Tom Clancy's Rainbow Six Vegas 2
13:10 Uhr - Es hat bereits Atomtests aus nächster Nähe, die unsichtbare Schreckensherrschaft des Howard Hughes und die schelmischen Überfälle von Danny Ocean überlebt, wieso also sollte Las Vegas nicht auch einen zweiten Einsatz der Rainbow Six aushalten? Das Sin City Sequel der Tom Clancy Reihe hat sich ungeachtet der zwecks Beschneidung verschobenen deutschen Version und allen Lieferschwierigkeiten der Händler zum Trotz, als deutschsprachige Uncut Version bei uns eingefunden. Wir sagen euch warum das Warten sich irgendwie nur halb gelohnt und Old Vegas gehörig an Glanz & Glamour verloren hat.
Ein stetes Kommen und Gehen
An der Präsentation alleine wollen wir unsere Missgunst gegenüber der Handlung allerdings nicht festmachen, denn auch nachdem wir uns übers allwissende Internet genauestens über deren Ablauf schlau gemacht haben, sind wir wenig begeistert. Der “Böböbö, ich habe euch verraten weil du immer so gemein zu mir warst und der andere Teamkollege war immer dein Lieblingskind! Ich hasse euch, mit Watte oben drauf!“ Bösewicht liefert bei seinen wenigen Auftritten Performances nach einem Dialogscript ab, welches aus „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ stammen könnte. Wobei der finale Kampf mit ihm ohnehin ein Witz ist. Kleiner Spoiler noch mal: Kämpfe gegen Hubschrauber waren vielleicht mal Ende der 90er cool, aber warum gibt es die inzwischen in fast jedem Actionspiel? Der Fight in Rainbow Six Vegas 2 jedenfalls, ist sogar noch eine der unoriginelleren Varianten dieser abgegriffenen Bosskampfidee.Fakt ist aber nach all diesen negativen Bemerkungen auch, dass der belanglose Storyteil dem Rainbow Six Franchise jetzt nicht unbedingt mehr schadet als immer schon. Rückblickend hat der erste Vegas Teil es beispielsweise auch nicht unbedingt besser gemacht und groß gekratzt hat es niemanden. Wir sind Spezialeinheiten die Raum um Raum und Gebäude um Gebäude von Terroristen säubern, hier und da mal einen Packen Geiseln retten und alle paar Aufträge mal eine Bombe entschärfen, welche ausgerechnet in dem Moment anfängt zum letzten Countdown zu ticken, wenn wir gerade direkt davor stehen. Ob der gejagte Chefterrorist dabei nun Al Hares, Kaphahn, Ändie, Buch oder Laschewski-Voigt heißt und was genau sein großer Masterplan sein soll, ist doch vollkommen Schnuppe. Hauptsache wir haben einen Grund dem Spezialeinheitenberuf nachzugehen, so wie wir ihn durch Tom Clancy kennen gelernt haben und nach wie vor sehr gerne ausüben.
Open and clear and open and clear and open and…
Möglich ist dies vor allem aufgrund der hervorragenden Steuerung. Trotz mehrfach belegten Tasten und alleine schon durch das Befehligen der Teamkollegen (zu denen später mehr) umfangreichen Aktionsmöglichkeiten ist die Belegung standardmäßig so logisch angelegt, dass man stets ohne großes Nachdenken zudrücken kann. Die Waffen wechselt man im Falle der Xbox 360 z.B. mit einem kurzen Druck auf Y schnell zwischen primärem und sekundären Schießprügel. Fürs umfangreichere Auswahlmenü samt Zusatzpistole und Granatenwechseln, hält man den gleichen Button gedrückt. Handlungen die zusammen gehören liegen also auf einem Knopf, wobei antippen die Schnellaktivierung und gedrückt halten die Detailauswahl darstellen. Durchs Halten einer Schultertaste an so gut wie jeder Fläche angelehnt Deckung aufsuchen zu können, funktioniert üigens immer noch so gut, wie in keinem anderen Actionspiel. Blindes wie gezieltes hinter Wänden oder sonstigen Barrikaden Hervorschießen ist nach wie vor einer der Schlüssel des Ubisoftschen Kampfes gegen den Terrorismus. Wobei man seine natürlichen Schutzschilde jetzt einen Tick sorgfältiger aussuchen muss, denn bestimmte Materialien wie Holz und dünne Wände, sind nun kugeldurchlässig. Außer ein paar verschiebbaren Kisten lassen sie sich physisch allerdings nie beeinflussen d.h. zerstören und allgemein ist das Feature weit weniger auswirkungsreich als von den Entwicklern im Vorfeld versprochen. Viel wichtiger: Neu hinzugekommen ist bei den Fähigkeiten der Hauptfigur ein kurzer Sprint und der tut dem ganzen Spiel auch wirklich gut. So hat man oft die Möglichkeit sich trotz Gegneranwesenheit in eine günstigere Deckung zu begeben und überückt Passagen in denen nichts los ist einfach viel schneller. Wenn es also nur auf ein möglichst straffes Spielgefühl ankommt, schlägt Vegas 2 seinen Vorgänger um mehrere Sportplatzrunden.
Frisch aus dem Terrorcamp für Dummies
In so fern muss man sich auch wieder die Frage stellen: Was ist überhaupt der Zweck der Terroristen in Rainbow Six Vegas? Sicher sollen sie keine Intelligenzbestien sein, sicher sollen sie eher auf eine bestimmte Art vorhersehbar sein, damit der Spieler die Situation zum Planen und Taktieren ungefähr vorherahnen kann. Aber es kann doch irgendwie auch nicht Sinn und Zweck eines Taktikshooters sein, dass Grundlage des Erfolges ein bewusstes Spekulieren auf die zahlreichen Fehltritte und Unachtsamkeiten der Gegner K.I. ist. Die anspruchsvollste und einzige Aufgabe in Ubisofts Sequel ist es leider nur noch, die Terroristen zu lokalisieren. Sie auszuschalten ist in den meisten Fällen auch auf höchstem Schwierigkeitsgrad ein Kinderspiel. Das war im Vorgänger mit seinen in der Summe weitläufigeren Arealen und deutlich defensiverem Feindverhalten, alles noch wesentlich besser bzw. schwerer Kam man da noch immer wieder durch langwierige Shootouts zwischen sich langsam vortastenden Rainbows und überall im Raum versteckten Terroristen ins Schwitzen, steht jetzt eher fixe Instant Action im Vordergrund. Arcadiger, schneller, leichter, aber auch spannungsloser. Dass Frustmomente entsprechend fast das ganze Spiel über ausbleiben, ist auch den so gut wie nach jeder Feindkonfrontation gesetzten Autosavepoints zu verdanken. Die sind ausnahmsweise mal eine sehr begrüßenswerte Änderung, da deren zuweilen seltenes Auftreten einer der Hauptkritikpunkte am ersten Vegas war.Nun, vielleicht hat man es schon etwas rauslesen können: Durch die Rückschritte in Sachen K.I. und Missionsdesign sowie die häufiger gewordenen Speicherpunkte, spielt sich das neue Rainbow Six auf allen Schwierigkeitsstufen deutlich schneller durch, als der vorhergegangene Teil. Nicht zuletzt dank der Sprintfunktion werden so alle die sich auf Realistisch durch den ersten Tom Clancy Vegas Auftritt gebissen haben, das Sequel fast im Schlaf absolvieren. Vom Umfang her kommt einem die weitesgehend ohne Höhepunkte verlaufende Kampagne dadurch natürlich auch kürzer vor, trotzdem werden um den Daumen gemessen noch je nach Spielweise rund sechs bis acht Stunden Spielspaß geboten. Danach wartet für reine Solisten noch der vom Schwierigkeitsgrad her weit knackigere Terroristenjagdmodus auf seinen Meister, der nicht zuletzt zum Erfahrungspunkte sammeln nützlich ist und vor gerade den Adrenalinmomenten nur so strotzt, welche dem Storymode einfach fehlen.
Face/Off
Der Clou des virtuell-chirurgischen Eingriffs und der ganzen Individualisierung ist, dass man mit dieser zu Beginn nach den eigenen Vorstellungen erstellten Hauptfigur, jeden Modus des Spiels bestreitet. Sei es nun on- oder offline, ganz egal. Während man im Mehrspielerpart allerdings eh kaum Zeit hat den anderen tiefer in die Augen zu schauen (es sei denn sie liegen tot auf dem Boden...), sorgt dieses Feature in der Kampagne für einen je nach Liebe zu sich selbst unterschiedlich großen Atmosphärekick. Um Logiklöcher zu vermeiden, spielt man statt dem vormaligen Hauptdarsteller Keller jetzt eine schlicht Bishop genannte neue Figur. Es hat einfach was, wenn man sein virtuelles Alter Ego in voller Schutzmontur an der Wand gelehnt hocken sieht, während es acht Shells in die Shotgun presst und sie dann lässig wie ein echter Profi durchlädt. Gott segne die Außenansicht die sich stets einschaltet, wenn man die aus dem ersten Vegas bekannte Deckungsfunktion einsetzt. Es ist nur etwas schade bei jedem Funkspruch deutlich erkennen zu können, dass der wahlweise auch weibliche Protagonist offenbar einzig über die Kunst des Bauchredens kommunizieren kann.
Pro Kopf Bezahlung + Bonus für Style
Sehr wichtig, denn neben den allgemeinen Belohnungspunkten für abgeknallte Gegner gibt es außerdem noch die A.C.E.S. (Advanced Combat Enhancement Specialization). Das System notiert sich wenn der Spieler speziellere Aktionen durchführt und belohnt ihn bei häufigem Gelingen dann mit Werkzeug, das seinem bevorzugten Spielstil entgegenkommt. Ist man beispielsweise ein Fan von Kills über weite Strecken, kriegt man schon bald eine bessere Sniperwaffe in die Flossen. Nimmt man Gegner lieber aus zwei Zentimetern Entfernung aufs Korn, wird es eher erst mal die Shotgun sein. Hierbei gibt es die drei Kategorien Meisterschütze, Nahkampf und Sturm in denen man je 20 Level aufsteigen kann. Bei jedem zweiten Aufstieg gibt es statt einer neuen Waffe einen fetten EP Boost. Die Gesamterfahrungspunkte lassen den die Rangleiter bis zum Elitekämpfer aufsteigen. Hier gibt es führ jede Stufe sogar mehrere Ausrüstungsteile und die bereits erwähnten Tarnfarbenmuster, bis hin zum Tarnfarbeneditor.Auch Vegas 1 besaß bereits ein simpleres, auf den Mehrspielerteil beschränktes Rangsystem, trotzdem ist es nicht möglich sein altes Profil auf den Nachfolger zu übertragen. Wer der Tom Clancy’s Rainbow Six Sub-Reihe jedoch schon seit dem ersten Teil treu ist, wird von Start weg bereits zum Veteranen ernannt und bekommt damit schon etwas früher einige coole Gegenstände freigeschaltet, was außerdem mit einem XP Boost verbunden ist.
Rainbow Three?
Das was Park und Jung auch in Vegas 1 schon prima drauf hatten, können sie allerdings nun immer noch. Zum einen stürmen sie kleinere Räume auf Anweisung des Spielers hin hocheffizient, zum anderen sind sie echte Stützen wenn man sie sehr defensiv einsetzt. Also immer möglichst weit hinten im Raum stehen lässt, damit sie die Terroristen mit Dauerbeschuss in Schach halten während man selber flankiert oder in Ruhe das Scharfschützengewehr zum letzten Gruß ansetzt. Wer entsprechend minutiös Befehle erteilt und seine Rainbows im Hintergrund zu halten weiß, wird die beiden schon als gute Unterstützung empfinden und viele ihrer Fehler gar nicht so richtig mitbekommen. Ok, außer man kommt vielleicht auf die tolle Idee ihnen den Wurf einer Granate an einen bestimmten Punkt im Raum zu befehligen. Dabei kommt es nämlich in 30% der Fälle vor, dass sie das Teil vollkommen woanders hinwerfen, bevorzugt vor eure eigenen Füße. Vielleicht ist es also nur einer weisen Vorausahnung der Entwickler zu verdanken, dass Jung und Park den Granatenwurfbefehl meisten aus unerklärlichen Gründen einfach verweigern.
Rainbow Four?
Andererseits und darum sollte Vegas 2 für Koopfreunde wie gesagt trotzdem eine ernsthafte Kaufüberlegung sein, läuft das Game auch mit zwei Humanoiden spielerisch wie technisch ziemlich rund und man bekommt mit der ganzen Story samt des deutlich knackigeren Zusatzmodus Terroristenjagd, vom Umfang her einiges an Zusammenspielfutter geboten. Letzteren als Dreingabe zu bezeichnen ist allerdings fast schon eine Beleidigung, denn mit dem großen Kartenangebot sowie der regulierbaren Anzahl unberechenbar auftauchender Gegner, findet sich hier herausforderungstechnisch im Prinzip das wahre Herz des Koopmodus. Gerade weil man hier mit bis zu vier Spielern losziehen darf. Im kooperativen Storymode hat Ubisoft die Spielerzahl dagegen auf maximal zwei Teilnehmer herunterreguliert.Für alle die beim gemeinsamen Zocken am liebsten auch real neben ihrem Spielpartner sitzen: Per Memory Unit lassen sich die Spielerprofile Problemlos von einer Konsole zur anderen mitnehmen, damit man auch „auswärts“ auf keinen einzigen Erfahrungspunkt verzichten muss. Die EP wird üigens im Koop stets gerecht aufgeteilt. Selbst durch die K.I. Truppen getätigte Kills, werfen für jeden Player etwas ab. So kommt niemand in Versuchung, den Teamgedanken für zusätzliche Punkte bewusst zu vernachlässigen.
Rainbow Sixteen?
In Demolition wird klassisches Sabotage gespielt. Das angreifende Team muss eine Bombe an Zielpunkt A oder B aningen, scharf machen und alles dafür tun, dass sie auch hochgeht. Die Verteidiger sind angehalten dies zu verhindern, bzw. im Falle einer tickenden Bombe innerhalb von einer Minute für Entschärfung zu sorgen.Total Conquest stellt eine Art Eroberungsmodus dar. Hier muss man alle drei Satellitenstationen auf der Karte für sein Team einnehmen und 30 Sekunden lang halten. Hier gibt es immer was zu tun, denn ähnlich wie in Frontlines: Fuel of War ändert sich die Aufgabenstellung dabei ständig zwischen Attackieren und Verteidigen hin und her. Dieser Modus profitiert besonders davon, dass sich die abwechslungsreich designten Karten auch im Mehrspielerpart über oft mehr als nur zwei Höhenebenen erstrecken, zahlreiche Deckungs- und Abseilmöglichkeiten, sowie in so gut wie jeden Abschnitt einige Alternativrouten anbieten.
Locker mithalten kann dagegen auf jeden Fall das Waffenrepertoire, welches deutlich vergrößert wurde. Mit elf neuen Schießeisen bietet Ubisoft praktisch das komplette Arsenal eines Standardshooters als Erweiterung der ohnehin schon großen Auswahl. Vom Look&Feel her richten sich die kugelspukenden Arbeitswerkzeuge, entsprechend der Profession ihrer Benutzer, deutlicher mehr nach Antiterroristen und damit weniger nach dem im ersten Rainbow Six Vegas vorherrschenden Söldnerstyle. Schön zu sehen ist es, dass Ubisoft bei den Neuzugängen größtenteils auf die Wünsche der Community gehört und in diesem Zuge auch sämtlichen Handfeuerwaffen im Spiel eine schnellere Feuerrate verpasst hat.
Rainbow Six! Rainbow Six… Ukraine?
Trotzdem zweifelt man aufgrund bereits geschildeter K.I. Macken, immer wieder aufkommender Clippingfehler und diverser Flüchtigkeitsbugs irgendwie daran, dass Vegas 2 wirklich genug Entwicklungszeit zur Aundung bereitgestellt bekommen hat. Auf Anhieb fallen uns da Waffenläufe ein welche auf magische Art durch Türen ragten wodurch uns Terroristen auf unfaire Weise erschießen konnten oder Situationen in denen unsere Spielfigur sich auf einmal weder mehr aus der Deckung lösen, noch ihre Kanone abfeuern wollte. So klebten wir dann an einer Mauer fest und konnten nicht weiterspielen. Ist nicht nur einmal vorgekommen. Dazu gesellt sich der allgemeine Umstand, dass man durch Trigger herbeigeführte Gegnerspawns oft unmittelbar zu Gesicht bekommt, besonders wenn man eine Stelle nach dem Ableben wiederholt und somit schon vorher weiß, wo man gleich ungefähr mit einem Feind zu rechnen hat. Da erscheint dann mal einfach jemand aus dem Nichts und attackiert. In dem Zusammenhang sei üigens auch der berühmte Terrorist im ersten Kapitel erwähnt, der buchstäblich beweist was Extrem Wiedergeburting bedeutet. Er respawned nach dem Ableben unter bestimmten Umständen unendlich oft wieder, meist noch bevor sein vorheriger Körper überhaupt den Boden erreicht hat. Ist natürlich eine gute Möglichkeit die Ubisoft da für seine Spieler geschaffen hat, damit die sich im prinzip legal, massig Erfahrungspunkte erschleichen können.
Hörsturz inklusive
Wie auch der Vorgänger, besticht Rainbow Six Vegas 2 mit einer Palette großartig klingender Waffensounds und herrlich zur Gegnerortung beitragenden Dolby Digital Effekten. In Sachen Schießprügel wird nicht nur ordentlich Wumms geboten, sondern auch ein ganz klarer, scharfer Klang. So fern die Schussgeräusche nicht einfach ausbleiben, wie gesagt. Ganz gut gefällt uns auch der stets passend einsetzende Soundtrack des Spiels, welcher sich niemals zu sehr aufdrängt, sondern stets dezent die Action unterstreicht. So schön abgemischt hätten die Stimmen der Ingame Missionsbeschreibungen und sonstigen Storyelemente auch mal sein sollen, wir schrieben ja ganz oben bereits warum wir der ganzen Sache nicht recht folgen konnten. Die hier von uns getestete Version war wie gesagt deutschsprachig vertont und das ganz ok, wenn auch nicht überragend. Man ist ja vom ersten Vegas Teil bzw. fast allen Ubisoft Tom Clancy Spielen schon gewohnt, dass die Auswahl der deutschen Sprecher (abgesehen von Sam Fisher...) eher freundliche Stimmen zu Tage fördert, die aus einschlägigen Samstagmorgen Cartoon Actionserien stammen könnten. Hier fehlt es etwas an Realismus in den Stimmen, wenn sie mitten im Gefecht Meldungen wie „Jung am Boden“ oder „Greife an“ machen.
Werbung und Beschneidung
Eine weitere Sache die wir zumindest mal am Rande erwähnt haben wollen, ist der rege Einsatz origineller aber irgendwie auch sehr aufdringlicher Werbung in Vegas 2. Ein ganzer Level der Kampagne sowie des Multiplayers ist praktisch mit Major League Gaming Logos tapeziert, denn er ist im Umfeld eines MLG Turniercenters angesiedelt. Zudem bedarf es der Eingabe eines Werbeslogans im entsprechenden Extramenü, um sich unter dem Label eines amerikanischen Highspeed Internetanbieters eine Zusatzmap für den Mehrspielerpart freizuschalten.
Wenn überhaupt, dann hätte es auch alles besser machen müssen als der verdammt starke Vorgänger. Hier ist es eher umgekehrt, Vegas 2 macht fast alles schlechter. Die Engine passt nicht mehr zum Setting und kann so niemanden mehr begeistern. Rückschritt. Das Leveldesign bietet weniger Herausforderung und lässt den Spiel zu sehr in Routine verfallen. Rückschritt. Die Zwischenmenschlichte Story... ok, die hätte man sich schon in Teil eins schenken können. Ebenso schenken können hätte man sich die vielen Kleinigkeiten, wie immer mal wieder auftretende Minibugs, die Beschränkung des Storykoops auf nur noch zwei Spieler sowie die zwischen Killerkommando und gerade frisch geschlüpfter Selbstmordpinguin schwankende K.I. der Teamkollegen.Rückschritt, Rückschritt, kleine aber nicht zu übersehende Bugs... doch wo ist mal Fortschritt zu sehen? Man kann jetzt sprinten, gut. Hat man löblicher Weise aus anderen Games übernommen und passt sich prima ins Konzept ein. Weiter... das Erfahrungspunktesystem, gut. Hat man löblicher Weise aus anderen Games übernommen und passt sich prima ins Konzept ein. Joa, das war's dann auch schon. Nix mit fordernderer Gegnerintelligenz. Nix mit mehr taktischen Möglichkeiten. Ergo auch nix mit vollwertiger Nachfolger. Was Ubisoft hier abgeliefert hat ist zweifelsohne immer noch ein gutes Spiel das Spaß macht, sich allerdings viel zu sehr wie ein schnell hinterhergeschobenes Standalone Addon größeren Umfangs anfühlt. Oder eben wie eine Geldsammelbüchse auf der groß geschrieben steht: "Hey, wenn euch gefällt was wir mit Teil eins gemacht haben, werft hier mal ein paar Scheinchen rein!" - Hehe, ok, das ist angesichts der noch vorhandenen Qualität von Vegas 2 natürlich etwas fies überspitzt. Die Sache ist einfach: Wer Rainbow Six Vegas 1 schon gespielt hat, dem hat der zweite Teil eigentlich nicht mehr groß was zu bieten. Wer Teil eins nicht gespielt hat, sollte sich dann lieber den zulegen. Zumal jetzt zum Budgetpreis. Die einzigen Leute für die Vegas 2 eine Art Pflichtkauf darstellen könnte, wären Fans des kompetitiven Online Mehrspielermodus. Hier kann das Game sich wieder mit seinem sehr eigenen, taktischeren, vorsichtigeren Gameplay gegenüber der Konkurrenz eine Nische schaffen und seinen Vorgänger in dem Bereich auf Konsolen sicherlich erfolgreich ablösen.
Bewertung
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