Tim Schafer: "Publisher haben Angst vor neuen Marken"
Tim Schafer, Gründer von Double Fine Productions und berühmt für Spiele wie Psychonauts und Brütal Legend, spricht in einem Interview über das Verhältnis von Publishern zu neuen Marken. Er erklärt die Risiken, die mit bislang unbekannten Franchises einhergehen und nennt die Gründe, weshalb Publisher diese Risiken nur ungern eingehen.
Tim Schafer spricht über die Risiken, die Publisher mit neuen Marken eingehen:
- "Publisher wollen oftmals nichts Neues veröffentlichten, sie haben Angst vor neuen Marken. Double Fine spezialisiert sich eben genau auf solche Marken."
- "Das war schon immer die Herausforderung für uns, einen Publisher zu finden, der Millionen von Dollar in etwas wie Brütal Legend investiert."
- "Es hilft Spiele zu haben, die kleiner sind, zum Beispiel Download-Spiele, da dann wie bei Happy Action Theater auch die Budgets kleiner sind. Der einzige Grund dafür, dass es realisiert wurde, war, dass ich um sehr wenig Geld gebeten hatte."
- "Sobald es seinen Wert bewiesen hatte, wurde zusätzliches Geld investiert, aber ursprünglich verlangten wir nach sehr wenig."
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Kommentare (8)
Justin Zane
Gründe? Ich les da immer nur einen raus: Geld! (wie immer halt) Aber verständlich, einmal falsch investiert und du kannst dicht machen.
Ragism
Geld ist das einzige Wort, welches Publisher verstehen. Nie im Leben würden sie Geld für etwas ausgeben, was zu gewagt und ambitioniert ist. Sie möchten auf Nummer sicher gehen und Call of Duty 15 entwickeln lassen. Schafer würde mit Sicherheit wieder große Budgets zur Verfügung haben, wie er es relativ zum Markt schon einmal hatte. Ein neues Day of the Tentacle, Monkey Island oder Psychonauts wäre ja auch klasse.
Ein Publisher denkt aber, daß auch Oma Kerpers und die kleine Lilli-Marleen ein Spiel noch gut und nicht zu verstörend finden soll. Oder aber er denkt an Shooter, welche zu 80% aus Grafik bestehen und ja nicht zu überfordernd sein sollen. Wie gesagt: Nicht Kultur, Ambition oder Kreativität sind für sie in irgendeiner Weise relevant, sondern die Vermarktbarkeit und die Verkaufszahlen.
Superfly71
Tim Schafer hat es korrekt beschrieben. Und umso höher einzuschätzen ist der Mut, den Sony an den Tag legt und neben Fortsetzungen auch immer wieder neue Franchises bringt!
johnboy
Natürlich haben die Angst davor.Und da sind se nich selber Schuld sonder die Spieler/Käufer.
kommt mal was neues Innovatives (PSYCHONAUTS, BEYOND GOOD & EVIL und Konsorten) kaufts kein Schwein. Da freut sich natürlich jeder Publisher, wenn wieder wer mit nem neuen Konzept kommt und verweist auf die vorhergegangen Flops. So isses nunmal. Ne normale Entwicklung die über die letzten Jahrzehnte schon vor sich geht.
Lieber Ragism: Ich will dir ja deinen Hass gegen Mainstreamtitel und deinem so geliebten CoD garnich nehmen.
Aber welcher Mensch is so dumm dass er sich denkt: So CoD hat sich jetzt hier 50 Millionen (diese Zahl dient nur der veranschaulichung) mal verkauft. Die DLC sind auch weggegangen wie warme Semmeln.Mhhm die Leute ham anscheinend immernoch Bock drauf jedes Jahr auf ganz neuen Maps zu Spielen. Ja ne du lass mal. Dann bringen wir nächstes Jahr mal kein neues und mit dem nächsten Patch verändern wir die Steuerung und des Gameplay so dass es nur noch 5 Menschen weltweit Spielen können.
Und kein Mensch der was Verkaufen will, denkt als erstes ob sein Produkt kulturell wertvoll is, sondern wenn er überhaupt über Kultur und Kreativität nachdenkt, dann in wie weit man durch die Aspekte Kunden werben kann.
Ausserdem is Monkey Island des perfekte Beispiel dafür, dass Käufer auch mal die Schnauze voll haben unds einfach nichmehr kaufen.
Ragism
Da haben wir ja im Prinzip ähnliche Ansichten. Aus Sicht eines Verkäufers macht es natürlich Sinn, nur auf den Massenmarkt ausgerichtete Spiele zu finanzieren. Das Bedürfnis nach Geld ist ja nicht grundsätzlich schlecht.
Für die Inhalte allerdings, für die Kultur und die Kreativität ist das Geld zunächst einmal weniger relevant. Ich spreche hier nur als Spieler, welcher sich für Titel interessiert, die eben nicht in weichgekochte 08/15-Schemata passen. Viele Köche verderben eben schnell den Brei, und will man jeden Geschmack berücksichtigen, kommt am Ende oft nur etwas sehr Generisches bei heraus.
Geschäftsleuten kann ich nur empfehlen, vielleicht das langfristige Potenzial von eigenständigen Titeln zu betrachten. Klar, ein Beyond Good & Evil oder ein Psychonauts waren vielleicht zu eigen, um das Risiko einer großen Promotion und Vermarktung einzugehen. Die fehlende Risikobereitschaft hat sicherlich auch einen Teil dazu beigetragen, daß so manches Spiel dieser Art nicht erfolgreich war.Allerdings haben diese Spiele langfristig gesehen einen starken Eindruck auf die Spieler hinterlassen. Sie haben ihren Freunden von ihnen erzählt und sie immer wieder begeistert in die Kultur integriert. So erst ist die enorme Nachfrage nach ihnen enstanden, und da kommt auch der Hype her. Erschiene jetzt ein zweiter Teil, so wäre bei entsprechender Qualität ein starker Verkauf wahrscheinlich.
salasar
Die medale hat halt 2 seiten. Nur weil etwas neuartig und innovativ ist muss es nicht zwangsläufig besser sein als alt bewährtes . Schäfer müßte das wissen. Den Brütal Legend war vielleicht sehr ambitioniert. Letztendlich was es trotzdem nur ein überbewertetes Scheiß spiel das keinen Spass gemacht hat. Innovationen findet mann immernoch zu hauf. Z.b. bei Xbox Live arcade spielen. Portal z.b war auch sehr innovativ und trotzdem erfolgreich. Im prinzip hat er schon recht. Der wille ist aber immer noch da. Auch wenn es oft nicht so aussieht.
Im übrigen betreibt Sony auch sehr viel Marktforschung. Ansonsten würden spiele wie Killzone und Uncharted nicht so aussehen wie sie aussehen. Und das ist auch legetim so.
richard50
Und umso höher einzuschätzen ist der Mut, den Sony an den Tag legt und neben Fortsetzungen auch immer wieder neue Franchises bringt!
Superfly
Man könnte es auch verzweiflung nennen, denn wenn man besser wüßte, was die Fans genau wollen, würde müsste man nicht so viele Spiele veröffentlichen, die dann keiner kauft*rolleyes*
KING_BAZONG
Ich nenn es Kreativität und Innovation. Hatte M$ auch mal einzelne Anflüge, zu Beginn der Generation (Kameo, Viva Pinata).