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The Witcher 2: Entwickler stellt Verfolgung von Software-Piraten ein

Freitag, 13. Januar 2012 Nils Lendeckel 
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The Witcher 2 wurde schätzungsweise 4,5 Millionen Mal heruntergeladen. Dem Entwicklerstudio CD Projekt war dies natürlich ein Dorn im Auge, und so wurden Abmahnungen an die Software-Piraten geschickt. Laut CD Projekt wurde dieses Verfahren nun eingestellt, da die Community Bedenken geäußert hat, dass auch ehrliche Käufer davon betroffen sein könnten.

In einem offenen Brief teilt sich Marcin Iwinski, Mitbegründer von CD Projekt, der Community mit:

  • "Obwohl wir sicher sind, dass niemand, der eines unserer Spiele legal besitzt, dazu aufgefordert wurde, eine Zahlung an uns zu leisten, schätzen wir unsere Fans, unsere Unterstützer und unsere Community zu sehr und möchten daher nicht riskieren, möglicherweise auch nur eine Person fälschlicherweise zu beschuldigen."
  • "Unsere Fans standen und stehen bei uns immer an erster Stelle und wir sind stolz auf die Tatsache, dass ihr alle wisst, dass wir auf euch hören und uns eure Meinungen zu Herzen nehmen."
  • "Es tut uns weh, den Entwicklern. Es schadet der Industrie als Ganzes. Obwohl wir Gegner von DRM sind, weil wir glauben, dass es bei der Bekämpfung von Piraterie keinen Effekt hat, billigen wir nicht das illegale Spielen von Kopien."
  • "Wir leisten unseren Beitrag, damit unsere Beziehung zu euch, unserer Zielgruppe, eine positive ist. Wir haben eure Bedenken vernommen, auf eure Worte gehört und reagieren darauf. Aber ihr müsst uns helfen und auch euren Beitrag leisten: Steht der Piraterie nicht gleichgültig gegenüber. Wenn ihr einen Freund seht, der eine illegale Kopie eines Spiels - welches auch immer - spielt, dann sagt ihm, dass er den möglichen Erfolg des Entwicklers untergräbt, der dieses Spiel geschaffen hat, mit dem er Spaß hat."
  • "Sofern ihr nicht die Entwickler unterstützt, die eure Spiele machen, und nicht für diese Spiele zahlt, werden wir nicht in der Lage sein, neue, exzellente Titel für euch zu produzieren."

[rockpapershotgun]

 

Kommentare (27)

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13.01.2012 15:30 -

CD Projekt haben wir schon sehr viel freundlicher über Piraten sprechen gehört. Trotzdem ist es noch eines der klügeren und differenzierter argumentierenden Studios, weil es zu einem Großteil unabhängig von großen Publishern, ja fast schon Indie ist. Solche Studios beweisen immer wieder, daß dort verantwortungsbewusste, kluge und vor allem leidenschaftliche Menschen arbeiten.

So hörten wir zum Beispiel, daß die hohen Download-Zahlen mit den hohen Verkaufszahlen Hand in Hand gehen. Je mehr verkauft wird, umso mehr wird heruntergeladen - und umgekehrt. Außerdem wurde immer wieder betont, wie wichtig die Qualität für den Erfolg ist und daß das Studio sehr zufrieden damit ist. Auch mit den Verkaufszahlen generell zeigte man sich immer zufrieden.

So kann es gehen, wenn man keinen vor Luxus fett gewordenen, unkreativen, ausbeuterischem und kühl kalkulierenden Publisher in seinem Nacken hat, der einem das Wort im Mund verbietet und dem sowohl die freie Rede sowohl die Gehirne seiner Mitarbeiter gehören. 

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13.01.2012 16:58 -

CD Project bzw. The Witcher ist genau das beste Gegenargument gegen die fadenscheinigen Argumente der Kopierer.

CD Project hat jetzt schon zum 2. Mal ein erstklassiges, sehr umfangreiches und weitestgehend bugfreies Rollenspiel geboten, dass absolut Up-To-Date war. Man hat zu Gunsten der ehrlichen Käufer auf irgendwelche Kopierschutzmechanismen oder Spyware wie Origin verzichtet. The Witcher 2 wurde trotz überragender Kritiken sowohl von Magazinen als auch von Spielern schon nach kürzester Zeit deutlich günstiger verkauft.

Und dennoch wurde das Spiel oft runtergeladen. Ein Entwicklerstudio, das eigentlich unterstützt gehört, wird von den Kopierern genauso "boykottiert" wie irgendein spielerunfreundliches Studio.

Daraus kann ich einfach schließen, dass die ganzen scheinheiligen Argumente der Kopierer einfach nur haltlos sind!

Wie ich schon mehrmals geschrieben habe, heißt das nicht, dass ich auf der Seite der Entwickler stehe, die mit völlig übertriebenen Milchmädchenrechnungen über Kopierer- und Gebrauchtmarkt versuchen, ihre miserabelen Leistungen runterzuspielen und ihren Kopierschutzkram zu rechtfertigen. Aber es heißt zumindest, dass ich mich mit denselben übertriebenen und fadenscheinigen Begründungen der Kopierer ebenfalls nicht identifizieren kann.

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13.01.2012 17:47 -

Du gehst nach wie vor von der dümmsten Milchmädchenrechnung Deiner erklärten Feinde überhaupt aus: Daß jede "Raubkopie" einen realen Kunden bedeutet. Dabei ist jeder Raubkopierer nichts anderes als ein potenzieller Kunde.

Anders gesagt: Wenn Du von einem "Boykott" sprichst, warum sehen wir die hohen Raubkopiererzahlen sich dann nicht auf die realen Verkäufe auswirken? Nach Deiner Logik müsste es umso weniger Verkäufe geben, je mehr heruntergeladen wird. Die Kopien/Verkaufs-Kurven zeigen aber, daß die Zahlen immer(!) proportional zueinander sind. Dies spricht unter anderem dafür, daß Käufer und Kopierer gerade kein anderes Interesse oder Konsumverhalten haben. Im Gegenteil: Scheinbar entschließen sich sogar viele Kopierer, ein Spiel danach auch zu kaufen.
Sowohl diese Bewegung als auch die Möglichkeit, daß manche Spieler ohnehin nicht genug Geld o.Ä. hätten, um das Spiel zu kaufen und somit auch nie reale Kunden hätten sein können, gehen mit diesem Modell konform.

Wir sehen also, daß eher die Qualität des Spieles und seine Vermarktung die ausschlaggebenden Faktoren sowohl für die Verkäufe als auch für die Kopien sind.

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13.01.2012 18:02 -

" Die Kopien/Verkaufs-Kurven zeigen aber, daß die Zahlen immer(!) proportional zueinander sind"

Das ist ja interessant, hast du dazu Zahlen?

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13.01.2012 18:21 -

@Roger Wilco: Nach den Zahlen von torrentfreak.com wurden - in der Reihenfolge von "am meisten" zu "am wenigsten" - heruntergeladen:

1. Crysis 2
2. Call of Duty: Modern Warfare 3
3. Battlefield 3
4. FIFA 12
5. Portal 2

Nach der oben genannten Logik müssten sich diese Spiele sehr schlecht verkauft haben. Ganz im Gegenteil: Sie alle sind die meistverkauften Spiele des Jahres gewesen. 

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13.01.2012 19:17 -

Wenige Menschen spielen gerade Singleplayer-Spiele (Singeleplayer ist meist das Einzige, was mit DLs sinnvoll spielbar ist) häufiger. Von häufigerem Durch-Spielen ganz zu schweigen. 
Ob ein Kunde potenziell also ein The Witcher 2 noch kauft, wenn er doch schon etliche Stunden in seiner "Demo" verbracht hat... glaube kaum. 

Warum auch, um das Spiel nicht zu spielen, die Entwicklerleistung aber zu honorieren? 
Sicher gibt es das, mehr aber auch nicht.

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13.01.2012 21:26 -

Nun, manche haben vielleicht diese Einstellung. Du kannst aber - vor allem vor dem Hintergrund dieser Zahlen - nicht Deine Logik auf alle "Raubkopierer" übertragen. Zumal Du sie 1. selbst nicht anwendest und 2. in keiner Statistik wiederfinden kannst. Es ist eben nicht mehr als ein persönliches Vorurteil anzunehmen, Raubkopierer sind auf gar keinen Fall potenzielle Käufer. Diese Ansicht ist eben anhand der Download-Zahlen im Vergleich zu den Verkaufszahlen sehr problematisch.

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13.01.2012 22:44 -

Ich habe oben schon geschrieben, dass die Rechnung der Entwickler/Publisher - also jeder, der sich das Spiel kopiert hat, würde es sich kaufen, wenn es die Möglichkeit des Kopierens nicht gäbe - übertrieben und Schwachsinn ist.

Genauso ist es aber Quatsch von einer Proportionalität zwischen Kopien und Verkäufen (es ist doch normal, dass populäre Spiele auch ein größeres Interesse sowohl im Laden als auch bei den Kopierern hervorrufen) zu sprechen, davon noch abzuleiten, dass sich die Kopierer sehr wahrscheinlich eh noch die Vollversion gekauft haben und den Schaden durch Kopierer herunterzuspielen.

Oder anders gesagt: Genauso wie die Aussage, dass die Kopierer "100% Schaden" anrichten (Publisher), ist auch die Aussage, dass durch Kopierer kein Schaden entsteht (Kopierer), dass also 4,5 Mio Kopierer sich das Spiel eh nicht gekauft hätten (warum dann runterladen/kopieren?) oder nachträglich gekauft haben, übertrieben und lächerlich. Es wird den Publisher immer vorgeworfen, dass sie nicht rational argumentieren, aber genauso machen es die Kopierer (-befürworter).

Wie gesagt, an The Witcher 2 gab es nichts auszusetzen. Die Qualität und der Umfang des Spiels waren toll, das Spiel war weitestgehend fehlerfrei, auch frei von irgendwelchen Kopierschutzmaßnahmen, es gab eine Demo, in der man das Spiel und die Hardwareanforderungen testen konnte, und es wurde bereits im Releasezeitraum sehr günstig. Also alle Kritikpunkte der Kopierer an einem Videospielprodukt wurden "berücksichtigt und beseitigt". Dennoch wird munter kopiert.

Heißt für mich nichts anderes, dass die angeführten Kritikpunkte einfach nur vorgeschoben sind, um das Kopieren zu rechtfertigen.

Ich will wie gesagt nicht die Publisher in Schutz nehmen, aber im Endeffekt fällt das Thema auf mich als ehrlichen Kunden zurück, aus welchen Gründen auch immer.

 

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14.01.2012 03:17 -

Ich habe nicht gesagt, daß alle "Raubkopierer" sich auch das Spiel kaufen werden. Das ist doch lächerlich.

CD Projekt selbst war mit den Verkaufszahlen von The Witcher 2 mehr als zufrieden - sie haben sogar ihre Erwartungen weit übertroffen. Ich verweise also noch einmal darauf, daß Kopien und Verkäufe proportional sind. Das Interesse und die Qualität bestimmen die Verkaufserfolge, und es ist an absolut keinen Zahlen abzulesen, daß "Raubkopien" die Verkäufe beeinträchtigen. Sie lassen es sogar wahrscheinlich sein, daß viele "Raubkopierer" sich das Spiel auch gekauft haben. Das ist so rational, wie man bei dieser unsicheren Datenlage überhaupt sein kann.

Ist ja nach wie vor ganz nett, daß Du Dich darüber aufregst, daß "munter kopiert" wird. Wenn es durch Kopien aber eine negative Auswirkung auf die Verkäufe gäbe, so wäre sie doch leicht nachzuweisen. Die grundlegendste Annahme der Gegner (daß "Raubkopien" Schaden anrichten) kann durch nichts anderes als durch sich selbst belegt werden. Bloß weil man es ständig wiederholt, wird es auch nicht wahrer. 

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14.01.2012 03:18 -

@Ragism: Ich verwende absichtlich wenig bestimmende Ausdrücke wie "(ich) glaube kaum" etc, da ich nichts beweisen kann und daher nur meinen eigenen Senf dazugebe. Wie du es eben sagst. 

Allerdings hüte ich mich auch vor vagen Interpretationen irgendwelcher Statistiken, irgendwelcher Zahlen, die für sich alleine nichts oder nicht viel aussagen. 

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