. Ein teils undurchsichtiges Leveldesign, suboptimale Kamera, geringe Spielzeit, mieser Onlinemodus. Aber eins muss man diesem Game lassen. In Zeiten, wo Spiele teils über Jahre hinweg angepriesen werden als würden sie den Weltfrieden ingen, nur um den Käufer am Ende zu der Erkenntnis kommen zu lassen, dass dann doch „nur“ ein gutes Videospiel dabei heraus gekommen ist, schafft „Stranglehold“ genau das, woran so viele Toptitel vor ihm gescheitert sind. Es erfüllt alle Erwartungen. Wer sich die Produktbeschreibung und die diversen Trailer oder Ingameausschnitte ansieht, der weiß, was er kauft. Wer einmal einen John Woo Film gesehen hat, der weiß, was er hier kauft. Rein objektiv ist “Stranglehold” ein definitiv überdurchschnittliches Spiel, aber leider verhindern die vielen, unübersehbaren Fehler die Über-Wertung, die der geneigte Fan gerne geben würde. Wer dagegen ein absoluter Fan von John Woos HongKong Filmen ist, wer „Hard Boiled“ in der Uncut Version zu Hause hat, wer seine Spiele actionreich und übertrieben liebt und wer schon immer mal einem Scharfschützen aus 200 Metern ein Auge ausschießen wollte, der rechnet bitte auf die Wertung einen satten 15 % Fanbonus. Oder man ingt es auf eine einfache Formel:

HardBoiled - Guns oiled – Sequeltime - BulletTime - White Doves - StandOffs – John Who - John Woo - Chow Yun Fat - Heroic Bloodshed- ‘nuff said

Bewertung

Stranglehold xbox360

8/10

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Kommentare (5)

18.09.2007 12:46 - Standard wird immernoch mit "D" geschrieben.
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18.09.2007 12:53 - Und mit Ausnahme des erstens Absatzes ist es hier im Test auch geschehen. Aber bisschen Schwund ist immer....
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20.09.2007 11:02 - Habs auch bisschen angespielt. Action auf Teufel komm raus und Non-Stop. Am Anfang Reiz-Overflow und später stellt sich ein Gewöhnungseffekt an die Action ein. Also nicht so optimal! Da warte ich lieber auf Max Payne 3
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20.09.2007 20:41 - Nebenbei verdeutlich das Ingame Video von VITIVI sehr schön die Zensuren in der deutschen Version. Im Original rauchen die Gegner nicht, sondern bluten.
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03.03.2009 23:23 - Ja! Das Spiel gibt es aber schon für 10€ hols mir wahrscheinlich für den Pc. Muss erst mal schauen ob ich ne "Uncut Patch" finde! dann kanns losgehen.
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