19.01.2007 10:30
Time Splitters 2
Wenn Xbox-Spieler von einem Egoshooter reden, dann fällt früher oder später das Wort Halo und der Großteil der snipergeschärften Augen beginnt vor Freude aufzublitzen. Alle anderen Versuche, einen rundum gelungenen Egoshooter auf der Xbox zu etablieren, waren bisher nur wenig von Erfolg gekrönt. Jetzt versucht Free Radical Design mit dem Sequel zu einem zwar guten, aber nicht illianten Spiel, das 2000 für die Playstation 2 erschien, die Genrewelt der Konsolen kräftig aufzumischen. TimeSplitters 2 heißt der Multiplattform-Titel, der von der Fachpresse bereits im Vorfeld in den höchsten Tönen gelobt wurde: vom besten Egoshooter im Konsolenbereich ist die Rede, von einem revolutionären Quantensprung, von dem perfekten Shootererlebnis. Und sicherlich haben die Kollegen auch irgendwie Recht, zumindest teilweise - denn wo der Multiplayer-Modus neue Maßstäbe setzt und für zahlreiche spannende Stunden vor dem Fernseher sorgen kann, verliert das Spiel im Singleplayer-Fokus leider trotz zahlreich anstehender Aufgaben einige Punkte.
Nicht ganz einfach zu verstehen, wenn man bedenkt, dass hinter der Entwicklung des Titels niemand geringeres als eine Entwickler-Mannschaft steht, die auf dem N64 für das Spiel GoldenEye verantwortlich zeichnet und dabei sowohl im Multiplayer- als auch Singleplayer-Bereich fast uneingeschränkt überzeugen konnte.
Die Geschichte, die hinter Timesplitters 2 steht, ist eher schwach und lässt sich wohl nur mit der Intention erklären, im Spiel gleichwertig nebeneinander stehende, völlig verschiedene Szenarien zu konstruieren. Als Sprungett für den Einstieg in verschiedene Multiplayer-Karten mag sie dienlich sein, als Motivator, das Spiel im Singleplayer-Modus durchzuspielen eher nicht. Die Story führt den Spieler in den Kampf gegen die Timesplitters, so etwas wie die außerirdische Al Qaida von morgen. Leider entwickelt sich auch Terrorismus weiter und so hat man sich in der Zukunft darauf spezialisiert, gleich die ganze Erde ins Visier zu nehmen. Als Spieler muss man dies natürlich verhindern und deshalb die in verschiedenen Epochen verteilten Zeitkristalle finden. Dabei übernimmt man nicht nur verschiedene Rollen, sondern sieht sich auch umgebungstypischen Gegnern gegenüber und darf mit jeweils unterschiedlichen Waffensets seine eigene Definition von Ordnung im Chaos ausleben.
Auch wenn die Hintergrundgeschichte vielleicht gerade dadurch gelitten hat, in der Konstruktion absolut verschiedener Szenarien liegt auch ein großer Vorteil - der Abwechslungsreichtum. So zieht man im Jahr 1863 durch den Wilden Westen, sorgt 1920 in Azteken-Ruinen für Ordnung, landet 2019 in einem Neo Tokio der futuristischen Art oder gar 2280 gleich auf dem Planeten X. Insgesamt neun solcher Locations warten im Story-Modus darauf, entweder alleine oder im CoOp mit einem Freund an der Seite durchschritten zu werden und dabei reicht es nicht, möglichst schnell und effizient von Punkt A nach B zu kommen.
Jede Mission, die mit einer kurzen Einleitungssequenz schon erste Hinweise auf Missionsziele bietet, verlangt vom Spieler das Absolvieren einer Reihe primärer Ziele. So muss man in Sibirien unter anderem eine Kommunikationssatelliten-Schüssel in die Luft sprengen, sich in Chicao in einen Nachtclub reinschmuggeln, um dort den Gangsterboss zu durchlöchern oder in Notre Dame armselig aussehende holde Jungfrauen befreien. In der Zukunft spielt Hightech da schon eine größere Rolle, so gilt es, auf dem Planeten X ein Ufo zu lokalisieren oder in Neo Tokio einen Hacker in ein geheimes Forschungslabor zu folgen.
Was in späteren Multiplayer-Leveln völlig frei entschieden werden kann, ist im Storymodus noch stark reglementiert. Wie würde das denn aussehen, im Wilden Westen mit hochgerüsteten Laserwaffen um sich zu schießen oder in der Zukunft mit einer simplen schallgedämpften Pistole zu agieren. Damit die Gegner nicht vor Lachen sterben, sondern immer noch durch einen gezielten Kopfschuss, richtet sich nicht nur das Feindbild, sondern auch die zur Verfügung stehenden Waffen nach der Zeitepoche.
Auch wenn sich der Begriff Story-Modus so anhört, als liege hier der Schwerpunkt des Spiels - er liegt hier nicht. Die neun Szenarien hat man in der untersten Schwierigkeitsstufe recht schnell durchgespielt (auch wenn die Verwendung von Kontrollpunkten im Level mehr als spärlich ausgefallen ist), in höheren Schwierigkeitsgraden ist dann schon einiges an Übung nötig (zumal neue Missionsziele dazukommen, die Spielern, die ausschließlich im Einfach-Modus sich durchs Spiel kämpfen, vorenthalten bleiben). Dabei wird man schnell die Erfahrung machen, dass wildes Geballer nicht immer der effektivste Weg zum Ziel ist - ein genau gezielter Kopfschuss ist fast immer deutlich effektiver und wenn man gerade einen Zombie vor dem Gewehrlauf hatte, verliert der gute Kerl dank fehlendem Kopf dann auch Orientierung und schließlich die Lust am Weitermodern.
Erfahrung sollte man am besten im Arcade-Modus oder Herausforderungs-Modus sammeln. Im Herausforderungs-Modus werden dem Spieler verschiedene Aufgaben gestellt und diese müssen so schnell es geht gemeistert werden, um Bronze-, Silber- oder Goldpokale zu holen. Dabei degradieren die Pokale natürlich nicht zum Selbstbezweck, wer die mehr als 100 Charaktere und die verschiedenen Spielmodi freischalten will, der muss sich ganz schön anstrengen, da das Spiel teilweise nicht für Anfänger und auch kaum für Fortgeschrittene konzipiert ist.
Die Charaktervielfalt erweist sich dabei als absolut überzeugend und hier kann den Entwicklern wirklich nicht vorgeworfen werden, an der falschen Ecke gespart zu haben. Die Vielfalt reicht von Sheriffhelden über Zombies zu einem Affen, Priester, Kleinganoven, Bandenchef - und wenn es im Optionsmenü nicht eine Übersicht der freigeschalteten Charaktere geben würde, man könnte schnell meinen, dass die Zahl der Charaktere gegen unendlich geht.
Richtig zum Einsatz kommen die Revolverhelden im Arcade-Modus, der neben der sogenannten Arcade-Liga, in der es ähnlich wie im Herausforderungsmodus bestimmte Aufgaben abzuschließen gilt, den für Multiplayer-Freunde besonders wichtigen Menüpunkt "Arcade - Eigen" beinhaltet. Und was sich oberflächlich betrachtet so liest, als könne man hier ein PAAR Einstellungen treffen, entpuppt sich als die Möglichkeit, ALLES so zu verändern, dass man mit seinen Freunden oder auch alleine gegen verschiedene Bots eine Menge Spaß haben kann. Wo der Story-Modus die nötige Spieltiefe vermissen lässt, ist man hier federführend und in naher Zukunft wohl Vorbild für die Konkurrenz. Egal ob Spielsystem , Punktelimit, Zeitlimit, Handicaps, Waffen-Set, Bot-Set, Umgebungskarte etc. - es gibt nichts, was hier nicht an die persönlichen Anforderungen angepasst werden könnte.
Langeweile dürfte aufgrund der verschiedenen Spielmodi und des actionreichen Gameplays im Multiplayer-Bereich keine aufkommen. Neben bekannten Größen wie Deathmatch, Team Deathmatch, Capture the Bag (es kann sich ja nicht immer nur um Flaggen drehen), gibt es auch unbekanntere Spielmodi, die hier nur in Kürze umrissen werden können. So sollte man beispielsweise im Bag Tag-Modus einen Beutel möglichst lange herumtragen, ohne selbst getötet zu werden, bei Elimination muss man mit einem einzigen Leben möglichst lange dabeibleiben, bei Shrink wird man kleiner, je öfter man getroffen wird und bei Vampire überlebt man nur, wenn man ständig andere um die Ecke ingt. Weiterhin wäre da der Thief-Modus, bei dem tote Gegner Münzen fallen lassen, bei Flame Tag und Virus sollte man nicht als ennende Fackel herumrennen, im Regenerationsmodus baut sich die Lebensenergie wieder auf, bei Leech dürfen eigene Treffer der Lebensenergie zugeschrieben werden und bei Zones muss man sein Revier verteidigen. Blieben noch Assault (ein Angriff auf die gegnerische Basis) und Monkey Assistant, bei dem der schlechteste Schütze drei Affen als Gehilfen zur Seite gestellt bekommt.
Wem das alles noch nicht reicht, der darf in einem Karteneditor seine eigenen Szenarien erstellen. Hier hat man sich allergrößte Mühe gegeben, das wirkliche zeitintensive Erstellen einer Karte dürfte aber nicht jedermanns Sache sein. Als Pluspunkt darf man den Karteneditor natürlich aber auf jeden Fall werten, da auch er im Konsolenbereich neue Maßstäbe setzt - sowohl in Komplexität als auch Einstellungsmöglichkeiten.
Noch immer gibt es die weitvereitete Meinung, dass Konsolen nicht die richtige Plattform sind, um Egoshooter erfolgreich steuern zu können. Zu ungenau ist der Controller, der eher als Grobjustierung beim Schießen zu verstehen ist als als feinfühliges Anvisieren der Gegner. Und TimeSplitters 2 spielt sich wirklich von Anfang an nicht gerade einfach, da die Steuerung sehr sensibel ist. Was wohl als Versuch gedacht war, genau dem oben angesprochenen Kritikpunkt den Wind aus den Segeln zu nehmen, entpuppt sich als sehr trainingforderndes Spielen, bei dem man einige Zeit benötigt, um präzise und schnell auf heranstürmende Gegner reagieren zu können.
Hinzu kommt die Schwierigkeit, dass in der Standardeinstellung der linke Controllstick für die Bewegung zuständig ist, während man mit dem rechten Controll-Stick gleichzeitig zielen und sich drehen muss. So bleibt das wahlweise hinzuschaltbare Fadenkreuz nicht immer in der Mitte des Bildschirms, sondern wandert munter über den TV-Screen, um bei zu großer Annäherung an den Bildschirmrand zu einer Drehung der Figur zu führen. Die zahlreich vorhandenen anderen Steuerungsmöglichkeiten neben der Standard-Steuerung sind leider bis auf wenige Ausnahmen zwar sehr, sehr ungewöhnlich, doch ebenso unsteuerbar. Man kann sich zwar auch eine komplett eigene Steuerung zusammenbasteln, die Standardsteuerung erweist sich allerdings letzendlich immer noch als die beste. Problematisch nur, dass selbst nach zahlreichen Stunden Übung nicht den sprichwörtlichen Meister macht, sondern höchstens einen recht fähigen Schützen. Präzision wie bei Halo wird man durch die empfindliche und sensible Steuerung, die minimalste Veränderungen des Sticks bereits großzügig auslegt, nicht erreichen - und das obwohl präzise Schüsse hier noch um einiges wichtiger sind als bei Halo. Es sollte zwar nicht der Eindruck aufkommen, Timesplitters 2 sei unspielbar, wenn man als einzelner Spieler allerdings gegen CPU-gesteuerte Bots antritt und diese weder Denken noch wirklich steuern oder zielen müssen, gerät man schnell ins Hintertreffen, auch wenn man meinen sollte, dass die eigene Intelligenz einer künstlichen doch überlegen sein müsste. Hier wieder eine Stärke im Multiplayer-Bereich: Echte Mitstreiter aus Fleisch und Blut haben wenigstens die gleichen Probleme.
Ein weiterer Negativpunkt: Unsere verschiedenen Helden fürchten zwar weder Tod noch Gefahr, die Fähigkeit zu springen hat man ihnen jedoch genommen, und so müssen teilweise selbst kleinste Absätze durch eine Stufe erklommen werden - ein Aspekt, bei dem ein kleines zerknirschtes Grinsen nicht ausbleiben will. Was nicht für alle ein Nachteil sein muss, aber durchaus manchen stören könnte ist die Tatsache, dass das ohnehin schon etwas träge Umschalten zwischen den Waffen dadurch weiter erschwert wird, dass zwischen den normalen Waffen nicht nur das PDA-ähnliche Terminal, das als Radar fungiert, eingebaut ist, sondern auch der unbewaffnete Zustand, wo dem Spieler nur die Fäuste bleiben. Erstens benötigt man den Faustkampf so gut wie nie, man hätte also den unbewaffneten Zustand nur dann verfügbar machen sollen, wenn die Munition ausgeht und da es dem Redakteur nicht gelang, einem Gegner das PDA über den Kopf zu hauen, hätte man auch das eher in einem gesonderten Menü verbergen sollen.
Grafisch haben sich die Entwickler von Free Radical Design große Mühe gegeben und das Comicambiente verknüpft mit knallharter Action bietet seinen ganz eigenen Charme. Dennoch ist die Verwandtschaft zu PS2- und Gamecube-Titel nicht abzustreiten.Grafisch wäre mehr möglich gewesen, auch wenn gerade das Design der verschiedenen Umgebungen mit vielen Details bestückt wurde. Da kann man auf Lampen schießen, mit seinem Revolver an einem Billiardtisch Kugeln versenken, ein Fass anschießen, welches dann physikalisch korrekt leer läuft und vieles mehr. Das Spiel läuft äußerst flüssig und Frameeinüche sucht man glücklicherweise vergebens. Zwar könnten die Texturen manchmal etwas feiner sein und die verschiedenen Figuren etwas individueller, aber angesichts der großen Zahl der Charaktere und des stabilen Gameplays kann man hier durchaus mal ein Auge zudrücken.
Im akustischen Bereich liefert man deutlich überdurchschnittliche Kost. So passen die Musikstücke zu den jeweiligen Szenarien und die Umsetzung der Waffengeräusche ist gut gelungen. Aber auch die Nebengeräusche wie das Schreien von Passanten, das Jammern einzelner Figuren und das Zerechen von Fensterscheiben tragen zur Atmosphäre bei, auch wenn sich hier große Innovationen sicherlich etwas zurückhalten. Mit der gelungenen Soundkulisse eines Turok-Dschungels kann Timesplitters 2 nicht mithalten, überzeugt dafür in den meisten anderen Bereichen.
Die Langzeitmotivation dürfte - wie fast immer - sehr vom indivuellen Spieler abhängen. Gerade der Singleplayer-Modus dürfte nur Profis, die sich auch mit den höheren Schwierigkeitsgraden gerne herumschlagen möchten, motivieren, alle anderen werden nach einigen Bronze-Pokalen im Arcade- und Herausforderungs-Modus und dem einmaligen Durchspielen der Story wahrscheinlich die Lust verlieren. Anders sieht es im Multiplayer-Bereich aus. Wer die passenden Freunde zum eigenen Hobby hat, kann hier zahlreiche Stunden nahezu perfekte Unterhaltung geboten bekommen, nur getrübt, durch die manchmal doch etwas zu gewöhnungsbedürftige Steuerung.
„Und wenn mal keiner mitspielt...?“
(Eigene Meinung » Sebastian Philipp)
Insgesamt war ich von TimeSplitters 2 etwas enttäuscht - nicht nur, weil mir im Vorhinein jeder das Spiel als das Non-Plus-Ultra verkaufen wollte, das nicht den kleinsten Fehler aufweist und nur unter dem Ertragen von Peitschenschlägen zu kritisieren ist. Sondern auch weil es spielerisch Mängel beinhaltet, die dank der allgemeinen Qualität des Spiels doch zu bedauern sind. Ganz so perfekt wie erhofft ist das Spiel nämlich leider nicht geworden und trotzdem hatte ich kein Problem, insgesamt die Wertung "gut" auszusprechen. Zu verdanken ist diese Wertung dem Multiplayer-Modus, der wirklich überzeugen konnte und dank LAN-Möglichkeit bis zu 16 Spieler in einer Arena versammelt.
Doch zu einem absoluten Topp-Titel, der in keiner Sammlung fehlen darf, gehört auch ein hervorragender Single-Player-Modus, den ich hier leider vermisse. Zwar machen die ersten Schritte durchaus Spaß und die abwechslungsreichen Szenarios sorgen immer wieder für neu Entdeckbares, doch nach einmaligen Durchspielen ist die Luft raus. Dagegen gestalten sich die Herausforderungen zur Freischaltung aller Charaktere teilweise zu schwer für ein Spielchen zwischendurch und bevor ich hier lange endlose Stunden investiere, spiel ich das Spiel doch lieber mit Freunden zusammen.
TimeSplitters 2 ist sicherlich in vielerlei Hinsicht ein Must-See-Titel, zum Must-Have-Titel fehlt ihm noch ein Schuss. Was ebenfalls fehlt, ist die Multiplayer-Konkurrenz, doch man muss nicht durch die Zeit reisen, um zu wissen, dass sich das eines Tages ändern wird.
„Perfect Dark?“
(Eigene Meinung » Sven Mittag)
In vielen Punkten muss ich meinen Kollegen Recht geben. Grafisch hinkt TimeSplitters 2 den derzeitigen Xbox-Topptiteln deutlich hinterher, wofür jedoch der durchaus gelungene Mehrspielermodus mehr als entschädigt, die Steuerung dürfte Halo-Spieler gerade anfangs in die Nähe eines Nervenzusammenuchs treiben und die Storyline hat bestenfalls Alibicharakter.
Während Alexander und Sebastian jedoch Stunden mit dem Mehrspielermodus veracht haben, muss meine Wenigkeit gestehen, dass ich trotz deutlicher Mali mehr Spaß am Storymodus von TimeSplitters 2 hatte.
Dies liegt größtenteils an den gut ausgearbeiteten Aufträgen sowie der abwechslungsreichen Levelarchitektur, welche beinah komplett auf repetive Elemente verzichtet. Selbst der recht hohe Schwierigkeitsgrad auf den höhere Spielstufen und die Tatsache, dass man innerhalb der Level nicht springen kann, wurden von mir kurzerhand in nostalgischer Verklärung ignoriert. Der Shooter von Free Radical Design erzeugt gerade durch diese Elemente alte Erinnerungen an vergangene Rare-Shooter. Schade nur, dass diese komplett ohne obige Fehler auskamen…
„4 Freunde solltet ihr sein...“
(Eigene Meinung » Alexander Laschewski)
Zu einem Multiplayer-Spiel gehört auch eine Multi-Redakteurs-Wertung. Selten wurde in der Redaktion so um eine Wertung gekämpft wie bei TimeSplitters 2. TS2 ist zweifellos der beste Multi-Player-Shooter, den es zur Zeit auf der Xbox gibt. Auch der Masterchief kann die Qualität und Quantität der Mehrspieler-Modi nicht überbieten, kann dafür aber mit einem besseren "Story-Modus" punkten. Leider erschien auch TS2 ein paar Monate zu früh, um Xbox Live zu unterstützen, was einen aufgrund der genialen Mehrspielermodi verzweifelt in sein Headset üllen lässt. Hier muss TS2 tatenlos zusehen, wie sich die Konkurrenz von Infogrames mit Unreal Championship am Horizont bereits warm läuft.
Reine Solisten auchen daher keine Kredite für den Kauf von TS2 aufzunehmen, eine Wochenendausleihe bei der Videothek dürfte reichen, um das Spiel im Story-Modus zweimal durchzuspielen. Die Modi Herausforderung und Arcade dürften trotz abwechslungsreicher Aufgaben nur für hartgesottene Single-Player geeignet sein, die sich stundenlang mit Bots und Ziegelsteinen rumschlagen können, und eine Hintergrundgeschichte nur für störendes Beiwerk halten. Splittscreenfreunden möchten wir den Kauf aber wärmstens ans Multiplayer-Herz legen. Wer seine Xbox sogar via LAN vernetzen kann, hat sicherlich gar keine Zeit, diese Review zu lesen, da er bereits seit Wochen ununterochen TS2 spielt. Zu recht...