Superstars V8 Racing
14:30 Uhr - Kurz nach dem recht gelungenen, aber doch eben nur mittelmäßigen „SBK 09“ schiebt Entwickler Milestone mit „Superstars V8 Racing“ das nächste Rennspiel nach und vergisst dabei anscheinend die derzeit starke Konkurrenz. So viel kann gesagt werden: der Titel bietet weder Innovationen noch ein besonderes Alleinstellungsmerkmal und versinkt aufgrund einiger eklatanter Fehler in der Masse unterdurchschnittlicher Softwareprodukte. Warum das Spiel für den einen oder anderen vielleicht trotzdem einen Blick wert ist, verrät unser Test!
Ein Fass mit Boden... und klein dazu
Schon der erste, flüchtige Blick ins Menü genügt, um zu erkennen, dass Milestone mit „Superstars V8 Racing“ keine großen Risiken eingeht. Neben dem obligatorischen Einzelrennen finden sich hier ebenfalls Training, Meisterschaft, ein Rennwochenende sowie ein Online-Mehrspielermodus wieder. Lediglich bei den Superstars-Lizenzen kommt man um ein kurzes Grübeln nicht herum, allerdings ist das Prinzip dieser Spielvariante denkbar einfach: Ihr bestreitet mehrere Szenarien, nach deren erfolgreicher Bewältigung eine entsprechende Medaille winkt. So müsst ihr etwa gegen einen Konkurrenten mit demselben Fahrzeug bestehen, ein Rennen trotz technischer Probleme gewinnen oder eine bestimmte Rekordzeit aufstellen. Doch widmen wir uns dem eigentlichen Rennen. Was hier direkt auffällt, ist die hohe Anzahl an Konkurrenten, denn ihr rast in der Karriere oder im Einzelrennen mit bis zu 19 Teilnehmern über die insgesamt zehn lizenzierten Rennkurse, unter denen sich z.B. Monza oder Valencia befinden. Rennspiel-Fans sollten von keinem Kurs überrascht werden, denn irgendwann hat jeder von ihnen schon einmal den Weg auf eine Konsole bzw. den PC gefunden. Der nicht einmal zehn Vehikel umfassende Fuhrpark weißt leider nicht durchgängig originale Lizenzen auf, so dass einige Rennställe Fantasie-Boliden auf den Kurs schicken, die sich jedoch mit ihren Vorbildern meist gut vergleichen lassen. Glücklicherweise ist der wesentlich größere Anteil so oder so im Original vorhanden, so dass ihr mit Tourenwagen a lá Audi RS4, BMW M5 oder Scorpio IZ4 über den Asphalt rast. Bis auf die italienische V8-Serie hat der Titel logischerweise keine anderen Rennserien zu bieten und hinkt somit im Vergleich zum Großteil der Konkurrenz deutlich hinterher. Immerhin fühlen sich die einzelnen Boliden erfreulich unterschiedlich an und haben satte acht Zylinder unter der Haube. Und das ist es doch schließlich, was man(n) möchte!
Was weder Mann noch Frau möchte, ist die teilweise missratene Physik von „Superstars V8 Racing“. Zwar versuchen die Entwickler den riskanten Spagat zwischen ansprechender Simulation und einsteigerfreundlichen, optional einschaltbaren Fahrhilfen, in mehreren Punkten geht dieses Experiment aber mächtig schief. So ist zwar ein markanter Unterschied spürbar, sobald alle Hilfen ausgeschaltet sind, nichtsdestotrotz manövrieren sich die Boliden nicht immer realistisch. So verlieren die Reifen selbst bei starkem Regen kaum an Grip, die Abnutzung der Reifen schreitet zum Teil übertrieben schnell voran und das Heck bricht selbst bei mittlerer Geschwindigkeit viel zu oft aus. Besonders negativ macht sich die grauenhafte Kollisionsabfrage bemerkbar, denn selbst bei kleinsten Stößen wird der Wagen zur unkontrollierbaren Schleuder.
Crasht ein Auto gegen 'ne Wand und fährt weiter
Der letzte Punkt sticht vor allem im Mehrspielermodus hervor – sofern man an die falschen Mitspieler gerät. Dann siegt nicht mehr zwangsweise der beste Fahrer auf dem Piste, sondern der geschickteste Nachwuchs-Rammbock. Ferner wird das Online-Vergnügen durch immer wieder auftretende Lags sowie zur Zeit (und wohl auch chronisch) vorherrschenden Spielermangel heimgesucht. Wenigstens die KI ist nicht auf's Crashen aus, verhält sich dafür aber selbst auf dem höchsten der vier Schwierigkeitsgrade ab und an seltsam und bremst selbst auf gradliniger Streckenführung ab. Vielleicht meinen es die Computergegner ja auch einfach nur gut mit uns? Wenn es dann doch einmal zu einem schweren Unfall kommt, wollen uns die Entwickler mithilfe eines Schadensmodells beeindrucken. Auch dieser Versuch gelingt nur in Maßen, denn gerade die optischen Auswirkungen einer Leitplankenbegegnung spiegeln nicht immer deren Ausmaß wieder. Dafür resultieren Fahrfehler auch in Fehlfunktionen der Boliden, doch hier sind ebenso Unregelmäßigkeiten an der Tagesordnung. Warum setzt nach einem mittelmäßigen Crash der Totalschaden ein, während ich nach einer wahren Unfallorgie problemlos weiterfahren kann? Im Vergleich zu „SBK 09“ fallen die Karriere und besonders das Rennwochenende regelrecht kurz aus, denn nach einem kurzen Training und der noch kürzeren Qualifikation folgt sofort das eigentliche Rennen, welches selbst auf realistischen Einstellungen nicht mehr als maximal 25 bis 30 Minuten beansprucht. Weiteres Flair wird durch die fehlende Cockpit-Perspektive genommen, stattdessen beschränken sich die Entwickler auf die gewöhnlichen Außenperspektiven sowie je eine Motorhauben- und Stoßstangenansicht. Und wer zum Teufel hat diese bescheuerte Dachkamera erfunden?!
Jetzt aber endlich mal wieder etwas Erfreuliches: Die Wagenmodelle in „Superstars V8 Racing“ sind durchaus mit denen hochkarätiger Rennspiele zu vergleichen und machen einen überzeugenden Eindruck. Ferner läuft der Titel meist absolut flüssig über den Bildschirm. Demgegenüber steht der Rest der audio-visuellen Präsentation... Angefangen bei den trockenen Text-Menüs und fehlenden Boxenstopps, über dauerhaftes Kantenflimmern bis hin zu lieblos gestalteten Strecken sowie lahmen Motorensounds hinkt man mehr als einen Schritt zurück. Kurios erscheinen auch die wechselnden Lichtverhältnisse, welche sich manchmal von Kurve zu Kurve vollkommen ändern und den Eindruck erwecken, der Tag-/Nachtrhythmus finde innerhalb weniger Sekunden statt. Wesentlich stimmiger fallen da die sich stetig ändernden Wetterverhältnisse aus, auch wenn sie sich, wie bereits erwähnt, nicht sonderlich am Handling der Karossen bemerkbar machen. Außer den Achievements und Trophies gibt es noch Videos und andere Boni freizuspielen, bedauerlicherweise herrscht auch hier größtenteils Lieblosigkeit. Schade!
Pro und Contra
- + einsteigerfreundlich, …
- + schicke Wagenmodelle
- + V8-Lizenz,...
- - ... für Profis aber zu leicht
- - zahlreiche technische Macken
- - ...daher 9 Wagen
- - Kollisionsabfrage
- - magere Modianzahl
- - maue Präsentation
Wenig Umfang, wenig Qualität, wenig von allem
„Superstars V8 Racing“ macht einige Sachen richtig, viele Ansätze gehen jedoch in der unteren Mittelmäßigkeit verloren und reißen dementsprechend auch das gesamte Spiel mit hinunter. Mal ehrlich: Wer braucht das neuste Werk von Milestone, wenn es ein „Race Driver: GRID“, „Forza Motorsports 2“ oder – in diesem Falle taugt das Beispiel sogar - „Gran Turismo 5: Prologue“ gibt? Diese Titel weisen nicht nur einen höheren Umfang auf, sondern bieten vor allem auch technisch deutlich mehr als „V8“. Im Jahr 2009 will und muss ich mich einfach nicht mehr mit einer verkorksten Kollisionsabfrage, nur neun unterschiedlichen Wagen (!) oder einer mageren Anzahl innovationsarmer Modi herumschlagen. Was man dem Spiel zugute halten muss, sind die 19 Teilnehmer bei Offline-Rennen, einigermaßen schicke Wagenmodelle sowie das vorhandene, aber halbherzig umgesetzte Schadensmodell. Alles in allem lässt sich allerdings eine Tatsache nicht von der Hand weisen: die Entwickler hätten aus jedem Bereich des Rennspiels mehr herausholen können. Wenigstens gibt es ein Achievement bzw. eine Trophäe namens „Fail!“. Das konnte uns drei Sekunden lang erheitern.
Bewertung
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Kommentare (11) « 1 2 »
LookMyBullet
Die demo hab ich nach ner halben Runde wieder gelöscht.
Die sehen doch kein land mit dem Spiel bei soviel hochkarätiger Konkurenz.
10 autos sind ein witz...Aber kein guter^^
Mediamarkt100
01.07.2009 15:01 - Für ein 45 € Spiel doch garniecht schlecht.rorschach
01.07.2009 15:11 - Das würde ich nicht mal für 10 € aus dem Wühltisch kaufen.L1ghT
01.07.2009 15:14 - das ist wirklich eines der schlechtesten rennspiele ...HLecter
01.07.2009 15:23 - 10 Autos erinnert mehr an ein DL Paket für Forza als an ein (nahezu) Vollpreisspiel.metropolisstreetracer
01.07.2009 15:31 - Auweia - wieder mal ein Spiel, das die Welt nicht braucht.Ein klassischer Kandidat zum Ausborgen, Achievements holen und vergessen ;-)
Schade, der Name Milestone ist eigentlich mal für Qualität gestanden -
kann sich noch wer an das grandiose Racing Evolutione erinnern?
Jacuzzi
01.07.2009 15:35 - @Mediamarkt100Für 45 € eine unverschämthiet XD
Wenn ich mir Forza 2 angucke, den Fuhrpark, Grafik, Physik und jegliche weiteren Punkte die ein gutes rennspiel ausmachen, dann sind 45 € schon fast ne Million XD
http://www.amazon.de/Microsoft-Forza-Motorsport-2/dp/B000OOOJB8/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=videogames& qid=1246455275&sr=8-1
Bitte schön ;D
Alexander Laschewski-Voigt
01.07.2009 15:38 - @metropolisstreetracer: Ja, hier! RE war wirklich super, vor allem wegen der Rennstall-Atmo. Allerdings wird das mittlerweile von GRID ja auch schon ganz gut eingefangen....mikekool
01.07.2009 21:53 - Ich habe mir das Spiel wegen Racing Evolutione gekauft. Das Spiel gehört noch heute zur Top10 meiner Lieblingsrennspiele. V8 reicht bei weitem nicht an RE ran und die Kritikpunkte von Areagames treffen zu. Dennoch hab ich meinen Spaß mit dem Spiel. Ich habe oft nicht die Zeit, ein Spiel wie Forza2 intensiv zu Zocken, daher ist V8 ein willkommener Quicky für zwischendurch. Die Automodelle sehen sogar richtig gut aus. Dennoch wurde leider viel falsch gemacht aber wer ein knuffiges kleines Rennspiel für zwischendurch sucht sollte die Demo einfach mal antesten, in meinen Augen ist es kein Totalausfall.metropolisstreetracer
01.07.2009 22:13 - @mikekool:Kann ich gut nachvollziehen - ich hätte es mir auch schon um ein Haar blind gekauft weil ich die Demo garnicht so übel fand. Der geringe Umfang und die genannten Fehler haben mich dann aber doch abgehalten.
Wird wohl bald günstig zu haben sein und dann wandert es sicher mal mit in den Warenkorb ;-)




















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