Aliens: Infestation
16bit-Sidescroll-Shooter-Action EFF TEE WEE! Solange sein Nachfolger die versprochene Spieleoffensive nicht liefert, denkt Nintendos Vorreiter-Handheld gar nicht daran abzutreten und wird weiterhin mit beachtenswerter Software jenseits der „Koche dir deinen eigenen Dr. Sudoku, während du malend Englisch lernst“-Flut bedient. Da erfolgreiche Franchises auch nicht totzukriegen sind, ebenso wenig wie Retro-Gameplay, steht dieser Tage „Aliens: Infestation“ auf dem Plan. Eine schrecklich schöne Ehrerbietung an das fieseste aller Weltraummonster oder Lizenzschleim, den man getrost zum Mond schießen kann?
„Infestation“ setzt direkt da an wo James Cameron's geniales „Alien“-Sequel von 1986 aufgehört hat. Ein Trupp von Space Marines soll die Vorfälle auf der Sulaco und dem Planeten LV-426 untersuchen und trifft dabei natürlich schnell auf Gegenwehr in Form von Robotern (Quatsch!), Menschen (Wenig glaubwürdig, aber na gut.) und – man ahnt es fast – Aliens (Yeah!). Die Story gibt nicht viel her, doch das Soldaten-Team stellt einen spielerisch wie inhaltlich netten Kniff dar, der gleichzeitig jedoch auf beiden Ebenen beispielhaft für das ungenutzte Potential des Titels steht.
Ihr seid stets mit einer Gruppe von maximal vier Männern und Frauen unterwegs, die alle gleichviel Testosteron produzieren, dafür aber mit individuellen Hintergrundgeschichten und Persönlichkeiten gesegnet sind. Die liegen selten außerhalb des stereotypen Rahmens. Dennoch werdet Ihr Kameraden finden, die Euch näher ans Herz gehen als andere. Hier kommt die Schwere eines Ablebens in „Aliens: Infestation“ zum Tragen. Denn stirbt ein Mitglied, ist es entweder für immer Tod oder verschollen und Ihr habt einen gewissen Zeitraum es wieder ausfindig zu machen, bevor ihm das vermeintlich schlechte Müsli durch die Bauchdecke springt. Neuzugänge findet Ihr unregelmäßig verteilt in den weitläufigen Komplexen, die Ihr erkundet.
Der Tod gewinnt dadurch eine Endgültigkeit wieder, die vielen anderen Spielen abgeht, was sich gleichsam auf den Schwierigkeitsgrad und die Spannung auswirkt. Sich mit nur noch einem verbleibenden Marine und knapper Munition zum nächsten Speicherpunkt durchzuschlagen gibt „Infestation“ einen Nerven zerrenden Survival-Horror-Anstrich. Dass sich alle Charaktere absolut identisch spielen und nicht mit jeweiligen Fähigkeiten glänzen, die man zum Fortkommen geschickt kombinieren müsste, was naheliegend und unterhaltsam gewesen wäre und es zudem keine, durch die Handlung führende Identifikationsfigur gibt, kostet leider Punkte bei Story-Tiefe und Spielwitz.
Way Forward („Contra 4“) haben ihre nostalgische 2D-Ballerei dafür mit bewährten Elementen aus alten und neuen Action-Werken versehen. In den verschachtelten Gängen kommt Ihr immer wieder an Orte, an denen Euch der Weg versperrt bleibt, bis Ihr an anderer Stelle das entsprechende Item findet, mit denen ihr auch dort weiterkommt. „Metroid“ lässt grüßen. Es ist aber eher ein arrogantes, beiläufiges Grüßen. Während Ihr in Nintendos meisterhaften Action-Adventure-Reihe stets neue, pfiffige Fähigkeiten erhaltet, deren vielseitiger Einsatz auch wirklich Spaß macht, handelt es sich hier meist um passive Extras, die das Gameplay kaum beeinflussen wie Key Cards. Interessantestes Werkzeug ist noch der Schweißbrenner, mit dem sich nicht nur Türen öffnen, sondern auch wieder zuschweißen lassen, sollte Euch die langschwänzige Meute auf den Fersen sein, was in der Praxis aber kaum vonnöten war.
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Kommentare (4)
Johnson
FTV? Ihr meint wohl "EFF TEE DABBELJU" ;) Nur mal so Grammatiknazimäßig angemerkt.
Schon ein solides Spiel, ich mag ja so letzte Schwanensänge auf alternden Plattformen... späte Spiele sind oft die besten.
Obiwan-Kemario
Ein 2D Spiel das sich an meinem Lieblings Alien Film orientiert. Motion Tracker Gepiepse, Original Maschinengewehrsounds, Xenomorphs und nun ja...verdammt in...2D!!!!!!!! Hallo das Ding ist gekauft!
Schöner,kritischer Test, auch wenn das bei Johannes zur langweiliger Gewohnheit wird :P Außerdem finde ich es toll das so ein Nischenspiel bei euch getestet wird.
Johannes Krohn
[Grammatiknazi-Modus on] Also im Deutschen wird "W" immer noch "Wee" gesprochen. Hätte ich es auf die englische Sprechweise abgesehen, hätte ich das "T" ("Tee") auch "Tie" schreiben müssen, was du selbst bei deinem Verbesserungsversuch missachtet hast (zumal auch das englische "V" dann eher "Wie" gesprochen wird). Da es nach deiner Buchstabierung dann immer noch "for the Victory" heißen könnte, kann ich hier in jeder Hinsicht nur von einem epischen Klugscheißerfail sprechen. ;P [Grammatiknazi-Modus off]
Und was heißt hier überhaupt "langweilige Gewohnheit"? Ich kann nur Kritik austeilen, aber keine einstecken, sonst würde ich den Entwicklern ja persönlich meine Meinung geigen und mich nicht im Internet verstecken. Also bitte ich um Zurückhaltung. ^^
johnboy
Immerwieder das selbe mit dem Johannes
Egal was fürn Spiel, selbst wenns nur n DS Spiel (!) is, liest sich der Test wie wenn er ein halbes Jahr dran geschrieben hätte und Goethe und Stephen King drübergelesen hätten.
Also das extreme Lob mal beiseite; des Spiel interessiert mich ungefähr zu 0 % hab aber in Podcast gehört dass du nen neuen Test geschrieben hast und da der Forza Test von Jan is musste es ja der sein und kann nur sagen ich find den Test echt geil geschrieben