Virtua Fighter 5
12:52 Uhr - Das erste Virtua Fighter erschien 1993 in den Spielhallen und half kurz danach dem Sega Saturn beim Start. Bis heute hat sich der Titel eine beachtliche Fangemeinde aufgebaut. In regelmäßigen Abständen erschien ein neuer Ableger der Reihe, der die Fans dazu brachte, erneut Münzen in den Automaten zu werfen bzw. Scheine dem Spielehändler auszuhändigen. Der fünfte Teil der Reihe erschien pünktlich zum Launch der PlayStation 3 und kommt nun mit etwas Verspätung, aber dem Versprechen einiger Verbesserungen als Xbox360 Version heraus. Wir stürzen uns in den Kampf.
Willst du einen Prügler machen, musst du haben sieben Sachen
Alles klar? Wenn nicht, ist das kein Problem, ins Spiel hat es kein Fitzel dieser Story geschafft. Es gibt weder ein Intro noch Dialoge zwischen den Fightern noch eine Endsequenz für die Fighter. Ferner gibt es keinen Storymodus, nur einen simplen Arcademode, in dem ihr gegen einen Gegner nach dem anderen antretet um am Ende besagter Dural gegenüber zu treten. Dural ist ein gesichtsloses silbernes Wesen ohne eigenen Kampfstil, das aber trotzdem ganz kräftig zulangen kann. Zugegebenermaßen ist Dural noch kein Vergleich zu Alpha-152 aus „Dead or Alive 4“ oder Jinpachi aus „Tekken5“, aber sie ist dann doch debil genug, um Punkt Nr. 2 zu erfüllen (2: check). Für einen Sieg werdet ihr mit den Credits belohnt und dürft von vorne anfangen. Nicht sonderlich berauschend.Das Wichtigste an einem Beat’meUp ist natürlich das Aufgebot an Fightern. Die Auswahl ist in „VF5“ nicht zwingend die größte, aber die Charaktere sind sehr vielseitig und sollten für jeden etwas bieten. Akira ist das für „Virtua Fighter“, was Ryu für die „Street Fighter“ Reihe ist, womit das japanische Aushängeschild abgehakt werden kann (3: check). El Blaze ist einer der beiden neuen Charaktere im fünften Teil, seines Zeichens mexikanischer Wrestler, stilecht mit Maske, der fröhlich Armdrags und Headscissors verteilt. Eileen, Aoi und Pai Chan fallen in die Ruik „süß, aber gefährlich“, Lei Fei ist ein chinesischer Shaolinmönch, Goh Hinogami ist eine Kreuzung aus Zombie und Judoka, Kage-Maru ist Ninja (4: check), Sarah Bryant hat drei Meter lange Beine (5: check) und einen Bruder Jacky, der eigentlich Rennfahrer ist aber trotzdem im Turnier mitkämpft. Dann haben wir noch den 100jährigen Shun Di, der mit seinem Drunken Kung Fu Stil das Ammenmärchen um die Gefährlichkeit von Alkohol widerlegt. Kickboxer Brad Burns versucht, durch das Turnier an Mädchen zu kommen. Der übergroße Australier Jeffrey McWild will gegen J6 vorgehen, weil diese seinen Rivalen entführt haben. Lion Rafale muss feststellen, dass sein Vater irgendwie mit J6 zu tun hatte, Wolf Hawkfield ist Wrestler, der das Aussehen von Lex Luger und die Sprüche von seinem Landsmann Bret Hart geklaut hat, Vanessa versucht im Turnier ihre Amnesie zu vergessen und als Letzten im Bunde haben wir Pais Vater Lau Chan, der Heihachi Mishima der „Virtua Fighter“ Serie. Nachdem ihr euch aus dieser illustren Palette einen Kämpfer ausgesucht habt, könnt ihr entweder im schon erwähnten Arcademode antreten oder den umfangreichen Questmodus betreten, auf den später eingegangen wird.
Anfänger bitte hier entlang
Neben dem lebensnotwendigen Dojo und dem wenig befriedigenden Arcademodus bietet der Quest-Modus das Kernstück des Spiels. Wobei der Begriff „Quest“ auch ein wenig gedehnt ist. Es gibt keine wirklich Quest, vielmehr sucht ihr euch einen Fighter aus und kämpft euch durch dutzende Herausforderer, allesamt unterteilt in verschiedene Klassen wie sie auch im echten Kampfsport bezeichnet werden. Ihr startet als zehnter Kyu (=Schüler) und arbeitet euch vor zum zehnten Dan (=Meister). Gleichzeitig wird euer Sieg-Niederlagen-Verhältnis festgehalten. Durch Siege sammelt ihr Erfahrungspunkte und steigt im Rang auf, gleichzeitig könnt ihr allerlei Gegenstände freispielen, mit denen ihr euren Charakter ausstatten und einzigartig machen könnt. Auch wenn man fragen kann, ob ein Shaolin-Mönch mit Sonnenille wirklich besser aussieht. Leider ist es kaum möglich, eure Gegner wirklich einzuschätzen. Weder der Grad noch die WinLoss Ratio können Aufschluss darüber geben, wie hart die KünstlicheIntelligenz auf- bzw. zutritt. Da erweist sich ein 3.Dan schon mal als Lachnummer, während euch ein 6. Kyu plötzlich in Grund und Boden prügelt. Es kommt sogar vor, dass sich die KI von Runde zu Runde ändert. In Runde 1 erweist sich unser Gegner als Hardcoremasochist und nimmt dankend jeden Schlag ins Gesicht auf, während er in Runde 2 urplötzlich sechs Arme hat, mit denen er im strömenden Regen jeden Tropfen einzeln blocken könnte.
Nie mehr allein
Grafisch war schon das Arcade und PS3 Original eine Augenweide und die Xbox360 Variante steht dem in nichts nach. Alle Kämpfer sind enorm detailliert, Körperbehaarung, Poren, Schweiß, Falten, alles ist zu sehen. Die Animationen sind fließende und sehen sehr realistisch aus. Auch die Umgebungen sind toll und abwechslungsreich. Pfützen inklusive Spiegeleffekte, interaktive Schneemassen, Sonnenuntergänge mit entsprechenden Blendeffekten, Gewitter im Hintergrund. Etwas schade ist, dass die Arenen lange nicht so vielseitig sind wie die in „Dead or Alive 4“. Dort ging es noch verschiedenen Etagen hoch und runter, in „VF5“ hingegen habt ihr nur kleine quadratische begrenzte Areale. Außerdem fällt hin und wieder ein Clippingfehler auf, wenn zwei Gegner in einander verschmelzen. Das passiert aber dich relativ selten, sodass es nicht so störend wirkt, aber es verhindert einen perfekten Gesamteindruck. Der Sound bietet die aus dem Genre bekannten Kampflaute, Schreie, Stöhnen und Treffer. Da gefallen die Hintergrundmusiken schon besser, die die Atmosphäre der Arena gut einfangen. Insbesondere die Effekte beim Gewitter sind sehr nett. Jeder Kämpfer hat seine eigene Stimme und spricht in seiner Muttersprache, was definitiv schöner ist als wenn plötzlich alle Charaktere im Spiel, gleich welcher Nation, fließend japanisch reden (wieder Gruß an die DOA Fraktion).
Console-Waaaaaaaaaaaaaarrrrrrr!!!!
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