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Transformers - The Game

Mittwoch, 01. August 2007
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12:10 Uhr - Sie terminieren, rebellieren und seit kurzem transformieren sie sich durch die Kinowelt. Roboter, ewige Zukunftsvision in Buch und Film, dabei fast immer mehr todbringender Fluch als willenlose Sklaven mit Spaßfaktor. So ähnlich die Feststellung auch bei Lizenzspielen aktueller Kino-Blockbuster. Nur, dass hier der Eindruck quälend langweiliger Fluch, statt zügelloser Spaß mit Filmatmosphäre, immer noch den überwiegenden Teil der Titel in unseren Erinnerungen prägt. Nutzt Transformers – The Game seine Fähigkeiten, dieses Allgemeinbild zu ... verwandeln?

Nein, um das mal ganz ohne pyramidalen Dramenaufbau auszusprechen. Schon die Story-Aufbereitung grenzt an eine außerirdische Frechheit. Statt mit hochauflösenden Filmausschnitten, wird die Handlung sporadisch in mittelmäßigen Rendersequenzen und schwachen Ingame-Aufnahmen angeschnitten. Gesprochen wird noch nicht mal das Nötigste. Wer Handlung haben will, soll wohl lieber ins Kino gehen. Vor Spielstart hat man immerhin die Wahl zwischen den guten Autobots und den bösen Decepticons und ist damit nicht gezwungen, sich mit den Robotern abzugeben, die man schon als Kind nicht leiden konnte. Da beide Seiten individuelle Kampagnen vorweisen können, müssen Fans beider Lager nicht befürchten, jeweils das Gleiche in Gelb oder Rot vorgesetzt zu bekommen. Juchhe, denn zu Fürchten gibt es bei dem Spiel schon genug.

Alle Systeme im Gähnmodus

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Beim Spielprinzip fängt es schon an. Ohne jeden Sinn und Grund, darf man sich in jedem Abschnitt frei durch ein bestimmtes Gebiet, wie eine Stadt, eine Militärbasis oder die Wüste bewegen. Das Einzige was man in den höchstens moderat großen Gebieten macht, ist sich ohne Umwege zum nächsten fest vorgeschriebenen Auftrag zu begeben. Die wenigen Nebenmissionen (Zerstöre X Gegner in Y Minuten; Fahre in X Minuten zu Y) sind so unterfordernd und öde, dass man sie schneller ignorieren, als ein selbstgebauter Baufix-Roboter sprechen lernt. Um überhaupt an den Mini-Aufgaben teilnehmen zu dürfen, muss man pro Level bis zu 100 große Artefakt-Würfel auf der Karte einsammeln. Das Wort Suchen ist hier bewusst nicht gewählt worden, denn bei der Mühe welche sich die Entwickler beim Verstecken der Bonus-Items gegeben haben, aucht es schon einen echten Hans Maulwurf, auch nur eines der Teile beim ersten Rundgang durch die Umgebung zu übersehen. Warum aber sich selbst diese Mühe machen, wenn man die zur Belohnung ausgestellten Transformers Nostalgie-Filmschnipsel sowie Bilder auch überall kostenlos im Internet bekommt, sowie die kleinen Fun-Mods (z.B. Generation 1 Modelle) nur Spaß machen würden, wenn das Spiel an sich nicht so ein Rostfraß wäre? Die coolsten Extra-Zugaben in Form von Kinofilm-Trailern, sind von vornherein übers Menü zugänglich.

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Ebenso unspannend wie ihre Bonus-Geschwister, sehen die Hauptaufgaben des Spielers aus. Man fährt, fliegt, gräbt, klettert oder läuft andauernd zwischen oftmals wahllos zusammengestellt wirkenden Zielpunkten hin und her, um dann jeweils eine bestimmte Anzahl von Gegnern oder Objekten einzustampfen. Alle paar Missionen trifft man auf einen Boss-Robot, wobei es immer die gleiche Taktik anzuwenden gilt. Irgendeinen Gegenstand auf ihn werfen, um ihn damit in Rage zu versetzen, weil er so im Nahkampf chancenlos auf die Glocke(n) bekommt. Da alle Roboter, wie man selber auch, über ein Schutzschild gegen die meisten Fernattacken verfügen, sind Schusswaffen fast unauchbar. Dieser Umstand macht gerade die Autobots ziemlich öde. Während man bei den Decepticons wenigstens mal als Heli durch die Lüfte fliegen und mal als Skorpion durch die Erde graben kann, ist bei den gutgesinnten Bots immer nur Fahren, Fahren, Schlagen, Fahren an der Tagesordnung. Dabei steuern sich die Herren Bumblebee, Optimus Prime und Co. in Fahrzeugform alle ausnahmslos genau gleich spartanisch. Abgesehen vom starren Fahrverhalten, nerven hier andauernde Hänger durch Objekte auf der Strecke. Trümmerteile über die man normalerweise einfach drüberrasen könnte und die gerade eben noch wie Baumblätter durch die Luft gesegelt sind, stellen z.B. auf einmal unüberwindbare Abstopper von 200 auf 0 dar. Fürs Kaputtmachen der Umgebung, werden die Automobil-Reinemänner sogar noch mit roten Kreuzen auf dem Bildschirm, bis hin zum Abuch der laufenden Mission bestraft. Wer sich oft und gerne mit Rennspielen beschäftigt, ärgert sich zu allem Überfluss noch über die Abweichung vom konsolenüblichen Genre-Kontrollschema. Optionen zur Änderung der Steuerung, konnten wir nirgends finden.

Wo Abwechslung Mangelware ist, können kurze Spieldauer und schwacher Herausforderungsgrad nicht weit sein. Wir schauen aufs Tester-Tachometer und sehen es dort grün auf weiß: Nimmt man sich einen langen Abend Zeit und lässt die doofen Nebenmissionen beiseite, schafft man es problemlos, jeweils eine der beiden Kampagnen am Stück durchzuspielen. Wählbare Schwierigkeitsgrade für das einfache Kurzweil gibt es nicht.

Wahrlich umwerfende Spielwelt

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Eine der wichtigsten Fragen für Transformers Fans ist, Ehrensache: „Kann ich viel kaputtmachen?“ – Jo, kannst du. Aber nicht gut. Also schon gut, aber nicht so, dass es viel Spaß machen würde. Allgemein besteht die ganze Welt von Transformers – The Game aus Objekten, welche bei der kleinsten Berührung in sich zusammenfallen und dabei oft gleich noch ganze Häuserblocks mitreißen. Aussehen tut das dann so: Wir tangieren leicht eine Hauswand, augenblicklich trieft es Schuttwolken aus dem ganzen Gebäudekomplex und das variantenarme Standard-Schadensmodell bleibt als Endresultat stehen. Springt man einmal hoch und landet wieder auf dem Boden, fliegen um einen rum alle Bäume durch die natürlichen Hoheitsgebiete kleinerer Vogelgattungen. Natürlich hört sich das hier für Zerstörungswütige ganz cool an, aber man zerstört ja eigentlich gar nix. Es fallen einfach nur Sachen in sich zusammen, von denen man nie das Gefühl hat, sie seien stabil oder überhaupt mit der materiellen Welt, in welcher sie stehen, verankert.

Less than meets the eye

Auch abgesehen davon machen die Robots in Disguise auf den Next-Gen Systemen überhaupt keine gute Figur. Einzig die Charaktermodelle der Kolosse sind ganz nett geworden, sie bilden die Hauptdarsteller des neuen Kinofilms detailgetreu nach. Alles andere, von Umgebungsgrafik bis zu Spezialeffekten, sieht einfach nur grob veraltet aus. Der triste Grundton des Spiels, will sich so gar nicht mit dem auf Filmplakaten und in Trailern zu sehenden, bunten Edel-Glanz des Sommer-Blockbusters vereinbaren und Texturen wie Objektmodelle, schreien geradezu nach der PlayStation 2, wo sie sich bestimmt viel wohler fühlen würden, als auf der Xbox 360. Da hilft auch kein HD Fernseher mehr.

Lemminge und beschränkte Programmierung

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Von ebenso minderwertiger Qualität ist die K.I. neutraler Stadtbewohner, menschlicher und robotischer Gegner. Egal was auf den Straßen los ist, ob Optimus Prime gerade einen Tanklaster gegen Barricade geschleudert hat, oder Bumblebee einfach nur mit seinen dicken Quarzfüßen mitten auf der Fahrbahn steht, der Straßenverkehr rollt weiter. Er rollt ohne Angst gegen Transformers, rast todesmutig in Staus und bietet sich ständig fast schon Aufdringlich als Fuß- bzw. Handball an. Die ersten radikalen Auto-Kicks waren üigens die einzigen Momente im Spiel, wo für ein paar Minuten mal richtiger Spielspaß aufkam. Da schwang vielleicht sogar noch etwas wohlwollender WM 2006 Hype mit. Bewaffnete Mitmenschen beschränken sich auf wirkungsloses Dauergeballer. Die Transformers derweil sollten als außerirdische Rasse einen Hauch von Eigenständigkeit an den Tag legen. Tatsächlich verhalten sie sich allerdings wie, zugegeben aufwendigere, Lego Mindstorms Projekte. Stur werden ein paar wenige Angriffsmuster immer wieder exakt wiederholt und auf Beschaffenheit der Location oder Agieren des Gegners so gut wie gar nicht reagiert. Für den Spieler bedeutet das: Einmal durchschaut, immer zerhaut.

Less than meets the ear

Sich den Preis für den Soundtrack mit dem Kauf des Spiels zu sparen, ist leider auch keine Begründung Transformers – The Game anzuschaffen. Unauffällig spielen im Hintergrund ein paar typische Orchestralmusiker vor sich hin, die sich zwar dem Spielgeschehen in zwei Stufen je nach Situation anpassen, dabei aber zu platt wirken, als dass dadurch vernünftige Stimmung aufkommen könnte. Sonstige Sounds wie mechanisches Surren, Automotoren und Waffengeräusche klingen, als wären sie aus sämtlichen Actionspielen der vorletzten Generation zusammengeklaut worden. Bleibt der Eindruck zweckmäßiger Akustik, welche dem grafischen Anspruch des Spiels von Kopf bis Fuß gerecht wird.Einen Mehrspielermodus hätten wir uns sehr gut vorstellen können, gibt es aber nicht. Wenn man sich jedoch die Qualität dieses Spiels noch einmal vor Augen führt, ist es vielleicht auch ganz gut so.

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Ich glaube Traveller's Tales, die immerhin für die tollen Lego Star Wars Spiele verantwortlich sind, dass Transformers - The Game an sich richtig viel Spaß macht. Das Spiel verkleidet sich eben nur mit rostiger Technik und ungeölter Spielmechanik. Zur Perfektion spielt es uns dann auch noch den Unwissenden vor, wenn es um eine vernünftig erzählte Story geht. Maskierung in Perfektion! - Rechtfertigung für die Meinungsüberschrift beiseite, was hier abgeliefert wird, ist lieblos zusammengeschusterte Tempoarbeit mit starken Defiziten in allen erdenklichen Bereichen. Dabei geht es nicht nur um die Sachen die nicht da sind, wie eben eine motivierend erzählte Geschichte, spannende Aufträge und ein Mehrspielermodus, sondern in erster Linie um alle vorhandenen Features. Ich kann alles mögliche kaputtmachen, es klappt aber ohnehin auch von alleine zusammen. Ich kann mich in ein Auto verwandeln, das sich aber wie ein kaputtes Fernsteuerspielzeug fährt und andauernd hängenbleibt. Ich kann mich frei in den Arealen bewegen, aber es gibt für mich überhaupt keinen Grund, warum ich das machen sollte. Leider fühlen sich die Transformers auch keine Sekunde wie echte Kampfmaschinen an und die Missionen sind so eintönig, wie sie bescheuert sind. Selbst an Fans des Franchises meine Warnung: Sieht man von den Spielermodellen ab, hat das Ganze überhaupt nichts mit den Transformers zu tun, wie wir sie alle lieben!

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Kommentare (2)

Bart Wux  
01.08.2007 17:43 - Schade, irgendwie sieht das aus, als könnte es Spaß machen, als Roboter/Hubschrauber durch die Gegend zu ziehen. Aber für das Geld, was das Spiel kostet, geht sowieso nix. Da warte ich lieber, bis es auf dem Wühltisch landet...
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Johnson  
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02.08.2007 23:45 - Die Transformers Spiele der letzten generation sollen doch ganz gut sein...!
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