Trivial Pursuit
13:41 Uhr - Im „digitalen Zeitalter“ scheinen Brettspiele immer mehr zu einem vergessenen Kulturgut vergangener Tage zu werden. Fernsehen und Internet sind mittlerweile zu omnipräsent, als dass sich Familien und Freunde regelmäßig bei einem gemütlichen Spieleabend fernab dieser beiden Medienformen am Wohnzimmertisch zusammensetzen. Doch wenn man ehrlich ist, haben Brettspielklassiker wie Scrabble, Risiko, Monopoly & Co. noch längst nichts von ihrem alten Charme eingebüßt; wenn man ihnen denn auch eine Chance gibt.
Zu diesen Klassikern zählt sicherlich auch Trivial Pursuit, welches in den Neunziger-Jahren gar als Fernsehshow umgesetzt wurde und nun – knapp 30 Jahre nach seiner Erfindung – dank Electronic Arts ebenfalls Teil der voranschreitenden Digitalisierung wird. Wie sich die – frei übersetzte – „Jagd ums Allgemeinwissen“ auf der PS2, PS3, der Xbox 360 und Wii im Detail gestaltet, erfahrt ihr in dieser AreaGames-Review.
Wanted: Allgemeinwissen
Mit den für Offline-Multiplayer-Partien gedachten Modi „Klassik“ und „Trivial Pursuit Party“ sowie dem Einzelspielermodus „Trivial Pursuit Tempo“ stehen dem Spieler drei Spielmodi zur Wahl, die sich allesamt natürlich am Spielprinzip des Originals orientieren, das von EA vor allem im Klassik-Modus 1:1 übernommen wurde. Wie im Original müssen dort alle sechs der sich in den Eckfeldern des – nun virtuellen – Spielbretts befindenden Wissensecken gewonnen werden. Dazu müssen Fragen aus den Kategorien Erdkunde (Blau), Unterhaltung (Pink), Geschichte (Gelb), Kunst & Literatur (Violett), Wissenschaft & Technik (Grün) und Sport & Vergnügen (Orange) beantwortet werden, bevor man mit komplettiertem Wissensspeicher ins Zentrum vorrücken darf und eine von den anderen Spielern ausgewählte finale Frage beantworten muss, um das Spiel zu gewinnen.
Während „Trivial Pursuit Tempo“ das klassische Spielgeschehen mit Bonusereignissen und Punktesystem etwas variiert und die ein oder andere Multiplayer-Session durchaus spannender macht, dürfte sich wohl kaum jemand für den Einzelspielermodus „Trivial Pursuit Tempo“ interessieren, in dem es besonders viele Punkte für besonders schnelle Antworten hagelt. Dieser macht - auch wenn der eigene Freundeskreis nur eine Person umfasst - nämlich ungefähr genauso viel Spaß, wie Wetten auf ein von Robert Hoyzer gepfiffenes Fußballspiel abzuschließen.
Viel Multiple Choice, kein Online-Multiplayer
Für Abwechslung wollen verschiedene Fragentypen bei der virtuellen Allgemeinwissensjagd sorgen. Diese erstrecken sich von „Richtig oder Falsch“ (50/50-Chance) über „Multiple Choice“ (die richtige aus vier Antworten wählen) bis hin zu „Wo liegt was“, wie man es vielleicht aus der Raab’schen Spielshow „Schlag den Raab“ kennt. Hier wird nach einem Ort gefragt, der auf einer Weltkarte mittels Stecknadel markiert werden soll – je näher, desto besser. Da sich der Großteil der Fragen jedoch regelrecht auf „Multiple Choice“-Fragen versteift, halten sich sowohl Abwechslung als auch der Schwierigkeitsgrad der virtuellen „Jagd ums Allgemeinwissen“ im Vergleich zu seinem Vorbild, bei dem die Antworten ohne Auswahlmöglichkeiten gewusst werden wollen, in Grenzen.
Dazu trägt auch das Fehlen eines Online-Multiplayer-Modus maßgeblich bei, was angesichts der Konkurrenz von „Buzz!“ und „SceneIt?“, welche eben jenes Feature aufweisen können, gleichermaßen unverständlich und schade ist. Darüber können auch weder Trophy-Support noch zusätzlich downloadbare Inhalte hinwegtäuschen. In puncto Präsentation macht Trivial Pursuit nicht mehr als die bereits erwähnte Konkurrenz und somit auch nicht zwingend mehr als es muss: Ein paar Animationen der Spielfiguren hier, ein bisschen Sprachausgabe dort, das war‘s.
Pro und Contra
- + Original-Spielprinzip dank „Klassik“-Modus
- + Spaßige Variante mit „Trivial Pursuit Party“
- + Mitspieler mit dem eigenen Allgemeinwissen vorführen
- - Multiple Choice vereinfacht die Fragen sehr
- - Abwechslungsarmer Einzelspielermodus
- - Kein Online-Multiplayer
Nur Offline-Multiplayer? Das geht auch mit dem Original
Insgesamt veröffentlicht EA mit Trivial Pursuit ein grundsolides Quizspiel, welches es allerdings nicht schafft, sich von seinen Mitbewerbern und aktuellen Thronhaltern aus den Häusern Sony und Microsoft abzuheben. In Ermangelung eines Online-Multiplayer-Parts und mit einem Preis von ca. 40 € ist es zudem mehr als fraglich, ob es gerechtfertigt wäre, die virtuelle Version dem Brettspiel-Original, das es in verschiedenen Ausgaben für fast den gleichen Preis im Handel gibt, vorzuziehen. Vielleicht sollte man sich doch einfach mal wieder die Zeit nehmen, um Freunde und Familie zu einem guten, altmodischen Spieleabend bei sich am Wohnzimmertisch zu versammeln.
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Kommentare (10)
pb2007
diger
Das ist ja wohl ein Witz. Ich bin bei Monopoly schon darauf reingefallen.
Ich hocke mich doch nicht zu viert vor die Glotze, bzw. Leinwand. Dann packe ich lieber das Original Brettspiel aus, das macht auch viel mehr Fun.
Also das Spiel kann EA behalten.
n385055
ABRAGO
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astmonster
Spielereins
Spielereins
Kristoffer Usadel
Spielereins