Zu viele Klone: Blockbustertitel kreativ am Ende?
10:39 Uhr - Fragt man Matthew Wiggins, so hat sich das Blockbusterspielegeschäft mittlerweile in einen "kreativen Bankrott" gesteuert. Wie der mit einem eher kleinen Team an neuartigen Spielekonzepten für digitale Formate arbeitende Mitbegründer von Wonderland Software in einem Interview darlegt, habe sich das AAA-Business zuletzt mit zu vielen Klonen erfolgreicher Toptitel totgelaufen. Mit ernsthaften Konsequenzen, wie Wiggins befürchtet.
Wiggins gegenüber GamesIndustry:
- "Große Teile der Spiele-Industrie haben sich aktuell festgefahren, denn es werden so viele Spiele produziert, die einfach nur 'Ich will auch'-schreien. Wie viele [...] 'Gears of War'-Klone braucht die Welt denn noch? Wir haben einfach kein Interesse daran, diese Art von Erlebnis zu reproduzieren."
- "Ich denke, etwas was Lionhead - und ehemals Bullfrog - sehr gut machen ist, dass sie fortwährend neue Ideen ausprobieren und sich an die Arbeit machen, großartige Erfahrungen zu erschaffen, welche die Leute zuvor noch nicht gesehen haben."
- "Ungeachtet dessen, was letztendlich dabei herauskommt: Warum sollte man überhaupt anfangen, wenn man nicht von Beginn an wenigstens versucht, etwas neues zu erschaffen? So gesehen ist ein Großteil der Industrie meiner Meinung nach kreativ ziemlich bankrott. Etwas bessere Partikeleffekte oder ein wenig kerniger aussehende Charaktere sind kein guter Grund, Millionen von Dollars und einige Lebensjahre der Entwickler dafür aufzuwenden."
- Ich erwarte die nächsten fünf Jahre über, dass viele mittelgroße Spielestudios entweder aufgekauft oder geschlossen werden. Wenn man auf dem 'Triple-A'-Markt von PlayStation 3 und Xbox 360 agiert, muss man Blockbuster von unglaublicher Qualität abliefern. Unternehmen wie Lionhead, Naughty Dog und Blizzard werden überleben und aufblühen, während die sich nicht an der Spitze des Marktes befindenden Teams ins Schwimmen geraten."
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Kommentare (45)
Reanor
Ich werd' jedenfalls mit 'nem "Blockbuster" wie Halo:Reach ebenso wie mit 'nem "Innovationshammer" wie Fable 3 viel Spaß haben! ;)
Cuberde
Die Industrie läuft da eine Sackgasse. Auf kurze Zeit mag das "AAA-Konzept" Geld einbringen, aber das kann auf dauer nicht gesund sein, das die immer gleichen Spielkonzepte immer höhere (Werbe-)Budgets auffressen.
@Reanor
Mir persönlich tun die Augen und Ohren weh, wenn ich einen Michael Bay Film sehe, so geht es auch vielen meiner bekannten, obendrein kann er gar nichts ausser Special Effects, von daher sind seine Filme so interessant, wie der Wandfarbe beim trocknen zuzusehen.
Human Torch
Man kann nicht einfach neue Genres erfindern die es gar nicht gibt. Der Job der Game Designer ist es ein gutes Spiel abzuliefern, und wenn das bei FIFa 15 immer noch so ist wie derzeit beim 10er (nur als Bsp.) wird es auch weiterhin die Einnahmen der Firma sichern.
Ebenso könnten Spiele wie Mass Effect mit kreativen Leuten bis ins Endlose fortgesetzt werden, dabei interessiert das kaum jemanden ob sich das Spielprinzip stark verändert. Wenn Mass Effect 5 (ich weis geht nur bis 3) immer noch ne geile Story bieten würde, wäre auch das von vielen gekauft.
Am ehesten laufen sich noch die Ego Shooter ohne guten MP Modus tot, aber auch hier sieht man das ein guter MP lange fesseln kann.
Und wenn sich doch angeblich alles tot läuft und vieles gleicht... müsste dann eigentlich die Produktion solcher Games nicht weniger Geldmittel verschlingen? Was dann ja auch im Umkehrschluss mehr Moneten für EA und Co. bedeuten würde.
Unterm Strich sollte viele sich mal fragen ob ein gutes Spiel wirklich Millionen verschlingen muss, klar das dann ne Aussage kommt der Markt sei tod... Wenn Ausgaben und Einnahmen nicht mehr stimmen. Was aber nicht am Kaufverhalten liegen muss, wenn diese Rechnung nicht aufgeht.
Ein Gamer wird sein Hobby wohl immer mal betreiben (im alter vielleicht weniger) ^^
Project Natal und Co. dagegen kratzen an dem was ich mir für in 10-15 Jahren vorstelle (und das wird dann die Revolution im Gaming Bereich)
Ein System was Umgebungen vortäuschen kann (Bsp. Fussball Stadion), so das man auch als vielleicht nicht Fussball talentierter mal in der Allianz Arena auflaufen kann. Das System projeziert dann die Freunde/Kollegen/CPU in dieses "Spiel" und dann wird daheim im Wohnzimmer gekickt ;-) Die Frauen haben dann beispielsweise nen Pony Hof oder nen Friseur Studio das generiert wird, dann können sie eigene Frisuren zaubern ohne nach der Game Session schlimm auszusehen. (das nur als kleiner Denk Anstoß was alles möglich wäre)
Klar bräcuhte man dann einen eigenen Raum dafür (pad , Konsole , tv und couch sind dann nicht mehr ausreichend), weil man ja anhand der ganzen Bewegungsabläufe mehr Platz braucht.
Und Sicher ist das alles reine Zukunftsmusik und Wunschdenken, aber das wird dann der nächste Schritt werden.
IM Carlos
Klar bleibt die Kreativität dabei auf der Strecke, aber auch das passiert analog zu anderen Industrien. Der Consumer kann zu Indigames greifen, oder kleinere Produktionen (z.B. aktuell Torchlight) greifen. Tut er das ist das der nächste AAA-Titel (mit allen Folgen, wie Klone etc.), tut er das nicht gibts Gejammmer über die undankbaren Kunden ... Alles nicht neu.
Fazit: Hier werden alte "Einsichten" als brandneu verkauft. Daran ändern kann keiner was. Die explosive Kreativität, wo alle paar Wochen ein Titel mit "Wow"-Faktor (Tetris, Klax, Lemmings, ...) erschien ist unwiederbringlich vorbei. Jetzt heißt es aus dem hier und jetzt das beste machen und das heißt für mich u.a. Bullshit zu meiden. Also für mich: kein NfS, keine EA-Sports-Titel, kein Sims und auch keine Michael Bay-Filme. ;-)
Reanor
@ Topic: Teilweise hat der Matthew Wiggins ja recht, aber in diesen Klon-Fällen regelt der "Markt", oder besser, die Kunden das selbst. Wer Schrott produziert wird auch recht schnell von der Bildfläche verschwinden. Die großen Blockbuster a la Gears, Halo oder God of War, selbst bleiben uns vermutlich aber erhalten, und das find' ich auch gut so!
Tom Turbo
Selber schuld, wenn man über Jahre hinweg jede kreative Idee mit Wertungen um 70% und 150'000 verkauften Einheiten dahinsiechen lässt, aber gleichzeitig Spiele, die in keinster Weise irgendwie etwas selbständig machen und absolut keine kreative Leistung aufweisen (ausser ein riesiges Grafikfeuerwerk) schon ein Jahr vor Release zum grössten Spielerlebnis aller Zeiten aufbläst und dann in Reviews ne Durchschnittswertung von 95%+ reinhaut.
Das Problem an der Spieleindustrie ist einfach, dass Kunden wie auch Entwickler ausschliesslich Mainstream sind. Es gibt gar nichts anderes, was sich finanziell über Wasser halten und sich künstlerische Freiheiten erlauben kann. Ergo gibts in der Branche auch kaum talentierten, ambitionierten und kreativen Nachwuchs, der das Medium weiterbringen könnte. Ist irgendwie als ob es in der Musikwelt nur Britney Spears und in der Filmwelt einzig Herr der Ringe geben würde, die alle Jahre wieder emsig kopiert und upgedatet werden. Gibt natürlich ein paar löbliche Ausnahmen unter den Entwicklern, werden aber immer weniger und kommen vornehmlich aus der alten Garde (auch meist aus dem PC-Bereich). Die jüngere Generation an Entwicklern scheint ausser Partikeleffekten keine grossen Ambitionen zu haben.
Heisst aber natürlich nicht, dass es unter den Blockbuster-Studios keine guten Entwickler geben würde. Gibt halt nur solche, die Trends vorgeben und schöpfen, und solche, die sie dann jahrelang kopieren. Herren und Knechte sozusagen. Bungie zum Beispiel.
Im Grunde hast du recht, dass die Titel die gekauft werden nächste Triple A Titel werden, aber es ist auch so, dass Triple A Titel mitlerweile Klone von sich selbst bzw. ihren vorgängern sind, dazu kann man aber doch entgegen steuern, in dem man gute und interessante Spiele kauft, statt den nächsten EA Klon oder Gears of War 3, das genauso wie GoW 1 und 2 wird etc. Leider denken die meisten, dass sie nicht "Hardcore" sind, wenn sie sich das nächste GoW, CoD oder GTA nicht kaufen obwohl die Spiele genau dieselben sind.
Die einzigen Filme mit denen ich was anfangen konnte waren Bad Boys 1 und The Rock, und das hat weniger mit Michael Bay zu tun, denn mit Jerry Bruckheimer der ihn bei beiden Filmen gebremst hat, und selbst diese Filme gab es schon in einer ähnlichen Form und besser. Der Rest sind einfach Masturbationsfantasien von Michael Bay.
IM Carlos
Das beginnt mit Kubrick, Tarrantino, Burton, Jarmusch, Leone, Coen, Scorcese, Copolla, Gilliam, ... und endet noch nicht mal mit Bay (ich keinen einzigen). All die oben genannten Regisseure haben Bay eins vorraus: ihre Filme tragen die Handschrift des des ausführenden Regisseurs. Man kann also nicht sagen, dass ich mich nicht mit dem Thema Film auseinandersetze, oder dass ich nicht schon Bay-Film gesehen hätte (Rock, Armageddon, Bad Boys, Pearl Harbour), aber außer Aktion ist da nicht viel zu holen. Selbst die Darsteller wirken dagegen wie Statisten. Und eins kann ich Dir nach jahrzehntelanger Filmerfahrung sagen: Aktion überdauert die wenigste Zeit. Spätestens wenn mal wieder ein neues Medium auftaucht wirken Effekte lächerlich. Was allerdings Jahr(zehnte) überdauert ist Erzählstil (Scorcese, Tarrantion, Kubrick, Coen), Inszenierung der Charaktere (Leone, Burton), Bildsprache (Burton, Gilliam, Jarmusch), oder Gesamtkonzept/Mood eines Films (Unbreakable).
Und ja ich schau mir lieber noch ein 20. mal Control, oder Prestige (um mal neuere zu nennen) an, als einen der von Dir aufgezählten Filme. btw. Für mich ist Senor Spielbergo (Schindlers Liste) der Bay der 80er und Lucas der Bay der 70er ...
@killerspieler: Jeder kann doch kaufen wonach Ihm gerade ist, nur sollte man sich manchmal selbst reflektieren und fragen, ob man was kauft, weil es gerade ein Hype darum gibt, oder weil man wirklich interesse daran hat. Das spart oft genug Geld und als Budget-Titel sollte ein wirklich gutes Spiel ja nicht schlechter sein. ;-)
Und mal ehrlich das Konzept 'mach das, was du als Erfolgsgaranten erlernt hast' ist doch das Grundkonzept von Spielen und dem Leben im allgemeinen. Das Konzept heiß 'Trial and Error' und Du kannst es schon bei jedem Kleinkind beobachte, wenn es spielt. Warum also sollte dieses Konzept nicht auch bei der Industrie greifen. Unsere Welt ist danach aufgebaut: 'Mach das, was Dich erfahrungsgemäß zum Erfolg führt.'