Donnerstag, 30. August 2007
11:43 Uhr - Es ist eine dieser typischen Storylines, die wir beispielsweise
schon aus unzähligen Mario-Episoden kennen. Joe sitzt mit seiner
Freundin Silvia im Kino und schaut sich mit ihr den neuesten
Streifen seines Lieblingsfilmhelden Captain Blue an. Doch es läuft
nicht nach Wünschen von Silvia, und so küsst sie Joe gerade im
spannendsten Moment des Films. Captain Blue stirbt unvorgesehen im
Film, die Bösewichte schnappen sich Silvia und kidnappen sie ins
„Movieworld“. Das dies Joe nicht zulässt, ist klar. Genauso wie
seine Freundin landet auch er im Film. Dort trifft er kurze Zeit
später auf Captain Blue. Von diesem erhält Joe die V-Uhr und kann
sich von nun an in den Superhelden Viewtiful Joe verwandeln. Nun
liegt es in euren Händen eure Geliebte aus den Klauen der
Bösewichte zu befreien.
You want some? Then come and get...
In insgesamt sieben Episoden bewegt ihr euch mit Joe in guter alter 2D-Manier entweder nach links, rechts, oben oder unten und verprügelt alle Gegner die sich euch in den Weg stellen. Dabei steuert ihr Joe wahlweise mit dem Control-Stick oder dem digitalen Steuerkreuz. Mit der A-Taste springt ihr, seid ihr gerade Viewtiful Joe, könnt ihr mit einem weiteren Betätigen des A-Knopfs einen Doppelsprung vollführen. Y dient zum schlagen, und X zum Treten der Feinde. Doch Joe hat durch die V-Uhr Superkräfte erhalten und kann so drei verschiedene im Spiel zu seinen Gunsten einsetzen. Mit der L-Taste aktiviert ihr VFX-Zeitlupe. Nun läuft das Spielgeschehen langsamer als normal ab und ihr könnt zum Beispiel gegnerischen Angriffen rechtzeitig ausweichen. Diese Situation könnt ihr gleich ausnutzen um einen Konter aus dem Hinterhalt auf euren Gegner zu vollführen: Matrix lässt grüßen! Löst ihr die R-Taste aus, schaltet ihr VFX-Überschall ein. Das Bildschirmgeschehen wird nun um ein Vielfaches schneller. So kann Viewtiful Joe beispielsweise Feinde schneller aus dem Weg räumen. Die dritte und letzte Spezialfähigkeit ist VFX Zoom. Mit dieser könnt durch Drücken des C-Sticks nach oben oder der B-Taste ins Spiel reinzoomen und so mehrere Gegner gleichzeitig ins Land der Träume schicken. Doch Joe kann nicht die ganze Zeit den Superhelden raushängen lassen. So befindet sich in der oberen Bildschirmhälfte die VFX-Anzeige. Nutzt ihr eine der drei Spezialfähigkeiten, leert sich diese Leiste. Ist die Anzeige leer, verwandelt sich Viewtiful Joe in den normalen Joe. In diesem Zustand müsst ihr auf eure Superheldenangriffe verzichten und seid sehr verletzbar. Während ihr in menschlicher Gestalt seid, füllt sich die Leiste wieder. Um länger die Gestalt des Superhelden einzunehmen, sind in jedem Level V-Filme versteckt. Sammelt ihr insgesamt 50 V-Filme ein, erweitert sich eure VFX-Anzeige um 1 Masseneinheit. Zu Beginn jeder neuen Welt wird diese Anzeige auf den ursprünglichen Wert zurückstuft.
Kinopräsentation mit hohem Anspruch
Jede der sieben Episoden ist in zwei Abschnitte unterteilt. Nach jedem Teil kann das Spiel gespeichert werden. Ingesamt wurden die Speicherpunkte im Spiel recht gut gelegt, da sie sich nicht zu weit auseinander befinden. Außerdem könnt ihr dort Power-Ups einkaufen. Denn für jeden geplätteten Gegner erhaltet ihr V-Punkte. Mit diesen könnt ihr euch beispielsweise eine größere Lebensanzeige, weitere spezielle Items wie V-Bomben oder V-Bumerang, Erweiterungen für Mach Speed, oder neue Attacken erkaufen. Neben vielen Kampfeinlagen hat das Spiel auch einen gewissen Anspruch zu bieten. Im Spiel werdet ihr desöfteren auf Rätseleinlagen treffen. Meistens löst sich das Problem, indem ihr eine der drei Spezialfähigkeiten von Viewtiful Joe richtig einsetzt. Seht ihr im Spiel beispielsweise einen Einarmigen Banditen, solltet ihr VFX-Zeitlupe einschalten. Nun ist es wesentlich einfacher, dreimal das richtige Zeichen (meist das Viewtiful Logo) zu aktivieren und so einen Schlüssel für den nächsten Abschnitt zu ergattern. Führt ihr VFX-Überschall lange genug aus, ist Viewtiful Joe für einen kurzen Moment "on fire". Doch keine Angst, er verennt nicht. Dies bedeutet eher, dass er heiß gelaufen ist. Somit ist er jetzt gegen Feuer resistent und kann durch schnelles Schlagen und Treten selber Feuer erzeugen. Dies ist zum Beispiel bei erloschenen Fackeln des Rätsels Lösung. Steht ihr zwischen zwei Stangen, die ihr gleichzeitig auslösen müsst, solltet ihr VFX-Zoom benutzen. Nun stellt ihr euch zwischen beide Stangen und könnt diese mit einem Rundumkick gleichzeitig attackieren und so weiter im Spiel voranschreiten. Hat man die Aufgabe, welche einem zu Beginn der Szene gestellt wird erfolgreich erfüllt, wird diese nach diversen Kriterien bewertet. Diese sind V-Punkte, Verteidigung und Zeit. V-Punkte zeigt an, wie viele Kombos ihr an Gegnern vollacht hat. Verteidigung stellt dar, wie gut ihr den gegnerischen Angriffen ausgewichen seid und Zeit wie schnell ihr diesen Abschnitt gemeistert habt. Vergeben werden die Wertungen V, A, B, C, oder D. V steht für Viewtiful und ist die beste Bewertung, D ist die schlechteste, die man bekommen kann. Am Ende einer jeden Episode steht man einem Endboss gegenüber. Hier zeigt sich, ob ihr die gelernten Spezialfähigkeiten im Blut habt und sie im richtigen Moment einsetzen könnt. Jeder Bossfight lässt die Spannung noch einmal zum Siedepunkt hochkochen und ist meist nicht ganz so leicht zu besiegen - Popkorn-Kino vom feinsten.
Cel-Shading Look in Perfektion
Technisch gesehen wird in Viewtiful Joe der Cel-Shading Look verwendet. Den Entwicklern des Team Viewtiful ist die Umsetzung des Stils sehr gut gelungen und er passt perfekt in dieses Konzept, da er wie ein Comic erzählt und kinoreif inszeniert worden ist. Ähnlich wie in einem Anime bekommt ihr auch hier am Anfang eines jeden Levels den Titel der Episode eingeblendet. Die Hintergründe des Spiels sind sehr aufwendig gestaltet worden, die Effekte sind fantastisch und die Gegnervielfalt riesig. Neben normalen Robotern versuchen euch auch Helikopter, Panzer oder Fledermäuse das Leben schwer zu machen. Auf dem Bildschirm ist wirklich immer viel los. Das durchdachte Leveldesign des Spiels wird vor allem in der Unterwasserwelt sichtbar. Bei den Szenarien kann man sich auch nicht beklagen - Fast jedes nur erdenkliche Setting ist im Spiel enthalten. So werdet ihr einmal in der Luft unterwegs sein, das andere Mal Unterwasser, und das dritte Mal in einem Hochhaus zur Stelle sein. Das Spiel läuft sowohl im 50Hz- als auch 60Hz-Modus ruckelfrei und ohne PAL-Balken über den Bildschirm. Die Ladezeiten sind mit ca. fünf Sekunden auch lobenswert.
Beim Sound kann man sich auch nicht beklagen. Die Soundstücke passen zu dem, was gerade auf dem Bildschirm zu bestaunen ist. Dazu donnern die Soundeffekte dank Dolby Pro Logic II Unterstützung aus den Boxen. Ein großes Lob muss man der englischen Sprachausgabe machen, denn diese ist klasse umgesetzt worden. Sprüche wie Henshin-A-Go-Go, Baby sind schon jetzt sehr kultverdächtig.Insgesamt lässt sich sagen, dass Capcom mit Viewtiful Joe der Geheimtipp 2003 gelungen ist. Das Spiel strotzt vor Innovationen und ist zudem auch noch anspruchsvoll. Die Rätsel verlangen das ein oder andere Mal das Köpfchen geschickt einzusetzen. Des weiteren ist das Spiel sehr abwechslungsreich. Der Schwierigkeitsgrad wurde recht gut ausbalanciert, wobei die letzten Level schon relativ schwer werden. Die Spielzeit beträgt beim ersten Durchspielen knapp 8-10 Stunden, doch ihr werdet sicher nicht nur einmal die Endsequenz über euren Bildschirm ablaufen lassen. Durch bestimmte Features, die sich nach dem Durchspielen Freischalten, bietet das Spiel eine hohe Langzeitmotivation. Somit lässt sich letztendlich sagen, das Capcom mit Viewtiful Joe einer der coolsten Spielhelden der Videospielgeschichte gelungen. Die Spezialfähigkeiten wurden perfekt im Spiel umgesetzt und lassen wirkliche Superhelden-Atmosphäre aufkommen - Das alles exklusiv auf dem Nintendo GameCube.Viewtiful Joe aus dem Hause Capcom hat mir richtig imponiert. Schon allein die Tatsache, dass solch innovative und fantastische Spielprinzipien zugleich in solch einer Konsolen-Generation in den Handel kommen, welche von Portierung und Nachfolgern dominiert werden. Es macht richtig viel Spaß mit Joe durch die verschieden designten Level zu ziehen und einfach nur fighten bis zum geht nicht mehr. Aufgelockert werden diese Prügel-Einlagen durch einige Rätsel, die das ein oder andere Mal das Köpfchen richtig fordern.Schade ist lediglich, dass der hohe Spielspaß schon nach ca. 8 Stunden endet. Vor allem der letzte Bossgegner in Episode 6 hat mich zur Verzweiflung geacht. Sonst war der Schwierigkeitsgrad in einem angemessen anspruchsvollen Rahmen. Meiner Meinung nach gehört Viewtiful Joe zu einem der besten Titel des Jahres 2003 und sollte eigentlich in keinem GameCube-Videospiel-Haushalt fehlen. Nach der Ankündigung des zweiten Teils kann man sich auf ein interessantes Sequel freuen, welches hoffentlich einige Neuerungen zu bieten hat.
Als der 3DS auf der E3 2010 das erste Mal präsentiert wurde, stand ein fast vergessener Nintendo-Held plötzlich wieder im Mittelpunkt. Der E...