Battlefield 3
Endlich ist Verkaufsversion von Battlefield 3 zu haben. Die AreaGames-Zivilisten haben sich auf's virtuelle Schlachtfeld begeben, um zu schauen was nun von "Betafield 3" und "Call of Duty-Killer"-Aussagen wirklich stimmt. Um es gleich vorweg zu sagen, wir haben uns nur die Konsolenversion angeschaut.
Im Gegensatz zu Battlefield 2 besitzt der dritte Teil diesmal wirklich eine Einzelspielerkampagne mit Story und man tötet nicht mehr nur Bots auf den MP-Karten. Damit man auch eine Chance gegen den spielbaren Mega-Actionfilm Call of Duty hat, haben sich EA und DICE die Expertise von Andy McNab, einem Ex-SAS-Offizier und Bestseller-Autor ins Boot geholt. Erwarten darf man eine typisch amerikanische Erzählung über einen Marine, Staff Sergeant Henry 'Black' Blackburn und seinen Terroristengegenspieler. Wer das gängige Nicht-unbedingt-Blockbuster Militär-Actionkino aus Hollywood kennt, ahnt wie tiefgehend die Story ist, aber so schlimm ist das nicht, mit solch einem Anspruch geht man ja auch nicht an einen Egoshooter heran. Auffällig ist dabei, dass Blackburn so gar nicht wie ein Held, nicht einmal wie ein Antiheld, sondern extrem „normal“ aussieht und dennoch in diese Sache hineingeschlittert ist. Und hier beginnt auch schon die erste Parallele und zugleich der fundamentale Unterschied zu Call of Duty: Black Ops. Beide Spiele erzählen die Kampagne aus einer Verhörsituation heraus, doch Battlefield 3 verzichtet dabei auf exzessive Folterszenen oder Gewalt. Generell verhält sich Battlefield militärischer und disziplinierter als Call of Duty. Markante Haudegen wie Captain "Soap" MacTavish und Kumpane wäre im DICE-Shooter absolut fehl am Platz.
Das Missionsdesign ist wirklich abwechslungsreich, ähnlich stark gescriptet und ändert die Perspektive durch den Wechsel zwischen mehreren Charakteren, wie auch bei Activisions Konkurrenzprodukt. Der DICE-Shooter besitzt eigenständige Missionen, keine Frage. Dennoch beschleicht einen sehr oft das Gefühl, dass man sowas doch schon in einem Call of Duty erlebt hat, nur dort halt auf die „Michael Bay“-Weise. Überraschenderweise war das Spiel schon auf „Normal“ recht fordernd, aber dank gnädig gesetzten Speicherpunkten war das Ableben zu verkraften. Grund dafür war meistens eine ungünstige Position in Kombination mit einer gegnerischen Übermacht. Ungünstige Position heißt übersetzt, dass man durch die eine enge Gasse muss und irgendeine Lichtquelle blendet mich. Und Licht spielt eine große Rolle in Battlefield 3, es strotzt nämlich nur so von Lichteffekten. Natürlich darf man Lichtquellen auch ausschießen, nur meistens nicht die, die man zum eigenen Vorteil nutzen könnte. Aber auch der Gegner blendet einen mit Taschenlampen oder Laserpointern unter den Waffen. Eine Salve in diese Richtung lässt Blinde allerdings wieder sehen. Welche Militärtaktik aber dahinter steckt sich im einzigen hellerleuchten Raum, eines sonst stockfinsteren Kaufhauses, zu verstecken und von dort per Scharfschützgewehr mit Nachtsichtoptik aus dem Dunkeln angreifende Truppen niederzuschießen, weiß wohl auch nur Andy MacNab.
Auch in einem Battlefield 3 dürfen Quick Time Events nicht fehlen. Eine wirkliche Herausforderung sind sie nicht, gestorben bin ich bei einer lautlosen Messerattacke dennoch häufiger, ohne dass ich wusste warum oder eine Animation des Feindes ablief. Dafür löst man mit lediglich zwei oder drei Tastendrücken gleich „minutenlange“ (gefühlt…) Prügelanimationen aus und starrt nur auf den Punkt auf dem Display, wo die nächsten Buttonanweisung erscheinen sollte. Gerade im späteren Verlauf wünscht man sich ab und an weniger Passivität. Letztendlich ist die Kampagne dennoch gelungen und sehr intensiv inszeniert, was das „Mittendrin“-Gefühl betrifft. Auch wenn die Entwickler sich einfach nur an den beliebtesten Zutaten des Militärgenres bedienten und so ziemlich jeden Missionstyp bzw. Szene einmal abhandeln. Ein lautes „Wow - Krass“ wird Battlefield 3 dem Shooterliebhaber im Einzelspielermodus aber wahrscheinlich nicht entlocken können. Doch am Ende der Kampagne bleibt man mit einem unaufgeregten, aber gutem Gefühl zurück. Man reißt nicht die Arme in die Luft, schreit nicht rum oder feuert Schüsse in die Luft, man salutiert und macht weiter. Militärisch und Diszipliniert. Nicht mehr und auch nicht weniger.
Die sechs Koop-Missionen wissen anfangs schon zu Gefallen, doch auch wenn zum Beispiel in der Helikoptermission von beiden Spielern ein gewisses Können gefordert wird, ein guter Pilot braucht auch einen guten Bordschützen, hängst sonst nur davon ab sich die Reihenfolge und Startposition der Gegner zu merken. Denn diese Koop-Missionen sind stark gescriptet, wie die Einzelspielerkampagne und es fehlte jegliche Dynamik bei den anstürmenden Klongegnerwellen. Wenn man genug Punkte erspielt und alle Waffen für den Mehrspielermodus freigeschaltet hat, ist der Wiederspielwert gleich null.
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Kommentare (46)
BO2000
Guter Test, No Buy :)
82xbox360
super test . aber 9 von 10 punkten hätten es schon sein müssen . das spiel macht richtig spass . das einzige was mich nur nervt sind die Quick Time Events und die kurze spiel dauer des singleplayer modus .
Grafisch gibs kaum ein spiel auf der 360 das so schön aussieht wie battlefield 3 . da muss man die entwickler echt loben .
ich bin jetzt mal gespannt wie MW 3 jetzt zurück schlagen wird .
kleiner Schelm
Schöner Test, gibt meine Meinung eigentlich ziemlich genau wieder. Ordentliche Kampangne, die für mich eine Enttäuschung auf hohem Niveau darstellt... so als würde man 1 Million € gewinnen, obwohls 2 Millionen seien könnten, der Multiplayer ist und bleibt konkurenzlos genial (wer hätte bei Battlefield damit gerechnet). Das mitten-in-der-Schlacht-Gefühl von Battlefield 3 macht es einfach großartig, ich freu mich schon auf Bad Companie 3. Einzig das hinlegen stört mich ein wenig, aber das ist nur kleine Kritik am Rande.
Jan Smeets
@82xbox360
Ich habe heute den ganzen Tag überlegt, ob nicht doch eine 9/10, aber was nützt es, wenn in der momentanen verkaufsversion der Mp wirklich sehr geil ist, aber EA wieder Probleme mit den Servern hat, Muss ein 9/10 quasi nach Release noch beim Kunden reifen? Und andere 9/10-Titel wie zuletzt ein Gears3 kamen viel "sauberer" daher und wie Epic auch sagte, die Verschiebung für die 6 Monate Polishing lohnten sich.
@Schelm ich mochte das Hinlegen schon in BF2. Es mag nach BC2 befremdlich wirken und ein im Gras liegender Sniper ist fast unsichtbar, wäre da nicht das Blinken des Zielfernrohrs. Aber wiederrum würde man sich ja auch sofort auf den Boden werfen, wenn man beschossen wird.
dani07
Sowas hatte ich erwartet, genialer Multiplayer und ganz netter Singleplayer (Den Koop-Modus lassen wir mal unter den Tisch fallen)
Was ich viel verwunderlicher finde ist, dass DICE/EA schon vor einem halben Jahr gesagt haben, dass sie vermutlich Startschwierigkeiten in Bezug auf Serverstabilität und Kapazität haben werden. Warum wird dieses Problem nach Release (meistens) in kurzer Zeit behoben?
Naja, ich will ja nicht meckern, mir gefällt's trotzdem ;)
kleiner Schelm
@Jan Nach 429h 48m 06s, nem Ranking unter den Top 10.000 und 7 252 233 Punkten im Bad Companie 2 Multiplayer war es recht befremdlich, aber man kommt doch schnell wieder ins instinktive hinlegen. Wenn ich beschossen werde schmeiß ich mich aber nicht auf den Boden - ich schieß zurück :P
johnboy
Habs mir vorhin schon gedacht als dus im Podcast gesagt hast, aber es is schade dass jetzt hauptsächlich die derzeitigen technischen Probleme die 9/10 kosten.
Würde aber jetzt nicht sagen, dass das nun der KO im Kampf mit MW3 für Battlefield ist, muss halt blos jetzt dann langsam mal funktionieren.
Komisch denn damit is rein von der Testwertung n Resistance 3 besser als Battlefield.
@Jan: machst du auch den MW3 Test???
pornophonique
Interessanter und schöner Test. Das es noch Onlineprobleme gibt "tröstet" mich ein wenig, da ich das Spiel leider noch nicht habe. Naja, dafür bin ich nu Student, das ist auch was wert heutzutage :) Und sobald wieder Knete in der Geldbörse ist wirds gekauft! Holodrio!
Einen guten Abend und ein schönes Wochenende wünsch ich!
Jan Smeets
Naja, es ist ja schon wichtig oder nein essentiell, dass bei einem Multiplayermodus auch die Server laufen.
Ein Test ist ja auch etwas subjektives, ich hab Resistance 3 nicht gespielt, ob ich es wie Nils auch als 9/10 empfunden hätte.
Naja Alex ist ja im TEAM MW3, wie er im Podcast bereits betonte, später werde ich es aber bestimmt mal spielen.
dani07
Ideal wäre natürlich, wenn Jan und Alex MW3 testen, dann kann sich jeder seine Meinung rauspicken ;)
Werdest ihr eigentlich mal wieder ein paar Runden mit der Community zocken (naütlich erst, wenn die Server stehen)? Sowas gabs früher zu Pook Zeiten ja des Öfteren :)