Need for Speed - The Run
Mit Need for Speed - The Run steht uns der jüngste Teil der Rennspiel-Reihe ins Haus. Entwickler Black Box hat sich für dieses Vorhaben die Frostbite 2 Engine von DICE gesichert und möchte das Rennspiel mit einer Story bereichern. Dabei geht es quer durch die Staaten von der Westküste bis zur Ostküste. Ob das Konzept funktioniert, erfahrt ihr in unserem Test.
Jack Rourke hat ein großes Problem. Völlig benommen erwacht er in einem Porsche, mit den Händen ans Lenkrad gefesselt. Ein krachendes Geräusch ertönt und man wird Zeuge, wie der Porsche in die Autopresse eines Schrottplatzes fällt. Und schon befindet man sich im ersten Quick-Time Event des storylastigen Rennspiels. Nachdem man auf ein paar Buttons gehämmert hat, gelingt Jack die Flucht aus der tödlichen Falle. Die auf seinen Tod wartenden Gangster sehen das nicht gern und eröffnen unmittelbar das Feuer. Natürlich stecken im erstbesten Wagen die Schlüssel und schnellstmöglich sucht Jack das Weite. Kurz darauf erfährt man etwas mehr über den Protagonisten. Jack Rourke ist der beste. Worin? Das überlässt uns die Fantasie. Vermutlich im Autofahren. Glücksspiel kann es nicht sein, da er eine stattliche Summe Spielschulden am Hals hat. Deswegen trachten ein paar finstere Gestalten nach seinem Leben. Eine mysteriöse rothaarige Lady möchte ihm aus unbekannten Gründen aus der Klemme helfen und lockt mit dem Preisgeld eines Rennens. Einem Rennen, das quer durch die Staaten führt, von der Westküste bis zur Ostküste. Sollte Jack gewinnen, wäre er seine Spielschulden los. Das lässt er sich nicht zweimal sagen und schon geht’s los.
Zu Beginn steht nur eine kleine Auswahl an fahrbaren Untersätzen bereit. Meine Wahl fällt auf einen Flitzer der Marke Porsche, da man sich die entsprechende Lizenz für Need for Speed – The Run gesichert hat. Das Rennen beginnt an der Westküste in San Francisco und soll an der Ostküste in New York enden. Auf dem Weg dorthin wollen 50 Etappen bewältigt werden. Die Rennen laufen dabei meist nach dem selben Schema ab. Oftmals soll eine bestimmte Anzahl an gegnerischen Fahrern überholt werden. Dabei muss man als Spieler stets erster werden, um die nächste Etappe zu erreichen. Als erstes fällt einem auf, dass das Spiel mit nur 30 fps läuft. Generell ist die grafische Leistung des Titels durchwachsen. Die Umgebungen können sich zwar sehen lassen, aber leider trifft das auf die Automodelle nicht zu. Selbst in dem ein Jahr alten Vorgänger Hot Pursuit sehen die Wagenmodelle um einiges detaillierter aus. Lackspiegelungen? Fehlanzeige! Cockpit-Perspektive? Fehlanzeige! Meine normalerweise favorisierte Stoßstangen-Ansicht liegt viel zu tief, dadurch kommt zwar etwas mehr Geschwindigkeitsgefühl auf, allerdings mangelt es an Übersicht und Kurveneinsicht. Also entscheide ich mich für die third-person Perspektive. Hat man sich an die detailarmen Karossen gewöhnt, kommt man ins Grübeln, ob die Frostbite 2 Engine eine gute Wahl war. Selbst wenn man das Nitro zündet, stellt sich nur selten ein Geschwindigkeitsrausch ein. Beim driften in Kurven fühlt sich das Geschehen so langsam an, dass man fast glaubt stehenzubleiben. Das Handling der Autos ist für einen Arcade-Racer relativ eingängig. Und trotzdem hat man manchmal das Gefühl, die Wagen reagieren etwas störrisch auf Controller-Eingaben. Gerade Hot Pursuit hat gezeigt, wie simpel gekonntes driften von der Hand gehen kann. Fährt man in The Run über eine Serpentinen-Strecke und möchte mittels Handbremse kontrolliert um Kurven driften, kommt es häufiger vor, dass der Wagen ausbricht und sich auch nicht mehr abfangen lässt.
Wenigstens lässt die Frostbite 2 Engine bei den Naturkatastrophen ihre Muskeln spielen. Bricht in den verschneiten Bergen eine Lawine los, sieht man welche Kraft in der Naturgewalt steckt. Alles was sich den rollenden Massen in den Weg stellt, wird zerstört, auseinander gerissen und zahlreiche Partikel-Effekte wissen zu begeistern. Auch in der Wüste zeigt die Engine, wozu sie in der Lage ist. Während eines Sandsturms wird die Sicht arg eingeschränkt. Überall fliegen zahlreiche Trümmer herum und man bekommt regelrecht Angst davor, einfach weggeweht zu werden. Diese zwei Rennen sind wirklich spannend und beeindruckend inszeniert. Da stellt sich die Frage: Warum nur zwei Rennen? Ich hätte gerne mehr davon gehabt. Stattdessen gehören diese beiden Etappen zu den wenigen Highlights des Spiels. Schade, hier hat man eindeutig Potenzial verschenkt. Wenigstens wird Abwechslung groß geschrieben. Während der Tour durch die Staaten bekommt man allerhand zu sehen. Unter anderem stehen Chicago, die Wüste von Nevada, die verschneiten Gebirge Colorados, Highways oder Las Vegas auf dem Plan. Die Abwechslung ist einer der wenigen positiven Aspekte des Spiels. Und selbst da gibt es manches zu bemängeln. Wie imposant zum Beispiel Las Vegas aussehen könnte, hat schon vor vielen Jahren PGR 3 auf der Xbox 360 gezeigt. Statt das Mekka der Glücksspieler bei Nacht zu bereisen, und sich an den vielen Leuchtreklamen der Casinos und Hotels sattzusehen, fährt man am hellichten Tag durch die Stadt in der Wüste Nevadas. Schade!
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Kommentare (23)
pb2007
Hab die Demo gespielt und fand sie schlecht. Vom Aufbau alles gleich wie bei Hot Pursuit, grafisch und technisch kam es mir aber schlechter vor. Most Wanted war für mich ein Highlight nach den peinlichen Underground Teilen, alles was nach Most Wanted kam war jedoch wieder Mist. Spiele Most Wanted immer noch gelegentlich aber solange die keinen würdigen Nachfolger bringen, kann die Serien meinetwegen auch eingestellt werden....
user
Schund! Aber der Name NFS verkauft sich wahrscheinlich immer noch gut.
johnboy
@pb2007: Was war denn an Most Wanted so viel besser wie Underground. (Teil 2 is eines der besten Rennspiele dies gibt)
@Topic. Des is des typische NFS Problem: sie versuchen krankhaft was neues zu machen und versaun den Rest, wobei ihre neuen Ideen ja auch oftmals schlecht sind
richard50
Wie Squaresoft!
Die haben auch eine mehr als angesehene Serie und versuchen sie immer wieder krampfhaft zu verändern. Wieso nicht das Grundgerüst solcher Serien erhalten und nur in Details verbessern? Bei Zelda ist das doch auch so, oder?
Never change a winning Team, oder??
Kritiker
Guter Test. Danke Nils.
Wirklich schade was aus NFS geworden ist. Bei the Run hatte ich echt nochmal Hoffnung...vielleicht mal irgendwann für nen 10er vom Grabbeltisch.
Freu dich Nils...du kannst jetzt wieder Skyrim spielen. ^^
richard50
Hab bei Squaresoft natürlich die Finalfantasy Serie gemeint!!
Jace
guter test aber die energie haette man besser in einen ausfuehrlicheren saints row test gesteckt.
Kaimarkuske
wir brauchen einen ,,will ich nicht'' button
Mavs
Nils macht den Test, also was soll das mit dem Saints Row Test von Alex zu tun haben.
Ich werde mir das Spiel wenn dann nur für einen Tag aus der Videothek leihen.
Saibot
Dann lieber noch mal Underground 2, das war super. Oder Forza 4.. :D