The Incredible Hulk - The Official Videogame
18:00 Uhr - Im Kino versucht Edward Norton uns unter der Regie von Louis Leterrier wieder vom Unglaublichen Hulk zu begeistern, nachdem Ang Lees Version des Marvel Monsters mit Eric Bana in der Hauptrolle den Großteil der Zuschauer leider eher enttäuschte. Beim offiziellen Lizenzspiel sieht die Ausgangslage eher umgekehrt aus. Das letzte Hulk Game Ultimate Destruction war ganz überraschend ein richtiger Geheimtipp für Comicactionfreunde (AreaXbox Wertung damals 75%), die Leinwandadaption hat also bereits eine gewisse Messlatte gesetzt bekommen. Wir waren mit Bruce Banners grüner Zweitpersönlichkeit in Manhattan unterwegs und sagen euch im geschriebenen als auch videotechnisch präsentierten Testbericht, ob der Hulk es geschafft hat uns umzuhauen.
Unglaublich platt
Zu allem Überfluss haben die Entwickler von Edge of Reality zusätzlich eigene Handlungselemente ins Lizenzspiel gestrickt, die von fiesen Wissenschaftlern "erzählen" welche New York Citys Manhattan zu ihrem Kriegsschauplatz erklärt haben. Das hielt man offenbar für nötig um so die Fülle an unterschiedlichen Missionen groß zu halten, siedelt sich jedoch weit unter dem Einfallsreichtum und Niveau einer durchschnittlichen Sonntagmorgen Cartoonserie an. Man kann in den Aktionen der Bösewichte weder einen vernünftigen Plan, noch irgendeinen logischen Sinn erkennen. Dass sie nur existieren um uns Gründe zu liefern möglichst viele Missionen abzuarbeiten, wird einem regelrecht wie die Abominationfaust aufs Auge gekloppt. Was all diese dünnen Alibihandlungsversuche erträglich macht ist die Tatsache, dass man es unter dem Deckmantel des Trashs noch irgendwie mit der stark überzeichneten Comicwelt von The Incredible Hulk vereinbaren kann.
Unglaublich destruktiv
Selbstredend bleiben die (grötenteils unfreiwilligen) fiesen Taten des an sich ja lieben Hulk niemals ungestraft. Praktisch pausenlos sind ihm Cops und Militärs in Mechanzügen und Kettenfahrzeugen auf den Fersen. Kratzen tut ihn das nicht und das ist die dritte große Spielspaßstärke von The Incredible Hulk, gleich nach den Zerstörungsmöglichkeiten sowie dem Freiheitsgefühl. Von Anfang des Spiels an, ist man das übermächtigste Wesen in der ganzen Stadt. Aus jeder Situation springt oder klettert man einfach raus, mit einem heftigen Schlag lassen sich gar mehrere Feinde auf einmal bewältigen. Ein Knopfdruck genügt zudem und man grabscht sich den nächstbesten Angreifer einfach, um ihn mit einer Hand hilflos auszuboxen oder vom nächsten Skyscraper zu schmeißen. Autos lassen sich mühelos zu Metallhandschuhen zerschroten mit denen man noch fester Zuhaut und überhaupt darf man alles Erdenkliche in der Umgebung als mächtige Waffe einsetzen. Ruhig verschwenderisch, Autos, Laternen und Fußgänger hat NYC schließlich genügend zu bieten. Hulks Rage Kräfte würde man bei all der Basismacht des grünen Haudraufs eigentlich gar nicht benötigen, trotzdem stellt Sega uns eine so gut wie immer zugängliche Instant Regenerationsfunktion und diverse Megaschlagattacken zur Verfügung. Für deren Einsatz muss man Hulks Rage Anzeige durch aggressive Aktionen auffüllen, was mit dem wuchtigen Körper im Vorbeigehen fast von alleine geschieht. Ob auf dem Gehweg oder der Straße, Passanten, Häuserecken und Autos reißt man auch unbeabsichtigt ständig mit sich.
Unglaublich eintönig
Diverse Minispiele und ein umfangreiches Belohnungssystem versuchen beim Spieler Motivation aufzubauen, was jedoch nur ansatzweise gelingt. Die kleinen Challenges sind zwar z.B. mit Taxis ans Ziel tragen oder Wegpunkte über Dächer und Straßen ablaufen durchaus ideenreicher als der Rest des Spiels, dafür allerdings auch recht schnell bewältigt und... genau, kurzweilig natürlich. Ingame Belohnungen abseits von Xbox 360 Achievements gibt es für versteckte Aufgaben (z.B. durch Sprungtore in luftigen Höhen hüpfen) sowie festgelegte Statistikmeilensteine. Die wirklich riesengroße Liste reicht hierbei von einer bestimmten Anzahl Autos mit denen man Hauswände schmücken, bis zu einer gewissen Zeitspanne während der man mit den Füßen nicht den Boden berühren soll. Ist leider insgesamt zu umfangreich und kleinschrittig eingeteilt, weswegen man die bestimmt mühevoll zusammengestellten Zielsetzungen nicht wirklich bewusst verfolgen aucht. Praktisch im halben Minutentakt ploppen die zugehörigen Erfolgsmeldungen reihenweise von alleine am unteren Bildschirmrand auf und werden ohne gesteuertes Zutun des Spielers nebenher errungen, während er als Hulk die Gegend unsicher macht, bei dem Versuch sie sicherer zu machen. Was vielleicht in unserer Realität widersprüchlich klingen sollte, in Segas Manhattan jedoch ist das akzeptierter Alltag. Was man von den ganzen Metaspielchen inklusive eines Gesamthighscores hat, außer einem sowieso übermächtigen Hulk der auf diesem Wege sogar noch mächtiger wird? Nun, nicht unbedingt wenig! Es gibt eine umfangreiche Zusammenstellung freispielbarer Alternativcharaktere, Comicbuchcover und Artworks, welche bestimmt nicht nur Hardcorefans gerne als Bonus abgrasen wollen. Was Goodies angeht zeigen Sega und Marvel sich hier wirklich spendabel.
Unglaublich unfertig
Fast schon Filmumsetzungstypisch merkt man jedoch leider an viel zu vielen Stellen, dass Edge of Reality offenbar nicht genug Zeit hatten Feintuning zu betreiben. Das fängt schon bei regelmäßigen, Framerate Einüchen beim schnellen Bewegen durch die Stadt an, zieht sich über Gebäude die in unmittelbarer Nähe nur teilweise dargestellt werden und geht bis hin zu in der Testphase mehrmals aufgetretenen Freezes, die einen Konsolenneustart erforderlich machten. Am deutlichsten wird die technische Unausgereiftheit von The Incredible Hulk allerdings, wenn man sich über die Hochhausdächer bewegt und in eine nah- wie fern fast komplett untexturierte Umgebungslandschaft blickt. Dieses Panorama schlägt alles aus Halo 2 gewohnte um ein Vielfaches und ist wohl einer der größten Grafikfehler, den wir seit langem in einem finalen Produkt sichten durften. Eventuell gar ein gewollter Performancekompromiss, man weiß es nicht. Doch wo bleibt dann der Gegenwert, wenn das Spiel trotzdem zum Ruckeln neigt und auch ansonsten keine komplexe Grafikbombe ist? Plus einen Sichtbegrenzungsnebel besitzt, der fast schon nach Last-Last-Gen Optik zu schreien scheint. Im Gegensatz zum lebendig wirkenden, hochdetailierten Liberty City, das optisch wer weiß nicht frei von Fehlern ist, hat The Incredible Hulk absolut nichts zu bieten das technische Unzulänglichkeiten dieser Art akzeptabel rechtfertigen würde. Außer eben, dass es pünktlich zum Kinofilmstart auf den Markt gekommen ist.Wenn in einem Spiel, das sich The Incredible Hulk nennt, einer überzeugen kann, dann ist das selbstverständlich der Unglaubliche selber. Hulks Charaktermodell wurde augenscheinlich genau so direkt aus den CGI Laboren des Films transferiert, wie das Gesicht von Edward Norton für die wenigen vorgerenderten Zwischensequenzen mit ihm hergehalten hat. Das gibt dem Spiel wenigens ein paar Salzkörner Filmatmosphäre, wohingegen es ansonsten fast gar nicht mehr als Typus Adaption durchgehen würde.
Unglaublich wuchtig
Bewertung
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Kommentare (15)
Johnson
Daniel Pook
crazy_jb
Zimtzicke
Daniel Pook
boones
salasar
Zimtzicke
Daniel Pook
Human Torch