Assassin's Creed Revelations
Im Sequel-November will natürlich auch Ubisoft mitmischen und schickt uns diese Woche mit Assassin's Creed Revelations ins Konstantinopel/Istanbul des 16. Jahrhunderts. Wir ziehen uns die Assassinen-Robe über und folgen Desmond, Altair und Ezio in den vierten Teil der Reihe und hoffen auf die angedeutete Offenbarung.
Seit 2007 weiht Ubisoft uns mit der Assassin’s Creed Reihe Stück für Stück in die jahrhundertealte und konfliktreiche Geschichte zwischen dem Geheimbund der Assassinen und dem Templer-Orden ein. Diese beiden verschwörerischen Organisationen streiten um das Wissen und die Technologien einer gottgleichen „Ersten Zivilisation“ und verfolgen damit unterschiedliche Ziele für die Menschheit.
AC Revelations spinnt direkt die Geschehnisse nach dem Cliffhanger von Brotherhood weiter. Der Spieler findet sich als Desmond (welcher übrigens ebenfalls optisch anders aussieht, ihm fehlt eine der Narben) auf einer Insel voller blanker Monolithen im Nichts des Animus wieder. Dort trifft man auf Testsubjekt 16 in Person, dessen Nachrichten und Hinweise man in vorherigen Teilen immer wieder erhielt, und dieser erklärt einem, dass dieses Limbus-Design der Animus-Umgebung eine Folge von Desmonds fragmentierten Verstand ist und das Animus-System sich sozusagen im „Abgesicherten Modus“ befindet. Aus dem Off hört man dabei die Stimmen von Desmonds Freunden in der Realität, wie sie ebenfalls nochmal einiges erklären bzw. rekapitulieren was geschehen ist bis jetzt. Um aus diesem Zustand zu entkommen muss Desmond daher seinen eigenen Geist wiederherstellen und diese Vermischung mit Altair und Ezio bereinigen in dem er sie erneut ergründet.
Da Ubisoft vor Release von Revelations bekannt gab, dass das 2012er Assassin’s Creed sich stärker um Desmond drehen wird, ist es nicht verwunderlich, dass man nun damit begonnen hat dem Spieler etwas mehr Einblick in den Charakter Desmond zu gewähren. Dies geschieht durch die kleineren Matrix-ähnliche Portale auf der Animus-Insel, die ihr durch Einsammeln von Animus-Datenfragmenten in Konstantinopel nach und nach aktiviert. Betritt man eines der Portale landet man in Desmonds Erinnerungen an sein früheres Leben, bevor er von der Templer-Organisation entführt wurde. Diese Erinnerungen sind abstrakte, kleine Welten in einem geometrischen Blockdesign. Diese Abschnitte erkundet man in der First-Person-Perspektive, Ziel der Suche ist ein bestimmter Raum, um den zu erreichen „zaubert“ man aus dem Nichts Rampen und Quader herbei und überwindet so Abgründe zwischen den Blöcken. Auch wem Minecraft und Portal kein Begriff ist, der sollte mit solchen Rätselelementen keinerlei größere Schwierigkeiten haben. Von diesen Desmond-Leveln existieren nur eine Handvoll und die meiste Zeit geht eher dabei drauf die Animus-Datenfragmente zum Freischalten eben jener zu finden. Allerdings ist dieser Teil von Revelations völlig optional. Nicht optional hingegen sind die Passagen mit Altair. Immer wenn man als Ezio einen Schlüssel in seinen Besitz bringt, wechselt die Perspektive auf den Protagonisten aus dem ersten Teil. Im Gegensatz zu zweiten Teil der Serie sind diese Rückblicke aber viel enger mit den Missionen verwoben. In fünf bis zehn Minuten hat man diese zwar gemeistert, aber die dort gebotene Abwechslung gefiel mir ausgesprochen gut. Was dort wie erlebt wird, möchte ich aber nicht spoilern.
Durch das größte Portal der Insel gelangen wir aber zum eigentlichen Kern von Assassin’s Creed Revelations, dem Abenteuer in Konstantinopel. Zum dritten und letzen Mal erleben wir ein Assassins Creed in der Haut von Ezio Auditore da Firenze. Der einst heißblütige und rachsüchtige Italiener ist mittlerweile 52 Jahre und strahlt nun eher eine gewisse Ruhe und Gelassenheit aus. Seine Zielstrebigkeit hat darunter allerdings keinesfalls gelitten, daran lässt der fulminante Prolog von Revelations keine Zweifel. In besagtem Prolog begibt sich Ezio in die, mittlerweile von Templern eroberte, Burg Masyaf, da er dort nach Altairs Bibliothek bzw. dem Edenapfel sucht. Doch die Bibliothek ist verschlossen und die Templer besitzen bereits den ersten von fünf Schlüsseln. Nach einer actionreichen Flucht aus der Burg bringt Ezio in Erfahrung, wo und wie er die Schlüssel in seinen Besitz bringen kann. Die Spur führt direkt nach Konstantinopel, den Schmelztiegel der damaligen Welt. Dort angekommen werden wir vom türkischen Anführer, Yusuf Tazim, des ortsansässigen Assassinen-Orden in Empfang genommen und in die dortigen Gepflogenheiten und Ränkespiele eingewiesen, wie den Erbfolgestreit um die Position des Sultans.
Während wir in Brotherhood gerade unserem Orden in Rom zu großem finanziellen Wohlstand und der Oberhand verholfen haben, dürfen wir in Konstantinopel wieder ganz von vorn anfangen. Wieder Schneider, Buchhändler, Schmieden und Banken renovieren. Von Aussichtsturm zu Aussichtsturm die Stadtkarte freischalten. Und auch wieder Assassinen rekrutieren, auf die vorhandenen Assassinen von Yusuf dürfen wir nicht zurückgreifen. Meine ausgebildeten Assassinen kann ich wieder auf Missionen schicken, einfach bei einem Taubenschlag „Mediterrane Verteidigung“ wählen. Mehr als Erfahrung für die Assassinen und Geld (wobei ich noch nie Geldprobleme in AC hatte) kommt dabei auch in Revelations nicht rum. Sonstige spielerische Auswirkungen, wie etwa eine veränderte Anzahl an Templerwachen in den Straßen von Konstantinopel, gibt es nicht. Auch am Ablauf der Bezirkseroberungen hat Ubisoft keinerlei Veränderung vorgenommen. Hauptmann mit der Adlersicht aufspüren, Hauptmann ausschalten, Leuchtfeuer entfachen und wieder von vorne. Vollkommen neu in Assassin’s Creed Revaltions ist die Verteidigung der eroberten Bezirke in einer Art Tower-Defense-Minispiel. Dies geschieht immer dann, wenn ihr einem Bezirk zu viel Aufsehen mit euren Aktivitäten (Renovierung eines Geschäfts, Mord an Byzantinern, abgeschlossene Missionen etc) erregt habt. Links oben im HUD füllt sich dann der Rahmen der sogenannten „Templer-Erkenntnis“-Anzeige. Diese Erkenntnis kann man durch das Bestechen der Herolde im Bezirk oder die Ermordung speziell markierter Templer in der Nähe wieder senken. Setzt ihr einen eurer Assassinen mit Meisterrang als „Bezirksvorstand“ ein, ist der Bezirk gegen Templerangriffe immun. Dankenswerterweise muss man keine Fahndungsplakate mehr abreißen. Kommt es nun aber zu einem solchen Angriff, wechselt das Spiel in den Tower-Defense-Modus. Man hockt still als Ezio auf dem Dach und positioniert entlang der Templerangriffsroute Armbrust- und Musketenschützen und Barrikaden. Jede Platzierung kostet Moralpunkte, die durch überleben einer Welle und einzelne Abschüsse wieder erworben werden können. Da das Ganze so dermaßen anspruchslos ist, ist es gar nicht weiter störend, dass unter dem festen Kamerapunkt (über Ezios Schulter) die Übersicht leidet und man manch freie "Bauplätze" übersieht.
An der Steuerung und den automatisierten Kletterpartien oder den Kämpfen haben die Entwickler eigentlich kaum gedreht. Es reicht immer noch aus mit nur 2 Tasten die höchsten Gebäude zu erklimmen und Ezios Alter tut dem auch keinen Abbruch. Kurios ist dabei die Tatsache, dass er dann beim Tragen einer Leiche schnauft, keucht und ächzt, als wäre er dem Ende nahe. Klettern und Kämpfen geht fast wie in Teenagerzeiten. Mehr noch, die neue Hakenklinge lässt ihn an einer Wand noch schneller klettern und breitere Häuserschluchten überwinden. Eher dem Alter entsprechend wirken da die sporadisch gespannten Seile und Flaschenzüge die man nun benutzen kann, um sich auf und über die Dächer der Stadt zu bewegen. Da auch Konstantinopel eine riesige Metropole ist, dürfen wir auch wieder auf ein Tunnel-Schnell-Reisesystem. An der sonstigen positions-sensitiven Steuerung hat sich nichts geändert und ich bin immer noch ungewollt nach hinten von einem Turm weggesprungen, obwohl ich nur weiter nach oben wollte. Als weitere Gameplay-Neuerung bieten die Entwickler noch ein Gimmick, den Bombenbau. Aus vielen verschiedenen Hüllen, unterschiedlich starken Schwarzpulversorten und einer dritten Effektzutat lassen sich hunderte Bombentypen vom Spieler zusammenbasteln. Bis auf einige wenige Missionen, wo man zum Einsatz der Bomben vom Spiel gezwungen wird, habe ich sie nicht gebraucht. Auch Ablenk- und Rauchbomben waren nicht meine erste Wahl, denn Diebe, Tänzerinnen oder meine eigenen Assassinen waren meist effektiver
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Kommentare (20)
Penisbandit
Assassins Creed = Call of Duty ?? ...
Bramahummel
Was bitte schön ist ein Penisbandit????? :D
Penisbandit
Ein ganz gefährlicher ;)
Matt1980
Es ist fast so, als hätte ich es geahnt.
Bei "Brotherhood" noch zugeschlagen, werd ich mir diesen Teil als ersten wohl als Budget-Fassung holen.
Änderungen im Vergleich zu den Vorgängern scheinen sich ja sehr in Grenzen zu halten. 50 bis 60 EUR sind mir da jetzt dann doch zuviel. Außerdem muss ich mich jetzt zwischen vielen Toptiteln entscheiden. Und wenn ich die Wahl zwischen einem "Saints Row 3" und einem "Assassins Creed" habe, greif ich doch erstmal zu SR3 und hab Spaß wie schon lange nicht mehr. Bei AC weiß man ja eh, dass es innerhalb eines Jahres billig und auch mit allen DLCs auf den Markt kommt, da Ubi ja die CoD-Strategie fährt. Bin gespannt wie lange es dauert, bis das nach hinten losgeht...
NosferatuZodd
Ich hatte schon Brotherhood ausgelassen weil mich die Story von AC2 so enttäuscht hatte. Hatte kurz mal Revelations auf dem Radar, da mich das Ende von Enzio interessiert hat. Wenn ich jetzt aber lese "Aufguss vom Aufguss", dann kann ich da auch bis zur Platinum-Version warten oder mir das Ende der Story in einem Youtube-Let's Play geben.
Ich gebe aber zu, dass ich AC immer nur als Hitman Erstaz gezockt habe und ich ein bisschen schockiert war, dass die Assassinen-Missionen nie die Qualität und Variation dieser "alten" PS2-Titel erreicht haben. Freu mich so tierisch, dass 2012 Agent 47 wieder unterwegs ist.
The Ice Truck Killer
Scheinbar gehöre ich zu der stumpfen Sorte. Ich fande jeden AC Teil richtig gut und konnte voll drin abtauchen. Hab den neuen zwar, Skyrim sei dank, erst 3-4 Stunden gespielt aber bin immer noch genau so begeister. Stimmt was mit mir nicht oO ?
NosferatuZodd
@The Ice Truck Killer:
Glaub nicht! Im Gegensatz dazu darf ich mir von Freunden immer anhören ich hätte sie nichtmehr alle, weil ich nicht auf AC stehe. Bin um ehrlich zu sein etwas überrascht wie viele hier meiner Meinung sind ^^
PandaVegetto
tjoar, Daniel meinte ja er würde eine 7 geben. Für mich war schon Brotherhood ein unspannender Aufguss. Werd Revelations auch als budget holen.
82xbox360
Also für mich hat das game mindesten 9 von 10 verdient ! und was heisst eigentlich Jahres Update ? wenn assassins creed revelations ein jahres ubdate ist , was ist dann Need for Speed oder Call of duty ? revelations ist eine fortzetzung zu den vorherigen games und kein update ! und neuerungen gibs genug . oder wollt ihr das die aus Ezio Batman machen oder was ?
The Ice Truck Killer
@ 82xbox360
Ich hätte auch ne 9 von 10 gegeben was ich bisher beurteilen kann. ABER stell dir mal vor das Spiel hätte ne 9 bekommen ... dann können wir die Skyrim Diskusion wieder neu aufrollen ;)