id Software: "Neuentwicklungen wie RAGE sind sehr riskant"
Komplett neue Spiele, die nicht auf einem etablierten Franchise basieren, sind heutzutage rar gesät. Dafür mehren sich die Nachfolger erfolgreicher Spieleserien. Warum es für die Entwickler heutzutage so ausgesprochen riskant ist, ein neues Franchise zu entwickeln, verrät id Software in einem Interview.
id Software, bekannt geworden durch Spieleserien wie Doom, Quake und Wolfenstein, äussert sich zu der momentan herrschenden Sequel-Problematik in der Spieleindustrie. Für heutige Entwicklerfirmen sei es zu riskant, ein neues Franchise auf den Markt zu bringen, vor allem am Ende des Jahres wenn die großen Spielemarken erscheinen. Denn dort müssen sie sich gegen etablierte Marken wie Call of Duty oder Battlefield durchsetzen. Doch auch deren Erfolg ist auf Dauer nicht zwangsweise nachhaltig und auch sie können bei Fehlern anfangen zu straucheln (z.B. die Need for Speed Reihe)
Tim Willits, seinerseits Creative Director von id Software, erklärt, wo das Problem liegt:
- "Die großen Titel dürfen sich keine Fehler erlauben. Es gibt viele, die das auch schaffen, andere mühen sich dagegen ab. Schaue dir einfach die Verkäufe von Call of Duty gegen die von Crysis an. Zwischen beiden liegen Welten, was die Verkaufszahlen angehen, aber kaum etwas was den Spielspaß angeht. Diese Dinge machen es für die Entwickler und Publisher immer schwieriger."
- "Die Spieleentwicklung ist viel zu teuer, ein neues Franchise zu entwickeln zu riskant und der Erfolg wird dabei zum Glückspiel. Wenn man dieses Risiko eingehen will, sollte man sicher stellen, das es auch ein Volltreffer wird."
- "Rage ist bei uns das einzige neue Franchise seit 10 Jahren und dies war auch nur möglich wegen Doom, Quake und Wolfenstein. Niemand wäre sich sicher bei Rage, wenn es nicht von uns wäre."
- "Auf dem gamescom Event hatten wir Modern Warfare 3 neben Diablo 3, wir hatten Rage, Battlfield 3, Uncharted 3 und Batman 2. Es war fast die Reihe der drei."
id Software neues Spiel Rage erscheint am 7. Oktober.
[CVG]
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Kommentare (9)
L!nc0ln
Gerade wenn ein Publisher mal etwas neues probiert und weg von dieser Mainstreamschiene (ala CoD, Need for Speed) geht finde ich das gut. Ich finde das Risiko, dass man mit einem Mainstreamprodukt auf die Fresse fällt (Homefront) ist größer als wenn man mal was absolut neues wagt (siehe zum Beispiel Batman: Arkham Asylum). Gearbox hat mit Borderlands doch ebenfalls wunderbar vorgemacht, dass neue Sachen absolut begeistern und neue Trends setzen können.
Rush
@L!ncOln
Es gab in der Vergangenheit viele herausragende Entwicklungen die durch die Bank mit äußerst bescheidenen Verkaufszahlen bedacht wurden und das nur weil der 08/15 Käufer lieber zum 100. CoD greift.
ICO, Alan Wake, Mirrors Edge und viele mehr sind in der Käufergunst durchgefallen obwohl sie spielerisch wirkliche Besonderheiten waren.
Rhys
Mittlerweile ist die Spieleindustrie genauso "beschrenkt" im Bezug auf neue Marken wie die Filmindustrie.
Wenn wir (Verbraucher) uns an den Einheitsbrei (CoD) anpassen/gewöhnen dann stumpfen wir (Verbraucher)
so sehr ab das Spiele die absolut fremd sind keine Chance mehr bei uns haben.
Bsp(e):
Shadow of the Damned
El Shaddai (7/10 heißt nicht das es schlecht ist)
Ich weis das Spiele wir Gears of War 3 ........................ alle spaß machen, aber wo sind die Überraschungen?
Wombat77
Vor 15 / 20 Jahren sah die Welt noch anders aus. Da gab es fast nur "neue" Spiele: Medal of Honor, Tekken, Dead or Alive, Call of Duty, Tomb Raider, Crash Badicoot, FIFA, Resident Evil, Silent Hill usw. .
Zu 16 und 32 Bit Zeiten gab es noch so viele Neuentwicklungen, dass ich kaum Fortsetzungen besaß, vielleicht geschätzte 10%. Heute gibt es noch die gleichen Spiele (-serien), aber Neuentwicklungen sind rar geworden.
Schau ich mal eben ins Regal: 2/3 sind Fortsetzungen. Ich versuch durchaus, Neuentwicklungen eine Chance zu geben, neben den bereits genannten, beispielsweise Majin and the Forsaken Kingdom oder Enslaved: Odyseey to the West, aber diese Spiele haben in Zeiten des Mainstreams kaum noch eine Chance erfolgreich zu sein.
Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn es weniger Fortsetzungen geben würde, dafür mehr Neues... Solange aber die meisten Gamer ihr Geld lieber in den 17. Teil einer Serie stecken, ist für Innovatives nicht viel übrig.
Mugiwara
Der Mann hat recht. Ich rege mich immer noch auf, dass Enslaved sich nicht einmal die 500k Marke erreicht hat, obwohl es Multiplattform war. Der Titel ist Uncharted ohne Geballer, aber mit God of War-Steuerung (Gibt's denn immer noch nicht einen etablierten Begriff für das?). Hervorragend erzählte Story und Abwechslung beim Spielen.
Dann kommt aber ein Spiel raus, das einfach nur CoD kopiert names Homefront und verkauft sich immer noch so gut, dass sich eine Fortsetzung lohnt. Warum?
Ich hab' mir seit CoD4 keinen Shooter mehr geholt, weil alle Shooter auf Modern Warfare getrimmt worden sind. Ich konnt mir MW1 absolut nichts anfangen, absolute Langeweile und Sinnlosigkeit klatschten mir ins Gesicht als ich das Spiel zockte. Crysis ist der einzige AAA-Shooter, der mir einfällt, der wenigstens was neues bot.
Aber Rage hol' ich mir auf jeden Fall, weil id einfach weiß, was der Shooter Spieler will. (Und natürlich weil ich John Carmack-Fan bin :D)
j1mbo
Also ich hab Enslaved Videos gesehen und fand das Spiel eher uninteressant, hab dann aber doch mal die Demo geladen und naja, gefallen hat es mir dann immer noch nicht...also da kann ich schon nachvollziehen wieso es sich nicht verkauft hat
Pivo
Moin...
ich muss dazu sagen das dieser Einheitsbrei an Fortsetzungen auch ein Ansporn sein kann neue, bessere bzw innovativere Spiele zu machen. Da muss man sich schon anstrengen um ein Franchise zu etablieren...was meiner Meinung nach am besten am Anfang einer Konsolen-Generation gelingt...siehe Gears, Uncharted etc.
Und wenn das Spiel interessant is und sich gut verkauft gibt's davon doch auch zwei Jahre später den zweiten Teil.
Das wär dann das Beispiel Dead Space...als das raus kam hat sich auch jeder verwundert die Augen gerieben was Visceral da fabriziert hat.
Wenn ich dran denke das Insomniac zu Ps2 Zeiten jedes Jahr ein Ratchet rausgebracht hat. Selbst Splinter Cell und Prince of Persia war'n Trilogien.
Also alles nix Neues. Man entscheidet immernoch selber was man kauft und was für nen WE aus der Theke geholt wird. Geb zu dass das bei Titeln wie Borderlands, Elder Scrolls,GTA etc schon schwierig wird.
BTW ich hab Portal vergessen. Aus nem Gimmick für'ne Spielesammlung wurde auch ein zweiter Vollpreistitel.
MyNameIsDotty
So gut Rage auch aussieht..., mein Geld-/Zeit-Budget ist für die nächsten Monate einfach schon ausgeschöpft, deshalb wird es erst später gekauft ^^.
Creed Diskens
ja natürlich ist das riskant, aber pisst euch nicht so an entwicklervolk. wer nicht wagt der nicht gewinnt, alles nur noch fotsetzungen- aber bei dem erzkonservativen gamer volk- kein wunder.
freu mich auf max payne, ziemlicher schlag in die fresse von Rockstar. wie manhunt damals, einfach mal was anderes bringen was die erzkonsis so richtig aufregt.